11.9.2018

Städtische Pensionskasse stellt kritischen Gutachter vor die Tür

Das Gutachten von 2017 sollte für P. B. sein letztes sein. Nach jahrelanger Tätigkeit für die Pensionskasse der Stadt Winterthur, hat ihm der Stiftungsrat Ende 2017 das Mandat entzogen. Und das just in einem Jahr, in dem der unabhängige Experte die Strategie der Führung in Zweifel zog.

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In seinem Gutachten kam P. B. zum Schluss, die Sanierungs- und die Risikobeiträge von Arbeitgeber und Arbeitnehmern seien zwingend sofort zu erhöhen, sonst werde das Ziel der laufenden Sanierung verfehlt. Der Stiftungsrat wollte davon nichts wissen. Er will das nächste Sanierungsprogramm abwarten, das ab 2020 eine schrittweise Senkung des Umwandlungssatzes und damit tiefere Renten vorsieht.

Gutachten unter Verschluss

Weil der Stiftungsrat die Empfehlung ausgeschlagen hat, muss er sich gegenüber der Eidgenössischen Stiftungsaufsicht erklären. So steht es im letzten Geschäftsbericht. Stiftungsratspräsident Jorge Serra (SP) sagte dazu schon im Sommer, man habe mit der Aufsicht ein gutes Einvernehmen. Zum Ersatz des Gutachters äussert er sich auf Anfrage nicht. P. B. sagt, er dürfe aus rechtlichen Gründen keine Stellung nehmen.

Wie dringend die von ihm geforderten Massnahmen sind, bleibt unklar. Der Stiftungsrat hat ein Gesuch des «Landboten» um Einsicht ins Gutachten ausgeschlagen und stattdessen eine «Aussprache» vorgeschlagen. Die Ablehnung erfolgte mit dem Argument, die verselbstständigte Kasse sei nicht an das Öffentlichkeitsprinzip gebunden, das Bürgern und Medien den Zugang zu amtlichen Dokumenten sichern soll. Das ist nicht unproblematisch. Denn in ihrem Anspruch auf finanzielle Unterstützung funktioniert die Stiftung wie eine öffentliche Institution; die neue Sanierungsvorlage, welche die Aufsichtkommission derzeit behandelt, sieht eine Beitrag von 144 Millionen aus der Stadtkasse vor. (Der Landbote)

7.9.2018

Provisorische Ergebnisse BVS – Finanzielle Situation der Pensionskassen hellt sich weiter auf

Das Nettoergebnis aus Vermögensanlagen verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahr auf 64,2 Milliarden Franken, wie provisorische Ergebnisse des Bundesamtes für Statistik (BFS) vom Freitag. Das ist der höchste Wert seit 2004, als erstmals vergleichbare Zahlen vorlagen.

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Der bisherige Rekordertrag aus Aktien, Obligationen, Immobilien und anderen Anlageformen lag bei rund 56 Milliarden Franken und stammt aus dem Jahr 2009. Im Jahr zuvor hatten die Pensionskassen wegen der Wirtschaftskrise noch einen Nettoverlust von 77 Milliarden Franken einstecken müssen.

Dank dem guten Ergebnis konnte 2017 die Unterdeckung weiter abgebaut werden, und zwar um 6,0 Prozent auf 32,1 Milliarden Franken. Die Wertschwankungsreserven, mit denen sich die Kassen gegen Börsencrashs wappnen, erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um fast 47 Prozent auf 84,4 Milliarden.

Die Zahl der Vorsorgeeinrichtungen mit reglementarischen Leistungen und aktiven Versicherten ging weiter zurück, von 1713 im Vorjahr auf 1650. Diese zählten zum Jahresende 2,4 Millionen aktive Versicherte. 1,14 Millionen Personen bezogen letztes Jahr eine Rente, 2,3 Prozent mehr als 2016. Dazu kamen knapp 45’000 Kapitalbezügerinnen und Kapitalbezüger. (SDA)

30.8.2018

Das Millionen-Debakel um das Schloss Salavaux

Am Fusse des Mont Vully, umgeben von Bäumen und Sträuchern, liegt Schloss Salavaux. Erbaut im 16. Jahrhundert, beherbergt das ehemalige Landgut am westlichen Ufer des Murtensees heute ein Hotel und ein Restaurant. Der breite Sandstrand, für den das waadtländische Salavaux bekannt ist, liegt nur einen Steinwurf weit weg.

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Hinter den Kulissen ist die Idylle jedoch getrübt: Die Besitzer wollen das Schloss loswerden. Für 6,4 Millionen Franken ist das Anwesen auf einer Immobilienseite ausgeschrieben.

Besitzerin ist die Stylos-Sammelstiftung, eine ehemalige Pensionskasse für KMU. Sie ist in ­Liquidation. Grund dafür ist auch das Hotel. Dies bestätigen einerseits die Liquidatoren. Andererseits hat das Berner Wirtschaftsstrafgericht in diesem Zusammenhang Anfang August straf­bare Handlungen festgestellt.

Treuhänder hat Vision

Es begann 2004. Eine Gruppe von Treuhändern gründete die Sammelstiftung Stylos. Einer von ­ihnen, ein Treuhänder aus der Region Bern (57), amtete in der Folge sowohl als Stiftungsratspräsident wie auch als Geschäfts­führer. 2007 kaufte die Stiftung Schloss Salavaux in marodem Zustand – auf Drängen des Berner Treuhänders. Kostenpunkt: 2,3 Millionen Franken. Für den Umbau investierte die Stiftung weitere 6,7 Millionen Franken.

Es ist viel Geld in exklusives Mobiliar investiert worden. Nur das Beste war gut genug.

Für den Betrieb des Hotels gründete der Berner Treuhänder eine GmbH, die er auch selbst führte. Eine Vision für das An­wesen habe er bereits nach der ersten Besichtigung gehabt, sagte er 2010 gegenüber der Branchenzeitschrift «Hotelier»: die Vision eines romantischen Schloss­hotels. Es sei viel Geld in exklusives Mobiliar investiert worden, heisst es im Artikel weiter. «Nur das Beste ist gut genug.»

Zu dieser Zeit war ein Grossteil des Stiftungsvermögens im unrentablen Hotel angelegt. 91 aktiv Versicherte waren der Stylos per Ende 2009 angeschlossen – Neukunden wurden keine akquiriert.

Gericht verurteilt Treuhänder

Wollte der Berner Treuhänder seinen Verpflichtungen nachkommen, oder hat er sich den Traum des eigenen Hotels verwirklicht? Diese Frage stellte sich auch während der Verhandlung am Berner Wirtschaftsstrafgericht. Angeklagt war der Berner Treuhänder, weil er sich zu Unrecht zu hohe Honorare hatte auszahlen lassen.

Die Honorare verrechnete er sich unter anderem für die Aufsicht über die Baustelle während der Sanierung des Schlosses. Als Baubegleiter sei er lediglich tätig gewesen, damit seine Vision Realität würde, argumentierte der Staatsanwalt. Er habe lediglich die anfallenden Aufgaben übernommen, sagte der Treuhänder – alles in Absprache mit dem Stiftungsrat.

Der Beschuldigte habe die fehlende Kontrolle durch die anderen Stiftungsratsmitglieder ausgenutzt, kam die Richterin zum Schluss. Ihr Urteil von Anfang August: 15 Monate bedingt.

Aufsicht handelt zeitversetzt

Pensionskassen müssen Regeln einhalten. Beispielsweise darf nur ein Drittel des Kapitals in ­Immobilien angelegt werden. Ob sie sich an diese Bestimmungen halten, prüft jährlich die Revisionsstelle. Zusätzlich kontrolliert eine Stiftungsaufsicht die Vorsorgeeinrichtungen und deren Revisionsstellen. Im Kanton Bern ist dies die Bernische BVG- und Stiftungsaufsicht (BBSA).

«Das Kapital der Versicherten kann nur teilweise  gesichert werden.»Sprecherin der Berag AG

Doch wie kann eine Pensionskasse trotz Aufsicht praktisch ihr ganzes Kapital in eine Immobilie stecken? Das liege einerseits am zeitlichen Ablauf, erklärt Hansjörg Gurtner, Geschäftsleiter der BBSA. Beim Kauf vom Schloss ­habe die Stylos noch kein gesetzliches Limit verletzt. Überschritten wurde es erst durch die Sanierung – nachdem der Verkehrswert neu geschätzt wurde.

Andererseits habe es mit dem System der Aufsicht zu tun: «Wir üben eine repressive Aufsicht aus, nicht eine präventive», erklärt Gurtner. Wenn Fehler passieren, erfahre die BBSA unter Umständen erst anderthalb Jahre später davon. «Denn die Dokumente, die wir prüfen, erhalten wir grösstenteils erst sechs Monate nach Rechnungsabschluss.»

Stiftung erhält Weisungen

Im Fall der Stylos sei die Stiftungsaufsicht durch den Bericht der Revisionsstelle auf die Mängel aufmerksam geworden. Sie erteilte dem Stiftungsrat daraufhin die Weisung, die Mängel aufzuheben. Das Schloss sollte verkauft werden, der Berner Treuhänder schied aus dem Stiftungsrat aus, und die Geschäftsführung hat die externe Beraterfirma Berag AG übernommen.

Mittlerweile seien keine Firmen mehr der Sammelstiftung Stylos angeschlossen, sagt eine Sprecherin der Berag AG. Die Firmen hätten sich neue Vorsorgeeinrichtungen gesucht, und es seien Übernahmeverträge abgeschlossen worden.

Das Kapital der Versicherten konnte nur teilweise gesichert werden: Für einen Teil der Leistungen – insgesamt 5,3 Millionen Franken – stellte der Sicherheitsfonds Geld zur Verfügung. Er springt ein, wenn Pensionskassen zahlungsunfähig werden. Weitere 6,3 Millionen Franken sind zurzeit nicht gedeckt.

Mit dem Erlös aus dem Verkauf des Schlosses könnte ein Teil dieses Betrags gedeckt werden, erklärt die Sprecherin weiter. «Reichen wird das Geld jedoch nicht.» Denn mit den 6,4 Millionen Franken – der veranschlagte Preis für das Schloss – muss die Stylos zuerst den Vorschuss des Sicherheitsfonds zurückbezahlen.

Hotel wirbt mit Wanderung

Die Sammelstiftung Stylos ist in Liquidation. Der Berner Treuhänder ist als Geschäftsführer und Stiftungsrat aus der Stiftung ausgeschieden. Seine Firma, die das Hotel in Salavaux betrieb, ist längst liquidiert. Heute hält er sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser, wie er am Wirtschaftsstrafgericht sagte.

Das Hotel und das Restaurant im Schloss Salavaux sind in Betrieb. Die aktuellen Pächter werben mit einer romantischen Auszeit oder einer Wanderung entlang des Mont Vully. (Berner Zeitung)

Erstellt: 29.08.2018, 06:09 Uhr

29.8.2018

Das wünschen sich die Schweizer von ihrer Pensionskasse

Der demografische Wandel und die Niedrigzinsen setzen die Pensionskassen unter Druck. Seit Jahren suchen sie nach neuen Anlageformen. Doch was wünschen sich die Versicherten? Die Axa-Fondsgesellschaft hat zusammen mit den Meinungsforschern von gfs Zürich Schweizer PK-Versicherte über ihr Wissen zu ihrer eigenen Versicherung und zum Vorsorgesystem in der Schweiz befragt. 

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Demnach steigt das Interesse am Thema Vorsorge – vor allem bei jüngeren Schweizerinnen und Schweizern. Das zunehmende Interesse spiegelt sich allerdings nicht in ihren Kenntnissen über die eigene berufliche Vorsorge wider: Jeder Fünfte weiss nicht, bei welcher Pensionskasse er versichert ist. Dass gerade jüngere Menschen sich mehr für ihre Altersvorsorge freut Werner Rutsch, Leiter des institutionellen Geschäfts von AXA Investment Managers in der Schweiz. «Zweifellos wird das Thema Vorsorge weiter an Bedeutung gewinnen, und auch junge Leute werden sich vermehrt ihrer Pensionskasse widmen. Das bedeutet, dass automatisch genauer beobachtet werden wird, wie Vorsorgeeinrichtungen die Gelder der Versicherten investieren.»

Rentenkürzungen und höheres Rentenalter sind tabu

Die Studienteilnehmer wurden auch zu den anstehenden Reformen befragt. Die Politik arbeitet an der Zukunft der AHV – insbesondere seit der gescheiterten Rentenreform. Doch eine deutliche Mehrheit lehnt die Reformpläne wie Rentenkürzungen und ein höheres Rentenalter ab. Stattdessen wäre eine Mehrheit bereit, durch Steuervergünstigungen freiwillig zu sparen und vor dem 25. Lebensjahr in die Pensionskasse einzuzahlen.

Zwei Drittel der Befragten könnten sich sogar vorstellen, nach dem 65. Geburtstag freiwillig in Teilzeit zu arbeiten. Die Hälfte der Versicherten bevorzugen eine monatliche Rente als Auszahlungsvariante. In den vergangenen beiden Jahren hätte eine Mehrheit der Befragten sich das angesparte Rentenkapital eher auszahlen lassen.

Sicherheit vor hohen Renditen

Das gfs Zürich hat die Schweizerinnen und Schweizer auch gefragt, wie zufrieden sie mit ihrer Pensionskasse sind und welche Kriterien ihnen wichtig sind. Am wichtigsten ist den Befragten die Sicherheit des Kapitals noch vor hohen Renditen und einer guten Verzinsung. Auch verständliche Unterlagen und eine gute Beratung sind für die PK-Versicherten von Bedeutung.

Transparenz ist ebenso wichtig: Die meisten Befragten wollen, dass die Pensionskassen sie darüber informieren, wie ihr Geld angelegt wird. Sie wünschen sich, dass vor allem in sichere Anlagen investiert wird. Dabei sind Immobilien im Vergleich zu anderen Anlageklassen wie Aktien und Obligationen am beliebtesten.

Alternative Anlagen wie Rohstoffe halten die meisten Versicherten für zu unsicher oder sie haben ethische Bedenken. Wegen eines zu hohen Risikos lehnen viele Befragte auch Aktien ab. Neben der Sicherheit legen Schweizer Versicherte auch Wert auf sozial verantwortliche Investitionen und gesellschaftliche Ziele. Dafür würden sie auch Einbussen bei der Rendite hinnehmen.

29.8.2018

Pensionskassen sollen vor allem sicher anlegen – Umfrage GFS Bern

Die immer längere Lebenserwartung, niedrige Zinsen und mangelnde Reformen bringen das Schweizer Altersvorsorgesystem zunehmend in Schieflage. Welche Korrekturmassnahmen wären für die Schweizerinnen und Schweizer akzeptabel? 83% können sich nicht vorstellen, niedrigere Renten zu beziehen, und 70% wenden sich dagegen, länger zu arbeiten, um das Rentenniveau zu halten. Dies sind Ergebnisse der jährlichen Studie der Anlagegesellschaft Axa Investment Managers zum Wissensstand und zur Einstellung der Schweizer Bevölkerung zur beruflichen Vorsorge unter rund 700 Versicherten.

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Eine Ende Juli präsentierte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts GfS Bern hatte jüngst auf einen möglichen Meinungsumschwung beim Thema Rentenalter hingedeutet. Gemäss dieser äusserte sich eine Mehrheit der Befragten positiv zu einer Anhebung des Frauenrentenalters von 64 auf 65 Jahre – und zwar sowohl Frauen als auch Männer. Zudem gab eine knappe Mehrheit der Befragten an, sich vorstellen zu können, etwas länger zu arbeiten. Politische Vorstösse, das Rentenalter zu erhöhen, hatte das Schweizer Stimmvolk in den vergangenen Jahren mehrmals an der Urne abgelehnt.

Die Axa-Umfrage ergab derweil, dass die Befragten als politische Korrekturmassnahmen vorziehen, das freiwillige Sparen durch Steuervergünstigungen zu fördern. Dafür sprachen sich 81% der Befragten aus. Der Verband Vorsorge Schweiz (VVS) hat dazu den Vorschlag in die Debatte eingebracht, Bürger sollten die Möglichkeit zu Einkäufen in die Säule 3a erhalten – sie sollten also verpasste Möglichkeiten von Einzahlungen in die Säule 3a später wettmachen können. Als weitere Korrekturmöglichkeit, um das Rentenniveau zu halten, befürworteten in der Axa-Umfrage ausserdem drei Viertel der Befragten die Möglichkeit, schon vor dem 25. Lebensjahr in die berufliche Vorsorge einzuzahlen.

Angesichts der Herausforderungen und der spürbaren Konsequenzen gaben in der Umfrage 77% der Befragten an, sich grundsätzlich für das Thema Vorsorge zu interessieren. Trotzdem zeigte die Umfrage auch einmal mehr, dass 18% der Befragten nicht einmal wissen, bei welcher Pensionskasse sie versichert sind. Im vergangenen Jahr waren es allerdings 20% und 2016 sogar 27%.

Bei der Anlage der Vorsorgegelder wünschen sich viele Versicherte, dass die Pensionskassen dabei die Sicherheit grossschreiben. Für rund drei Viertel der Befragten ist Sicherheit hier sehr wichtig. Das Erzielen einer hohen Rendite steht indessen nur für 36% der Befragten im Vordergrund. Fast zwei Drittel wünschen sich laut der Umfrage, dass ihre Vorsorgeeinrichtung in sozial verantwortliche Anlagen investiert, auch wenn das möglicherweise mit einer niedrigeren Rendite verbunden wäre.

Bei den Anlagen für die eigene Vorsorgeeinrichtung haben die Befragten einen klaren Favoriten: Immobilien. 52% der Befragten gaben an, sie wünschten sich, dass ihre Pensionskasse am stärksten in Liegenschaften investiere. Bei Obligationen waren es nur 10%, bei Aktien 12 und bei alternativen Anlagen 13%. Bei Aktien und alternativen Anlagen nannten die Befragten als Hauptgrund für die Zurückhaltung jeweils, solche Investitionen seien unsicher und die Risiken zu hoch. Gegen Obligationen spricht laut den Befragten vor allem die geringe Rendite.

Offensichtlich blendeten viele Befragte aus, dass man mit Immobilien auch Geld verlieren könne, sagte Werner Rutsch von Axa Investment Managers bei der Präsentation der Studie, und wies auf die Immobilienkrise in der Schweiz in den neunziger Jahren hin. Blieben die Zinsen auf ihren sehr niedrigen Niveaus, könnten sich die Preise für Liegenschaften aber auch weiterhin gut entwickeln. Bei den Immobilienanlagen gaben 72% der Befragten an, die Pensionskassen sollten dabei gesellschaftliche Ziele verfolgen.

29.8.2018

Analyse zum Credit-Suisse-Jugendbarometer: Die gut gerüstete Generation

Jugendbefragungen sind eine wunderbare Sache. Es ist gut zu wissen, wie die nächsten Generationen denken, fühlen und was sie wollen. Und die Antworten, welche die Jugend im Credit Suisse Sorgenbarometer gibt, stimmen alles in allem hoffnungsvoll. Man geht in der Schweiz, in den USA, in Singapur, aber auch in Brasilien einigermassen zuversichtlich in die Zukunft. Dass sich die Jugend in der Schweiz Sorgen um die AHV macht, ist gleichzeitig verständlich, andererseits auch ein bisschen befremdlich. Wenn man schon in seinen Zwanzigern den Horizont so genau absteckt, dass man gleich ans Alter denkt – na, ja. Andererseits zeugt es auch vom Vertrauen, das unsere Institutionen – und die AHV ist in der Tat eine unserer wichtigsten – geniessen. Denn wie gross das Vertrauen in etwas ist, zeigt sich paradoxerweise gerade dort und dann, wenn es als nicht mehr völlig intakt wahrgenommen wird. Je eher ich mir Sorgen um die AHV mache, desto mehr vertraue ich darauf – oder habe ich vertraut –, dass sie auch funktioniert.

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Legen wir es uns so zurecht: Das AHV-/Rentenproblem ist eines, das man leicht durchschaut. Jeder kann rechnen oder wenigstens die Zusammenhänge sehen, wenn mehr Leistungen anfallen und weniger erwirtschaftet werden kann (bei der 2. Säule). Und die Jugend hält das Problem für politisch lösbar. So interpretieren es wenigstens die Leute, welche die Umfrage gemacht haben. Die Politiker sollen sich endlich zusammenreissen und sich bei einer Lösung finden! So schwer kann das doch nicht sein.

Die nächste Generation ist nicht Z, sondern die «Generation Hoffnung»

Die nächste Generation, aber auch ihre Nachfolger, das sind Individuen, so gut ausgebildet wie noch keine Generation vor ihr; sie ist im Zeitalter des Internets aufgewachsen, das heisst: sie hat die Möglichkeiten, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten zu erweitern und zu ergänzen wie keine Generation vor ihr. Noch nie war es so einfach, sich Kenntnisse und Informationen zu beschaffen. Und – so weit ich das beurteilen kann – sie hat auch die Reife und die Bereitschaft, sich dieser Möglichkeiten gezielt zu bedienen. Sie ist, auch wenn das einzugestehen für Ältere nicht ganz leicht ist, die bestausgerüstete Generation für die anstehenden Probleme.

Das ist die optimistische Seite der Medaille. Wir wissen alle, dass an die Jüngeren andere Anforderungen gestellt werden. Dass keine schönen Arbeitsbiografien mit automatischem Aufstieg mehr auf sie warten, sondern mehr oder weniger prekäre – oder wenn man will: flexible – Beschäftigungsverhältnisse; dass auch Bildung keine Aufstiegsgarantie mehr ist, sondern, weil sie vermehrt wurde, eine günstigere Ressource geworden ist, die auch weniger abwirft. Das Paradies wartet nicht auf diese Generation.

Wie tief – oder wie weit – reicht unser Bewusstsein?

Die entsprechenden Fragen wurden der Jugend im Rahmen des Jugendbarometers gestellt. Und die Jungen sehen ihre eigene Zukunft mehrheitlich «eher zuversichtlich» und die Zukunft der Gesellschaft mehrheitlich «gemischt, mal so, mal so». Die Jugend macht sich keine Illusionen, glaubt aber doch, damit zurechtzukommen.

Ausrüstung stimmt, Mentalität stimmt – und doch sind viele Unternehmen fehlgeschlagen, auch wenn die Voraussetzungen gestimmt haben. Was fehlt, ist oft Tiefe. Gedankliche Tiefe. Man hat sich geistig nicht genügend vorbereitet auf das, was da kommen könnte. Woran es mangelt, ist zeitliche Tiefe. «Die Entdeckung der Tiefenzeit» nannte Stephen Jay Gould sein Buch über das Erstaunen, dass die Erde eine Geschichte hat, die in Milliarden Jahren gemessen wird.

Unsere Zivilisation hat eine Geschichte von vielleicht 10 000 Jahren. Vor rund 6000 Jahren beobachtete man zum ersten Mal ein merkbares Wachstum der Bevölkerung. Die Römerzeit hob die Kurve um einen weiteren Hauch. Beide Hebungen sind praktisch unsichtbar, weil die Kurve seit rund 200 Jahren senkrecht nach oben steigt. Seit 200 Jahren leben wir in einem Wirtschaftssystem, das auf Wachstum beruht. Ohne Wachstum geht nichts, aber Wachstum geht nicht unendlich. Haben wir das begriffen? Wirklich? Wie weit reicht unser Bewusstsein? Bis zur Familie, bis zur Gruppe, bis zur Nation, bis zur Menschheit? Leider reicht das nicht. Es sollte auch die Biosphäre umfassen. Denn der Mensch, der nur an den Menschen denkt, ist definitiv zum Untergang verurteilt.

28.8.2018

Bâloise verbucht Gewinnrückgang wegen Umbau in Deutschland

Die Bâloise arbeitet daran, die Aktivitäten in Deutschland auf eine betriebswirtschaftlich gesunde Basis zu stellen und setzt dazu verstärkt auf Privat- und KMU-Kunden. Vom Umbau und erneuten Nachreservierungen im Haftpflichtgeschäft belastet, musste der Versicherer im ersten Halbjahr allerdings einen Gewinnrückgang hinnehmen.

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Um profitabler zu werden, setzen die Basler in Deutschland auf KMU- und Privatkunden und bauen gleichzeitig die Präsenz im Industriegeschäft ab. Man komme mit den Bemühungen gut voran und gewinne auf digitalen Kanälen und über Makler laufend Neukunden, sagte Konzernchef Gert De Winter an einer Telefonkonferenz. Allerdings beanspruche die Neuorientierung einiges an Zeit, ergänzte er.

Nachreservierungen belasten

Im Rahmen des Umbaus hat sich das Management dazu entschlossen, das deutsche Krankenhaus-Haftpflichtgeschäft zur Abwicklung zu isolieren und mit genügend Reserven auszustatten. Diese Aktion belastete das Gruppenergebnis mit 32,4 Millionen Franken und liess den Semestergewinn um 10 Prozent auf 270 Millionen abgleiten. Im deutschen Haftpflichtteil kam es bereits in der Vergangenheit zu kostspieligen Nachreservierungen.

Unter der Sanierung leidet in erster Linie die Sparte Nichtleben. Der in der Branche massgebende Schaden-Kosten-Satz verschlechterte sich um 4,4 Prozentpunkte auf 94,1 Prozent. Immerhin hätte die Bâloise ohne die Sondereffekte mit 91,1 Prozent einen Satz erreicht, der im Zielbereich von 90 bis 95 Prozent liegt, hiess es. Und auch in Deutschland liegt die bereinigte Kennzahl mit 96,4 Prozent auf Zielkurs (96-98%), obwohl die Kosten für die Winterstürme «Friederike» und Burglind« die Rechnung belasteten.

Gewinnsteigerung im Lebensgeschäft

Erfreulich entwickelte sich das Lebensgeschäft: Dank sich stabilisierenden Zinsen mussten hier die Reserven weniger stark als auch schon verstärkt werden. Davon habe insbesondere das belgische Geschäft profitiert, wo gar Reserven ergebniswirksam aufgelöst werden konnten. Das operative Ergebnis der Sparte kletterte daher um zwei Drittel in die Höhe auf 194 Millionen Franken.

Beim Zeichnen von traditionellen Lebensversicherungen üben sich die Basler im anhaltenden Tiefzinsumfeld aus Profitabilitätsgründen weiterhin in Zurückhaltung. Das gilt auch in der beruflichen Vorsorge, wo man sich nach dem Rückzug der Axa dem Vollversicherungsmodell unverändert verpflichtet fühle, so De Winter.

Insgesamt sank das Geschäftsvolumen der Bâloise in den Monaten Januar bis Juni um 3,6 Prozent auf 5,47 Milliarden Franken. Dabei stand dem Minus von beinahe 10 Prozent der Lebensversicherung ein Plus von gut 5 Prozent im Nichtlebengeschäft gegenüber. Die Wachstumstreiber sind da Belgien und Luxemburg mit je einem Plus von rund 14 Prozent.

Aktie unter Druck

Im Rahmen der »Simply Safe«-Strategie setzt die Bâloise unter anderem auch auf innovative Versicherungsangebote. »Im letzten halben Jahr haben wir jeden Monat mindestens ein neues innovatives Versicherungsprodukt auf den Markt gebracht, sind eine zukunftsträchtige Kooperation eingegangen oder haben eine Investition getätigt“, fasste Gert De Winter zusammen. Das Ziel, bis 2021 eine Million neue Kunden zu gewinnen, bleibe aber ambitiös.

An der Börse kam der über Erwarten starke Gewinnrückgang nicht gut an und liess den Aktienkurs bis am Mittag um 3,5 Prozent zurückfallen. Die Sanierung in Deutschland habe mehr gekostet als befürchtet, ansonsten entwickle sich das Geschäft solide, hiess es in Analystenkreisen. (ens/sda)

Erstellt: 28.08.2018, 12:41 Uhr

24.8.2018

Nur wer Risiken eingeht, erhält höhere Renten

ASIP-Studie: Zwei Ökonomen fordern mehr «Risikokultur» bei den Pensionskassen. Deren Verband ignoriert die Studie.

Warum sparen wir in der 2. Säule der Altersvorsorge noch an? Manch einer hat sich diese Frage gestellt, jetzt, wo das Sparkapital kaum noch Zinsen trägt und die versprochenen Renten der beruflichen Vorsorge (BVG) ab einem gewissen Lohnniveau gekürzt werden. Bis zu einem Viertel weniger ist für viele Versicherte im Überobligatorium Realität.

Der Pensionskassenverband Asip hat diese grundsätzliche Frage vorbildlich aufgegriffen, nämlich: Ist das Konzept aus den Achtzigerjahren effizient, dass jeder Berufstätige für sich anspart? Zwei berufene Finanzprofessoren, Heinz Zimmermann von der Uni Basel und Yvonne Seiler von der Hochschule Zug, beantworten die Frage auf zwei A4-Seiten. Die Studie heisst «Kapitalgedeckte Vorsorge im Nullzinsumfeld». Ihr Fazit? Ja, das System taugt, aber nur, wenn Bundesbern einiges korrigiert.

Die Pensionkassen investieren in Schuldpapiere, aber deren Zinserträge sind so tief, dass sie sich nicht lohnen.

Erstens: Die Pensionskassen sollten aufhören, in Schulden zu investieren. Heute halten sie zu einem beachtlichen Teil von Staaten garantierte Schuldpapiere und erwarten dafür risikolose Zinserträge. Doch diese sind so tief, dass sie sich nicht lohnen. Den 2.-Säule-Versicherten bescheren sie sinkende Renten, und die Wirtschaft hat nichts davon. Pensionskassen sollten stattdessen in Firmen, Infrastruktur und Immobilien investieren – und «nicht in risikolose Anlagen», sagen Seiler und Zimmermann.

Daraus leiten sie ihre zweite Forderung ab. Das Sicherheitsdenken der Pensionskassen müsse sich «hin zu einer Risikokultur bewegen». Anlegen erfordere Risikobereitschaft. Diese sei bei Versicherten und gewählten Pensionskassen-Stiftungsräten wenig ausgeprägt. Heute glaubten viele Berufstätige, dass das Geld in der beruflichen Vorsorge garantiert sei. So haben es ihnen Politiker jahrzehntelang vorgegaukelt. Die hohe Verzinsung von 3 bis 4 Prozent jährlich schien es quasi gratis zu geben. Das war ein Irrtum. Nur wer riskiert, kann höhere Renten erwarten.

Deshalb sollten BVG-Beitragszahler die Wahl haben zwischen weniger und mehr Risiko. Heute ist dies nicht der Fall. Das Kapital aller Versicherten einer Pensionskasse oder Sammelstiftung wird gleich angelegt (mit Ausnahme von Grossverdienern, die Sparpläne nutzen können). Das Kapital der Jungen haftet für das Alterskapital der heutigen und künftigen Rentner. Diese Solidargemeinschaft mehrerer Generationen, sagen Seiler und Zimmermann, bringe keine Mehrrendite. Salopp gesagt ist sie ein Renditekiller.

Keine Garantien mehr

Würde man es effizienter machen, könnten beispielsweise Berufseinsteiger während 40 Jahren Sparzeit stärker in lohnende Aktien anlegen statt in schwach rentierende Anleihen. Ihre Renten wären mit 65 viel höher, als dies heute der Fall ist. 60-Jährige hingegen würden weiterhin defensiv anlegen, um die Rente nicht zu gefährden.

Die 2. Säule garantiere keine Existenzminima. Politiker aber verlangen minimale Renten. Ein Widerspruch.

Die dritte Forderung der Finanzökonomen ist, von Garantien in der beruflichen Vorsorge wegzukommen. Kein Mindestzins und auch kein staatlich diktierter Rentenumwandlungssatz. Die 2. Säule könne keine Existenzminima garantieren. Politiker aber verlangen minimale Renten. Das sei ein grundsätzlicher Widerspruch. Laut Seiler und Zimmermann sollten sozialpolitische Ziele allein über die umlagefinanzierte Altersvorsorge erreicht werden. Die AHV oder Ergänzungsleistungen gehören dazu. Dort werden die Beiträge auf laufende Renten umgelegt.

Die Professoren schlagen als Alternative sogenannt variable Rentenmodelle vor, das heisst, dass Renten periodisch steigen oder sinken, je nach Rendite. Ein solches Modell haben nur wenige Firmen erprobt.

Die Skepsis der Bürger gegenüber Reformen erklären sich die Experten damit, dass «die Probleme unsichtbar» seien. Man wiege sich in falscher Sicherheit, weil 900 Milliarden angespart wurden und die milliardenschwere Umverteilung von Jung zu Alt «erst auf dem Papier sichtbar» ist. Deshalb seien Junge «wenig sensibilisiert über die effektive Belastung».

Solidarität wichtiger

Der Vorstand des Pensionskassenverbandes habe sich lange mit den Resultaten befasst, sagte Direktor Peter Konrad. Dennoch lehne man sie ab. Eine Solidarität über mehrere Generationen hinweg sei wichtig. Die Garantie der Jungen für das Kapital der Pensionäre sei «ein gewollter Risikotransfer». Auch eine Anlagewahlmöglichkeit lehnt der Verband ab. Sie käme einer Entsolidarisierung gleich. Ebenso verwirft er den Vorschlag, variable Renten zu propagieren.

Die Verluste will er mit einer Rentenaltererhöhung und einer Erhöhung der Sparbeiträge kompensieren, ähnlich wie mit der Altersreform, die vom Volk abgelehnt wurde. «Die Lösung wurde im Parlament schon diskutiert. Alles ist auf dem Tisch», sagte Asip-Präsident Jean Rémy Roulet, man müsse nicht allzu weit suchen. Derzeit beraten Arbeitgeber und Gewerkschaften über eine Lösung. Sie soll bis im Frühjahr erreichtwerden.
(Tages-Anzeiger)

ASIP-Studie: Zwei Ökonomen fordern mehr «Risikokultur» bei den Pensionskassen. Deren Verband ignoriert die Studie.

Warum sparen wir in der 2. Säule der Altersvorsorge noch an? Manch einer hat sich diese Frage gestellt, jetzt, wo das Sparkapital kaum noch Zinsen trägt und die versprochenen Renten der beruflichen Vorsorge (BVG) ab einem gewissen Lohnniveau gekürzt werden. Bis zu einem Viertel weniger ist für viele Versicherte im Überobligatorium Realität.

Der Pensionskassenverband Asip hat diese grundsätzliche Frage vorbildlich aufgegriffen, nämlich: Ist das Konzept aus den Achtzigerjahren effizient, dass jeder Berufstätige für sich anspart? Zwei berufene Finanzprofessoren, Heinz Zimmermann von der Uni Basel und Yvonne Seiler von der Hochschule Zug, beantworten die Frage auf zwei A4-Seiten. Die Studie heisst «Kapitalgedeckte Vorsorge im Nullzinsumfeld». Ihr Fazit? Ja, das System taugt, aber nur, wenn Bundesbern einiges korrigiert.

Die Pensionkassen investieren in Schuldpapiere, aber deren Zinserträge sind so tief, dass sie sich nicht lohnen.

Erstens: Die Pensionskassen sollten aufhören, in Schulden zu investieren. Heute halten sie zu einem beachtlichen Teil von Staaten garantierte Schuldpapiere und erwarten dafür risikolose Zinserträge. Doch diese sind so tief, dass sie sich nicht lohnen. Den 2.-Säule-Versicherten bescheren sie sinkende Renten, und die Wirtschaft hat nichts davon. Pensionskassen sollten stattdessen in Firmen, Infrastruktur und Immobilien investieren – und «nicht in risikolose Anlagen», sagen Seiler und Zimmermann.

Daraus leiten sie ihre zweite Forderung ab. Das Sicherheitsdenken der Pensionskassen müsse sich «hin zu einer Risikokultur bewegen». Anlegen erfordere Risikobereitschaft. Diese sei bei Versicherten und gewählten Pensionskassen-Stiftungsräten wenig ausgeprägt. Heute glaubten viele Berufstätige, dass das Geld in der beruflichen Vorsorge garantiert sei. So haben es ihnen Politiker jahrzehntelang vorgegaukelt. Die hohe Verzinsung von 3 bis 4 Prozent jährlich schien es quasi gratis zu geben. Das war ein Irrtum. Nur wer riskiert, kann höhere Renten erwarten.

Deshalb sollten BVG-Beitragszahler die Wahl haben zwischen weniger und mehr Risiko. Heute ist dies nicht der Fall. Das Kapital aller Versicherten einer Pensionskasse oder Sammelstiftung wird gleich angelegt (mit Ausnahme von Grossverdienern, die Sparpläne nutzen können). Das Kapital der Jungen haftet für das Alterskapital der heutigen und künftigen Rentner. Diese Solidargemeinschaft mehrerer Generationen, sagen Seiler und Zimmermann, bringe keine Mehrrendite. Salopp gesagt ist sie ein Renditekiller.

Keine Garantien mehr

Würde man es effizienter machen, könnten beispielsweise Berufseinsteiger während 40 Jahren Sparzeit stärker in lohnende Aktien anlegen statt in schwach rentierende Anleihen. Ihre Renten wären mit 65 viel höher, als dies heute der Fall ist. 60-Jährige hingegen würden weiterhin defensiv anlegen, um die Rente nicht zu gefährden.

Die 2. Säule garantiere keine Existenzminima. Politiker aber verlangen minimale Renten. Ein Widerspruch.

Die dritte Forderung der Finanzökonomen ist, von Garantien in der beruflichen Vorsorge wegzukommen. Kein Mindestzins und auch kein staatlich diktierter Rentenumwandlungssatz. Die 2. Säule könne keine Existenzminima garantieren. Politiker aber verlangen minimale Renten. Das sei ein grundsätzlicher Widerspruch. Laut Seiler und Zimmermann sollten sozialpolitische Ziele allein über die umlagefinanzierte Altersvorsorge erreicht werden. Die AHV oder Ergänzungsleistungen gehören dazu. Dort werden die Beiträge auf laufende Renten umgelegt.

Die Professoren schlagen als Alternative sogenannt variable Rentenmodelle vor, das heisst, dass Renten periodisch steigen oder sinken, je nach Rendite. Ein solches Modell haben nur wenige Firmen erprobt.

Die Skepsis der Bürger gegenüber Reformen erklären sich die Experten damit, dass «die Probleme unsichtbar» seien. Man wiege sich in falscher Sicherheit, weil 900 Milliarden angespart wurden und die milliardenschwere Umverteilung von Jung zu Alt «erst auf dem Papier sichtbar» ist. Deshalb seien Junge «wenig sensibilisiert über die effektive Belastung».

Solidarität wichtiger

Der Vorstand des Pensionskassenverbandes habe sich lange mit den Resultaten befasst, sagte Direktor Peter Konrad. Dennoch lehne man sie ab. Eine Solidarität über mehrere Generationen hinweg sei wichtig. Die Garantie der Jungen für das Kapital der Pensionäre sei «ein gewollter Risikotransfer». Auch eine Anlagewahlmöglichkeit lehnt der Verband ab. Sie käme einer Entsolidarisierung gleich. Ebenso verwirft er den Vorschlag, variable Renten zu propagieren.

Die Verluste will er mit einer Rentenaltererhöhung und einer Erhöhung der Sparbeiträge kompensieren, ähnlich wie mit der Altersreform, die vom Volk abgelehnt wurde. «Die Lösung wurde im Parlament schon diskutiert. Alles ist auf dem Tisch», sagte Asip-Präsident Jean Rémy Roulet, man müsse nicht allzu weit suchen. Derzeit beraten Arbeitgeber und Gewerkschaften über eine Lösung. Sie soll bis im Frühjahr erreichtwerden.
(Tages-Anzeiger)

23.8.2018

ASIP: Klares Zeichen seitens Politik und Sozialpartner für eine starke zweite …

Der Schweizerische Pensionskassenverband ASIP fordert eine rasche BVG-Revision, in der insbesondere der BVG-Umwandlungssatz endlich auf eine technisch korrekte Grösse gesenkt wird (Zeithorizont: 2021/22). Es geht insbesondere darum, die systemfremde Umverteilung von den aktiven Versicherten hin zu den Rentnern zu reduzieren. Gemäss OAK BV sind dies rund CHF 7.1 Mia. pro Jahr. Für die aktiven Versicherten und für die Stabilität sowie Akzeptanz des Systems ist diese Situation nicht länger haltbar. Für den ASIP, der die durch die Sozialpartner paritätisch geführten (teil-) autonomen Pensionskassen vertritt, ist daher die BVG-Revision ebenso dringlich wie die AHV-Revision.

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Zur Abfederung der Renteneinbussen (kurzfristige Kompensation) steht für den ASIP eine prozentuale Erhöhung des BVG-Altersguthabens im Fokus. Die Finanzierung soll dezentral erfolgen, d.h. innerhalb der einzelnen Pensionskassen und ohne aufwendigen Umweg über den Sicherheitsfonds. Mit einem solchen Vorgehen werden zusätzliche, systemfremde und unfaire Umverteilungen zwischen den Pensionskassen verhindert. Ausserdem ist diese Lösung kostengünstiger als eine zentrale Lösung über den Sicherheitsfonds.

Aus Sicht ASIP ist das Rentenalter für Frauen und Männer im Sinne einer raschen Angleichung bei 65 Jahren festzulegen und in einem zweiten Schritt eine politische Diskussion über eine allfällige Erhöhung zu führen.

Mittelfristig sind weitere Vorschläge, wie die Reduktion der Regulierungsdichte und Komplexität sowie die Entpolitisierung der Parameter unter Vorgabe eines sozialpolitischen Leistungsziels zu diskutieren. Es ist falsch, einen Umwandlungssatz auf Stufe Gesetz festzulegen, weil die massgebenden externen Faktoren wie Zinsniveau oder Demographie ebenfalls nicht durch die Politik beeinflusst werden können.

Der ASIP erwartet von den Sozialpartnern innerhalb der gesetzten Jahresfrist (bis März/ April 2019) einen Revisionsvorschlag für das BVG zuhanden des Parlamentes. In diesem Zusammenhang darf die Verknüpfung der Steuervorlage 17 mit der AHV nicht zu einer Verzögerung der BVG-Revision führen.

Die Positionen und Forderungen des ASIP werden unterstützt durch eine übergeornete, gesamtheitliche Betrachtung dreier Studien, die im Rahmen der Medienkonferenz durch deren Autoren vorgestellt wurden. Sie analysieren die Situation der zweiten Säule aus unterschiedlichen Blickwinkeln und enthalten wertvolle Informationen, u.a. bezüglich des wichtigen Stellenwertes der beruflichen Vorsorge (vgl. www.asip.ch/Aktuell/News). Dass darin auch andere Sichtweisen zu Wort kommen, liegt darin begründet, dass der ASIP als Fachverband auch die Aufgabe hat, unter Einbezug aller – nicht nur der ökonomischen – Faktoren eine Auslegeordnung zu machen. Für den ASIP sind zur langfristigen Sicherung der zweiten Säule folgende Punkte wichtig:

   - ein langfristig ausgerichtetes, vielfältig strukturiertes 
     Vorsorgesystem
   - faire, generationengerechte Vorsorgelösungen
   - ökonomisch realistisch definierte Leistungsziele (Abbau/ 
     Reduktion der ungewollten Umverteilung)
   - einfache, praxistaugliche Vorsorgelösungen
   - sozialpartnerschaftlich und dezentral geführte PK sowie
   - eigenverantwortlich handelnde, gut ausgebildete Führungsorgane. 

ASIP-Präsident Jean Rémy Roulet fordert daher Politik und Sozialpartner auf, ein klares Zeichen für eine starke zweite Säule zu setzen. Der ASIP fokussiert sich im Rahmen dieses Prozesses auf fachliche Inputs und das Aufzeigen der Konsequenzen vorgeschlagener politischer Massnahmen für die Pensionskassen und die Versicherten. Gleichzeitig achtet er darauf, dass die Massnahmen im Vollzug auch mit vertretbarem Aufwand umgesetzt werden können.

Der Schweizerische Pensionskassenverband ASIP mit Sitz in Zürich ist der Dachverband für rund 930 Pensionskassen. Er vertritt über die Mitglieder rund zwei Drittel der Versicherten in der beruflichen Vorsorge sowie ein Vorsorgevermögen von über CHF 550 Mia. Der ASIP bezweckt die Erhaltung und Förderung der beruflichen Vorsorge auf freiheitlicher und dezentraler Basis und setzt sich für das Drei-Säulen-Konzept in ausgewogener Gewichtung ein.

Kontakt:

Jean Rémy Roulet, Präsident (Genf),
Telefon + 41 22 949 19 19
Hanspeter Konrad, Direktor
Telefon +41 43 243 74 15
E-Mail konrad@asip.ch
ASIP, Kreuzstrasse 26, CH-8008 Zürich

http://www.asip.ch
http://twitter.com/pensionskassen

 

21.8.2018

Wohin mit den 50 Milliarden PK-Geldern, die einfach so brachliegen?

Mehr als 50 Milliarden Franken Spargelder der beruflichen Vorsorge sind auf einem gesperrten Bankkonto geparkt – das sind 6 Prozent aller Pensionsvermögen. Es sind Guthaben der zweiten Säule, die von der Pensionskasse wegen Unterbruchs der Erwerbstätigkeit der versicherten Person ausgesondert wurden. Auf diesen Geldern besteht kein Anspruch auf den BVG-Mindestzins und auch nicht auf eine spätere Rente.

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Die meisten Banken bieten für solche Sperrkonten derzeit höchstens 0,2 Prozent Jahreszins. Die Pensionskassen haben jedoch den gewöhnlichen Vorsorgegeldern in den Jahren 2014 bis 2017 gemäss neuester Swisscanto-Umfrage jährlich 1,7 bis 2,5 Prozent Zins gutgeschrieben.

Zum Zinsnachteil kommt hinzu, dass bei unterbrochener oder reduzierter Erwerbstätigkeit keine oder nur mehr geringe weitere Geldeinlagen entstehen. Das ausgesonderte Freizügigkeitsgeld stagniert, weshalb das ursprünglich angepeilte Vorsorgeziel illusorisch wird.

Besser Aktien als nur Konto allein

Das Freizügigkeitsgesetz gilt seit 1995 und besagt, dass austretende Mitarbeitende vollen Anspruch auf das in der betriebseigenen Pensionskasse Gesparte haben. Diese Freizügigkeit muss jedoch als separiertes Vorsorgegeld bestehen bleiben. Es ist bei Aufnahme einer nächsten Erwerbstätigkeit als Starteinlage auf das eigene Konto in der Vorsorgeeinrichtung des neuen Arbeitgebers einzuzahlen.

Die Berechtigten von Freizügigkeitsgeldern halten über 80 Prozent der Beträge in Kontoform, sagt Beat Bühlmann vom Vorsorgedienstleister Finpension: «Dabei beträgt die Haltedauer solcher Gelder oft mehrere Jahre und eine Anlage in Wertschriften über kollektive Investments ist erlaubt.» Es gelten dafür dieselben Regeln wie für das Vorsorgesparen 3a: der Aktienanteil darf bis 50 Prozent des Vermögens betragen, toleriert sind bis 80 Prozent, wenn entsprechende Risikofähigkeit ausgewiesen ist, bspw. bei Alter unter fünfzig Jahren oder wenn substanzielle weitere private Vermögensteile bestehen.

Die geringe Nutzung von Wertschriftenlösungen für die gesperrten Gelder führt Bühlmann auf mangelhafte Information und auf überteuerte Angebote zurück: «Viele Vorsorgefonds belasten jährlich rund 1,2 Prozent Gesamtkosten, obschon bei den Institutionen der beruflichen Vorsorge die Vermögensverwaltungskosten über die vergangenen Jahre deutlich verringert wurden.»

Finpension arbeite daran, Wertschrifteninvestments zu einer Gebühr von jährlich weniger als 0,5 Prozent des Vermögens anzubieten. Auf den Geldern der Pensionskassen fielen 2017 im Medianwert 0,44 Prozent Gebühren an.

Ein Bericht der Eidgenössischen Finanzkontrolle aus dem Jahr 2016 belegt, dass die Summe der Freizügigkeitsgelder im Zeitraum 2007 bis 2013 von 30 Milliarden Franken auf knapp 50 Milliarden Franken gestiegen ist. Der Verein Vorsorge Schweiz, in dem die Anbieter von Vorsorgelösungen organisiert sind, schätzt das Volumen per Ende 2017 auf 52 Milliarden Franken Das übertrifft bei weitem das gesamte Vermögen der staatlichen ersten Vorsorgesäule (AHV/IV/ EO) von zuletzt 37 Milliarden Franken und ist rund halb so viel wie auf 3a-Konten und -Depots liegt.

Gelder der schweizerischen Altersvorsorge

 

Wichtigste Anbieterin ist die Stiftung Auffangeinrichtung BVG. Sie führt rund 1,1 Millionen Freizügigkeitskonten mit einer Summe von 10,2 Milliarden Franken per Ende 2017. Im vergangenen Jahr waren nach 2,2 Milliarden Franken Zufluss und 1,2 Milliarden Franken Geldrückzügen netto 1 Milliarden Franken dazugekommen. Geschäftsführer Marc Gamba bemerkt dazu auf Anfrage, Pensionskassen würden den Geldanspruch ausgetretener Versicherter rascher als früher aus ihrer Bilanz entfernen und auszahlen – wohl wegen Negativzinsen auf dem Bankkontokorrent.

Rund zwei Drittel der Freizügigkeitskonten bei der Auffangeinrichtung sind ohne aktuelle Kontaktadresse, davon 80 Prozent mit einem Saldo unter 5000 Franken Die Namen der Begünstigten und ihre AHV-Nummer sind der Auffangeinrichtung bekannt und werden der Zentralstelle zweite Säule in Bern gemeldet, wo sich jede Person über allfällig gestrandete Guthaben erkundigen kann.

Wenn die neue Pensionskasse ablehnt

Dass Vorsorgegeld länger oder gar dauerhaft nicht in einer Pensionskasse platziert werden kann, hängt nicht nur mit der im Alter 50+ tendenziell länger dauernden Erwerbslosigkeit zusammen. Wenn in einem neuen Job das Salär niedriger als zuvor oder der Beschäftigungsgrad reduziert ist, lässt sich nicht immer die gesamte Freizügigkeit in die neue PK einbringen. Deren Reglement bestimmt nämlich, wie hoch das Vorsorgeguthaben ausgehend von Salär und Alter höchstens sein darf.

Helfen kann in einer solchen Konstellation eine Umschichtung vom Freizügigkeitskonto auf Wertschriftenanlagen, die zur eigenen Risikofähigkeit passen. Die Alternative ist, mit dem blockierten Vorsorgegeld Hypotheken auf selbst genutztem Wohneigentum abzuzahlen. Ein Barbezug des Freizügigkeitsgelds ist frühestens ab Alter 60 für Männer und Alter 64 für Frauen erlaubt.

Fakten zum Thema Freizügigkeit

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Kaum Rendite auf Freizügigkeitskonten

Den Menschen in der Schweiz gehören 1000 Milliarden Franken Vorsorgegeld. Davon liegen insgesamt 850 Milliarden Franken bei den Pensionskassen. Rund 150 Milliarden Franken Vorsorgegeld steckt auf gesperrten Konten und Depots; etwa 100 Milliarden Franken in der Vorsorgesäule 3a, weitere rund 50 Milliarden Franken auf Freizügigkeitskonten. Die jährliche Verzinsung dieser Kategorien klafft dabei weit auseinander.

In den zurückliegenden Jahren hat sich besonders jenes Vorsorgevermögen lukrativ entwickelt, das in den Pensionskassen steckt: Die Erwerbstätigen haben letztes Jahr im Schnitt 2,5 Prozent Zins erhalten, wie die ZKB-Tochtergesellschaft Swisscanto im Frühling in einer Umfrage erhoben hat. In den Jahren zuvor lag der Mittelwert der Zinsgutschriften zwischen 1,7 und 2,6 Prozent.

Bei den gesperrten Geldern kann die Performance stärker variieren, denn die Kontoinhaber dürfen verschiedene Formen von Wertschrifteninvestments wählen. Mehr als drei Viertel der gesamten Geldsumme liegt allerdings auf schlecht rentierenden Bank- und Versicherungskonten, wie der Verein Vorsorge Schweiz ermittelt hat. In ihm sind die Anbieter von Vorsorgekonten organisiert.

Wertschriftenanlagen können Nerven belasten

Auf 3a- und Freizügigkeitskonten zahlen die meisten Geldinstitute derzeit Zinsen von höchstens 0,2 Prozent – mehr bieten nur ganz wenige, oft nur lokal tätige Banken. Diversifizierte Wertschriftenanlagen mit Aktien und Anleihen versprechen über den Mehrjahreszeitraum eine kräftigere Rendite. Allerdings müssen dann entsprechende Wertschwankungen und zeitweilige Börsenkorrekturen nervlich ausgehalten werden können.

Wer sein 3a-Vermögen – und gegebenenfalls auch den längere Zeit blockiert bleibenden Teil des Freizügigkeitsguthabens – analog zur Anlagestrategie der Pensionskassen investiert hat, erreichte in den vergangenen Jahren Performances zwischen –0,6 Prozent im Jahr 2011 und +8,1 Prozent im zurückliegenden Jahr. Seit Beginn des laufenden Jahres haben die Pensionskassenportefeuilles, die im Schnitt zu rund 30 Prozent in Aktien und knapp 25 Prozent in Immobilien investiert sind, etwa ein halbes Prozent eingebüsst. Die Aufwärtsbewegung der Aktienbörse im Juli hat das Jahresmanko wettgemacht. Und längst ist noch nicht Ende Jahr. (Finanz und Wirtschaft)

Erstellt: 16.08.2018, 18:32 Uhr

17.8.2018

Teilzeitarbeit wird zur Vorsorgefalle

Ich arbeite schon seit einigen Jahren Teilzeit mit mehreren Jobs, weil ich neben der Arbeit noch andere Dinge pflegen möchte, die mir wichtig sind, und weil ich viel Musik mache. Auch wenn ich nicht oft ans Alter denke, frage ich mich: Habe ich wegen der Teilzeitarbeit Nachteile im Alter? U.J.

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Ja. Teilzeit zu arbeiten, ist in und dürfte in den nächsten Jahren noch weiter stark an Bedeutung gewinnen. Gerade viele Männer und Frauen aus der jüngeren Generation können sich heute nicht mehr vorstellen, jederzeit hundert Prozent zu arbeiten.

Viele Paare teilen sich heute die Betreuung der Kinder. Alte Rollenbilder verlieren an Bedeutung. Und viele Menschen, auch ohne Kinder, möchten so wie Sie ein für sie wichtiges Hobby intensiv betreiben und auch sonst mehr Zeit für sich selbst haben.

Teilzeit zu arbeiten, hat neben der positiven Seite, dass man mehr Freizeit für andere Interessen hat, in der Regel zwei Nachteile: Man hat weniger Geld für seinen Lebensunterhalt zur Verfügung und kann weniger für seine Altersvorsorge sparen.

Der erste Aspekt ist meist kein Problem: Wer Teilzeit arbeitet, nimmt oft bewusst ein tieferes Einkommen in Kauf und kompensiert dies mit der in seinem Empfinden gewonnenen Lebensqualität.

Heikel ist indes der zweite Aspekt: die Altersvorsorge. Das aufgrund der Teilzeitarbeit geringere Einkommen führt zwangsläufig dazu, dass man in der beruflichen Altersvorsorge deutlich weniger sparen kann.

Viele Teilzeitarbeiter wie Sie, die mehrere Kleinpensen haben, riskieren, bei der Pensionskasse durch die Masche zu fallen. Denn die Eintrittsschwelle bei der zweiten Säule – also bei der Pensionskasse – liegt bei 21’150 Franken.

Wenn man mit seinem Teilzeitpensum bei einem einzelnen Job weniger verdient, wird man nicht in die Pensionskasse aufgenommen. Wenn man aber wie Sie mehrere Teilzeitjobs mit Kleinstpensen hat, aber doch gesamthaft einen Lohn über der Schwelle erwirtschaftet, kann man sich freiwillig versichern und auch die übrigen Jobs einbinden.

Möglich ist dies bei der Kasse von einem Ihrer Arbeitgeber oder aber bei der Stiftung Auffangeinrichtung. Die Stiftung Auffangeinrichtung BVG ist eine nationale Vorsorgeeinrichtung und wirkt im Auftrag des Bundes als Auffangbecken und Sicherheitsnetz der zweiten Säule.

Als einzige Pensionskasse in der Schweiz nimmt sie ausnahmslos jeden anschlusswilligen Arbeitgeber und jede anschlusswillige Einzelperson auf, vorausgesetzt, dass die gesetzlichen Bedingungen erfüllt sind.

Selbst wenn jemand bereits über der Eintrittsschwelle liegt und damit einer Pensionskasse angehört, führt der Koordinationsabzug dazu, dass bei Teilzeitarbeitern oft nur wenig Einkommen über die Pensionskasse versichert ist.

Die Vorsorge über die Pensionskasse ist besonders wichtig, weil Sie im Rahmen der zweiten Säule nicht nur allein fürs Alter sparen, sondern auch die Arbeitgeber Beiträge leisten müssen. Wenn Sie dies nicht nutzen, verzichten Sie faktisch auf einen zusätzlichen Lohnbestandteil.

Sobald Sie sich freiwillig versichert haben und auch die anderen Pensen miteinschliessen, müssen auch die Arbeitgeber Beiträge leisten. Auch der wichtige Risikoschutz ist bei Teilzeitarbeitern meist tief.

Ich rate Ihnen, sich von der für Sie zuständigen Pensionskasse oder Ihrer Versicherung oder Bank über Ihre Möglichkeiten beraten zu lassen. Jedenfalls ist es ein fataler Fehler, wenn man sich über Jahre hinweg nicht um seine Altersvorsorge kümmert. Dann fehlen Ihnen im Alter nicht nur all die Beiträge von Ihnen und Ihren Arbeitgebern, sondern auch die Rendite, welche über all die Jahre auf dem Vorsorgegeld zusätzlich angespart würde.

Gerade wer Teilzeit arbeitet, sollte seine Vorsorgesituation genau prüfen und mögliche Lücken füllen.

Zusätzlich zur zu prüfenden freiwilligen Versicherung in der zweiten Säule rate ich Ihnen, möglichst auch eine steuerbegünstigte Säule 3a aufzubauen, damit Sie Ihre Altersvorsorge zusätzlich etwas aufbessern können.

Welche Massnahmen in Ihrem Fall wirklich sinnvoll sind, muss eine detaillierte Abklärung anhand Ihrer konkreten Lebenssituation und Ihrer Einkommen mit einem Vorsorgeberater zeigen.

Gerade wenn Sie Teilzeit arbeiten, sollten Sie erst recht die Zeit für eine solche Abklärung investieren.

12.4.2018

Wie Axa-Versicherte bessere Pensionskassen finden

Gestern dominierten die Negativschlagzeilen. Der Versicherer Axa lasse mit seinem Ausstieg aus der Vollversicherung der zweiten Säule 400’000 Versicherten im Regen stehen. Auf die Patrons von 40’000 kleinen und mittelgrossen Betrieben (KMU) würden er­hebliche Risiken überwälzt. Ein Experte vom «Blick» war gar der Ansicht, dass «nun Ende Jahr böse Überraschungen auf die Firmen zukommen» könnten, weil sie allenfalls für Unterdeckungen aufkommen müssen.
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Diesem Pessimismus tritt Sergio Bortolin, Präsident des Verbandes Inter-Pension der unabhängigen Pensionskassen, entgegen. «Das Gegenteil ist der Fall», sagt er. Die weit bessere Alternative für KMU in der zweiten Säule sei der Anschluss bei einer unabhängigen Pensionskasse. Höhere Erträge, tiefere Prämien, tiefere Kosten und komfortable Risikopolster seien ihre Vorteile. Autonome Pensionskassen sind weit verbreitet. Bortolin vertritt vierzig Kassen, die 1,15 Millionen Angestellte versichern und 142 Milliarden Pensionskapital verwalten – ein Siebtel der zweiten Säule.

Bekannte solche Kassen sind Asga, Vita, Nest, Abendrot, Profond, Swisscanto, PKG, Noventus und Gastrosocial. Die Asga gibt es seit über fünfzig Jahren und versichert ähnlich wie die Axa KMU, 12’000 an der Zahl mit rund 120’000 Versicherten. Ähnlich gross ist die Vita-Sammelstiftung. Sie wurde vor fünfzehn ­Jahren vom Versicherer Zurich ab­gespalten. Gastrosocial ist ein prominentes Beispiel einer Branchenpensionskasse von 20’000 Wirten und Hoteliers mit 174’000 Versicherten. Die meisten dieser Pensionskassen sind erfolgreich unterwegs.

Tiefere Kosten, höhere Renten

Wenn die Axa ihren Kunden also vorschlägt, ab 2019 der neuen, unabhängigen Axa-Sammelstiftung beizutreten, können sie den Wettbewerb spielen lassen. Versicherungsbroker reissen sich um solche Firmen. Das jährliche im Juni erscheinende Pensionskassenrating der «SonntagsZeitung» zeigt die attraktivsten Kassen. Welche Vorteile erwarten Versicherte im Vergleich zu den Vollversicherungspolicen von Swisslife, Basler, Helvetia, Al­lianz oder Pax? Bortolin hebt drei Punkte hervor:

  • Höhere Verzinsung: Vollversicherungen sind wegen anhaltend tiefer Zinsen unter Druck, weil sie zwei Drittel ihres Kapitals auf meist schwach rentierende Ob­ligationen setzen. Unabhängige Pensionskassen legen viel mehr in Aktien und weniger in Obligationen an. Ihre Versicherten können erwarten, dass die Erträge in guten Börsenjahren viel stärker steigen und dem Alterskapital regelmässig höhere Zinsen gutgeschrieben werden. Die durchschnittliche Verzinsung unabhängiger Pensionskassen ist derzeit doppelt so hoch oder höher im Vergleich zu vollversicherten Sammelstiftungen (2 Prozent und mehr statt 1 Prozent). Wer 50’000 Franken angespart hat, erhält jährlich mehr als 1000 statt 500 Franken Zins gutgeschrieben.
  • Tiefere Risikoprämien: Versicherte von unabhängigen Sammelstiftungen können um mindestens ein Drittel tiefere Risikoprämien erwarten.
  • Tiefere Verwaltungskosten: Versicherte von unabhängigen Sammelstiftungen können mit viel tieferen Verwaltungskosten rechnen als bei Vollversicherungen. Ein Beispiel ist Gastrosocial. Dort betragen die Kosten 66 Franken, während die durchschnittlichen Verwaltungskosten von Vollversicherern im Schnitt 247 Franken betragen (Basis 2016). Die Differenz kommt Gastrosocial-Versicherten zugute.

«All diese Unterschiede können kumuliert nach vierzig Jahren Alterspaaren gut und gern ein Drittel der Rente ausmachen, je nach Lohnhöhe», sagt Bortolin. Versicherte von unabhängigen Kassen dürfen mit deutlich höheren Renten rechnen als solche von Versicherern.

Kurze Unterdeckung

Lebensversicherer kontern, ihre Vollversicherungen böten die absolute Garantie für Renten, auch in Krisenjahren. Arbeitgeber und Versicherte riskierten nichts. Bortolin entgegnet: «Die Wahrscheinlichkeit, dass Firmen von unabhängigen Pensionskassen Sanierungsbeiträge leisten müssen, ist sehr klein, denn die Risikopolster sind oft hoch.» Sie heissen Schwankungsreserven. Jede unabhängige Kasse hat solche. Bei Gastrosocial beträgt sie momentan ein Fünftel des ver­sprochenen Alterskapitals, bei der Asga 12 Prozent.

Ein Indiz, wie gut unabhängige Pensionskassen eine tiefe Börsenkrise durchstehen, zeigte das Jahr 2008. Damals rutschten die allermeisten Kassen in Unter­deckung. Das heisst, sie hatten weniger Geld in ihren Büchern, als den Versicherten versprochen worden war. Doch bei vielen Kassen dauerte diese Unterdeckung nur einige Monate. Dann stiegen die Börsenkurse wieder an, die Kapitalien erholten sich.

Das Risiko in der Finanzkrise

Die Asga, als Beispiel, war nur vier Monate in Unterdeckung, Gastrosocial kürzer als ein Jahr. ­Einzig die stark in Aktien in­vestierte Profond erwischte es jahrelang, doch ohne Folgen. ­Profond hat heute Reserven von 12 Prozent. «Unter unseren Mitgliedern sind mir keine Fälle bekannt, wo Versicherte einer autonomen Sammelstiftung Sanierungsbeiträge wegen Börsenverlusten der Finanzkrise leisteten», sagt Bortolin.

Hingegen sprach man damals in Bundesbern darüber, dass einzelne, systemrelevante Lebensversicherer in Probleme geraten waren. Auch sie retteten sich vor allem, weil sich die Börsen er­holten.

Quelle: Tages Anzeiger
12.04.2018

12.4.2018

Schweizerischer Baumeisterverband: Frühzeitiger Altersrücktritt ab 60 auf dem Bau gefährdet – Baumeister verabschieden Resolution für eine zukunftsfähige Sanierung des GAV FAR

Weil die demografische Entwicklung unterschätzt wurde, ist die Finanzierung der Frührenten ab 60 auf dem Bau in Frage gestellt. Die Präsidentenkonferenz des Schweizerischen Baumeisterverbands (SBV) hat deshalb am Mittwoch in Bern die «Resolution zukunftsfähige Sanierung des GAV FAR» verabschiedet. Die Baumeister bekennen sich zum frühzeitigen Altersrücktritt FAR im Bauhauptgewerbe mit 60 und sind bereit, im heutigen Umfang auch künftig für die Finanzierung eine grosse Last zu tragen. Gleichzeitig verurteilen sie die gefährliche Blockadehaltung der Gewerkschaften, die eine nachhaltige Sanierung in der Stiftung FAR verhindert.
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Die Sektionspräsidenten des Schweizerischen Baumeisterverbands bekennen sich zum flexiblen frühzeitigen Altersrücktritt im Bauhauptgewerbe. Heute können sich Bauarbeiter ab 60 pensionieren lassen. Finanziert werden diese Übergangsrenten bis zur ordentlichen Pensionierung über die Stiftung FAR, wobei die finanzielle Hauptlast seitens der Arbeitgeber getragen wird.

Echte Sanierung anstatt nicht finanzierbare Pflästerlipolitik

Bereits 2016 geriet die Frühpensionierung im Bau finanziell in Schieflage. Damals wurden die Beiträge auf insgesamt 7 Lohnprozente erhöht. 5,5 Prozente tragen die Arbeitgeber, 1,5 Prozente die Arbeitnehmer. Diese erste Sanierungsmassnahme zeigte nicht die erwünschten Wirkungen. Kaum zwei Jahre später weist die Stiftung mit lediglich 92 Prozent immer noch eine Unterdeckung aus. Um die Frühpensionierung im Bau retten zu können, braucht es jetzt echte leistungsseitige Sanierungsmassnahmen. Konkrete Vorschläge, bei denen das Rentenalter 60 beibehalten werden kann, liegen dem Stiftungsrat FAR vor, der die Sanierungsmassnahmen beschliessen muss.

Gewerkschaften blockieren Sanierung und gefährden FAR

Die FAR-Übergangsrenten liegen heute bis 20 Prozent über den staatlichen Renten von AHV und BVG, wie sie ab Alter 65 ausbezahlt werden. Die AHV und die berufliche Vorsorge stehen vor grossen Herausforderungen. Der demografische Wandel wirkt bei den Frührenten auf dem Bau bereits fünf Jahre früher als bei den staatlichen Vorsorgewerken. Es muss dringend leistungsseitig gehandelt werden. Weitere Beitragserhöhungen lösen das Problem nicht und werden von den Sektionspräsidenten klar abgelehnt.

Absolut kein Verständnis haben die Sektionspräsidenten des Schweizerischen Baumeisterverbands für die Blockadehaltung der Gewerkschaften, die seit Monaten die dringend notwendigen Sanierungsmassnahmen in der Stiftung FAR verhindern. Sie spielen auf dem Buckel der Bauarbeiter ein unehrliches Spiel und missbrauchen die finanzielle Schieflage bei der Frühpensionierung, um Stimmung zu machen und sich für die 2018 anstehenden LMV-Verhandlungen zu positionieren. Der Schweizerische Baumeisterverband verurteilt dieses unlautere Taktieren und fordert die Gewerkschaften auf, den frühzeitigen flexiblen Altersrücktritt im Bau nicht länger zu gefährden.

Die «Resolution zukunftsfähige Sanierung des GAV FAR» im Wortlaut: http://ots.ch/ZTwUQQ (PDF)

Kontakt:

Gian-Luca Lardi, Zentralpräsident SBV
Tel.: +41/79/226’19’64
E-Mail: gllardi@baumeister.ch

Benedikt Koch, Direktor SBV
Tel.: +41/79/622’09’40
E-Mail: bkoch@baumeister.ch

 

11.4.2018

Swiss Life-Chef Patrick Frost erhält etwas kleineres Salär

Mit den Aufwendungen für die berufliche Vorsorge kommt Frost, der im vergangenen Jahr wegen einer Krebserkrankung ein paar Monate pausieren musste, auf 2,3 Millionen Franken. Inklusive der aufgeschobenen Vergütungen (sogenannte RSU) ergeben sich 3,4 Millionen Franken.

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Im Vorjahr hatte Frost 2,4 Millionen Franken respektive 3,8 Millionen Franken inklusive aufgeschobene Vergütungen erhalten. Der Basislohn blieb mit 1,5 Millionen Franken konstant.

Die übrigen Konzernleitungsmitglieder erhielten zusammen fast 11 Millionen Franken. In die sieben Saläre eingerechnet sind Steuerausgleichszahlungen, Reisekosten, Geschäftsautos, Prämienbeiträge an die 3. Säule und Kinderzulagen.

Swiss Life-Verwaltungsratspräsident Rolf Dörig erhielt einen Gesamtbetrag (bar und Aktien) von 1,2 Millionen Franken.

Mit der Veröffentlichung der Geschäftsberichte von börsenkotierten Unternehmen werden jeweils auch die Gehälter der Führungsspitzen öffentlich. Mit mehreren Millionen belohnt werden traditionell die Chefs der Grossbanken und der Pharma-Grossunternehmen.

Swiss Life zählt im Vergleich dazu zu den moderaten Vergütern. Der Chef des Versicherungskonzerns Zurich, Mario Greco, hat beispielsweise 8,6 Millionen Franken bezogen.

(sda)

11.4.2018

BVG-Vollversicherung nicht passé

Nach dem Rückzug von Axa Schweiz aus dem Geschäft mit der BVG-Vollversicherung verbleiben nur noch fünf Anbieter, nämlich Swiss Life, Allianz Suisse, Helvetia, Bâloise und Pax. Einhellig haben diese als Reaktion auf den Axa-Wechsel zu teilautonomen Sammelstiftungen bekanntgegeben, das ganze Sortiment weiterhin anzubieten. Allianz Suisse teilt mit, die Vollversicherung sei ein wichtiger Pfeiler ihres Kollektiv-Leben-Geschäfts. Derzeit sei kein Rückzug geplant. Allianz Suisse betreut 13 600 KMU mit 147 000 Versicherten. Da der Konzern in München ähnlich wie Axa in Paris eine Konzernstrategie verfolgt, war eine solche Zusicherung nicht zum Vorneherein gegeben. Die Eigenkapitalrenditen bewegen sich für alle Schweizer Lebensversicherer im BVG-Geschäft seit einigen Jahren im einstelligen Prozentbereich, wobei der Trend wegen der schwierigen Zinslage nach unten weist.

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Allianz Suisse fordert die Politik auf, raschestmöglich neue Lösungsvorschläge zu erarbeiten, welche die Senkung des zu hohen obligatorischen Umwandlungssatzes und des Garantiezinses im Obligatorium zum Ziel haben. Axa hat am Dienstag klar aufgezeigt, dass ein steigender Anteil des Anlageerfolgs zum Stopfen von Löchern wegen der übersetzten gesetzlichen Leistungsvorgaben eingesetzt werden muss. Laufend müssen Renten nachfinanziert und Gelder für übersetzte Leistungen für Neurentner abgezweigt werden. Diese Problematik wird sich wegen des Eintritts der Babyboomer ins Rentenalter verschärfen.

Fehlt nur noch, dass wegen turbulenter Finanzmärkte die Anlagerendite im Laufe des Jahres ins Minus dreht. Es sei, so schreibt Allianz Suisse weiter, im Interesse vor allem der Versicherten, dass die verbleibenden Anbieter von BVG-Vollversicherungen ihr Geschäft in der Zukunft nachhaltig betreiben könnten.

Swiss Life, Helvetia und Bâloise gaben schon am Dienstag bekannt, zur BVG-Vollversicherung zu stehen. Allerdings wurde auf eine zurückhaltende Zeichnungspolitik bei der Aufnahme neuer Kunden hingewiesen. Alle müssen zurzeit auf die Pflege der Altbestände achten, weil laufend Substanz aufgezehrt wird. Mit Blick auf die Einschränkungen in der Anlagestrategie wegen harter Kapitalvorschriften ist es zurzeit bereits schwierig bis fast unmöglich, den Werterhalt von Prämiengeldern zu garantieren. Auf jeden Fall ist eine Garantie auf Kapitalerhalt zurzeit wertvoll für Kunden. Die Lebensversicherer sind längst dazu übergegangen, ihren Kunden in einem wachsenden Ausmass teilautonome Lösungen zu offerieren, weil ebendiese Garantie so teuer geworden ist.

Quelle: NZZ