12.4.2018

Wie Axa-Versicherte bessere Pensionskassen finden

Gestern dominierten die Negativschlagzeilen. Der Versicherer Axa lasse mit seinem Ausstieg aus der Vollversicherung der zweiten Säule 400’000 Versicherten im Regen stehen. Auf die Patrons von 40’000 kleinen und mittelgrossen Betrieben (KMU) würden er­hebliche Risiken überwälzt. Ein Experte vom «Blick» war gar der Ansicht, dass «nun Ende Jahr böse Überraschungen auf die Firmen zukommen» könnten, weil sie allenfalls für Unterdeckungen aufkommen müssen.
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Diesem Pessimismus tritt Sergio Bortolin, Präsident des Verbandes Inter-Pension der unabhängigen Pensionskassen, entgegen. «Das Gegenteil ist der Fall», sagt er. Die weit bessere Alternative für KMU in der zweiten Säule sei der Anschluss bei einer unabhängigen Pensionskasse. Höhere Erträge, tiefere Prämien, tiefere Kosten und komfortable Risikopolster seien ihre Vorteile. Autonome Pensionskassen sind weit verbreitet. Bortolin vertritt vierzig Kassen, die 1,15 Millionen Angestellte versichern und 142 Milliarden Pensionskapital verwalten – ein Siebtel der zweiten Säule.

Bekannte solche Kassen sind Asga, Vita, Nest, Abendrot, Profond, Swisscanto, PKG, Noventus und Gastrosocial. Die Asga gibt es seit über fünfzig Jahren und versichert ähnlich wie die Axa KMU, 12’000 an der Zahl mit rund 120’000 Versicherten. Ähnlich gross ist die Vita-Sammelstiftung. Sie wurde vor fünfzehn ­Jahren vom Versicherer Zurich ab­gespalten. Gastrosocial ist ein prominentes Beispiel einer Branchenpensionskasse von 20’000 Wirten und Hoteliers mit 174’000 Versicherten. Die meisten dieser Pensionskassen sind erfolgreich unterwegs.

Tiefere Kosten, höhere Renten

Wenn die Axa ihren Kunden also vorschlägt, ab 2019 der neuen, unabhängigen Axa-Sammelstiftung beizutreten, können sie den Wettbewerb spielen lassen. Versicherungsbroker reissen sich um solche Firmen. Das jährliche im Juni erscheinende Pensionskassenrating der «SonntagsZeitung» zeigt die attraktivsten Kassen. Welche Vorteile erwarten Versicherte im Vergleich zu den Vollversicherungspolicen von Swisslife, Basler, Helvetia, Al­lianz oder Pax? Bortolin hebt drei Punkte hervor:

  • Höhere Verzinsung: Vollversicherungen sind wegen anhaltend tiefer Zinsen unter Druck, weil sie zwei Drittel ihres Kapitals auf meist schwach rentierende Ob­ligationen setzen. Unabhängige Pensionskassen legen viel mehr in Aktien und weniger in Obligationen an. Ihre Versicherten können erwarten, dass die Erträge in guten Börsenjahren viel stärker steigen und dem Alterskapital regelmässig höhere Zinsen gutgeschrieben werden. Die durchschnittliche Verzinsung unabhängiger Pensionskassen ist derzeit doppelt so hoch oder höher im Vergleich zu vollversicherten Sammelstiftungen (2 Prozent und mehr statt 1 Prozent). Wer 50’000 Franken angespart hat, erhält jährlich mehr als 1000 statt 500 Franken Zins gutgeschrieben.
  • Tiefere Risikoprämien: Versicherte von unabhängigen Sammelstiftungen können um mindestens ein Drittel tiefere Risikoprämien erwarten.
  • Tiefere Verwaltungskosten: Versicherte von unabhängigen Sammelstiftungen können mit viel tieferen Verwaltungskosten rechnen als bei Vollversicherungen. Ein Beispiel ist Gastrosocial. Dort betragen die Kosten 66 Franken, während die durchschnittlichen Verwaltungskosten von Vollversicherern im Schnitt 247 Franken betragen (Basis 2016). Die Differenz kommt Gastrosocial-Versicherten zugute.

«All diese Unterschiede können kumuliert nach vierzig Jahren Alterspaaren gut und gern ein Drittel der Rente ausmachen, je nach Lohnhöhe», sagt Bortolin. Versicherte von unabhängigen Kassen dürfen mit deutlich höheren Renten rechnen als solche von Versicherern.

Kurze Unterdeckung

Lebensversicherer kontern, ihre Vollversicherungen böten die absolute Garantie für Renten, auch in Krisenjahren. Arbeitgeber und Versicherte riskierten nichts. Bortolin entgegnet: «Die Wahrscheinlichkeit, dass Firmen von unabhängigen Pensionskassen Sanierungsbeiträge leisten müssen, ist sehr klein, denn die Risikopolster sind oft hoch.» Sie heissen Schwankungsreserven. Jede unabhängige Kasse hat solche. Bei Gastrosocial beträgt sie momentan ein Fünftel des ver­sprochenen Alterskapitals, bei der Asga 12 Prozent.

Ein Indiz, wie gut unabhängige Pensionskassen eine tiefe Börsenkrise durchstehen, zeigte das Jahr 2008. Damals rutschten die allermeisten Kassen in Unter­deckung. Das heisst, sie hatten weniger Geld in ihren Büchern, als den Versicherten versprochen worden war. Doch bei vielen Kassen dauerte diese Unterdeckung nur einige Monate. Dann stiegen die Börsenkurse wieder an, die Kapitalien erholten sich.

Das Risiko in der Finanzkrise

Die Asga, als Beispiel, war nur vier Monate in Unterdeckung, Gastrosocial kürzer als ein Jahr. ­Einzig die stark in Aktien in­vestierte Profond erwischte es jahrelang, doch ohne Folgen. ­Profond hat heute Reserven von 12 Prozent. «Unter unseren Mitgliedern sind mir keine Fälle bekannt, wo Versicherte einer autonomen Sammelstiftung Sanierungsbeiträge wegen Börsenverlusten der Finanzkrise leisteten», sagt Bortolin.

Hingegen sprach man damals in Bundesbern darüber, dass einzelne, systemrelevante Lebensversicherer in Probleme geraten waren. Auch sie retteten sich vor allem, weil sich die Börsen er­holten.

Quelle: Tages Anzeiger
12.04.2018

12.4.2018

Schweizerischer Baumeisterverband: Frühzeitiger Altersrücktritt ab 60 auf dem Bau gefährdet – Baumeister verabschieden Resolution für eine zukunftsfähige Sanierung des GAV FAR

Weil die demografische Entwicklung unterschätzt wurde, ist die Finanzierung der Frührenten ab 60 auf dem Bau in Frage gestellt. Die Präsidentenkonferenz des Schweizerischen Baumeisterverbands (SBV) hat deshalb am Mittwoch in Bern die «Resolution zukunftsfähige Sanierung des GAV FAR» verabschiedet. Die Baumeister bekennen sich zum frühzeitigen Altersrücktritt FAR im Bauhauptgewerbe mit 60 und sind bereit, im heutigen Umfang auch künftig für die Finanzierung eine grosse Last zu tragen. Gleichzeitig verurteilen sie die gefährliche Blockadehaltung der Gewerkschaften, die eine nachhaltige Sanierung in der Stiftung FAR verhindert.
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Die Sektionspräsidenten des Schweizerischen Baumeisterverbands bekennen sich zum flexiblen frühzeitigen Altersrücktritt im Bauhauptgewerbe. Heute können sich Bauarbeiter ab 60 pensionieren lassen. Finanziert werden diese Übergangsrenten bis zur ordentlichen Pensionierung über die Stiftung FAR, wobei die finanzielle Hauptlast seitens der Arbeitgeber getragen wird.

Echte Sanierung anstatt nicht finanzierbare Pflästerlipolitik

Bereits 2016 geriet die Frühpensionierung im Bau finanziell in Schieflage. Damals wurden die Beiträge auf insgesamt 7 Lohnprozente erhöht. 5,5 Prozente tragen die Arbeitgeber, 1,5 Prozente die Arbeitnehmer. Diese erste Sanierungsmassnahme zeigte nicht die erwünschten Wirkungen. Kaum zwei Jahre später weist die Stiftung mit lediglich 92 Prozent immer noch eine Unterdeckung aus. Um die Frühpensionierung im Bau retten zu können, braucht es jetzt echte leistungsseitige Sanierungsmassnahmen. Konkrete Vorschläge, bei denen das Rentenalter 60 beibehalten werden kann, liegen dem Stiftungsrat FAR vor, der die Sanierungsmassnahmen beschliessen muss.

Gewerkschaften blockieren Sanierung und gefährden FAR

Die FAR-Übergangsrenten liegen heute bis 20 Prozent über den staatlichen Renten von AHV und BVG, wie sie ab Alter 65 ausbezahlt werden. Die AHV und die berufliche Vorsorge stehen vor grossen Herausforderungen. Der demografische Wandel wirkt bei den Frührenten auf dem Bau bereits fünf Jahre früher als bei den staatlichen Vorsorgewerken. Es muss dringend leistungsseitig gehandelt werden. Weitere Beitragserhöhungen lösen das Problem nicht und werden von den Sektionspräsidenten klar abgelehnt.

Absolut kein Verständnis haben die Sektionspräsidenten des Schweizerischen Baumeisterverbands für die Blockadehaltung der Gewerkschaften, die seit Monaten die dringend notwendigen Sanierungsmassnahmen in der Stiftung FAR verhindern. Sie spielen auf dem Buckel der Bauarbeiter ein unehrliches Spiel und missbrauchen die finanzielle Schieflage bei der Frühpensionierung, um Stimmung zu machen und sich für die 2018 anstehenden LMV-Verhandlungen zu positionieren. Der Schweizerische Baumeisterverband verurteilt dieses unlautere Taktieren und fordert die Gewerkschaften auf, den frühzeitigen flexiblen Altersrücktritt im Bau nicht länger zu gefährden.

Die «Resolution zukunftsfähige Sanierung des GAV FAR» im Wortlaut: http://ots.ch/ZTwUQQ (PDF)

Kontakt:

Gian-Luca Lardi, Zentralpräsident SBV
Tel.: +41/79/226’19’64
E-Mail: gllardi@baumeister.ch

Benedikt Koch, Direktor SBV
Tel.: +41/79/622’09’40
E-Mail: bkoch@baumeister.ch

 

11.4.2018

Swiss Life-Chef Patrick Frost erhält etwas kleineres Salär

Mit den Aufwendungen für die berufliche Vorsorge kommt Frost, der im vergangenen Jahr wegen einer Krebserkrankung ein paar Monate pausieren musste, auf 2,3 Millionen Franken. Inklusive der aufgeschobenen Vergütungen (sogenannte RSU) ergeben sich 3,4 Millionen Franken.

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Im Vorjahr hatte Frost 2,4 Millionen Franken respektive 3,8 Millionen Franken inklusive aufgeschobene Vergütungen erhalten. Der Basislohn blieb mit 1,5 Millionen Franken konstant.

Die übrigen Konzernleitungsmitglieder erhielten zusammen fast 11 Millionen Franken. In die sieben Saläre eingerechnet sind Steuerausgleichszahlungen, Reisekosten, Geschäftsautos, Prämienbeiträge an die 3. Säule und Kinderzulagen.

Swiss Life-Verwaltungsratspräsident Rolf Dörig erhielt einen Gesamtbetrag (bar und Aktien) von 1,2 Millionen Franken.

Mit der Veröffentlichung der Geschäftsberichte von börsenkotierten Unternehmen werden jeweils auch die Gehälter der Führungsspitzen öffentlich. Mit mehreren Millionen belohnt werden traditionell die Chefs der Grossbanken und der Pharma-Grossunternehmen.

Swiss Life zählt im Vergleich dazu zu den moderaten Vergütern. Der Chef des Versicherungskonzerns Zurich, Mario Greco, hat beispielsweise 8,6 Millionen Franken bezogen.

(sda)

11.4.2018

BVG-Vollversicherung nicht passé

Nach dem Rückzug von Axa Schweiz aus dem Geschäft mit der BVG-Vollversicherung verbleiben nur noch fünf Anbieter, nämlich Swiss Life, Allianz Suisse, Helvetia, Bâloise und Pax. Einhellig haben diese als Reaktion auf den Axa-Wechsel zu teilautonomen Sammelstiftungen bekanntgegeben, das ganze Sortiment weiterhin anzubieten. Allianz Suisse teilt mit, die Vollversicherung sei ein wichtiger Pfeiler ihres Kollektiv-Leben-Geschäfts. Derzeit sei kein Rückzug geplant. Allianz Suisse betreut 13 600 KMU mit 147 000 Versicherten. Da der Konzern in München ähnlich wie Axa in Paris eine Konzernstrategie verfolgt, war eine solche Zusicherung nicht zum Vorneherein gegeben. Die Eigenkapitalrenditen bewegen sich für alle Schweizer Lebensversicherer im BVG-Geschäft seit einigen Jahren im einstelligen Prozentbereich, wobei der Trend wegen der schwierigen Zinslage nach unten weist.

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Allianz Suisse fordert die Politik auf, raschestmöglich neue Lösungsvorschläge zu erarbeiten, welche die Senkung des zu hohen obligatorischen Umwandlungssatzes und des Garantiezinses im Obligatorium zum Ziel haben. Axa hat am Dienstag klar aufgezeigt, dass ein steigender Anteil des Anlageerfolgs zum Stopfen von Löchern wegen der übersetzten gesetzlichen Leistungsvorgaben eingesetzt werden muss. Laufend müssen Renten nachfinanziert und Gelder für übersetzte Leistungen für Neurentner abgezweigt werden. Diese Problematik wird sich wegen des Eintritts der Babyboomer ins Rentenalter verschärfen.

Fehlt nur noch, dass wegen turbulenter Finanzmärkte die Anlagerendite im Laufe des Jahres ins Minus dreht. Es sei, so schreibt Allianz Suisse weiter, im Interesse vor allem der Versicherten, dass die verbleibenden Anbieter von BVG-Vollversicherungen ihr Geschäft in der Zukunft nachhaltig betreiben könnten.

Swiss Life, Helvetia und Bâloise gaben schon am Dienstag bekannt, zur BVG-Vollversicherung zu stehen. Allerdings wurde auf eine zurückhaltende Zeichnungspolitik bei der Aufnahme neuer Kunden hingewiesen. Alle müssen zurzeit auf die Pflege der Altbestände achten, weil laufend Substanz aufgezehrt wird. Mit Blick auf die Einschränkungen in der Anlagestrategie wegen harter Kapitalvorschriften ist es zurzeit bereits schwierig bis fast unmöglich, den Werterhalt von Prämiengeldern zu garantieren. Auf jeden Fall ist eine Garantie auf Kapitalerhalt zurzeit wertvoll für Kunden. Die Lebensversicherer sind längst dazu übergegangen, ihren Kunden in einem wachsenden Ausmass teilautonome Lösungen zu offerieren, weil ebendiese Garantie so teuer geworden ist.

Quelle: NZZ

10.4.2018

Axa streicht in der beruflichen Vorsorge Vollversicherungen

Axa Schweiz zieht sich aus dem Geschäft mit Vollversicherungen bei der beruflichen Vorsorge zurück. Der Versicherer setzt künftig auf teilautonome Vorsorgeangebote, bei denen die Unternehmen das Anlagerisiko selber tragen.

Axa begründet den Schritt in einer Mitteilung vom Dienstag mit den anhaltend tiefen Zinsen, einer zunehmenden Umverteilung zulasten der Berufstätigen und einem engen Anlagekorsett. Das habe in den letzten Jahren zu einem immer unvorteilhafteren Preis-Leistungs-Verhältnis für die Firmen und ihre Angestellten geführt.

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Bereits in den letzten Jahren hätten deshalb immer mehr Unternehmen ein teilautonomes Vorsorgeangebot gewählt, heisst es in der Mitteilung. Lebensversicherer weltweit hielten sich in den letzten Jahren mit dem Abschluss neuer Vollversicherungsverträge zurück.

Bei der Axa werden nun die bestehenden Vollversicherungsstiftungen per Anfang 2019 in teilautonome Stiftungen umgewandelt. Betroffen sind mehr als 260’000 Versicherte.

Zum Start überträgt Axa aus dem gebundenen Kapital der Vollversicherung 3,5 Milliarden Franken an Bewertungsreserven an die Sammelstiftungen. Insgesamt gehen Anlagen im Wert von rund 31 Milliarden an die Stiftungen über. Bei einem technischen Zins von 2 Prozent belaufe sich der Deckungsgrad Stand heute auf etwa 111 Prozent. Dies biete den Stiftungen eine sehr solide und sichere Ausgangslage, so die Axa.

Die Kunden zahlten ab 2019 im Vergleich zur heutigen Vollversicherung durchschnittlich rund 30 Prozent tiefere Risikoprämien, schreibt die Tochter des französischen Axa-Konzerns.

Der Wechsel bedeutet für die Kunden aber auch, dass sie in Sachen Anlagerisiken keinen Rundumschutz mehr geniessen, sondern diese mittragen müssen. Dieser Schutz habe aber seinen Preis und sei zunehmend teurer geworden, sagte Axa-Chef Fabrizio Petrillo gegenüber der Finanznachrichtenagentur AWP. Für bestehende Altersrentner ändere sich indessen nichts, sie würden zu unveränderten Konditionen bei der Axa verbleiben.

Durch die Neuausrichtung verkleinert sich das Prämienvolumen der Axa um rund 5,5 Milliarden Franken, weil die Sparbeiträge der Versicherten künftig in der jeweiligen teilautonomen Stiftung verbucht werden.

Der Jahresgewinn wird um rund 30 Millionen Franken tiefer ausfallen. Die Umstellen hat zudem eine einmalige Abschreibung von rund 400 Millionen Franken zur Folge. Gleichzeitig würden 2,5 Milliarden Franken an Risikokapital frei, schreibt Axa weiter.

Offen bleibt, welche Auswirkungen der Schritt der Axa in der Beruflichen Vorsorge auf den Gesamtmarkt haben wird und für welchen Weg sich Anbieter wie Swiss Life, Allianz Suisse oder Helvetia entscheiden werden. Sie hatten vor allem im vergangenen Jahr weniger Geschäfte mit Vollversicherungen gezeichnet, sich aber für den Erhalt des Angebots stark gemacht.

Das Prämienvolumen der privaten Schweizer Lebensversicherer in der beruflichen Vorsorge ist ist laut Zahlen der Finanzmarktaufsicht Finma 2016 um 6 Prozent auf 23 Milliarden Franken gesunken. Das zeige, dass die Lebensversicherer das Neugeschäft in der Vollversicherung immer stärker beschränkten, schrieb die Finma bei der Präsentation dieser Zahlen im letzten September.

Kein Lebensversicherer bot zusätzliche Kapazität an und neue Anbieter habe es seit über zehn Jahren keine mehr gegeben. Die Hauptursache ortete die Finma in der ungenügenden Entschädigung für das notwendige Kapital zur Absicherung der Leistungsversprechen.

Laut Zahlen des Schweizerischen Versicherungsverbandes SVV war Axa mit einem Marktanteil von 29 Prozent 2016 in der Schweiz die zweitgrösste Anbieterin von Kollektivlebensversicherungen nach Swiss Life.

(SDA)

6.4.2018

Erfreuliches Geschäftsjahr für Schaffhauser Pensionskasse

Trotz schwierigem Zinsumfeld, aber dank starken Aktienmärkten könne die PKSH auf ein sehr erfreuliches Geschäftsjahr zurückblicken, heisst es in einer Mitteilung vom Freitag. So konnte die Nettorendite von 7,0 auf 7,2 Prozent gesteigert werden.

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Dazu beigetragen haben vor allem die Anlagekategorien «Aktien» und «Immobilien». Kaum mehr einen Renditebeitrag leistete hingegen die Kategorie «Obligationen Schweizer Franken».

Die PKSH weist im Vergleich mit anderen Pensionskassen sehr tiefe Vermögensverwaltungskosten aus. Pro 100 Franken Vorsorgevermögen muss die PKSH 22 Rappen für die Vermögensverwaltung aufwenden – der Durchschnitt der Pensionskassen liegt bei 48 Rappen. Auch die Verwaltungskosten sind mit 128 Franken pro Person tiefer als der Durchschnitt von 337 Franken.

Die PKSH hat ihre versicherungstechnischen Grundlagen angepasst und per 1. Januar 2018 die Umwandlungssätze reduziert. Der Verwaltungskommission sei der Entscheid nicht leichtgefallen. Per Ende 2017 waren 7296 Aktive und 3855 Rentnerinnen und Rentner bei der PKSH versichert.

5.4.2018

So performte die größte Schweizer Pensionskasse Publica 2017

Die Pensionskasse des Schweizer Bundes Publica hat vergangenes Jahr von steigenden Aktienkursen, insbesondere in den Schwellenländern, profitiert und dadurch durchaus ansprechende Renditen erzielt. Darüber hinaus konnten auch die Verwaltungskosten reduziert werden.

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Die größte Pensionskasse der Schweiz blickt laut eigenen Angaben auf ein überdurchschnittlich gutes Anlagejahr 2017 mit einer Netto-Gesamtrendite von 6,75 Prozent (2016: 5,06 Prozent) und einem Gesamtdeckungsgrad von 107,1 Prozent (Vorjahr 102,9 Prozent) zurück. Keines der 20 Vorsorgewerke befand sich per Ende 2017 in Unterdeckung. Darüber berichtet die Pensionskasse des Bundes Publica auf ihrer Webseite.

Aktien-Engagements zahlten sich aus

Der Sammeleinrichtung Publica sind aktuell 13 offene und 7 geschlossene Vorsorgewerke angeschlossen. Während die offenen Vorsorgewerke (verfügbares Vermögen: 35,8 Mrd. CHF.) sowohl aus aktiven Versicherten als auch aus Rentenbeziehenden bestehen, weisen die geschlossenen Vorsorgewerke (verfügbares Vermögen: 3,6 Mrd. CHF.) ausschließlich Rentnerbestände auf. Um die ungleiche Risikofähigkeit der beiden Gruppen angemessen berücksichtigen zu können, verfolgt Publica bei der Bewirtschaftung ihrer Anlagevermögen unterschiedliche Anlagestrategien.

Wie einem Bericht der „NZZ“ zu entnehmen ist, performten die offenen Versorgungswerke letztes Jahr mit 7,14 Prozent, währen die geschlossenen Versorgungswerke, die keine Beitragszahler mehr haben, aufgrund ihrer defensiveren Anlagestrategie mit 3,31 viel niedriger.

Die Hauptgründe für die laut Publica „starke Gesamtperformance 2017 beider Anlagestrategien“ seien rentable Investitionen in den Industrieländern und in den Schwellenländern. Die Schwellenländer rentierten 2017 mit knapp 30 Prozent (Aktien) bzw. rund elf Prozent (Staatsanleihen in lokalen Währungen) außerordentlich gut. Gewichtet betrug der Performancebeitrag der Schwellenländer an die Gesamtperformance von Publica 2017 knapp drei Prozent. Die Investitionen in den Industrieländern leisteten mit knapp 2,9 Prozent den zweitgrößten Performancebeitrag.

Verwaltungskosten reduziert

Die Verwaltungskosten pro versicherte und rentenbeziehende Person konnten 2017 weiter reduziert werden und betragen noch 170 Franken. Die Kostenprämien können dadurch weiter gesenkt werden. Die gesamten Vermögensverwaltungskosten konnten mit 0,20 Prozent der Vermögensanlagen auf tiefem Niveau gehalten werden. (Der oft verglichene TER-Aufwand beträgt dabei 0,11 Prozent).

Anpassung der technischen Parameter

Oberstes Ziel von Publica sei es laut eigenen Angaben, ihren finanziellen Verpflichtungen gegenüber den Versicherten und Rentenbeziehenden nachzukommen. Um dieses Ziel trotz anhaltend tiefem Zinsumfeld, steigender Lebenserwartung und gesunkenen Renditeerwartungen langfristig erreichen zu können, setzt Publica auf realistische technische Parameter. So werden per 1. Januar 2019 der technische Zinssatz der offenen Vorsorgewerke auf 2,0 Prozent (bisher 2,75 Prozent) und derjenige der geschlossenen Vorsorgewerke auf 1,25 Prozent (bisher 2,25 Prozent) gesenkt. Der Umwandlungssatz beträgt per 1. Januar 2019 im Alter von 65 Jahren neu 5,09 Prozent (bisher 5,65 Prozent). Zudem vollzieht Publica im Rahmen der Anpassung der technischen Parameter den Wechsel auf die Rechnungsgrundlagen BVG 2015 in Periodentafeln.

Einschleifregelung

Da es sich bei der Senkung des Umwandlungssatzes im Alter von 65 Jahren um eine einschneidende Maßnahme handelt, hat die Kassenkommission den Vorsorgewerken Mindestanforderungen zur Abfederung der negativen Auswirkungen auf die Renten der Übergangsgeneration (ab Alter 60) vorgegeben. Der ab 1. Januar 2019 um zehn Prozent tiefere Umwandlungssatz wird dadurch faktisch erst ab 2024 voll wirksam. Die einzelnen Vorsorgewerke haben darüber hinaus weitere Abfederungsmaßnahmen für ihre Versicherten beschlossen. „Ob bis zu jenem Zeitpunkt der gesetzliche Mindest-Rentenumwandlungssatz von zurzeit schwindelerregenden 6,8 Prozent angepasst sein wird, steht in den Sternen; da die Rentenreform 2020 Schiffbruch erlitten hat, staut sich der Reformbedarf weiter an, und es wird viel Substanz zulasten der jungen Aktiven umverteilt“ moniert die „NZZ“ in einem Bericht.

Quelle: Institutional-Money.com
05.04.2018

4.4.2018

Grosse Vermögen der Schweizer Pensionskassen

Die Vermögen von Schweizer Vorsorgeeinrichtungen haben 2017 bei 133% des Bruttoinlandprodukts (BIP) gelegen. Dieser im internationalen Vergleich sehr hohe Anteil zeigt die Bedeutung der beruflichen Vorsorge in der Schweiz. Laut einer Studie der Beratungsgesellschaft Willis Towers Watson liegt die Schweiz beim Verhältnis der Pensionsvermögen zum BIP international gesehen hinter den Niederlanden (194%) und Australien (138%) auf dem dritten Platz. Die Relation ist in den vergangenen Jahren gestiegen, 2007 lag er noch bei 112%.

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Die Studie vergleicht die Vermögen in den 22 grössten Pensionsmärkten weltweit. Neben Australien, Grossbritannien, Japan, Kanada, den Niederlanden und den USA gehört die vergleichsweise kleine Schweiz sogar zu den «P7», den weltweit sieben grössten Pensionsmärkten. Auf diese entfallen knapp 92% der Vermögen der 22 grössten Pensionsmärkte. Laut der Studie hat die Schweiz an den weltweiten Pensionsvermögen einen Anteil von 2,2%. Den grössten haben die USA mit 61,4%, gefolgt von Grossbritannien (7,5%) und Japan (7,4%).

Die Vermögen in den 22 grössten Pensionsmärkten sind laut der Studie im vergangenen Jahr vor allem aufgrund der starken Entwicklung der Aktienmärkte um hohe 13% auf 41,3 Bio. $ gewachsen. Damit haben sie den höchsten Stand seit dem Start der Untersuchung im Jahr 1997 erreicht. Die Vermögen der Schweizer Pensionskassen sind im vergangenen Jahrzehnt, gemessen in Franken, um 3,8% pro Jahr gewachsen.

Die kurzfristigen Wachstumsdaten bei den Pensionsvermögen seien auf ungewöhnlich hohe Marktrenditen zurückzuführen, hiess es bei der Beratungsgesellschaft. Blicke man aber auf die vergangenen 20 Jahre zurück, seien die Entwicklungen ermutigend. Das Vermögen in den 22 grössten Pensionsmärkten sei in den vergangenen zwei Jahrzehnten um 6,2% pro Jahr gewachsen, allerdings in Dollar gerechnet.

Quelle: NZZ
04.04.2018

4.4.2018

Millionengewinn für Novartis wegen Pensionskassen-Revision

Eine Gesetzesänderung im BVG hat der Novartis einen Millionengewinn beschert. Das bestätigt der Basler Pharmakonzern gegenüber der Handelszeitung. Demnach konnte das Unternehmen Ende 2017 Vorsorgeverpflichtungen im Umfang von 216 Millionen Franken auflösen, weil es für Gelder in seinen Kader-Pensionskassen nicht mehr haften muss. Dabei handelt es sich um sogenannte 1e- Plan-Kaderkassen, bei denen die Versicherten selber bestimmen können, wie das Kapital angelegt wird.
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Die im November 2017 in Kraft getretene Gesetzesänderung sorgt für Goldgräberstimmung im Vorsorgegeschäft. Nicht nur Pensionskassen, Sammelstiftungen und Versicherungskonzerne bringen sich in Stellung für das Geschäft mit 1e-Geldern. Auch Banken wie UBS und Credit Suisse drängen mit eigenen Vorsorgestiftungen neu ins Pensionskassengeschäft.

100 bis 200 Milliarden Franken schwerer Markt für Kaderkassen

Das Marktpotenzial ist gross. Von den 1000 Milliarden Franken, die in der beruflichen Vorsorge verwaltet werden, qualifizierten wohl 100 bis 200 Milliarden für 1e-Pläne, schätzt Hans-Jakob Stahel, Leiter Unternehmenskunden beim Lebensversicherer Swiss Life.

Über 1e-Pläne können sie lukrative Kundschaft akquirieren, da diese Kaderkassen lediglich Personen offenstehen, die mehr als 126’900 Franken pro Jahr verdienen. Weil sie als überobligatorisch gelten, sind 1e-Kassen weniger streng reglementiert als normale Pensionskassen.

Flucht aus der Umverteilung

Das neue Geschäft hat auch volkswirtschaftliche Auswirkungen. Es entzieht Pensionskassen und BVG-Vollversicherungen überobligatorisches Kapital. Über das Umlagern von Vorsorgegeldern von normalen Pensionskassen in 1e-Kaderkassen könnten sich Gutverdienende der Umverteilung im BVG entziehen, sagt Stahel. «Das ist eines der Verkaufsargumente für 1e.»

Wegen der Auftrennung können Beiträge in die Kaderkassen nicht für die Quersubventionierung von Pensionskassen-Renten verwendet werden. Je länger ein zu hoher Mindestumwandlungssatz gelte, desto mehr werde Wachstum ausserhalb des BVG-Obligatoriums gefördert, konstatiert Stahel. Es bringe nichts, das zu kritisieren, solange man die Gesetze nicht ändere.

Quelle: Handelszeitung
04.04.2018

4.4.2018

Publica steigert Rendite und Deckungsgrad

Die Gesamtrendite stieg im Vergleich zum Vorjahr auf 6,75% von 5,06% und der Gesamtdeckungsgrad auf 107,1% von 102,9%, wie die Sammeleinrichtung am Mittwoch mitteilt. Um die Leistung langfristig sichern zu können, senkt Publica wie bereits bekannt den technischen Zins- sowie den Umwandlungssatz.

Keines der 20 Vorsorgewerke befand sich laut Mitteilung per Ende 2017 in Unterdeckung und die Verwaltungskosten sanken auf 170 CHF pro versicherter und rentenbeziehender Person. Zudem seien die gesamten Kosten für die Vermögensverwaltung mit 0,2% der Vermögensanlagen tief gehalten worden.

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Grund für die starke Performance der Anlagen seien Investitionen in Industrie- und Schwellenländern gewesen. Insbesondere die Investitionen in Schwellenländern mit knapp 30% (Aktien) und rund 11% (Staatsanleihen) hätten „ausserordentlich gut“ rentiert, heisst es weiter. Die Investitionen in den Industrieländern leisteten mit einer Rendite von knapp 2,9% den zweitgrössten Beitrag.

„Realistische“ Anpassung

Mit Blick auf den langfristigen Erhalt der Leistungen brauche es aber wie bereits Ende Januar angekündigt eine „realistische“ Anpassung der technischen Parameter. Daher sinke auf Anfang 2019 der technische Zinssatz der offenen Vorsorgewerke deutlich auf 2% (bisher 2,75%) und derjenige der geschlossenen Vorsorgewerke auf 1,25% (bisher 2,25%). Zudem werde der Umwandlungssatz auf 5,09% von zuvor 5,65% nach unten angepasst.

Weil es sich bei der Senkung des Umwandlungssatzes um eine „einschneidende Massnahme handele“, habe die Kassenkommission den Vorsorgewerken Mindestanforderungen zur Abfederung der negativen Auswirkungen auf die Renten der Übergangsgeneration ab 60 Jahren vorgegeben, heisst es dazu. Der ab 1. Januar 2019 um 10% tiefere Umwandlungssatz werde somit eigentlich erst ab 2024 vollumfänglich wirksam.

(AWP)

4.4.2018

Die Pensionskasse BVK erhält Gebühren in Millionenhöhe zurück

Jefferies und der Trick mit den Retrozessionen: Die US-Investmentbank muss der BVK Gebühren zurückzahlen.

Die amerikanische Investmentbank ­Jefferies muss der kantonalen Zürcher Beamtenpensionskasse BVK 20 Millionen Franken Gebühren zurückzahlen. Dabei geht es um verdeckte Kick-back-Zahlungen, sogenannte Retrozessionen. Damit endet ein langjähriger Rechtsstreit, der Ende letzten Jahres zugunsten der BVK entschieden wurde. Das Zürcher Handelsgericht hatte das Urteil bereits am 23. März gefällt, allerdings ohne Namensnennung der US-Investmentbank.

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Die BVK geriet vor bald acht Jahren in die Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass sich Daniel Gloor, der langjährige Chef der BVK-Vermögensverwaltung, bestechen liess. Das System mit den Retrozessionen bei Jefferies flog auf, weil nach Bekanntwerden der BVK-Korrup­tionsaffäre im Jahr 2010 alle Verträge der Pensionskasse mit Vermögensverwaltern überprüft wurden. Damals fiel auf, dass die BVK viel höhere Vermögensverwaltungskosten hatte als vergleichbare Kassen. Was im Falle Jefferies genau lief, geht aus dem Urteil des Handelsgerichts hervor, das dieser Zeitung vorliegt.

Am 4. Februar 2002 unterschrieben die BVK und Jefferies (Schweiz) einen Vertrag, mit dem die Bank beauftragt wurde, für die BVK ausländische Wandelanleihen im Wert von etwas über 600 Millionen Franken zu verwalten. Vereinbart wurden damals auch die Gebühren. Sie schienen auf den ersten Blick bescheiden. 30 Basispunkte für Anlagen bis 75 Millionen Franken. Wenn es um über 400 Millionen ging, nur noch 5 Basispunkte, so lauteten die Bedingungen. 100 Basispunkte entsprechen jeweils einem Prozent.

Jefferies reklamierte Gebühren

Allerdings hatte der Vertrag einen kleinen Zusatz. Wenn Jefferies mit dem Geld der BVK Finanzprodukte oder einen Fonds kaufte, was wiederum Gebühren verursacht, dann ging das auf Kosten der BVK. Jefferies (Schweiz) konnte nicht direkt an den Börsen in London und New York internationale Wandelanleihen kaufen, das taten die jeweiligen Tochtergesellschaften der Jefferies-Bank vor Ort. Diese stellten ihre Dienste ihren Schweizer Kollegen in Rechnung.

So weit, so gut. Dass bei solchen Geschäften Gebühren anfallen, ist normal. In einem zweiten Schritt floss aber ein Teil der in London und New York in Rechnung gestellten Dienstleistungen in Form von sogenannten Retrozessionen oder Kick-backs wieder an die Jefferies Schweiz zurück. Das ist zwar durchaus üblich und kann mit einer Art Mengenrabatt verglichen werden, nur stellt sich die Frage, wem diese Kick-backs gehören: der Bank oder dem Kunden?
Nun fliessen Gebühren in Höhe von 12,5 Millionen Franken an die BVK zurück. Hinzu kommen Verzugszinsen in Höhe von 7,5 Millionen Franken.
Vor sechs Jahren hat das Bundesgericht diese Frage in einem aufsehenerregenden Urteil beantwortet: Banken müssen die Provisionen, die sie beim Verkauf von Finanzprodukten von Drittanbietern erhalten, an ihre Kunden weitergeben. Diese Forderungen verjähren nach zehn Jahren. Gemäss dem inzwischen rechtskräftigen Urteil des Handelsgerichts gilt das auch für innerhalb des Jefferies-Konzerns ausgerichtete Transferzahlungen von London und New York an Jefferies Schweiz.

Was so klar scheint, war im vorliegenden Fall heftig umstritten. «Auf die Forderung der BVK auf sofortige Herausgabe von zu Unrecht vereinnahmten Retrozessionen eines beauftragten Vermögensverwalters wurde nicht eingegangen», schreibt die BVK in einer Stellungnahme. Erst weigerte sich Jefferies sogar, den Umfang der Kick-backs bekannt zu machen, obwohl sie dazu vertraglich explizit verpflichtet war, wie das Gericht feststellte. Daraufhin stellte die BVK unter neuer Führung 2011 ganz einfach die Zahlung von Gebühren ein. Erst dann gab Jefferies eine Liste mit Zahlungen in Höhe von total 9,6 Millionen Franken heraus. Doch diese war offensichtlich unvollständig. 2014 schob Jefferies Informationen über weitere Zahlungen von rund 2,5 Millionen Franken nach.

Das Urteil ist rechtskräftig

Dabei flog noch etwas anderes auf. Am 1. Oktober 2003 wurde der Auftrag zur Absicherung der Fremdwährungsrisiken an die Lehmann Partner Vermögensverwaltung (LPV) vergeben, dabei wurden sogenannte Vermittlungsprovisionen vereinbart. Der Gründer der LPV wurde am 26. November 2012 wegen Bestechung verurteilt. Er hatte Gloor mit 7 Prozent an den Einnahmen seiner Firma beteiligt. Eine abenteuerliche Geschichte. Der LPV-Gründer steckte Gloor das Geld jeweils in bar, versteckt in Couverts, auf dem Parkplatz vor dem Restaurant Aurelio in Zürich zu. Insgesamt kamen so 863 000 Franken zusammen. Dabei ging es nicht nur um die Fremdwährungsanleihen, sondern um alle Devisenabsicherungen, die LPV für die BVK tätigte.

Was das Verhältnis zu Jefferies betrifft, so floss auch ein Teil der Gebühren, die LPV für seine Dienste einkassierte, an Jefferies zurück. Auch diese muss Jefferies an die BVK auszahlen. Dabei geht es um den eher geringen Betrag von rund 300 000 Franken.

Insgesamt fliessen nun Gebühren in Höhe von 12,5 Millionen Franken an die BVK zurück. Hinzu kommen Verzugszinsen in Höhe von 7,5 Millionen Franken. «Das Urteil ist rechtskräftig, das heisst endgültig», sagt BVK-Chef Thomas Schönbächler auf Anfrage. Jefferies-Sprecherin Sara Boyes wollte keine Stellung nehmen.

Quelle: Tages Anzeiger
04.04.2018

27.3.2018

Bâloise wächst profitabel und erhöht Dividende deutlich – Aktien legen zu

Die Bâloise blickt auf eine erfolgreiches Geschäftsjahr 2017 zurück: Trotz laufender Sanierung in Deutschland verdiente die Versicherungsgruppe mehr als 2016.

Die Basler wuchsen sowohl in der Sach- als auch in der Lebensversicherung in jenen Segmenten, die gute Renditen versprechen. Zudem investiert das Team um CEO Gert De Winter in innovative, digitale Geschäftsideen. Den Aktionären soll eine deutlich höhere Dividende gezahlt werden.

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Vor gut einem Jahr hatte die Bâloise das „Simply Safe“-Programm ins Leben gerufen, das bis 2021 den Gewinn von 1 Mio neuer Kunden und das Erarbeiten von Barmittel in Höhe von 2 Mrd CHF zum Ziel hat. „Der Start zu ‚Simply Safe‘ ist uns geglückt, mit den Zielen sind wir auf Kurs“, zog Gert De Winter am Dienstag an der Bilanzmedienkonferenz ein Zwischenfazit.

Insbesondere was die Barmittel betrifft, welche die Geschäftseinheiten in Form von Dividenden und Darlehenszinsen an die Holding überweisen, liege man „sehr gut auf Kurs“, hiess es. Die Cash-Zahlungen betrugen im Jahr 2017 bereits 415 Mio CHF, wovon über die Hälfte aus der Nichtlebensversicherung stammen.

Etwas schwieriger gestaltet sich die Gewinnung von Neukunden. Rund 118’000 Kunden fanden im Berichtsjahr erstmals den Weg zur Bâloise. In Zukunft dürften aber die Angebote wie jene des deutschen Online-Motorfahrzeugversicherers Friday, oder der Schweizer Umzugsplattform Movu verstärkt Kunden anziehen, ist De Winter überzeugt.

Restrukturierung belastet

Der Reingewinn der Bâloise nahm insgesamt um 2,5% auf 548 Mio CHF zu. Ohne Einmaleffekte aus Restrukturierungsarbeiten wäre der Gewinn gar um knapp 13% auf 602 Mio in die Höhe geklettert. Mit Blick auf die solide Bilanz und eine über 200% liegende Kapitalquote nach dem Schweizer Solvenztest (SST) wird die Dividende um 40 Rappen auf 5,60 CHF je Titel erhöht.

In Deutschland vollzog die Bâloise in der Sanierung des Industrieportfolios indessen weitere einschneidende Schritte. Die Reserven im Krankenhaus-Haftpflichtgeschäft wurden verstärkt und beim Verkauf von Einheiten fielen Buchverluste an. Von Grossschäden zusätzlich belastet „produzierte“ Deutschland eine hohe, und damit schwache Combined Ratio von 108,3% sowie einen operativen Verlust (EBIT) von 76 Mio CHF.

Auf Gruppenebene konnte die für das Sachgeschäft wichtige Combined Ratio, welche Schadenszahlungen und Kosten den Prämieneinnahmen gegenüberstellt, trotz Deutschland mit 92,3% im nach wie vor gültigen Zielband von 90 bis 95% halten. Erfolgsgarant bleibt das hochprofitable Schweizer-Geschäft (83,5%), während in Belgien (91,9%) und Luxemburg (91,5%) Verbesserungen erreicht wurden. Der Sparten-EBIT sank dennoch um 5,5% auf 375 Mio CHF.

Demgegenüber kletterte der EBIT in der Lebensversicherung um 35% auf 306 Mio CHF in die Höhe. Die Gründe dafür waren der verbesserte Geschäftsmix, leicht steigende Zinsen sowie ein günstiges Finanzmarktumfeld. Wie andere Versicherer zielt auch die Bâloise darauf ab, den Verkauf von weniger kapitalintensiver Produkte zu fördern. Garantieprodukte machen nur noch rund einen Fünftel am Neugeschäft aus.

Wachstum mit Anlageprodukten

Im Volumen hat die Bâloise ebenfalls zugelegt: Es nahm um 3,9% zu. Dabei habe der Verkauf von Produkten mit Anlagecharakter (+15%) massgeblich dazu beigetragen. Diese Produkte vertreiben die Basler aus Luxemburg in ganz Europa, wobei sich das Geschäft in Frankreich, Belgien, Portugal und Italien besonders gut entwickelt hat. Die Nichtlebenprämien legten um 2,8% zu.

In der Beruflichen Vorsorge in der Schweiz ist die Bâloise laut Länderchef Michael Müller aufgrund ungünstiger Rahmenbedingungen (Stichwort: hoher Umwandlungssatz) beim Verkauf von Vollversicherungslösungen trotz guter KMU-Nachfrage auf die Bremse getreten. Besser habe man teilautonome Lösungen, wo die Unternehmen Teile des Anlagerisikos selber tragen, verkauft.

An der Börse schlossen die Bâloise-Titel am Nachmittag in einem sehr freundlichen Gesamtmarkt (SMI +1,5%) um 1,0% im Plus. Analysten sprachen von einem soliden Ergebnis, verwiesen aber gleichzeitig auf die enttäuschende Entwicklung in Deutschland. Die hohe Dividende fand derweil breite Zustimmung.

Basel (awp)

22.3.2018

BLPK – Pensionskasse hat 2017 Rendite verdoppelt

Der Vorjahreswert beträgt 3,9 Prozent. Der konsolidierte Deckungsgrad stieg von 103,0 auf 107,1 Prozent. Die BLPK bewertet das Jahresergebnis 2017 in einer Mitteilung vom Donnerstag als «sehr erfreulich». Zu verdanken sei das einer «unerwartet positiven Entwicklung der Finanzmärkte». Mit 8,2 Prozent Gesamtrendite liege die BLPK auch über dem Schweizer Schnitt, der je nach Messweise zwischen 7,2 und 8,1 Prozent betrage.

Sämtliche Anlageklassen hätten zugelegt, insbesondere aber in- und ausländische Aktien mit über 20 Prozent Rendite. Negativ zu Buche geschlagen hätten die Negativzinsen im Schweizer Kapitalmarkt, welche die Fremdwährungsabsicherung verteuert hätten.

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Keines der rund 60 angeschlossenen Vorsorgewerke lag 2017 unter 100 Prozent Deckung. Das gute Ergebnis der BLPK erlaube «den meisten» Vorsorgewerken, ihren Versicherten eine «ansprechende Verzinsung» auf Sparkapitalien zu gewähren. Bereits beschlossene Zinssätze lägen teils deutlich über dem BVG-Mindestsatz von einem Prozent

Die BLPK bewertet das Jahresergebnis 2017 in einer Mitteilung vom Donnerstag als «sehr erfreulich». Zu verdanken sei das einer «unerwartet positiven Entwicklung der Finanzmärkte». Mit 8,2 Prozent Gesamtrendite liege die BLPK auch über dem Schweizer Schnitt, der je nach Messweise zwischen 7,2 und 8,1 Prozent betrage.

Sämtliche Anlageklassen hätten zugelegt, insbesondere aber in- und ausländische Aktien mit über 20 Prozent Rendite. Negativ zu Buche geschlagen hätten die Negativzinsen im Schweizer Kapitalmarkt, welche die Fremdwährungsabsicherung verteuert hätten.

Keines der rund 60 angeschlossenen Vorsorgewerke lag 2017 unter 100 Prozent Deckung. Das gute Ergebnis der BLPK erlaube «den meisten» Vorsorgewerken, ihren Versicherten eine «ansprechende Verzinsung» auf Sparkapitalien zu gewähren. Bereits beschlossene Zinssätze lägen teils deutlich über dem BVG-Mindestsatz von einem Prozent.

Satz-Senkung bleibt

Trotz dem guten 2017 hält die Pensionskasse an ihrer per Anfang Jahr erfolgten Senkung des technischen Zinssatzes von 3 Prozent auf 1,75 Prozent fest. Längerfristig sei weiterhin mit tieferen Erträgen aus den Kapitalmärkten zu rechnen. Zudem wird der Umwandlungssatz zwischen 2019 und 2022 schrittweise von 5,8 auf 5 Prozent reduziert.

Immerhin erlaube nun der gute Deckungsgrad eine bessere Abfederung, schrieb die BLPK. Entsprechende finanzielle Massnahmen könnten die paritätisch zusammengesetzten Vorsorgekommissionen der einzelnen Vorsorgewerke beschliessen. Erste solche Entscheide seien inzwischen gefallen.

Unter dem Strich schliesst die BLPK-Jahresrechnung 2017 mit einem Plus von 51,1 Millionen Franken. Im Vorjahr waren es 88,4 Millionen Franken Plus gewesen, 2015 hingegen ein Verlust von 116,5 Millionen. Die Verwaltungskosten pro Kopf stiegen innert Jahresfrist von 154 auf 161 Franken – bei einem Landesdurchschnitt von 337 Franken.

Reserve ausgebaut

Den Gewinnrückgang trotz verdoppelter Anlagerendite erklärte die BLPK-Leitung auf Anfrage mit Konsolidierungseffekten: Vom Jahresergebnis von 51,1 Millionen sei etwa die Zuweisung zur Wertschwankungsreserve bereits abgezogen. Diese wird auf über 380 Millionen beziffert.

Zudem sei rund die Hälfte der Performance in die Steigerung des Deckungsgrades geflossen und sei im vergangenen Jahr die Verzinsung relativ hoch gewesen, war weiter zu erfahren. Der BLPK-Geschäftsbericht 2017 mit allen Details ist noch nicht erhältlich.

Überdies sei auch das Risikoergebnis im Versicherungsteil der BLPK «sehr erfreulich» ausgefallen, hiess es weiter. So sei «ein massgeblicher Teil» der bezahlten Risikobeiträge zurückvergütet worden. Die BLPK reduziere daher ab 2019 die Risikobeiträge um ein Drittel.

Bei der BLPK sind mehr als 25’000 Berufstätige von 206 Arbeitgebenden versichert. Darunter sind der Kanton Basel-Landschaft, Gemeinden, Hochschulen, Spitäler und Altersheime. Über 10’500 Personen bezogen im vergangenen Jahr eine Rente. Das Gesamtvermögen der BLPK beträgt 9,67 Milliarden Franken.

(sda)

27.2.2018

Die Pensionskasse BL schöpft aus dem Vollen, Lauber will weiter sparen

Trotz des unerwarteten Geldsegens von 225 Millionen Franken will der Baselbieter Finanzdirektor die BLPK weiter sanieren.

So schnell kann es gehen: Noch im vergangenen Dezember rechnete der Baselbieter Finanzdirektor Anton Lauber damit, dass der Basellandschaftlichen Pensionskasse (BLPK) per Ende 2018 13 Millionen Franken fehlen würden, und kündigte deshalb Sanierungsmassnahmen an.

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Doch jetzt vermeldet die BLPK für 2017 dank des weltweiten Wirtschaftswachstums eine Rendite von satten 225 Millionen, berichtet die «bz Basel». Wie das Kantonspersonal von diesem Polster profitiert, muss sich allerdings weisen: Lauber selbst dämpft die Hoffnungen und warnt Mitarbeiter in einem Schreiben unter anderem vor der Gefahr eines erneuten Börsencrashs.

An der Landratsdebatte zu den Leistungen der BLPK ab 2019 will die Finanzdirektion jedenfalls festhalten. Dabei geht es um den BLPK-Entscheid, den Zins- und Umwandlungssatz zu senken, was für das Personal Renteneinbussen von 14 Prozent zur Folge hätte. Inwiefern dieser Verlust abgefedert werden soll, will der Landrat im Frühling beraten.

Quelle: Tageswoche
27.02.2018

23.2.2018

SBB sehen ihren Ruf beschädigt

Die Zahlung von 690 Millionen Franken in die Pensionskasse sei rechtens, sagt der Bund.

Gemäss Geschäftsbericht 2016 hat die SBB AG der rechtlich und finanziell eigenständigen Pensionskasse der SBB 690 Millionen Franken überwiesen. Die gestrige Berichterstattung der Basler Zeitung über diese Millionen-Zahlung und die damit verbundene Frage nach der rechtlichen Grundlage haben bei den SBB sowie beim Bund massive Reaktionen ausgelöst. Alles sei rechtens abgelaufen, auch habe man seinerzeit über die Notwendigkeit dieser Zahlung informiert, sagten gestern die SBB und auch die Finanzverwaltung des Bundes. …mehr

Der Zuger Kantonsrat Willi Vollenweider ist bei der Vorbereitung eines Vorstosses auf diese Zahlung gestossen. Sie stösst ihm sauer auf. Bei den 690 Millionen handle es sich um Geld der Steuerzahler, welche die SBB massiv subventionieren. Er fordert, dass die 690 Millionen an die Bundeskasse abgeführt werden.

Transparent ausgewiesen

Dem sei nicht so, meint dazu nun die Eidgenössische Finanzverwaltung (EFV). Philipp Rohr sagt, der Verwaltungsrat der SBB sei befugt gewesen, diese Summe an die Vorsorgeeinrichtung der SBB zu überweisen. Die BaZ-Frage nach der dafür nötigen Rechtsgrundlage beantwortet Rohr so: «Die SBB ist eine spezialgesetzliche Aktiengesellschaft im Besitz des Bundes. Im Rahmen ihrer gesetzlichen Zuständigkeiten steht es ihr frei, alle Rechtsgeschäfte zu tätigen, die mit dem Unternehmenszweck direkt oder indirekt im Zusammenhang stehen.» Dies gelte auch für den Beschluss zur Einlage der erwähnten 690 Millionen in die Pensionskasse der SBB. Die Finanzverwaltung beruft sich somit auf den allgemeinen Zweckartikel am Anfang des SBB-Gesetzes, der sich in Artikel drei findet.

In ihrer separaten Stellungnahme schreiben die SBB zum 690-Millionen-Franken-Transfer: «Die Stabilisierung der Pensionskasse und sämtliche Vorgänge wurden transparent im Geschäftsbericht ausgewiesen und kommuniziert. Hätte der SBB-Verwaltungsrat seine unternehmerische Freiheit und Pflichten nicht wahrgenommen und 2015 ein Darlehen in Höhe von 690 Millionen Franken in die Pensionskasse der SBB eingeschossen, wären langjährige Mitarbeitende von massiven Rentenkürzungen von rund elf Prozent betroffen gewesen, da zeitgleich der sogenannte technische Zinssatz reduziert und auch die Senkung des Umwandlungssatzes vorgenommen wurde.» Diese Arbeitgebereinlage der SBB sei ohne Belastung des Bundes erfolgt, und die Rückzahlung erfolge aus den laufenden Gewinnen von SBB- Immobilien.

Die 690 Millionen sind eine «Stabilisierungsmassnahme»

Doch wie steht es mit der gesetzlichen Regelung, die der Bund 2011 erlassen hat, nachdem National- und Ständerat über 1,1 Milliarden Franken bewilligten, um die SBB-Pensionskasse gänzlich auszufinanzieren? In dieser Regelung steht nämlich: «Die SBB und die Pensionskasse der SBB verzichten auf allfällige Nachforderungen gegenüber dem Bund als Träger und Leistungsgarant der ehemaligen Pensions- und Hilfskasse der SBB. Die Pensionskasse der SBB verzichtet auf solche Forderungen auch gegenüber den SBB.» Diese Regelung entfaltet gemäss den Stellungnahmen von Finanzverwaltung und SBB keine Wirkung auf die 2016 erfolgte Zahlung von 690 Millionen.

«Zwischen den Vorgängen der Ausfinanzierung der Pensionskasse im Jahr 2011 und den im Jahr 2015 vorgenommenen Stabilisierungsmassnahmen besteht weder inhaltlich noch rechtlich ein Zusammenhang», schreibt SBB-Mediensprecher Christian Ginsig. Und Philipp Rohr von der Finanzverwaltung schreibt, zwischen der 2011 erfolgten Sanierung der SBB-Pensionskasse und den 2016 eingeleiteten Stabilisierungsmassnahmen müsse unterschieden werden. «Zwischen diesen beiden Vorgänge besteht weder rechtlich noch inhaltlich ein Zusammenhang.» Im Zuge der 1999 erfolgten Ausgliederung der SBB in eine eigenständige Aktiengesellschaft sei im gleichen Jahr die Gründung der SBB-PK erfolgt.

Diese habe unter einer ungünstigen Versichertenstruktur und einem ungenügenden Deckungsgrad gelitten. «Seitens der SBB und der SBB-PK wurde deshalb damals gegenüber dem Bund als Träger und Leistungsgarant der ehemaligen Pensions- und Hilfskasse (PHK) eine ungenügende Ausfinanzierung geltend gemacht. Im Zuge dieser Diskussionen bewilligte das Parlament 2011 einen Sanierungsbeitrag des Bundes an die Pensionskasse der SBB in Höhe von 1,148 Milliarden.» Demgegenüber handelt es sich bei der Zahlung von 690 Millionen gemäss SBB und Finanzverwaltung um eine «Stabilisierungsmassnahme».

Hohe Leistungseinbussen

Im Dezember 2014 habe der Stiftungsrat der Pensionskasse SBB nämlich Massnahmen zur langfristigen Stabilisierung des Vorsorgewerks beschlossen, schreibt Rohr im Namen der Finanzverwaltung. Und weiter: «Nötig wurden diese Massnahmen mit Blick auf die weiterhin steigende Lebenserwartung der Versicherten, die eine Überarbeitung der sogenannten Generationentafeln unausweichlich machte.

Bei einer Umsetzung dieser Reformen ohne entsprechende Abfederungsmassnahmen hätte dies für die unmittelbar vor der Pensionierung stehenden Versicherten Leistungseinbussen von 10,7 Prozent zur Folge gehabt.»

Die Sozialpartner hätten sich deshalb auf Abfederungsmassnahmen geeinigt, die neben den Beiträgen der Versicherten auch vom Arbeitgeber SBB mit 690 Millionen mitgetragen wurden. «Diese Zahlung erfolgte im Rahmen der üblich Sozialpartnerschaft; seitens der SBB-PK wurden dabei keinerlei juristische Forderungen gegenüber dem Bund oder SBB erhoben,» so Rohr.

SBB-Sprecher Christan Ginsig schreibt zu diesem Punkt: «SBB-Mitarbeitende tragen einen substanziellen Beitrag zur Stabilisierung der Pensionskasse, denn auf generelle Lohnerhöhungen wird seit 2017 bis 2020 verzichtet, zudem verzichten Mitarbeitende auf einen Ferientag pro Jahr. So werden Renteneinbussen vor allem für jene Versicherten abgefedert, die in den nächsten Jahren in Pension gehen.»

Fragezeichen im Parlament

Aus Sicht des Bundes als Eigentümer der SBB und aus Sicht der SBB AG ist mit der 690-Millionen-Zahlung von 2016 in die SBB-PK also alles in Butter und rechtlich wasserdicht.

Nicht auf Anhieb überzeugt von der 690-Millionen-Franken-Zahlung in die SBB-Pensionskasse zeigte sich gestern der Präsident der ständerätlichen Finanzkommission, der Schaffhauser Ständerat Hannes Germann (SVP). Er sagte auf Anfrage, sollten sich in diesem Fall Ungereimtheiten erhärten, «werden sich Finanzkommission oder Geschäftsprüfungskommission des Parlaments wohl mit dieser Sache näher beschäftigen müssen.»

Weitere «Ausfinanzierung»?

Der Zuger Kantonsrat Willi Vollenweider bleibt derweil bei seiner Überzeugung. Er widerspricht auf Anfrage der Aussage von Finanzdepartement und SBB, zwischen den Vorgängen der Ausfinanzierung der Pensionskasse von 2011 durch das Parlament und den Stabilisierungsmassnahmen von 2016 bestehe «weder inhaltlich noch rechtlich ein Zusammenhang».

Vollenweider meint: «Selbstverständlich war die Zahlung der 690 Millionen eine weitere «Ausfinanzierung». Da der PK-Stiftungsrat den Versicherten 2015 ohne Not, aus eigenem Ermessen höhere, durch das Vorsorgekapital nicht mehr gedeckte zusätzliche Leistungen im Reglement zusagte, wäre ohne die Zahlung der 690 Millionen durch die SBB AG der Deckungsgrad der PK erneut unter 100 Prozent gefallen.» Nur mit den weiteren Millionen habe dies verhindert werden können. Faktisch habe es sich somit bei den 690 Millionen um nichts anderes als einen weiteren Sanierungsbeitrag gehandelt.

Quelle: Basler Zeitung
23.02.2018