25.1.2018

Die grösste Pensionskasse der Schweiz erzielt 2017 eine Gesamtrendite von 9,0%

Die BVK erarbeitete im letzten Jahr eine überdurchschnittlich gute Gesamtrendite von 9,0%. Gleichzeitig konnte die mit 118’800 Versicherten grösste Pensionskasse der Schweiz ihre Kosten für die Vermögensverwaltung auf rekordtiefe 0,16% senken. Mit diesen beiden positiven Entwicklungen erhöhte die BVK den provisorischen Deckungsgrad, gerechnet mit einem marktkonformen technischen Zinssatz von 2%, per Ende 2017 auf 100% (1.1.2017: 92,6%). Die Aktivversicherten profitieren ab Mitte 2018 von einem Zinssatz von 2% auf ihre Sparguthaben (BVG-Zinssatz: 1%). Damit werden bei der BVK die Guthaben der Aktivversicherten und Rentenbeziehenden neu gleich hoch verzinst. …mehr

Sehr gute Gesamtrendite

Mit der im Geschäftsjahr 2017 erzielten Gesamtrendite von 9,0% (netto, nach Kosten und Steuern) liegt die BVK deutlich über dem Branchendurchschnitt von 7,3% (UBS-Barometer). Die sehr gute Rendite ist vor allem auf eine positive Entwicklung der Aktienmärkte zurückzuführen. Dabei erreichten die Aktien im Bereich Schwellenländer mit einer Rendite von knapp 32% die höchsten Resultate. Die BVK erreicht gemäss provisorischen Berechnungen einen Deckungsgrad von 100% (bei einem technischen Zinssatz von 2%). Damit kann die Kasse die langfristig positive finanzielle Entwicklung weiter fortführen. Insgesamt erwirtschaftete die BVK während den vergangenen fünf Jahren eine überdurchschnittliche jährliche Rendite von 5,5% (Durchschnitt gemäss UBS-Barometer: 5,2%). Massgebend für die Höhe der Rendite ist die Anlagestrategie und ihre konsequente, kostenoptimierte Umsetzung: die BVK realisiert diese Strategie in einem prognosefreien regelbasierten Rebalancing-Prozess.

Gleichbehandlung der Aktivversicherten und Rentenbeziehenden

Die BVK gewährt ab einem Deckungsgrad von 100% Leistungsverbesserungen für Aktivversicherte. Konkret heisst das: Die Sparguthaben werden ab dem 1. Juli 2018 zu 2% verzinst – das ist doppelt so hoch wie der BVG-Zinssatz. Aktivversicherte erhalten somit den gleichen Zins wie die Rentenbeziehenden. Mit dieser Gleichbehandlung wird die Umverteilung zwischen den Generationen gestoppt. Das ist auch deshalb wichtig, weil die laufenden Renten und ihre fixe Verzinsung von 2% auf Lebenszeit garantiert sind. Im Gegensatz dazu wird das Sparguthaben der Aktivversicherten in Abhängigkeit vom Deckungsgrad verzinst. Die Aktivversicherten tragen somit das Zinsrisiko der Rentenbeziehenden.

Langfristige Fairness zwischen den Generationen

Ab einem Zieldeckungsgrad von 115% wird die BVK über die notwendigen Reserven verfügen um Schwankungen an den Finanzmärkten abzufangen. Danach sind weiterführende Leistungsverbesserungen möglich und zwar gleichermassen für Aktivversicherte wie auch für Rentenbeziehende. Die Bestimmungen zu den Leistungsverbesserungen sind reglementarisch festgesetzt, was die Berechenbarkeit erhöht und die Stabilität der Kasse fördert. Zudem hat die BVK ebenfalls bereits heute ein jahrgangsabhängiges Modell reglementarisch festgelegt, welches Fairness zwischen den Rentnergenerationen schafft. So haben Rentenbeziehende, deren Rente mit einem tieferen Umwandlungssatz berechnet wurde, Anspruch auf Zusatzleistungen vor jenen Rentnern, die früher und zu besseren Konditionen in den Ruhestand traten.

Sehr tiefe Verwaltungskosten

Dank der äusserst effizienten Bewirtschaftung des Vermögens weist die BVK sehr tiefe Verwaltungskosten aus. Pro 100 Franken Vorsorgevermögen muss die BVK nur 16 Rappen für die Vermögensverwaltung aufwenden. Die entsprechende Kennzahl «TER OAK» liegt bei 0,16%. Mit diesen Kosten liegt die BVK wesentlich tiefer als der Durchschnitt der Pensionskassen (Durchschnitt gemäss Swisscanto PK-Studie 2017: 0,49%). Auch die Kosten für die jährliche Versichertenverwaltung konnte die BVK im Jahr 2017 erneut reduzieren: Sie liegen mit 115 Franken pro versicherte Person auch im Branchenvergleich sehr tief (Durchschnitt gemäss Swisscanto PK-Studie 2017: 337 Franken).

Zusätzliche Stabilität dank wachsendem Versichertenbestand

Der Versichertenbestand der BVK ist seit dem 1. Januar 2017 um 2,8% gewachsen. Ende 2017 versicherte die BVK 118’800 Personen. Mit 70,1% Aktivversicherten und 29,9% Rentenbeziehenden verfügt die BVK weiterhin über eine vorteilhafte Versichertenstruktur. Aufgrund der demografischen Voraussetzungen wächst aber auch bei der BVK der Bestand der Rentenbeziehenden schneller als jener der Aktivversicherten. Nach der im vergangenen Geschäftsjahr beschlossenen Öffnung über die Kantonsgrenzen hinaus kann die BVK nun die Personalvorsorge für Arbeitgeber aus der gesamten Schweiz übernehmen. Das ermöglicht die langfristige Sicherung der aktuell sehr guten Risiko- und Versichertenstruktur.

Quelle: BVK
25.01.2018

27.12.2017

Schonfrist für Beamtenrenten

Das Parlament hat Abfederungen für die Pensionskasse des Bundespersonals abgelehnt. Nun setzt die Kassenkommission die Senkung von Zins- und Umwandlungssatz aus. Doch Anfang 2019 gilt es ernst. …mehr

Die Suppe wurde heiss gekocht – und am Schluss nicht gar so heiss gegessen. Als es in der Wintersession des Bundesparlaments um das Budget für das kommende Jahr ging, befürchtete der Personalverband des Bundes (PVB) zwischenzeitlich das Schlimmste. Keine Lohnmassnahmen und keine Abfederungsmassnahmen für die Verschlechterungen bei der Pensionskasse des Bundes (Publica) wären für das Personal der «worst case» gewesen.

Am Ende sprach sich das Parlament für die Gewährung des Teuerungsausgleichs von 0,6 Prozent aus, verweigerte aber die Zustimmung zu den rund 160 Millionen Franken, welche die Landung für die Versicherten in der Pensionskasse etwas sanfter gemacht hätten. Konkret: Die Senkung des technischen Zinssatzes sowie des Umwandlungssatzes hätte durch zusätzliche Arbeitgeberbeiträge aufgefangen werden sollen. Doch das fand die Mehrheit der Parlamentarier übertrieben. Wer gedacht hatte, die Publica würde die Reduktion von 2,75 auf 2,0 Prozent beim Zins- und von 5,65 auf 5,09 Prozent beim Umwandlungssatz gleichwohl durchziehen, sieht sich nun getäuscht. Die Kassenkommission, das höchste Aufsichts- und Kontrollorgan der Publica, hat aufgrund der fehlenden Arbeitgeberbeteiligung entschieden, «die technischen Parameter vorläufig noch nicht zu senken». Das heisst: 2018 bleibt alles beim Alten. Doch das wird aus Finanzierungsgründen nicht so bleiben. Ende Januar wird die Kassenkommission in Klausur gehen, «um sich erneut eingehend mit verschiedenen Senkungsszenarien zu befassen».

Für PVB-Präsidentin Barbara Gysi ist das Aussetzen der Senkung ein richtiger Entscheid: «Die Kassenkommission hat sich vom bürgerlichen Spardiktat nicht einschüchtern lassen.» Das sei umso wichtiger, als für Versicherte mit einem Altersguthaben von 100000 Franken beispielsweise allein die Senkung des Umwandlungssatzes ein Rentenminus von 10 Prozent bedeuten würde. «Das ist schlicht inakzeptabel», sagt Gysi. Denn Arbeitnehmer und Arbeitgeber seien gemeinsam für die berufliche Vorsorge verantwortlich. «Es kann nicht sein, dass nur die Arbeitnehmenden für die Abfederungsmassnahmen aufkommen», betont die St. Galler SP-Nationalrätin.

Sie ortet denn auch weiteren Gesprächsbedarf mit dem Bundesrat – und dabei insbesondere mit Finanzminister Ueli Maurer. «Wir werden weiter kämpfen müssen», sagt Gysi, «damit das Bundespersonal zum Dank für höhere Beiträge am Ende nicht mit tieferen Renten belohnt wird.» Ein Sozialpartnergespräch soll im ersten Quartal des neuen Jahres stattfinden.

Schon heute absehbar ist dies: Die Anpassung der technischen Parameter wird auf Anfang 2019 unausweichlich sein. Allerdings gemäss Kassenkommission so, dass die Versicherten nicht übermässig belastet werden. Möglich werden soll dies zum einen durch Rückstellungen der Kasse, zum andern durch eine Beteiligung des Arbeitgebers. Eine Neuauflage der Debatte der diesjährigen Wintersession ist demnach programmiert.

Quelle: Luzerner Zeitung
27.12.2017

22.12.2017

Was bedeutet der Rentenreformplan des Bundesrates für die Pensionskassen?

Der Bundesrat will die Reformen der AHV und der zweiten Säule trennen. Die zweite Säule hat nur noch zweite Priorität. Doch die Pensionskassen können sich selber helfen.


Nun ist es amtlich. Der Bundesrat will die Rentenreform aufspalten. Wie Sozialminister Alain Berset am Mittwoch verkündete, soll die AHV gegenüber der Reform der zweiten Säule Priorität haben (NZZ 21. 12. 17). Die Reform der ersten Säule ist dringlicher, weil sich die AHV ohne Gesetzesänderung im Unterschied zu den Pensionskassen nicht selber helfen kann und bald mit jährlichen Milliardenverlusten rechnen müsste.

Doch ganz ohne Verbindung der beiden Säulen dürfte es nicht gehen, wie befragte Fachleute betonen. Die vom Bundesrat vorgesehene Flexibilisierung des Rentenalters in der AHV zwischen 62 und 70 Jahren bedinge eine Koordination mit der beruflichen Vorsorge. Auch die geplante Erhöhung des AHV-Referenzrentenalters für Frauen von 64 auf 65 Jahre sollte sinnvollerweise ebenfalls für die zweite Säule gelten.

Verzögerung «nicht tragisch»

Der Kern der separaten Vorlage zur beruflichen Vorsorge betrifft den Umwandlungssatz. Über dieses Dossier sollen sich nun zunächst die Sozialpartner beugen, um die Grundlagen für eine mehrheitsfähige Lösung zu schaffen. Für das obligatorische Alterskapital gilt immer noch ein Mindestumwandlungssatz von 6,8%. Pro 100 000 Fr. Alterskapital fliesst damit eine Jahresrente von 6800 Fr. In der vom Volk abgelehnten Vorlage war eine Senkung auf 6,0% vorgesehen.

Hinter dem Umwandlungssatz stecken Annahmen über die Lebenserwartung und die nominalen Anlagerenditen. Die Lebenserwartung ist in der Schweiz laufend am Steigen, die Renditeerwartungen aber sind deutlich gesunken. Viele Pensionskassenexperten betrachten heute einen Umwandlungssatz um 5% als rechnerisch einigermassen korrekt. Ist dieser Satz zu hoch angesetzt, werden Rentner faktisch durch Jüngere subventioniert.

Was wären die Folgen für die Pensionskassen, wenn es noch jahrelang beim Minimum von 6,8% bliebe? «Das wäre nicht tragisch», sagt Peter Zanella von der Beratungsfirma Willis Towers Watson: «Die meisten Pensionskassen können dies durch die Senkung des Umwandlungssatzes auf dem überobligatorischen Kapital kompensieren.» Beim überobligatorischen Kapital gibt es kein gesetzliches Minimum für den Umwandlungssatz.

Gemäss Daten der Oberaufsichtsbehörde sind rund 85% der Versicherten in Pensionskassen versichert, die genügend überobligatorisches Kapital hätten, um den Umwandlungssatz für den Durchschnitt des Gesamtkapitals auf etwa 5% zu senken. Laut einer Branchenumfrage von Swisscanto lag heuer der Durchschnitt des Umwandlungssatzes für Neurentner noch bei etwa 6%. Viele Senkungen sind aber schon aufgegleist, so dass das Mittel in fünf Jahren nahe bei 5,5% liegen könnte. Vorsorgeeinrichtungen ohne überobligatorisches Kapital müssten früher oder später die Lohnbeiträge erhöhen. Laut Zanella würde dies für die Betroffenen «Transparenz schaffen über die Kosten des hohen Mindestumwandlungssatzes». Vielleicht führe dies «in einigen Jahren zu einem Umdenken».

Ausbau statt Abbau

Gemessen an der Rhetorik auf der Politbühne, heisst Senkung des Umwandlungssatzes automatisch «Leistungsabbau». Bei der Einführung des Gesetzes für die berufliche Vorsorge (BVG) 1985 lag der gesetzliche Mindestumwandlungssatz bei 7,2%. Eine Senkung von 7,2 auf 5% reduziert bei unverändertem Kapital die nominale Jahresrente um rund 30%. Doch von einem Leistungsabbau in diesem Ausmass kann keine Rede sein. Beim Start des BVG 1985 steckte hinter dem damaligen Umwandlungssatz faktisch eine Renditegarantie (im Jargon: technischer Zinssatz) für die Neurentner von nominal 4%. Und hinter einem Umwandlungssatz um 5% steht heute faktisch eine Renditegarantie von nominal gut 2%. Rund drei Viertel der Differenz zwischen den erwarteten Nominalrenditen von 1985 und jenen von heute werden aber durch die Reduktion der Teuerung kompensiert, und somit wird die Kaufkraft der Jahresrenten kaum geschmälert. Die durchschnittliche Inflation von 1985 bis 2005 (als die erste BVG-Revision in Kraft trat) betrug 1,8% pro Jahr, seither belief sich die Inflationsrate im Mittel nur auf 0,2%. Politiker und Lobbyisten räumen dies in Gesprächen zwar ein, entgegnen aber, dass man dies dem Publikum nicht erklären könne.

Hinzu kommt, dass die Lebenserwartung für 65-Jährige seit 1985 um einen Viertel gestiegen ist – von 17 auf über 21 Jahre (Durchschnitt von Frauen und Männern). Entsprechend fallen mehr Jahresrenten an, was einen Ausbau der gesamten Rentenleistung bedeutet.

Trotzdem herrscht in der Politik in einem Punkt fast Einigkeit: Die nominalen Jahresrenten sollen insgesamt nicht sinken. Das ist auch die Prämisse vor dem Start der Verhandlungen der Sozialpartner. Auch der Arbeitgeberverband teilt diese Ansicht, wie dessen Direktor Roland Müller bestätigt.

Die nun vom Bundesrat gewünschten Verhandlungen der Sozialpartner waren ein Anliegen der Arbeitgeber. Die ersten Gespräche sollen Anfang des nächsten Jahres starten. «Unser Ziel wäre, dass sich die Sozialpartner bis Ende des nächsten Jahres auf eine Grobvorlage einigen», sagt Arbeitgeberverbands-Direktor Müller. Er hofft, dass die Reform der zweiten Säule am Ende «mit nicht mehr als einjähriger Verspätung auf die Vorlage zur ersten Säule in Kraft treten kann».

Ob es zu einer Einigung kommt, ist völlig offen. Die Beziehungen zwischen den Sozialpartnern waren jüngst nicht die besten, und die Differenzen in der Rentenfrage sind erheblich. Sollte es per saldo wie bei der abgelehnten Vorlage eine weitgehende oder gar volle «Kompensation» der Senkung des Mindestumwandlungssatzes geben, könnte man auf die Senkung wohl auch gleich verzichten. Die Umverteilung von Jung zu Alt könnten die Pensionskassen weitgehend selber eliminieren, es bliebe die Umverteilung von den Gross- zu den Kleinverdienern.

Verteuerung der Arbeit

Will man die besagten Kompensationen, heisst dies wohl höhere Lohnbeiträge und für eine Übergangsgeneration auch eine Zusatzfinanzierung; die abgelehnte Vorlage hatte dafür eine Subventionierung über den Sicherheitsfonds vorgesehen, der von allen Pensionskassen gefüttert wird. Dies würde eine Umverteilung zwischen den Pensionskassen in Gang setzen. Eine Erhöhung der Lohnbeiträge brächte derweil eine Verteuerung der Arbeit. Die Arbeitgeber würden jedoch sicherlich versuchen, mindestens einen Teil der Zusatzkosten zu überwälzen – auf die Angestellten (tieferer Lohnanstieg), die Konsumenten (Preiserhöhungen) und die Arbeitslosen (Stellenabbau).

Das heuer im Parlament diskutierte Kompensationsmodell des Nationalrats könnte mit der Verteuerung der Arbeitskosten einige tausend Stellen kosten. Der Arbeitgeberverband bezeichnet dieses Modell heute als «zu teuer», doch Varianten davon könnten nun wieder aufs Tapet kommen.

Quelle: NZZ
22.12.2017

Der Bundesrat will die Reformen der AHV und der zweiten Säule trennen. Die zweite Säule hat nur noch zweite Priorität. Doch die Pensionskassen können sich selber helfen.


Nun ist es amtlich. Der Bundesrat will die Rentenreform aufspalten. Wie Sozialminister Alain Berset am Mittwoch verkündete, soll die AHV gegenüber der Reform der zweiten Säule Priorität haben (NZZ 21. 12. 17). Die Reform der ersten Säule ist dringlicher, weil sich die AHV ohne Gesetzesänderung im Unterschied zu den Pensionskassen nicht selber helfen kann und bald mit jährlichen Milliardenverlusten rechnen müsste.

Doch ganz ohne Verbindung der beiden Säulen dürfte es nicht gehen, wie befragte Fachleute betonen. Die vom Bundesrat vorgesehene Flexibilisierung des Rentenalters in der AHV zwischen 62 und 70 Jahren bedinge eine Koordination mit der beruflichen Vorsorge. Auch die geplante Erhöhung des AHV-Referenzrentenalters für Frauen von 64 auf 65 Jahre sollte sinnvollerweise ebenfalls für die zweite Säule gelten.

Verzögerung «nicht tragisch»

Der Kern der separaten Vorlage zur beruflichen Vorsorge betrifft den Umwandlungssatz. Über dieses Dossier sollen sich nun zunächst die Sozialpartner beugen, um die Grundlagen für eine mehrheitsfähige Lösung zu schaffen. Für das obligatorische Alterskapital gilt immer noch ein Mindestumwandlungssatz von 6,8%. Pro 100 000 Fr. Alterskapital fliesst damit eine Jahresrente von 6800 Fr. In der vom Volk abgelehnten Vorlage war eine Senkung auf 6,0% vorgesehen.

Hinter dem Umwandlungssatz stecken Annahmen über die Lebenserwartung und die nominalen Anlagerenditen. Die Lebenserwartung ist in der Schweiz laufend am Steigen, die Renditeerwartungen aber sind deutlich gesunken. Viele Pensionskassenexperten betrachten heute einen Umwandlungssatz um 5% als rechnerisch einigermassen korrekt. Ist dieser Satz zu hoch angesetzt, werden Rentner faktisch durch Jüngere subventioniert.

Was wären die Folgen für die Pensionskassen, wenn es noch jahrelang beim Minimum von 6,8% bliebe? «Das wäre nicht tragisch», sagt Peter Zanella von der Beratungsfirma Willis Towers Watson: «Die meisten Pensionskassen können dies durch die Senkung des Umwandlungssatzes auf dem überobligatorischen Kapital kompensieren.» Beim überobligatorischen Kapital gibt es kein gesetzliches Minimum für den Umwandlungssatz.

Gemäss Daten der Oberaufsichtsbehörde sind rund 85% der Versicherten in Pensionskassen versichert, die genügend überobligatorisches Kapital hätten, um den Umwandlungssatz für den Durchschnitt des Gesamtkapitals auf etwa 5% zu senken. Laut einer Branchenumfrage von Swisscanto lag heuer der Durchschnitt des Umwandlungssatzes für Neurentner noch bei etwa 6%. Viele Senkungen sind aber schon aufgegleist, so dass das Mittel in fünf Jahren nahe bei 5,5% liegen könnte. Vorsorgeeinrichtungen ohne überobligatorisches Kapital müssten früher oder später die Lohnbeiträge erhöhen. Laut Zanella würde dies für die Betroffenen «Transparenz schaffen über die Kosten des hohen Mindestumwandlungssatzes». Vielleicht führe dies «in einigen Jahren zu einem Umdenken».

Ausbau statt Abbau

Gemessen an der Rhetorik auf der Politbühne, heisst Senkung des Umwandlungssatzes automatisch «Leistungsabbau». Bei der Einführung des Gesetzes für die berufliche Vorsorge (BVG) 1985 lag der gesetzliche Mindestumwandlungssatz bei 7,2%. Eine Senkung von 7,2 auf 5% reduziert bei unverändertem Kapital die nominale Jahresrente um rund 30%. Doch von einem Leistungsabbau in diesem Ausmass kann keine Rede sein. Beim Start des BVG 1985 steckte hinter dem damaligen Umwandlungssatz faktisch eine Renditegarantie (im Jargon: technischer Zinssatz) für die Neurentner von nominal 4%. Und hinter einem Umwandlungssatz um 5% steht heute faktisch eine Renditegarantie von nominal gut 2%. Rund drei Viertel der Differenz zwischen den erwarteten Nominalrenditen von 1985 und jenen von heute werden aber durch die Reduktion der Teuerung kompensiert, und somit wird die Kaufkraft der Jahresrenten kaum geschmälert. Die durchschnittliche Inflation von 1985 bis 2005 (als die erste BVG-Revision in Kraft trat) betrug 1,8% pro Jahr, seither belief sich die Inflationsrate im Mittel nur auf 0,2%. Politiker und Lobbyisten räumen dies in Gesprächen zwar ein, entgegnen aber, dass man dies dem Publikum nicht erklären könne.

Hinzu kommt, dass die Lebenserwartung für 65-Jährige seit 1985 um einen Viertel gestiegen ist – von 17 auf über 21 Jahre (Durchschnitt von Frauen und Männern). Entsprechend fallen mehr Jahresrenten an, was einen Ausbau der gesamten Rentenleistung bedeutet.

Trotzdem herrscht in der Politik in einem Punkt fast Einigkeit: Die nominalen Jahresrenten sollen insgesamt nicht sinken. Das ist auch die Prämisse vor dem Start der Verhandlungen der Sozialpartner. Auch der Arbeitgeberverband teilt diese Ansicht, wie dessen Direktor Roland Müller bestätigt.

Die nun vom Bundesrat gewünschten Verhandlungen der Sozialpartner waren ein Anliegen der Arbeitgeber. Die ersten Gespräche sollen Anfang des nächsten Jahres starten. «Unser Ziel wäre, dass sich die Sozialpartner bis Ende des nächsten Jahres auf eine Grobvorlage einigen», sagt Arbeitgeberverbands-Direktor Müller. Er hofft, dass die Reform der zweiten Säule am Ende «mit nicht mehr als einjähriger Verspätung auf die Vorlage zur ersten Säule in Kraft treten kann».

Ob es zu einer Einigung kommt, ist völlig offen. Die Beziehungen zwischen den Sozialpartnern waren jüngst nicht die besten, und die Differenzen in der Rentenfrage sind erheblich. Sollte es per saldo wie bei der abgelehnten Vorlage eine weitgehende oder gar volle «Kompensation» der Senkung des Mindestumwandlungssatzes geben, könnte man auf die Senkung wohl auch gleich verzichten. Die Umverteilung von Jung zu Alt könnten die Pensionskassen weitgehend selber eliminieren, es bliebe die Umverteilung von den Gross- zu den Kleinverdienern.

Verteuerung der Arbeit

Will man die besagten Kompensationen, heisst dies wohl höhere Lohnbeiträge und für eine Übergangsgeneration auch eine Zusatzfinanzierung; die abgelehnte Vorlage hatte dafür eine Subventionierung über den Sicherheitsfonds vorgesehen, der von allen Pensionskassen gefüttert wird. Dies würde eine Umverteilung zwischen den Pensionskassen in Gang setzen. Eine Erhöhung der Lohnbeiträge brächte derweil eine Verteuerung der Arbeit. Die Arbeitgeber würden jedoch sicherlich versuchen, mindestens einen Teil der Zusatzkosten zu überwälzen – auf die Angestellten (tieferer Lohnanstieg), die Konsumenten (Preiserhöhungen) und die Arbeitslosen (Stellenabbau).

Das heuer im Parlament diskutierte Kompensationsmodell des Nationalrats könnte mit der Verteuerung der Arbeitskosten einige tausend Stellen kosten. Der Arbeitgeberverband bezeichnet dieses Modell heute als «zu teuer», doch Varianten davon könnten nun wieder aufs Tapet kommen.

Quelle: NZZ
22.12.2017

11.12.2017

Erfolgsbeteiligung für die Versicherten der ASGA Pensionskass

Für das Jahr 2017 wird das Alterskapital der aktiv Versicherten mit 2.5 % verzinst. Damit werden 132 Millionen Franken Mehrzins an die Versicherten der Genossenschaft verteilt. …mehr

Die ASGA Pensionskasse setzt erwirtschaftete Erträge ausschliesslich zur Verbesserung der Vorsorgeleistungen ihrer Versicherten ein. So profitieren auch in diesem Jahr die aktiv Versicherten von einer höheren Verzinsung. Der vom Bundesrat festgelegte Mindestzins beträgt
1 %. Sowohl das Altersguthaben im obligatorischen als auch im überobligatorischen Bereich per 31.12.2017 werden bei der ASGA mit überdurchschnittlichen 2.5 % verzinst.

„Als Genossenschaft haben wir den Grundsatz, Überschüsse zeitnah auszuschütten“, so Sergio Bortolin, Geschäftsführer der ASGA. „Bereits in den vergangenen Jahren waren wir in der Lage, auf diese Weise Überschüsse direkt an unsere Versicherten weiterzugeben.“

Quelle: ASGA
11.12.2017

10.12.2017

Mehr Flexibilität beim Rentenalter für Nidwaldner Kantonsangestellte

Die Regierung will es kantonalen Angestellten ermöglichen, bis 70 zu arbeiten. Zudem soll es möglich sein, Unterstützung bei frühzeitiger Pensionierung anzubieten. …mehr

Der Vorschlag der Nidwaldner Regierung sieht vor, dass es künftig für Mitarbeiter der kantonalen Verwaltung möglich sein soll, das Arbeitsverhältnis über das ordentliche Pensionierungsalter hinaus bis maximal zum 70. Altersjahr weiterzuführen. Ein Anrecht darauf besteht allerdings nicht. Die Mitarbeiter sollen im Gegenzug weiterhin bei der Pensionskasse versichert bleiben.

Es werde so für die kantonalen Angestellten attraktiver, länger als bis zum 65. Altersjahr zu arbeiten. Mit den Gesetzesanpassungen kann die kantonale Verwaltung laut der Regierung das Potenzial und die Erfahrung älterer Mitarbeiter verstärkter nutzen und ist so besser auf den sich abzeichnenden demografischen Wandel vorbereitet.
Kein genereller Anspruch mehr auf Übergangsrente

Der zweite Teil der sogenannten Teilrevision des Gesetzes über das öffentlich-rechtliche Arbeitsverhältnis und über die kanto­nale Pensionskasse regelt die Modalitäten für vorzeitige Pensionierungen. Ein genereller Anspruch auf eine Übergangsrente besteht demnach nicht mehr. Wer freiwillig vorzeitig in den Ruhestand tritt, hat keinen Anspruch auf Geld. Der Regierungsrat vertritt jedoch die Meinung, dass es auch künftig Möglichkeiten für eine vorzeitige Pensionierung brauche. Es soll eine AHV-Ersatzrente ausgerichtet werden können, wenn die Person das 62. Altersjahr vollendet hat und entweder schwerwiegende gesundheitliche Probleme vorliegen oder organisatorische Änderungen wie etwa Umstrukturierungen zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses führen. Der Regierungsrat plant, die Ersatzrente, die auf höchstens 60 Prozent der maximalen einfachen AHV-Altersrente begrenzt ist, als Einlage in die Pensionskasse auszurichten.

Anpassungen kommen gut an

In der Vernehmlassung wurden die Gesetzesanpassungen grösstenteils positiv bewertet. So ist die geplante Möglichkeit, die Pensionierung künftig längstens bis zum Erreichen des 70. Altersjahres aufschieben zu können, völlig unbestritten. Kritische Äusserungen gab es bei der vorzeitigen Pensionierung. Einige Vernehmlassungsteilnehmer lehnten die Abgangsentschädigung für vorzeitige Pensionierungen ab. Dies mit der Begründung, dass mit dieser Entschädigung etwa die vorzeitige Pensionierung gefördert würde. Kontroversen gab es bei den Kriterien für die Rente. Den einen sind sie zu starr, den anderen zu offen.
Kommission begrüsst neue Möglichkeiten

Aufgrund der laut dem Regierungsrat überwiegend positiven Vernehmlassungsantworten hält dieser am aufgezeigten Vorschlag fest. So scheine etwa die Möglichkeit, die Altersrente bis längstens 70 aufschieben zu können, einem Bedürfnis sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer zu entsprechen. Zudem sei dies aufgrund der demografischen Entwicklung auch angezeigt.

Die Kommission für Finanzen, Steuern, Gesundheit und Soziales (FGS) hält in ihrem Bericht fest, dass es bereits heute Möglichkeiten gebe, die Pensionierung flexibel zu gestalten. Diese Regelungen seien jedoch nicht ­attraktiv. Daher sei es richtig, Möglichkeiten zu schaffen, um wertvolle Mitarbeiter weiterbeschäftigen zu können. Auf der ­anderen Seite könne es auch sinnvoll sein, nicht mehr voll leistungsfähigen Mitarbeitern einen Anreiz zu bieten, sich frühzeitig pensionieren zu lassen. Dabei ist für die Kommission laut dem Bericht entscheidend, dass eine Abgangsentschädigung nur dann geschuldet sei, wenn das Arbeitsverhältnis durch den Arbeitgeber gekündigt oder im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst worden sei. Die Kommission unterstützt die vorgelegte Teilrevision der beiden Gesetze einstimmig.

Das Geschäft geht auf eine Motion der beiden SVP-Landräte Jörg Genhart (Stans) und Pius Furrer (Ennetbürgen) zurück, die der Landrat vor gut zwei Jahren gutgeheissen hatte. Die Motio­näre vertraten die Ansicht, dass der heutigen demografischen und gesellschaftlichen Entwicklung mit einer flexibleren Gestaltung der Lebensarbeitszeit besser Rechnung getragen werden solle.

Quelle: Luzerner Zeitung
05.12.2017

10.12.2017

Rentenabbau macht Kapitalbezug attraktiver

Die Pensionskassen senken die Renten. Dagegen hilft ein Kapitalbezug – nun aber droht eine Beschränkung.

…mehr

Eine Kürzung der Rente um bis zu 10% ist verkraftbar. Dies hat das Bundesparlament diese Woche entschieden. Den Stein ins Rollen brachte die Pensionskasse des Bundes Publica. Denn die mit 64 000 Versicherten grösste PK des Landes senkt den Umwandlungssatz (UWS) per Anfang 2019 von 5,65% auf 5,09%. Pro 100 000 Fr. Alterskapital reduziert sich die jährliche Rente somit von 5650 auf 5090 Fr.

Diese Kürzung wollte der Bundesrat durch einen einmaligen Sonderbeitrag von 160 Mio. Fr. sowie eine jährliche Unterstützung von 40 Mio. Fr. abfedern, was die eidgenössischen Räte jedoch abgelehnt haben.

Umwandlungssätze ausgewählter Pensionskassen

Zwar ist der Spardruck bei der Publica grösser als bei anderen Pensionskassen, weil sie nur über knappe Reserven verfügt. Dennoch hat die Massnahme Signalcharakter: Viele andere PK haben den UWS ebenfalls schon unter 5,5% gesenkt. Den gesetzlich vorgeschriebenen Satz von 6,8% verwenden nur noch wenige Vorsorgeeinrichtungen. Dieser gilt einzig für die gesetzlichen Minimalleistungen bis zu einem Lohn von 84 600 Fr. Weil aber die meisten Pensionskassen bei den Sparbeiträgen über dieses Obligatorium hinausgehen, haben sie bei der Festsetzung des UWS freie Hand.

Die zweite Säule werde aufgrund des ständigen Abbaus kritischer beurteilt als früher, beobachtet Florian Schubiger, Mitgründer der Beratungsfirma Vermögenspartner: «Die Versicherten prüfen vermehrt Möglichkeiten, um den Rentenkürzungen zu entgehen.» Der beste Zeitpunkt dazu ist vor der Pensionierung: Dann muss sich jeder entscheiden, ob er sein Altersguthaben als Kapitalauszahlung oder als Rente beziehen will. Bei dieser Weichenstellung geht es um Hunderttausende Franken – umso reiflicher sollte man sich die Wahl überlegen.

Entscheidend ist das Alter

Das wichtigste Kriterium ist der Gesundheitszustand: Wer davon ausgeht, dass er sehr alt wird, fährt mit der Rentenlösung besser. Bei einer unterdurchschnittlichen Lebenserwartung dagegen empfiehlt sich der Kapitalbezug.

Die unten stehende Grafik verdeutlicht den Zusammenhang. Die Modellrechnung basiert auf einem Altersguthaben von 500 000 Fr. Mit einem UWS von 6,8% erreicht die jährliche Rente 34 000 Fr. Wer nach der Pensionierung noch 30 Jahre lebt, kommt auf Einnahmen vor Steuern von 1 020 000 Fr. Gegenüber dem Kapitalbezug ergibt dies einen Vorteil von mehr als 300 000 Fr., wenn die Rendite auf dem Kapital 1,5% beträgt.

Falls jemand aber schon mit 70 stirbt, profitiert er nur fünf Jahre von der PK-Rente. Mit dem Kapitalbezug hätte für ihn respektive seine Nachkommen 320 000 Fr. mehr herausgeschaut. Wie die Grafik zeigt, führen die beiden Varianten bei einer Lebenserwartung von 83 Jahren zu einer ausgeglichenen Bilanz.

Beträgt der Umwandlungssatz dagegen nur noch 5%, verliert die Rentenlösung an Attraktivität. In der Modellrechnung verschiebt sich das Alter, ab welchem der Kapitalbezug nicht mehr zum besseren Ergebnis führt, auf das 90. Lebensjahr. Und wer mit 95 stirbt, erzielt mit der Rente einen deutlich kleineren Vorteil von lediglich 100 000 Fr.

In der Praxis wird die Abwägung durch weitere Faktoren beeinflusst: Bei einem geringen Alterskapital ist die Sicherheit besonders wichtig, was tendenziell für die Rente spricht. Abzuklären ist ebenso, ob man sich zutraut, das bezogene Guthaben selber anzulegen. Neben der erwarteten Rendite ist zudem die Inflationsprognose wichtig: Im Falle einer starken Teuerung bietet der Kapitalbezug den besseren Schutz.

Auch ein hoher Steuersatz spricht tendenziell für den Kapitalbezug. Umgekehrt wählen Verheiratete eher die Rente, weil die Pensionskassen eine Hinterbliebenenrente auszahlen, welche in der Regel 60% beträgt. Ins Gewicht fällt dies vor allem, wenn die Partnerin oder der Partner deutlich jünger ist. Vielfach empfiehlt sich auch eine Mischlösung, also ein teilweiser Kapitalbezug. Im Mittel beträgt das ausbezahlte Guthaben 170 000 Fr.

Bund will eine Beschränkung

Nun allerdings wollen der Bundesrat wie auch der Ständerat den Kapitalbezug begrenzen. Demnach bleibt dieser nur noch beim überobligatorischen Altersguthaben zulässig. Die Neuerung soll verhindern, dass Pensionäre ihr Geld verjubeln und danach auf Ergänzungsleistungen angewiesen sind.

Der Nationalrat entscheidet voraussichtlich im nächsten Frühling, ob die Einschränkung rechtsgültig wird. Laut Florian Schubiger bedeutet der Vorschlag eine problematische Zäsur für die zweite Säule: «Bisher galt der Grundsatz, dass die Guthaben in der beruflichen Vorsorge den einzelnen Versicherten gehören. Wenn die Wahlfreiheit aber wegfällt, wird dieses Prinzip infrage gestellt.»

Die Leistungen der zweiten Säule sind deutlich geringer als noch vor wenigen Jahren. Neben der tieferen Verzinsung führen die sinkenden Umwandlungssätze zu einer spürbaren Reduktion der Renten. Die vorgesehene Begrenzung des Kapitalbezugs schmälert die Attraktivität zusätzlich.

Immerhin hielt das Parlament für die Versicherten der Publica ein Trostpflaster bereit. Den Sonderbeitrag lehnte es zwar ab, dafür genehmigte es eine Lohnerhöhung von 0,6% – nachdem es in den beiden Vorjahren jeweils eine Nullrunde gab.

Quelle: NZZ
09.12.2017

8.12.2017

Regierung hält an PK-Abfederungsmassnahmen fest

Trotz Kritik in der Vernehmlassung hält die Baselbieter Regierung an ihren geplanten Abfederungsmassnahmen für die Pensionskasse der Kantonsangestellten fest.

…mehr

Die Baselbieter Regierung hält trotz Kritik in der Vernehmlassung an ihren geplanten Abfederungsmassnahmen für die Pensionskasse der Kantonsangestellten fest. Sie hat die Vorlage ohne wesentliche Änderungen an den Landrat überwiesen.

Die Regierung erachtet ihre Lösung als ausgewogenen Kompromiss und als mehrheitsfähig im Landrat, wie Finanzdirektor Anton Lauber am Freitag vor den Medien in Liestal sagte. Aufgrund der unterschiedlichen Rückmeldungen in der Vernehmlassung erwarte er indes keine einfache Parlamentsdebatte.

Mit ihrer Vorlage will die Regierung trotz schlechterer Rahmenbedingungen bei der Basellandschaftlichen Pensionskasse (BLPK) am bisherigen Leistungsziel festhalten. Das modellmässige Leistungsziel für die Altersrenten soll weiter 60 Prozent des letzten versicherten Lohns betragen.

Den Umwandlungssatz will die Regierung ab 2019 bis 2022 schrittweise von 5,8 auf 5,4 Prozent senken. Weil der Satz so nicht wie von der BLPK vorgesehen auf 5 Prozent sinkt, muss der Kanton einen Umlagebeitrag in der Höhe von jährlich 7,6 Millionen Franken leisten.

Zur Finanzierung des Leistungsziels will die Regierung zudem die auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgeteilten Sparbeiträge um 1,4 Prozentpunkte erhöhen. Neu hälftig auf Arbeitnehmer und Arbeitgeber aufgeteilt werden sollen die Risiko- und Verwaltungskostenbeiträge. Bislang übernahm der Kanton die gesamten Verwaltungskosten, und von den Risikobeiträgen zahlte er 55 Prozent.

Renteneinbussen von bis zu 7 Prozent

Neben der Erhöhung der Sparbeiträge und der Zahlung des Umlagebeitrages will die Regierung zur Finanzierung auf Seiten des Kantons zudem den Rententeuerungsfonds aufheben. Unter dem Strich entstehen dem Kanton so Mehrkosten von rund 2,9 Millionen Franken pro Jahr. Die Arbeitnehmenden zahlen jährlich insgesamt rund 2,2 Millionen Franken mehr in die Pensionskasse ein.

Der tiefere Umwandlungssatz wird mit den Massnahmen gemäss Lauber modellmässig kompensiert. Bei jüngeren Arbeitnehmenden gehe diese Rechnung auf. Bei älteren Personen seien indes Renteneinbussen von bis zu 7 Prozent möglich.

Mit den geplanten Massnahmen will der Kanton auf einen Beschluss der BLPK vom Dezember 2016 reagieren. Wegen der schwierigen Bedingungen an den Anlagemärkten senkt diese den technischen Zinssatz per 2018 von 3 auf 1,75 Prozent.

Ohne Gegenmassnahmen würden die künftigen Altersrenten um bis zu 14 Prozent sinken. Im Weiteren werden die künftigen Ehegatten- und Lebenspartnerrenten von heute zwei Drittel auf 60 Prozent der Alters- und Invalidenrenten gesenkt.

Gegenteilige Haltungen der Parteien

Bei den politischen Parteien gingen die Meinungen in der Vernehmlassung weit auseinander, wie Lauber weiter sagte. SVP und FDP seien gegen jegliche zusätzliche finanzielle Leistungen des Kantons für seine Angestellten.

SP, Grüne und Grüne-Unabhängige verlangten, wie auch von der Arbeitsgemeinschaft Baselbieter Personalverbände (ABP) gefordert, zwei verschiedene nach Alter abhängige Umwandlungssätze sowie eine zusätzliche Abfederungseinlage von 40 Millionen Franken. Zusätzliche Abfederungsmassnahmen wolle auch die politische Mitte, die aber grundsätzlich hinter dem Vorschlag der Regierung stehe.

Die Regierung hat sich gegen eine solche Abfederungseinlage ausgesprochen. Gemäss Lauber wäre eine solche im Parlament kaum mehrheitsfähig. Zudem habe sich der Kanton bereits bei der per Anfang 2015 vollzogenen Rentenreform stark finanziell engagiert.

Der in der ersten Jahreshälfte 2018 erwartete Entscheid des Landrats wird abschliessend sein, da es sich um eine Änderung eines Dekrets handelt.

Bessere Verzinsung für 2017

Für das Kapital der aktiven Versicherten hat die Regierung für das Jahr 2017 im Weiteren eine Verzinsung von 3 Prozent empfohlen – aufgrund der bisher guten Anlageperformance der BLPK. Damit will sie die angestrebte Durchschnittsverzinsung von 1,5 Prozent erzielen. In den letzten beiden Jahren betrug die Verzinsung nur 0,875 und 0,625 Prozent.

Eine Verzinsung von 3 Prozent bedeute indes einen Zinsaufwand von 50 Millionen Franken, der zu Lasten der Deckungslücke der Pensionskasse geht. Aufgrund der aktuellen Prognose geht Lauber jedoch davon aus, dass dieser Mehraufwand über die Rendite gedeckt werden kann.

Die Verzinsung des Kapitals der aktiven Versicherten wird jährlich von der paritätisch zusammengesetzten Vorsorgekommission des Vorsorgewerkes Kanton festgelegt. Wie deren Präsident am Rande der Medienkonferenz sagte, hat die Kommission die höhere Verzinsung im Sinne der Regierung bereits beschlossen.

Quelle: Basler Zeitung
08.12.2017

3.8.2017

AXA Winterthur: Mehr Gewinn im ersten Halbjahr 2017

  • Sehr solides Ergebnis: Der operative Gewinn lag auf dem Niveau des Vorjahres, der Reingewinn der AXA Winterthur erhöhte sich um 10,5 Prozent
  • Das Geschäftsvolumen betrug rund 8,4 Milliarden Franken (-2,9%)
  • In der Schaden- und Unfallversicherung stieg das Prämienvolumen auf 3,1 Milliarden Franken (+1,3%). Der Schaden-Kosten-Satz ist mit 85,4 Prozent erneut auf einem sehr guten Stand
  • Im Kollektivlebengeschäft ging das Geschäftsvolumen aufgrund einer selektiven Zeichnungspolitik um 5,2 Prozent auf 4,9 Milliarden Franken zurück, im Einzellebengeschäft reduzierte sich das Geschäftsvolumen angesichts des anspruchsvollen Marktumfelds auf 440 Millionen Franken
    (-4,4%)
  • Mit dem Einstieg in den Gesundheitsmarkt positioniert sich die AXA Winterthur im Rahmen ihrer «Strategie 2020» als erste Anbieterin einer umfassenden Vorsorge

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Die AXA Winterthur verzeichnete im ersten Halbjahr 2017 einen gegenüber dem Vorjahr 10,5 Prozent höheren Reingewinn von 410 Millionen Franken. Der operative Gewinn entsprach mit 446 Millionen Franken der guten Vorjahresperiode. Der Anstieg des Reingewinns ist hauptsächlich auf eine positive Wertentwicklung von Wandelanleihen und alternativen Kapitalanlagen zurückzuführen. Das Geschäftsvolumen betrug 8,4 Milliarden Franken und lag damit 2,9 Prozent tiefer als im ersten Halbjahr 2016. Die Unwetterschäden der letzten Wochen schlugen mit insgesamt rund 45 Millionen Franken zu Buche, wovon 13 Millionen Franken das Ergebnis des ersten Halbjahres belasten.

Antimo Perretta, CEO AXA Winterthur:
«Die AXA Winterthur hat im ersten Halbjahr 2017 ein sehr solides Ergebnis erzielt.
Besonders erfreulich ist das Wachstum des Geschäftsvolumens in der Schaden- und Unfallversicherung, welches angesichts des kompetitiven Marktes keineswegs selbstverständlich ist. Mit dem Eintritt in den Gesundheitsmarkt erreichten wir zudem einen wichtigen Meilenstein bei der Umsetzung unserer Strategie 2020.»

Wachstum in der Schadenversicherung

Das Geschäftsvolumen in der Schaden- und Unfallversicherung wuchs um 1,3 Prozent auf
3,1 Milliarden Franken, wobei insbesondere das Unternehmenskundengeschäft mit einem Plus von 2,2 Prozent sehr erfreulich verlief. Auch das Privatkundengeschäft legte zu. Die Netto-Neuverträge bei Motorfahrzeug- und Haushaltversicherungen gingen zwar im Vergleich zum Vorjahr um 29,5 Prozent zurück. Dennoch konnten netto 13’300 neue Kunden gewonnen werden. Der Schaden-Kosten-Satz verbesserte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 85,4 Prozent.

Fabrizio Petrillo, Leiter Schaden- und Unfallversicherung AXA Winterthur:
«In einem gesättigten Markt konnten wir als Marktführerin wiederum erfreulich wachsen. Besonders zufrieden bin ich mit der positiven Entwicklung des herausfordernden Unternehmensgeschäfts, gerade im hart umkämpften KMU-Segment. In der Kollektiven Krankentaggeldversicherung, wo wir den Fokus auf eine verbesserte Profitabilität setzten, konnten wir ebenfalls zulegen. Der Schaden-Kosten-Satz liegt dank einem vergleichsweise günstigen Schadenverlauf und unserer konsequenten Kostendisziplin mit 85,4 Prozent auf einem hervorragenden Stand.»
Berufliche Vorsorge: Mehr teilautonome Verträge

Die Bruttoprämien im Kollektivlebengeschäft gingen im Vergleich zur Vorjahresperiode um
5,2 Prozent auf 4,9 Milliarden Franken zurück, bedingt durch die strategisch festgelegte selektivere Zeichnungspolitik in der Vollversicherung. Das klassische Neugeschäft (APE) verringerte sich um 11,8 Prozent. Im teilautonomen Markt betrug das neu gewonnene Sparbeitragsvolumen 63 Millionen Franken (-24,2%), die Anzahl der neu abgeschlossenen Verträge nahm um 12 Prozent zu.

Im Einzellebengeschäft machten sich die durch das tiefe Zinsniveau bedingten schwierigen Marktbedingungen weiterhin stark bemerkbar: Sowohl das Prämienvolumen (-4,4%) als auch das Neugeschäft (-14,4%) verliefen rückläufig.

Thomas Gerber, Leiter Leben AXA Winterthur:
«In der beruflichen Vorsorge konnten wir bei den teilautonomen Lösungen weiterhin erfreulich wachsen: Fast ein Drittel des erweiterten Neugeschäftsvolumens machen inzwischen teilautonome Lösungen aus. In der Vollversicherung setzen wir unsere selektive Zeichnungspolitik fort. Im Einzellebengeschäft zeichnen wir Einmaleinlagen ebenfalls selektiv, das Geschäftsvolumen bei den Jahresprämien ist dank stabilem Neugeschäft hingegen wachsend.»

Erste Anbieterin einer umfassenden Vorsorge

Seit Juli 2017 bietet die AXA Winterthur Krankenzusatzversicherungen und digitale Dienstleistungen rund um die Gesundheitsvorsorge an. Kunden können aus einem Angebot von verschiedenen Lösungen im Bereich Krankenkassenzusatzversicherungen wählen und werden auf Wunsch jeweils im Herbst beim Wechsel zur für sie optimalen Grundversicherung unterstützt. Um eine unabhängige Beratung gewährleisten zu können, verzichtet die AXA auf allfällige Vermittlungsprovisionen von Krankenkassen. Mit diesen Angeboten ist die AXA Winterthur die erste Anbieterin einer umfassenden Vorsorge im Schweizer Markt.

Der Eintritt in den Gesundheitsvorsorgemarkt ist Teil der Unternehmensstrategie «Strategie 2020», welche auf den drei Pfeilern «Digitalisierung des Kerngeschäfts», «Erschliessung neuer Geschäftsfelder» und «Weiterentwicklung der Unternehmenskultur» fusst.
Im Kerngeschäft setzt die AXA Winterthur mit der «Strategie 2020» auf operative Exzellenz, um künftig noch einfacher, praktischer und damit kundenfreundlicher zu werden, gerade auch im digitalen Kontakt. Darüber hinaus will der grösste Schweizer Versicherer in den beiden Ökosystemen Mobilität und Gesundheitsvorsorge innovative Produkte und Services entwickeln, welche die Kundenbedürfnisse in diesen Bereichen ganzheitlich abdecken sollen.

Antimo Perretta, CEO AXA Winterthur:
«Unsere Vision ist es, Freiräume für unsere Kunden zu schaffen und so zu einem unverzichtbaren Partner in allen Lebenslagen zu werden. Mit unserer Strategie haben wir den richtigen Weg in diese Richtung eingeschlagen.»

Quelle: AXA
03.08.2017

27.7.2017

Ostermundigen – PVS BIO bereitet Teilliquidation vor

Die Teilliquidation der Personalvorsorgestiftung Bolligen-Ittigen-Ostermundigen (PVS BIO) rückt näher. Die Vorbereitungen seien im Gang, teilte die Kasse am Donnerstag mit.
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Seit diesem Jahr ist die PVS BIO eine reine Ostermundiger Angelegenheit. Denn Ittigen und Bolligen sind per Ende 2016 ausgestiegen. Sie mussten allerdings noch Millionenbeiträge für die Sanierung einschiessen.

In Ostermundigen lehnte das Stimmvolk eine Finanzspritze von gut 31 Millionen Franken ab. Am kommenden 24. September entscheidet die Bevölkerung nun über einen neuen Lösungsvorschlag. Die Gemeinde soll sich entweder der Personalvorsorgekasse der Stadt Bern oder der Pensionskasse SHP anschliessen.

Lehnt das Volk beide Varianten ab, würden die rund 190 Gemeindeangestellten in der eigenen, sanierungsbedürftigen Kasse bleiben. Die Suche nach einer Lösung begänne von vorne.

Die PVS BIO schloss das Jahr 2016 – das letzte mit allen drei Gemeinden – mit einem soliden Ergebnis ab, wie sie am Donnerstag mitteilte. Der Deckungsgrad verbesserte sich leicht auf 72,6 Prozent. Daraus dürfe allerdings kein Trend abgeleitet werden, mahnt der Stiftungsrat.

Zum einen kann er nicht ausschliessen, dass weitere Wertberichtigungen auf zwei untergeordneten Anlagegefässen vorgenommen werden müssen. Zum anderen werden im Rahmen der Teilliquidation rund 57 Millionen Franken Vorsorgekapital von total 121 Millionen in neue Vorsorgeeinrichtungen fliessen.

Die Sanierungsmassnahmen müssen gemäss den gesetzlichen Vorschriften fortgesetzt werden. Der neue Stiftungsrat ist seit Anfang 2017 an der Arbeit. Bei seinen Entscheiden will er «die Weichenstellung der zuständigen Organe von Ostermundigen berücksichtigen und auf die Wahrung der Versicherten-Interessen achten».

Quelle: Berner Oberländer
27.07.2017

29.5.2017

HOTELA – Erfreuliches Kundenwachstum und gute Resultate im Jahr 2016

Im vergangenen Geschäftsjahr verzeichneten vier der fünf Sozialversicherungen der HOTELA ein deutliches Kundenwachstum. Auch die Geschäftsergebnisse entwickelten sich positiv. Ein gutes Resultat präsentiert insbesondere die Vorsorgestiftung: Dank einer ausgezeich­neten Jahresrendite stieg ihr Deckungsgrad auf 101.4%.

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Im Berichtsjahr 2016 konnte die HOTELA eine erfreulich hohe Zahl neuer Kunden gewinnen. In der AHV, der Familienausgleichskasse, der Krankenkasse und der Unfallversicherung betrug das Kundenwachstum zwischen 1.8 und 3.6 Prozent. In der Vorsorgestiftung erreichten die Kunden­zahlen das Niveau des Vorjahrs. Zu den neuen Kunden beim Krankentaggeld und bei der Unfallversicherung zählen verschiedene grössere Hotels und Hotelgruppen. Hinzu kommen immer mehr Pflegeheime, die sich bei der HOTELA versichern lassen. «Wir sehen in verschiedenen Berei­chen Wachstumspotenzial, das wir im Interesse unserer Gründer­verbände, Kunden und Versicherten nutzen wollen», erklärt HOTELA-Generaldirektor Michael Bolt. Stimmen die vier Gründerverbände hotelleriesuisse, senesuisse, Schweizer Reise-Verband (SRV) und Swiss Snowsports zu, können schon bald weitere Verbände und ihre Mitglieder von den HOTELA-Angeboten profitieren.

Die Geschäftsergebnisse der fünf Sozialversicherungen zeigen – auch dank der sehr guten Finanz­resultate – eine positive Entwicklung. «Als Sozialversicherer ist unsere Geschäftstätigkeit auf den langfristigen Erfolg ausgerichtet. Deshalb verfolgen wir von der Prämiengestaltung bis zur Anlagetätigkeit eine auf Nachhaltigkeit und Sicherheit ausgerichtete Strategie»

Quelle: Hotela
29.05.2017

24.5.2017

AXA Winterthur: Solides Ergebnis in der Beruflichen Vorsorge

Die AXA Winterthur weist in der Beruflichen Vorsorge 2016 ein solides Betriebsergebnis von 215 Millionen Franken vor. Das Neugeschäft konnte um 6,5 Prozent auf 230 Millionen Franken gesteigert werden. Im Geschäft mit der Mindestquote kamen wiederum 91 Prozent den Versicherten zu Gute.

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Die AXA Winterthur kann in der Beruflichen Vorsorge für das Berichtsjahr 2016 ein solides Ergebnis vorweisen. Die Prämieneinnahmen sanken um rund 681 Millionen Franken (-9,0 Prozent) auf 6,9 Milliarden Franken (2015: 7,5 Milliarden Franken) als Folge des reduzierten Risikotarifs per 1. Januar 2016 sowie des Entscheids, keine Freizügigkeitspolicen mehr anzubieten. Dieser Entscheid führte zu einem Rückgang der Einmaleinlagen für Freizügigkeitsleistungen um 772 Millionen Franken. Die Versicherungsleistungen stiegen im gleichen Zeitraum um 7,7 Prozent auf 7,3 Milliarden Franken (2015: 6,7 Milliarden Franken). Der Gewinn aus dem Geschäft mit der Beruflichen Vorsorge sank um rund 7 Prozent auf 215 Millionen Franken (2015: 231 Millionen Franken).

Erneutes Wachstum im teilautonomen Geschäft

Bei 406’183 aktiv Versicherten (2015: 414’259) setzten sich die 6,9 Milliarden Franken Prämieneinnahmen aus 3,6 Milliarden Franken Einmaleinlagen (-14,6 Prozent) und 3,3 Milliarden Jahresprämien (-1,9 Prozent) zusammen. Das klassische Neugeschäft (APE) betrug im vergangenen Jahr 230 Millionen Franken, was einem Anstieg um 6,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Das erweiterte Neugeschäft (EAPE), in das die Sparbeiträge aus teilautonomen Versicherungslösungen einfliessen, erhöhte sich um 23,7 Prozent. Aufgrund des Rückgangs der aktiv Versicherten stiegen die Kosten pro Versicherten auf 448 Franken (Vorjahr: 424 Franken).

Zwei Milliarde Franken für die Versicherten

Im Geschäft, das der Mindestquote unterstellt ist, verzeichnete die AXA 2016 einen massgebenden Umsatz von rund 2,3 Milliarden Franken. Davon kamen 91 Prozent oder rund 2,1 Milliarden Franken den Versicherten zu Gute: Sie erhielten 1,5 Milliarden Franken in Form von erbrachten Leistungen, 572 Millionen Franken als Aufbau von zusätzlichen Rückstellungen für künftige Leistungen und rund 35 Millionen Franken konnten als Zuweisung an den Überschussfonds verbucht werden. Das Betriebsergebnis für das Geschäft, das der Mindestquote unterstellt ist, ging leicht zurück auf 206 Millionen Franken (Vorjahr: 211 Millionen Franken).

Umverteilung leicht unter Vorjahresniveau

Die Umverteilung von den aktiv Versicherten zu den Neurentnern konnte erfreulicherweise leicht reduziert werden. Positive Auswirkungen hatte dabei vor allem die schrittweise Senkung des Umwandlungssatzes im Überobligatorium auf 5 Prozent bis 2018. Die Umverteilung betrug 2016 allerdings immer noch 811 Millionen Franken (2015: 827 Millionen Franken). Rund 241 Millionen Franken entfallen auf den Ausgleich des Umwandlungssatzverlustes im laufenden Jahr. Im anspruchsvollen Umfeld von anhaltenden Tiefzinsen und Anlagenotstand für die Investition von Kapitalgeldern erreichte die AXA eine angemessene Kapitalrendite netto auf Buchwerten von 2,86 Prozent (2015: 3,17 Prozent).

«Das Geschäft in der beruflichen Vorsorge bleibt sehr anspruchsvoll», fasst Thomas Gerber, Leiter Leben zusammen. «Vor diesem Hintergrund sind wir mit dem Ergebnis zufrieden. Einerseits konnten wir die Rückstellungen für die Versicherten weiter verstärken, andererseits die systemfremde Umverteilung von den aktiv Versicherten zu den Rentnern leicht reduzieren. Zudem erreichten wir in einem schwierigen Anlageumfeld eine ansprechende Rendite.»

Position Reform Altersvorsorge 2020

Am 24. September 2017 stimmt die Schweizer Stimmbevölkerung über die Reform Altersvorsorge 2020 ab. Die AXA unterstützt die Reform Altersvorsorge 2020 in der Gesamtbetrachtung. Die Reform ist für die mittelfristige finanzielle Stabilität des 3-Säulen-Systems und für die Reduktion der systemfremden Umverteilung in der beruflichen Vorsorge dringend notwendig. Damit wird in der 2. Säule ein wichtiger Schritt in Richtung Generationenfairness gemacht. Die AXA unterstützt die Vorlage, obwohl die Lebensversicherer über zwei technische Punkte nicht glücklich sind. «Wir gewichten die Senkung des Umwandlungssatzes, die Angleichung des Rentenalters und die Flexibilisierung der Pensionierung höher», führt Antimo Perretta, CEO der AXA Winterthur aus. «Diese Reform ist besser als der Status Quo und ohne Reform müssten wir wieder bei null anfangen. Die Reform Altersvorsorge 2020 ist der erste Schritt, es braucht klar weitere Reformen.»

Quelle: AXA
24.05.2017

24.5.2017

Pensionskasse Muri – Pensionskasse wird saniert

Der Pensionskasse Muri fehlen nach wie vor mehrere Millionen Franken. Jetzt soll das Problem endgültig behoben werden. Der Grosse Gemeinderat hat weiteren temporären Sanierungsmassnahmen zugestimmt.

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Geflickt wird am Loch in der ­Pensionskasse der Einwohnergemeinde Muri schon länger: 2010 mussten die Versicherten erste Leistungskürzungen über sich ergehen lassen und die Arbeit­geber ihrerseits höhere Beiträge leisten. 2014 folgten weitere Massnahmen: Die Pensionskasse wurde neu als Beitragsprimat aufgebaut.

Zudem wurden die Arbeitgeber erneut zu temporär höheren Beiträgen verdonnert (5,3 Prozent der versicherten Löhne). Und auch die Versicherten mussten Abstriche machen, indem man den Umwandlungssatz von 6,8 Prozent auf 6 Prozent senkte – eine Massnahme, die für die Betroffenen dereinst eine tiefere Altersrente bedeutet.

«Unschöne Vorlage»

Ganz über dem Berg ist Muris Pensionskasse wegen der schlechten Zinslage auf den Finanzmärkten aber auch heute noch nicht. Zwar hatte die ­Pensionskasse, der nebst der Einwohnergemeinde auch die Gemeindebetriebe (GBM) und das ­Alterszentrum Alenia angeschlossen sind, 2016 einen Deckungsgrad von 93,5 Prozent und ist damit deutlich besser aufgestellt als noch 2008, als er 85,3 Prozent betrug. Gut ist die aktuelle Unterdeckung aber trotzdem nicht.

Der Grosse Gemeinderat hat deshalb gestern einstimmig Ja gesagt zu einer weiteren Sanierungsrunde. Dies, obwohl das vom Gemeinderat vorgebrachte Geschäft eine «unschöne Vorlage» sei, wie Raphael Racine (SP) bemerkte. «Leider sind weitere Massnahmen aber unerlässlich», stellte Matthias Gubler (FDP) fest. Das Parlament stimmte ihm von links bis rechts zu.

Befristet auf fünf Jahre

Nun wird bereits ab Juli 2017 zulasten der Versicherten der Umwandlungssatz weiter heruntergeschraubt – auf 5,2 Prozent. Ihre Sparguthaben werden zudem neu mit 0 statt wie bisher mit 1 Prozent verzinst. Die drei Arbeitgeber ihrerseits müssen weiter einen Sanierungsbeitrag von 5,3 Prozent der versicherten Löhne leisten.

Die Massnahmen sind jedoch befristet auf die nächsten fünf Jahre. Dann sollten die insgesamt benötigten 5,8 Millionen Franken beisammen sein, wovon der Beitrag der Gemeinde – also letztlich der Steuerzahler – knapp 2 Millionen Franken beträgt. Danach dürfte der Deckungsgrad wieder bei 100 Prozent liegen – und an der Pensionskasse vorerst fertig geflickt sein.

Quelle: Berner Zeitung
24.05.2017

23.5.2017

Pensionskasse Solothurn – Schreinerei und vier Häuser weichen einem Neubau

Rüdtligen-Alchenflüh: Das Ortsbild im Zentrum verändert sich: An der Burgdorfstrasse ist ein Mehrfamilienhaus mit 23 Wohnungen ­vorgesehen. Und gleich in der ­Nähe – auf der Bärenmatte – wird seit längerem ein Pflegezentrum geplant.

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Das Dorfzentrum beim Bahnhof Alchenflüh ist nicht gerade eine architektonische Augenweide. Vorwiegend ältere Gebäude stehen rund um den Gasthof Bären und die gegenüberliegende Bärenmatte. Diese, eigentlich eine schöne, grüne Wiese, ist durch einen Parkplatz verunstaltet, der auch immer wieder als Abstellplatz missbraucht wird. Doch schon bald dürfte sich das Ortsbild Rüdtligen-Alchenflühs verändern.

Seit vergangenem Sommer ist bekannt, dass auf der Bärenmatte ein Pflegezentrum gebaut werden soll (wir berichteten). Die Solviva AG aus Winterthur plant einen viergeschossigen Bau mit etwa fünfzig Betten sowie kleinen Wohnungen im vierten Geschoss. Solviva will nach eigenen Angaben zwischen 15 und 20 Millionen Franken investieren.

Das Ende der Schreinerei

Gemeinderatspräsident Kurt Schütz sagte denn auch, dieses Projekt werde das Dorfzentrum aufwerten. Nun dürfte der Gemeinderat umso mehr dieser Meinung sein, denn es ist in unmittelbarer Nähe ein weiteres grösseres Bauprojekt aufgegleist geworden.

Die Pensionskasse des Kantons Solothurn will sechs Liegenschaften an der Burgdorfstrasse abbrechen und ein Mehrfamilienhaus mit 23 Wohnungen und Einstellhalle errichten. Die Pensionskasse tritt als Investorin auf und hat das Projekt «schlüsselfertig von der Totalunternehmung IGD Grüter AG in Dagmersellen gekauft», liess ein Vertreter der Pensionskasse ausrichten.

Zum Projekt selbst äussert sich Alois Grüter, CEO der Totalunternehmung. Seine Firma hat sich das Areal mit den Hausnummern 1 bis 7 von der Erbengemeinschaft Kräuchi gesichert. Danach habe er einen Investor gesucht und in der Pensionskasse des Kantons Solothurn gefunden, so Grüter. Die Schreinerei Kräuchi ist derzeit noch auf dem Areal an der Burgdorfstrasse ansässig. Sie werde aber altershalber eingestellt und die zwei von der Schreinerei genutzten Gebäude bis ­Ende Juli geräumt.

In den Wohnhäusern sei zuletzt nur noch eine Wohnung bewohnt gewesen und diese werde bis Ende Mai ebenfalls leer, erklärt Grüter. Wann genau gebaut wird, ist allerdings noch offen. Derzeit liegt das Baugesuch auf der Rüdtliger Gemeindeverwaltung öffentlich auf. Die Einsprachefrist läuft noch bis zum kommenden Montag.

ÖV- und Autobahnanschluss

Laut dem Firmeninhaber sind die Liegenschaften teilweise stark sanierungsbedürftig und nicht schützenswert. Deshalb sei es kein Problem, diese abzureissen und ein neues Haus zu bauen. Grüter spricht von einer interessanten Lage mitten im Dorfzentrum. Nebenan sei der Bahnhof, zudem bestehe ein optimaler Autobahnanschluss. Auch die ­Gemeinde habe ihr Interesse signalisiert, dass dort etwas Neues entstehe, sagt er.

Laut Grüter sind die Wohnungen hauptsächlich für Paare und Alleinstehende gedacht. «Natürlich sind auch Familien willkommen, allerdings ist die Frage, ob sie so zentral und gleich an der Strasse wohnen wollen. Wir rechnen eher mit Interessenten, denen eine zentrale Lage wichtig ist.» Er kann sich zudem gut ­vorstellen, dass ältere Menschen dort einziehen, gerade auch, weil nebenan ein Pflegezentrum entsteht. «Da können wir bestimmt Synergien nutzen», sagt Grüter überzeugt.

Keine Lärmschutzwand nötig

Das Grundstück grenzt zudem an die Bahnlinie. Eine Lärmschutzwand sei jedoch nicht vorgesehen. Die Strasse erzeuge mehr Lärm als die Bahn, sagt er. Es gebe natürlich Richtwerte, die eingehalten werden müssten. Mit der jetzigen Planung werde das erfüllt. Es könnten zum Beispiel Lärmschutzfenster eingebaut werden.

Die Parzelle an der Ecke Bernstrasse/Burgdorfstrasse wird laut Grüter maximal ausgenutzt, ohne dass aber Ausnahmebewilligungen nötig wären. Das bedeute, dass die Platzverhältnisse während der Bauzeit sehr eng würden. Letztlich sei das aber eine Frage der Organisation und sei mit etwas mehr Kosten verbunden, sagt er. Insgesamt wird mit Investitionen von etwa 7,7 Millionen Franken gerechnet.

Quelle: Berner Zeitung
23.05.2017

23.5.2017

Pensionskasse Aarau – Städtisches Personal will Pensionskasse gar nicht wechseln

Die städtischen Angestellten Aaraus lehnen den Wechsel der Pensionskasse ab – gegen den Willen des Einwohnerrats.

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Der Aarauer Einwohnerrat hat an seiner Sitzung Anfang Mai entschieden, dass der Stadtrat die Verträge mit der Pensionskasse der Stadt Aarau per Ende 2017 kündigen und die Pensionskasse der städtischen Angestellten zur Trianon Sammelstiftung (Mobiliar) zügeln soll.

Doch das letzte Wort hatten die städtischen Angestellten als Hauptprotagonisten. Und diese lehnten den Wechsel am Montag haushoch ab. Das bestätigt Hans Umbricht, Präsident des Personalverbandes. Bei 518 Stimmberechtigten gingen 305 gültige Stimmzettel ein. Nur 31 stimmten für ein Ja, 274 für ein Nein – das sind über 89 Prozent.

«Die Diskussionen im Vorfeld liessen zwar auf ein Nein schliessen», sagt Hans Umbricht, «aber wir waren doch überrascht, wie hoch es ausfiel.» Eine Erklärung hat der Präsident des Personalverbandes nicht. «Ich kann mir höchstens vorstellen, dass man nicht alles an private Versicherungen abtreten will, sondern weiterhin Mitsprache wünscht», sagt Umbricht.

«An Personal vorbeipolitisiert»

In einer später verschickten Mitteilung führten die Gewerkschaft VPOD Aarau und der Personalverband weitere Gründe an, die zur Ablehnung geführt hatten. Darunter das Nicht-Einhalten von Corporate-Governance-Regeln bei der Trianon, der «unsichere Verlauf der Kosten der Risiko- und Verwaltungsprämien sowie die hohe Abhängigkeit von einem Rückversicherer bei der Festsetzung der Umwandlungssätze bei Neurentnern und Neurentnerinnen».

Grundsätzlich, so die beiden Verbände, sei man der Meinung, dass kein Handlungsbedarf bestehe und die Unsicherheiten bei einem Wechsel zu hoch seien: «Die auf den ersten Blick guten Umwandlungssätze wären nur für 2 Jahre und die tiefen Risikoprämien für 3 Jahre garantiert gewesen.»

Die Diskussion über einen Wechsel der Pensionskasse geht aufs Konto der Freisinnigen. Deren ehemaliger Einwohnerrat Mario Serratore hatte 2014 eine entsprechende Motion eingereicht. FDP-Stadtrat Hanspeter Hilfiker sagte an der Einwohnerratssitzung, die Trianon-Lösung bringe der PK in den nächsten 15 Jahren eine substanziell bessere Struktur. Die Finanz- und Geschäftsprüfungskommission (FGPK) beantragte Ablehnung – aufgrund eines Stichentscheids von FGPK-Präsident Daniel Siegenthaler (SP). Der Rat hiess den Antrag des Stadtrats aber mit 25:12 Stimmen gut.

Der VPOD und der Personalverband konstatierten: «Stadtrat und Einwohnerrat politisieren an ihren Angestellten vorbei.» Sie drückten ihr Bedauern aus, dass «aufgrund von Fehleinschätzungen und bestimmten Partikularinteressen Geld ausgegeben wurde, welches in der Stadtkasse für andere Projekte bitternötig ist». 2016 hatte der Einwohnerrat einen Kredit von 120 000 Franken für die von der Motion Serratore geforderte Evaluation gesprochen.

Quelle: Aargauer Zeitung
23.05.2017

22.5.2017

Weniger Leistungseinbussen für Nidwaldner Neurentner

Um die maximalen Leistungseinbussen für Neurentner abfedern zu können, will die Nidwaldner Regierung das Pensionskassengesetz anpassen. Sie schlägt vor, die Mittel dafür neu aus dem ehemaligen Teuerungsfonds zu verwenden.

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Nach der Auswertung der Vernehmlassung hätten sich keine Veränderungen ergeben, teilte die Staatskanzlei am Montag mit. Die Regierung verabschiedete darum die dazu notwendige Teilrevision des Gesetztes über die kantonale Pensionskasse an den Landrat.

Nach der Auswertung der Vernehmlassung hätten sich keine Veränderungen ergeben, teilte die Staatskanzlei am Montag mit. Die Regierung verabschiedete darum die dazu notwendige Teilrevision des Gesetztes über die kantonale Pensionskasse an den Landrat.

Quelle: Luzerner Zeitung
22.05.2017