13.4.2017

Pensionskasse St. Gallen: Der Viertel-Kompromiss

KANTON ST.GALLEN ⋅ Jetzt mischt sich die Regierung in die Pensionskassen-Debatte ein: Die 200 Millionen seien keineswegs ein umfassendes Sanierungsangebot. Sie schlägt nun eine andere Variante vor.
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Die St.Galler Pensionskasse und ihre Versicherten sollen selber schauen, wie sie aus dem Schlamassel herauskommen. Diese Haltung vertritt die Finanzkommission des Kantonsparlaments. Sie steht damit nicht allein. «Weshalb soll ich als Steuerzahler die Kasse der Staatsangestellten sanieren? Wenn meine Kasse in Schieflage gerät, muss ich auch mit meinem Portemonnaie bluten.» So tönt es nicht nur am Stammtisch – so tönt es in weiten Kreisen. 200 Millionen Franken soll der Kanton in die Hand ­nehmen und sich damit an der Sanierung der Pensionskasse der Staatsangestellten beteiligen. Der Vorschlag stammt nicht von den Versicherten. Die Regierung hatte ihn auf den Tisch gelegt – oder eben dem Kantonsparlament unterbreitet. Eine umstrittene Idee, wie die vergangenen Wochen gezeigt haben. Die Regierung liess es draussen stürmen und hielt sich zurück. Doch nun meldet sie sich zu Wort. Ihre Adressaten sind die Mitglieder des Kantonsparlaments; sie entscheiden in zehn Tagen über die Einlage für die Pensionskasse.

Die 200 Millionen Franken hätten nichts mit der aktuellen Sanierung der Pensionskasse zu tun. Dazu habe deren Stiftungsrat im Dezember ein Sanierungskonzept verabschiedet – mit dem Ziel, die Kasse langfristig und nachhaltig zu sichern. Unabhängig davon sei eine nochmalige Einlage notwendig, hält die Regierung fest. «Die Ursache dafür liegt in der Vergangenheit.» Die aktiven Versicherten sollen nicht die Lasten der ungenügenden Ausfinanzierung der Kasse tragen und damit die Renten der Pensionierten und der Übergangsgeneration finanzieren müssen. Es gehe nicht an, sie deswegen zusätzlich zu belasten. Die Regierung spricht von einer «Altlast».

Experten hatten gewarnt, die Kasse würde unter zu optimistischen Parametern in die Selbstständigkeit geschickt; das Parlament schlug ihre Warnungen damals in den Wind. Die Kasse ist seit 2014 selbstständig. Das St.Galler Stimmvolk hatte der Ausfinanzierung der Pensionskassen des Staatspersonals und der Volksschullehrer 2013 zugestimmt; beide Kassen hatten eine Unterdeckung ausgewiesen. Die Ausfinanzierung kostete damals knapp 290 Millionen Franken; davon trugen die Versicherten einen Viertel.

150 statt 200 Millionen als Lösung?

Dieser Beitrag sei nicht der einzige der Kantonsmitarbeitenden gewesen, erinnert die Regierung. Sie erwähnt die Erhöhung der Pensionskassen-Beiträge, die Ausdehnung der Beitragspflicht bis 65 Jahre und den Wechsel vom Leistungs- ins Beitragsprimat. Das Sanierungskonzept des Stiftungsrats sehe weitere Massnahmen «mit wesentlicher Beteiligung der Mitarbeitenden» vor. Die Finanzkommission wirft dennoch die Frage auf, ob sich die Staatsangestellten nicht erneut mit 25 Prozent – wie schon 2013 – an der aktuellen Einlage beteiligen sollten. Die Regierung hält nichts von dieser «Viertelslösung». Sie bringt eine andere ins Spiel: Wenn «gespart» werden wolle, dann werde besser der Ausfinanzierungsbetrag um einen Viertel auf 150 Millionen Franken gekürzt. «Dies im Sinne eines Kompromisses.» Es wäre zudem administrativ weit einfacher und hätte den Vorteil, dass die Vergangenheitsbewältigung baldmöglichst abgeschlossen werden könnte», begründet die Regierung.

Im Vergleich mit anderen Kantonen «günstig»

Ob 200 oder 150 Millionen Franken: Es bleibt ungewiss, ob sich das Kantonsparlament dahinter stellt. Und falls ja, ob sich in der späteren Volksabstimmung eine Mehrheit findet. Vor vier Jahren hatten bürgerliche Politiker argumentiert, das Volks-Ja wäre bei einem höheren Beitrag gefährdet. Auch heute dürften sich die Stimmberechtigten die Frage stellen, ob fast 500 Millionen Franken innert weniger Jahre für die Sanierung der Pensionskasse der Kantonsangestellten nicht etwas gar viel Geld sei. Im nationalen Vergleich kommen die St.Galler Steuerzahler noch immer günstig weg. Zahlreiche Kantone mussten bei der Sanierung und Ausfinanzierung ihrer Pensionskassen Milliardenbeiträge einschiessen. Beispiele sind Aargau, beide Basel und Zürich.

Ein weiteres Handicap: Das Thema ist nicht sonderlich eingängig, die Zusammenhänge sind kompliziert und nur Insidern und Experten bis ins Detail verständlich. Die Regierung weiss darum, jedenfalls hält sie fest: «In der direkten Demokratie liegt es in der Verantwortung der Behörden, Vorlagen – auch wenn sie komplex sind – dem Souverän zu unterbreiten und dabei die Zusammenhänge klar, sachlich und transparent darzustellen.»

Quelle: Tagblatt
13.04.2017

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12.4.2017

Schweizerischer Arbeitgeberverband: Nein zur Altersvorsorge 2020

Der Schweizerische Arbeitgeberverband hat die Nein-Parole zur Volksabstimmung über die Reform Altersvorsorge 2020 vom 24. September 2017 beschlossen. Die Arbeitgeber erteilen mit ihrem Votum einem unsolidarischen und unterfinanzierten AHV-Ausbau eine Absage. …mehr

Die Mitglieder des Schweizerischen Arbeitgeberverbands (SAV) haben sich an ihrer Vorstandssitzung gegen die Altersvorsorgereform 2020 ausgesprochen, über die das Stimmvolk am 24. September 2017 befindet. Die Arbeitgeber lehnen eine Vorlage ab, die das Parlament – entgegen den Reformzielen und trotz der Ablehnung von «AHVplus» – zu einer überladenen Ausbauvorlage umfunktioniert hat, statt die Altersvorsorge nachhaltig auf eine stabile finanzielle Basis zu stellen. Die strukturellen Probleme, darunter die chronisch defizitäre AHV-Kasse und die Pensionierungswellen der geburtenstarken Jahrgänge, werden nicht nur ausgeblendet, sondern sogar verschärft. So übersteigen die Kosten des AHV-Ausbaus bereits 2030 die Mittel, die durch die Erhöhung des Frauenrentenalters auf 65 Jahre frei werden.

Eine weitere Schwäche der Reform liegt im unsolidarischen Giesskannenprinzip des AHV-Ausbaus. Monatlich werden 70 Franken an alle Neurentner und sogar bis zu 226 Franken an alle Neurentnerehepaare verteilt – unabhängig von ihrer finanziellen Situation und ungeachtet dessen, ob sie von der Senkung des Mindestumwandlungssatzes in der beruflichen Vorsorge betroffen sind. Der Ausbau, für den viele bezahlen und von dem nur wenige profitieren, führt zu einer AHV zweier Klassen. Zu den grossen Profiteuren zählt die Übergangsgeneration zwischen 45 und 65 Jahren. Sie wird dank Zahlungen aus dem Sicherheitsfonds von der Senkung des Mindestumwandlungssatzes in der zweiten Säule verschont und kommt dennoch in den Genuss des AHV-Zustupfs von jährlich 840 Franken.

Die Reform gefährdet überdies den Zusammenhalt zwischen den Generationen. Auf der Verliererseite stehen bisherige Rentner, welche die berufliche Vorsorge aufgebaut haben, aber selber keine Chance mehr haben, ihre Pensionskassenrenten aufzubessern. Vielmehr müssen sie eine im Portemonnaie spürbare Erhöhung der Mehrwertsteuer verkraften, die den AHV-Ausbau mitfinanziert. Schlechter gestellt werden – wie dies bereits bei der deutlich verworfenen AHVplus-Initiative der Fall gewesen wäre – ausgerechnet jene bedürftigen Rentner, denen im Gegenzug zum AHV-Zustupf die steuerbefreiten Ergänzungsleistungen (EL) gekürzt werden. Die grössten Lasten werden aber den Jungen und nachkommenden Generationen aufgebürdet. Sie bezahlen die Zeche für den AHV-Ausbau, da sie ab 2030 zusätzlich zur weiter wachsenden Anzahl Rentner für die ungedeckten Checks der Reform geradestehen müssen.

Eine Annahme der unterfinanzierten Ausbauvorlage würde bereits mittelfristig trotz der Erhöhung der Mehrwertsteuer um 0,6 Prozent sowie der Lohnbeiträge um total 0,7 Prozent wieder grosse Löcher in die AHV-Kasse reissen und den Druck zu weiteren Reformen mit zwangsläufig einschneidenderen Sanierungen erhöhen. Bereits 2025 müsste die nächste Reform umgesetzt werden. Der unsolidarische AHV-Ausbau für arm und reich erhöht daher letztlich nur den Druck, das Rentenalter rascher anheben zu müssen. Die Arbeitgeber stehen weiterhin zu einer Reform der Altersvorsorge mit sicheren Renten auf heutigem Niveau, erteilen einem unsolidarischen AHV-Ausbau aber eine klare Absage. Lehnt das Schweizer Volk am 24. September 2017 zum zweiten Mal innert Jahresfrist einen für unser wichtigstes Sozialwerk gefährlichen Giesskannenausbau ab, wird der Weg endlich frei für eine echte Reform der Altersvorsorge für sichere Renten in beiden Säulen. Teure Experimente hat unsere AHV nicht verdient.

Denn ein Scheitern der Vorlage an der Urne bedeutet nicht das Ende des Reformprozesses. Die zentralen Elemente sind bekannt und liegen auf dem Tisch. Statt einer überladenen Reform braucht es danach zügig separate und verdaubare Portionen, wie sie die Wirtschaft seit Beginn des Reformprozesses stets gefordert hat. Dabei sind die heute selbst von linken Kreisen geforderten Massnahmen anzugehen: als erstes die Angleichung des Rentenalters für Männer und Frauen auf 65. Zweitens braucht es eine Senkung des Mindestumwandlungssatzes mit angemessener Kompensation innerhalb der beruflichen Vorsorge, wozu der Nationalrat einen grundsätzlich gangbaren Weg vorgezeichnet hat. Drittens müssen die politischen und sozialpartnerschaftlichen Akteure in einem sorgfältig zu erarbeitenden breiten Konsens aufzeigen, wie mittelfristig das immer schlechter werdende Umlageverhältnis in der AHV durch eine schrittweise und sozialverträgliche Erhöhung des Rentenalters langfristig sichergestellt werden kann.

Kontakt:

Roland A. Müller, Direktor, Tel. 079 220 52 29,
mueller@arbeitgeber.ch

Martin Kaiser, Ressortleiter Sozialpolitik, Tel. 079 517 68 26,
kaiser@arbeitgeber.ch

Quelle: Presseportal.ch
12.04.2017

30.3.2017

Pensionskasse St. Gallen – Staatsangestellte gehen auf die Strasse

Das Fass ist voll: Mitarbeiter des Kanton wollen den Entscheid der Finanzkommission nicht hinnehmen und protestieren mit einer Kundgebung in der St.Galler Innenstadt dagegen. Dies, weil die versprochene Einmaleinlage in die Pensionskasse nicht bezahlt werden soll. …mehr

Der damalige Finanzchef, Regierungsrat Martin Gehrer hatte 2014 den Mitarbeitenden des Kantons St.Gallen 202,5 Millionen Franken versprochen, falls der technische Zinssatz der Pensionskasse von 3,5 auf 3 Prozent gesenkt werden muss. Der Kantonsrat widersprach nicht, denn der Kanton hatte als Arbeitgeber der Pensionskasse bei der Verselbständigung nicht genügend Mittel mitgegeben.

Doch jetzt, wo die Pensionskasse dieses Geld braucht, weil die Tiefzinsperiode Probleme verursacht, weigert sich die Finanzkommission, das Versprechen einzulösen. Nach monatelanger Verzögerung des Geschäftes will sie nun gar nicht mehr darauf eintreten. Argumente der Personalverbände, der Gewerkschaften und der Pensionskasse selbst, verhallten ungehört.

Damit hat die Finanzkommission das Fass zum Überlaufen gebracht, wie es in einer Mitteilung der Personalverbändekonferenz des Kantons St.Gallens heisst. „Am 20. April werden die in der Personalverbände-Konferenz zusammengeschlossenen Organisationen daher ihre Anliegen auf die Strasse tragen.“ Mit dabei sind alle grossen Verbände und Gewerkschaften: der Kantons- und Gemeindepersonalverband, der VPOD, die Polizei, die Gesundheitsberufe, die Lehrkräfte bis hin zu den Richtern und Chefärzten. Ein grosser Aufmarsch soll den Kantonsrat in der Frühlingssession dazu bewegen, die Einmaleinlage doch zu bewilligen – gegen den Antrag der Finanzkommission, wie es weiter im Communiqué heisst.

Zeichen der allgemeinen Unzufriedenheit

Zudem ist  die Kundgebung auch ein Zeichen der allgemeinen Unzufriedenheit. „Die Mehrheit im St.Galler Kantonsrat tritt den Mitarbeitenden gegenüber schon seit Jahren feindlich auf“, stellt Maria Huber, Präsidentin der Personalverbände-Konferenz fest. Seit 2011 haben die Staatsangestellten, das Gesundheitspersonal und die Lehrkräfte keine Reallohnerhöhung mehr gesehen. Die Mittel für individuelle Lohnaufbesserungen oder Stufenanstiege kürze das Parlament bei jeder Budgetdebatte aufs Neue. „Selbst von Dritten oder vom Bund vollständig refinanzierte Stellen hat das Parlament gestrichen“, so Huber.

Anfangs dieses Jahres hat die Ratsmehrheit ausserdem durchgedrückt, dass auch langfristig – im Aufgaben- und Finanzplan des Kantons bis 2020 – statt der beantragten 0,8 Prozent nur noch 0,4 Prozent der Lohnsumme für individuelle Lohnverbesserungen zur Verfügung stehen darf.

Unmut auf Strasse kundtun

Wie es weiter in der Mitteilung heisst, haben sich die Verbände zu einem Signal entschieden und werden ihren Unmut auf der Strasse kundtun. Dies, weil nun auch noch die versprochene Einmaleinlage in die Pensionskasse gestrichen werden soll.

Die letzte Kundgebung der vom Kanton angestellten Mitarbeitenden fand vor fünf Jahren statt. Im November 2012 versammelten sich rund 5000 Menschen und erreichten, dass der Kantonsrat auf direkte Lohnkürzungen verzichtete. Allerdings beschloss er eine pauschale Budgetreduktion. Die Verbände erwarten nun auch diesmal, dass die Mehrheit des Kantonsrates das dem Personal gegenüber abgegebene Versprechen einhalten wird.

Quelle: Tagblatt
30.03.2017

29.3.2017

Schriller Machtkampf um die BVK

Zwischen der Pensionskasse BVK und dem Personalverband VPOD sind die Fronten verhärtet. Der Verband brüskiert vor den Wahlen eigene Stiftungsräte, spricht von einer Demontage der Kasse und von Geheimnistuerei. …mehr

Mit wem man auch spricht, es wird sofort emotional. Sei es mit Lilo Lätzsch, der Präsidentin des Stiftungsrats der Zürcher BVK. Sei es mit Christoph Lips, dem pensionierten Sekretär der Gewerkschaft VPOD, der eigens für den Streit um die Pensionskasse wieder aktiviert wurde. Oder sei es mit Ernst Joss und Guido Suter, die den VPOD im BVK-Stiftungsrat vertreten, bei den Wahlen im Mai wieder antreten – von ihrem eigenen Verband nun aber nicht mehr unterstützt werden.

Die Wahl des Stiftungsrats: Sie lässt alte Geschichten hochkommen, sie entflammt aber auch einen Grundsatzstreit. Aus der Vergangenheit an die Oberfläche dringen die Korruptionsaffäre, die 2012 in einem parlamentarischen Untersuchungsbericht aufgearbeitet wurde, die nötig gewordene Sanierung der Kasse, ihre Wandlung in eine privatrechtliche Stiftung auf das Jahr 2014 und die massive Lohnerhöhung, die der frisch installierte Stiftungsrat dem CEO der BVK gewähren wollte und die dann unter Druck vonseiten der Politik und der Öffentlichkeit halbiert wurde. Der Grundsatzstreit entzündet sich hauptsächlich an der Frage, ob der auf dieses Jahr hin wirksame Vorsorgeplan 2017 angemessen ist – oder einer Demontage der Kasse gleichkommt, wie es der VPOD formuliert. Konkret beträgt der technische Zinssatz nur noch 2 Prozent, zudem wurden die Sparbeiträge um 15 Prozent erhöht. Für Abfederungsmassnahmen wurden 950 Millionen Franken reserviert.

Massnahmen sollen revidiert werden

Am Dienstag nun hatten Christoph Lips und der VPOD ihren grossen Auftritt. Im Zentrum Karl der Grosse in Zürich erklärten sie, was der Stiftungsrat alles falsch gemacht habe und warum sie in den bevorstehenden Wahlen ihre eigenen Leute nicht mehr unterstützten, und sie präsentierten gleich 9 Kandidatinnen und Kandidaten für die 9 Sitze der Arbeitnehmer im 18-köpfigen Stiftungsrat der BVK, die ein Vorsorgevermögen von über 30 Milliarden Franken verwaltet und über rund 115 000 Versicherte verfügt – so viele wie keine andere Schweizer Pensionskasse. Nicht alle der Kandidaten sind VPOD-Mitglieder, lassen sich aber von der Gewerkschaft portieren, was bemerkenswerte Konstellationen ergibt. VPOD-Kandidaten sind so etwa Lorenz Schreiber, Präsident des Bezirksgerichts Andelfingen, Calista Fischer, Kommunikationsbeauftragte der Universität Zürich, Stefan Reimann, Bausekretär der Stadt Uster, und die Betriebsökonomin Andrea S. Fuchs-Müller. Weitere Kandidaten des Personalverbands sind Stefan Giger, Barbara Bresgott, Regina Stauffer, Irene Willi und Claudia Geiss.

Für Lips ist ein zentrales Ziel, möglichst viele VPOD-Kandidaten in den Stiftungsrat zu bringen, um erstens den Vorsorgeplan 2017 wieder anzupassen und zweitens die Kommunikation dieses Gremiums zu verbessern. Der Vorsorgeplan gehe voll zulasten der Versicherten. Die Arbeitgeber dagegen würden entlastet, indem die Sanierungsbeiträge in der Höhe von 2,5 Prozent wegfielen. Er kenne keine Kasse, die einschneidende Massnahmen ohne solidarische Beiträge der Arbeitgeber beschliesse, sagte Lips. Der Kanton stehle sich aus der Verantwortung, und der Stiftungsrat lasse ihn gewähren: Das gleiche Muster habe sich gezeigt, als Letzterer beschlossen habe, im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre auf eine Haftungsklage gegen den Kanton beziehungsweise gegen die verantwortlichen Regierungsräte zu verzichten.

Umstrittene Geheimhaltung

Der Stiftungsrat habe von Anfang an eine schlechte Figur gemacht – damit meinte Lips die eigenen Vertreter offensichtlich mit. Dass die unverständliche Lohnerhöhung für den BVK-CEO bekanntgeworden sei, habe dazu geführt, dass sich der BVK-Stiftungsrat ein rigides Geheimhaltungs-Reglement auferlegt habe. Heute sei die Kommunikation mit Versicherten und Sozialpartnern unterirdisch, sagte Lips. Dass die VPOD-Stiftungsräte Ernst Joss und Guido Suter dies nicht einsähen, habe dazu geführt, dass der Verband sie nun nicht unterstützen könne, ergänzte VPOD-Kampagnenleiter Fabio Höhener. Der neue Kandidat Lorenz Schreiber, selber Jurist, sagte, das Reglement könne durchaus so angepasst werden, dass mehr Transparenz möglich sei. Wer wie stimme und wer im BVK-Stiftungsrat welche Ansichten vertrete, sei eine relevante Information, die bekannt sein müsse. Ohne dieses Wissen könnten sich die Versicherten kein Bild von der Arbeit der einzelnen Stiftungsratsmitglieder machen.

Gutachten weist wenig Spielraum aus

Lilo Lätzsch, Präsidentin des BVK-Stiftungsrats und Präsidentin des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbands, lässt die Vorwürfe nicht gelten. Die Arbeitgeber würden nicht entlastet, entgegnet sie. Insgesamt müssten diese aufgrund des Vorsorgeplans 2017 deutlich mehr zahlen. Zwar fielen die Sanierungsbeiträge von 2,5 Prozent tatsächlich weg. Dafür müssten sie deutlich höhere Sparbeiträge der Aktivversicherten zahlen. Bezüglich der Schweigepflicht meint Lätzsch, dass die Kommunikation des Stiftungsrats durchaus verbessert werden könne. Denkbar sei, gewisse Informationen explizit als nicht vertraulich zu taxieren. Nicht infrage komme aber die vom VPOD erhobene Forderung, dass bekanntwerden müsse, wer an Stiftungsratssitzungen was sage und wie stimme. Lätzsch sagt: «Das geht selbstverständlich nicht – wie in jeder anderen Kollegialbehörde vom Gemeinde- bis zum Bundesrat.» Auch zwei Gutachten hätten deutlich gezeigt, dass der Spielraum aufgrund der BVG-Gesetzgebung klein sei. Beim Gutachten der Zürcher Rechtswissenschafterin Isabelle Häner habe der VPOD sogar bezüglich der Fragestellung mitgewirkt – negiere nun aber das Resultat.

Erschwert werde diese Diskussion, weil das Misstrauen des VPOD grenzenlos sei – er lasse seit Jahren kein gutes Haar am BVK-Stiftungsrat. Und sie fügt an: «Wenn gegenseitiges Vertrauen herrscht, kann man natürlich eher einen offenen Austausch pflegen, als wenn die Fronten verhärtet sind.» Es gehe mittlerweile so weit, dass mit dem VPOD keine Gespräche mehr möglich seien. Der Verband lasse jeden realistischen Blickwinkel vermissen.

Den Vorsorgeplan 2017 verteidigt Lätzsch. Es sei eine austarierte Lösung, welche die Interessen aller Versicherten berücksichtige. Um die Übergangsjahre für jene voll auszufinanzieren, die nicht mehr lange genug Sparkapital äufnen könnten, wären aber 3,6 Milliarden Franken nötig gewesen. Verfügbar gewesen seien im Rahmen der herrschenden politischen Finanzrealität 950 Millionen Franken. Die jetzige Lösung sei fair. In einem Punkt gibt Lätzsch dem VPOD indes recht: Sie ist enttäuscht vom Kanton, weil er sich zurückziehe und niemanden aus der Regierung oder der Verwaltung in den Stiftungsrat delegiere. Die Arbeitsbedingungen des Kantons seien zentral, da müsste der Regierungsrat Verantwortung übernehmen, findet Lätzsch.

«Populistische Fundamentalopposition»

Von dem Liebesentzug durch den VPOD vor allem betroffen sind die amtierenden BVK-Stiftungsratsmitglieder Ernst Joss und Guido Suter, die beide seit vielen Jahren im VPOD aktiv sind. Die fehlende Unterstützung ärgere ihn, sagt Joss, schliesslich sei er ein gestandenes Mitglied des VPOD. Tatsächlich gilt der ehemalige Mittelschullehrer als Gewerkschafter alter Schule, der gegenüber seinem Verband loyal ist und als Vertreter der Pensionierten immer noch im Vorstand der VPOD-Sektion Lehrberufe wirkt. Joss ergänzt aber, er sei überzeugt, dass er trotz der offiziellen Parole von vielen VPOD-Mitgliedern gewählt werde – «weil sie wissen, dass wir gut arbeiten».

Enttäuscht ist Joss vom für die BVK zuständigen VPOD-Sekretär Roland Brunner und von dessen Vorgänger Christoph Lips, der in diesem Dossier immer noch mitmischt. Lips sei kürzlich an einem öffentlichen Anlass des VPOD Lehrberufe minutenlang über den angeblich asozialen BVK-Stiftungsrat hergezogen, erzählt Joss. Als er etwas habe entgegnen wollen, habe man ihn nicht sprechen lassen. Diese Diskussionsverweigerung sei gravierend und ein Ausdruck davon, wie stark sich die Fronten zwischen der BVK und dem VPOD verhärtet hätten. Ohne ihn und Guido Suter einzubeziehen, betreibe der VPOD eine populistische Fundamentalopposition. Dass der Verband sogar versucht habe, Gemeinden und andere Anschlüsse auf dieses Jahr zu einem Kassenwechsel zu bewegen, sei nicht in Ordnung. Eine inakzeptable Fehlleistung sei gewesen, dass Anschlüssen per E-Mail als Alternative die Pensionskasse Profond empfohlen worden sei – eine Kasse notabene, die bekannt sei für eine aggressive Anlagestrategie mit sehr hohem Aktienanteil.

«Grundsatzkritik tragen wir nicht mit»

Das Bedürfnis nach mehr Transparenz könne er durchaus nachvollziehen, sagt derweil Guido Suter. Das geltende Reglement sei tatsächlich strikt: Aus Stiftungsratssitzungen dürfe kein Komma nach aussen dringen. Die Rechtsgutachten hätten die geltende Praxis aber als zwingend taxiert. Sein Standpunkt sei darum: «Wenn es Gesetze und Reglemente gibt, halte ich mich daran. Wer etwas ändern will, muss das Gesetz ändern.» Schade sei, dass die gemeinsame Ebene verloren gegangen sei.

Völlig einsam sind Suter und Joss allerdings nicht: Unterstützt werden sie vom Dachverband VPV, den Vereinigten Personalverbänden des Kantons Zürich. Dessen Präsident Peter Reinhard sagt: «Die Grundsatzkritik des VPOD tragen wir nicht mit.» Die Beziehung zum VPOD sei darum gegenwärtig kalt, sagt Reinhard. «Die Leute im Stiftungsrat machen aber eine gute Arbeit, setzen sich auch für die Arbeitnehmer ein – wir unterstützen sie.»

Quelle: NZZ
29.03.2017

29.3.2017

Mehr Zwang beim Zwangssparen

Die Politik erhöht den Druck beim obligatorischen Sparen in der 2. Säule gleich zweifach. Erstens ­sollen wir mehr einzahlen. Zweitens sollen wir das Geld nicht mehr als Kapital, sondern nur noch als Rente beziehen. …mehr

Eine Reform jagt die andere. Soeben hat das Parlament die grosse Reform der Altersvorsorge gezimmert, die am 24. September an die Urne kommt. Noch vorher, im Juni, beginnt im Ständerat die Debatte über die Reform der ­Ergänzungsleistungen (EL).

Am Dienstag hat die Sozialkommission dazu erste Vorentscheide gefällt. Die zwei Projekte überlagern sich in einem politisch sensiblen Punkt: Beide ­sehen beim ­obligatorischen Teil der 2. Säule (Pensionskassen) wichtige Veränderungen vor, die sich gegenseitig verstärken.

Der Verdacht

Zuerst einmal wird mit der Renten­reform das staatlich erzwungene Alterssparen markant ausgebaut. Hier geht es um das Doppelproblem der tiefen Renditen und der gestiegenen Lebenserwartung. Als Reaktion darauf will das ­Parlament mit der Reform den Mindestumwandlungssatz der Pensionskassen senken, womit es künftig pro angespartem Franken weniger Rente gibt. Das ­effektive Rentenniveau soll aber nicht sinken.

Deshalb müssen Arbeitnehmer zusammen mit ihren Arbeit­gebern in Zukunft während des gesamten Berufslebens mehr Geld in die Pensionskasse ein­zahlen. So erhöht sich zum Beispiel das Zwangssparen bis zur Pensionierung für einen Angestellten mit einem Lohnniveau von 4500 Franken im Monat um insgesamt 30’000 Franken.

Unmittelbar betroffen sind zwar nur etwa 15 Prozent ­aller Angestellten, da die Mehrheit in Pensions­kassen versichert ist, deren Leistungen über das obligatorische Alterssparen hinausgehen.

Doch zusammen mit der EL-Reform sind plötzlich alle Angestellten betroffen. Hier setzt der Bundesrat den Hebel ebenfalls bei der 2. Säule an. Er will die Möglichkeiten einschränken, das angesparte Geld bei der Pensionierung als Kapital zu beziehen, statt es in monatliche Renten ­umwandeln zu lassen.

Konkret will der Bundesrat verbieten, im Rahmen der obligatorischen ­Vorsorge angesparte Gelder als ­Kapital zu beziehen. Stattdessen müsste man sich diesen Teil des Kapitals neu zwingend in eine Rente umwandeln lassen. Dieser Vorschlag war zwar bisher umstritten, die Sozialkommission des Ständerats hiess ihn gestern aber einstimmig gut, wie aus ihrer Mitteilung hervorgeht.

Die Einschränkungen beim Kapitalbezug sollen dazu bei­tragen, dass künftig weniger Rentner auf EL angewiesen sind. Dahinter steht der Verdacht, dass die Rentner das bezogene Kapital weniger gut verwalten und an­legen werden als ihre Pensionskasse. Oder dass sie es im schlimmsten Fall verprassen, im Wissen, dass sie danach EL beantragen können.

«Schnell ausgegeben»

Der Bundesrat formuliert es in der Botschaft freundlicher: «Das Altersguthaben kann schnell ausgegeben werden. Ist es einmal aufgebraucht, steht die betroffene Person unter Umständen mittellos da.» Eine Rente hingegen garantiere ein regelmässiges Einkommen während der gesamten Dauer des Rentenalters, auch wenn man sehr alt werde.

Die Beschränkung des Kapitalbezugs wirkt sich zusammen mit dem Ausbau des obligatorischen Sparens in der Rentenreform flächen­deckend aus. Bei allen Arbeit­nehmern – auch bei jenen in gross­zügigen Pensionskassen – entfällt künftig ein grösserer Teil des Alterskapitals auf das ­Obligatorium. Und dieses soll von der Kapitalauszahlung neu ausgeschlossen werden.

Geld für Selbstständige?

Der Bundesrat will den Schutz der obligatorischen Vorsorge mit der EL-Reform noch anderweitig ausbauen. Wer sich selbstständig macht, kann heute als Starthilfe einen Teil ­des Pensionskassen­kapitals beziehen. Auch dies wäre neu nur noch bei dem Teil erlaubt, der über das Obligatorium hinausgeht. Hier ist aber mit Widerstand zu rechnen.

Die Mehrheit der Kommission will den ­Kapitalbezug in diesen Fällen nicht verbieten, sondern nur einschränken.

Quelle: Berner Zeitung
29.03.2017

29.3.2017

Pensionskasse Kanton Solothurn – Trotz Mitgliederverlust gibt man sich kämpferisch

Die Verwaltungskommission nimmt Stellung zu einer Interpellation von SP-Kantonsrat Simon Bürki aus Biberist. …mehr

Wenn die Pensionskasse Kanton Solothurn (PKSO) in den letzten zwei Jahren mehrere Mitglieder mit Anschlussvertrag verloren hat, dann kann ihr das nicht egal sein. Und es ist ihr auch nicht egal, wie die Antworten auf eine Interpellation von SP-Kantonsrat Simon Bürki (Biberist) deutlich machen.

«Selbstverständlich will die PKSO ihre Mitglieder behalten», unterstreichen die Verantwortlichen. Und: «Mit verschiedenen Massnahmen soll weiteren Austritten entgegengetreten werden.» Anstelle der Regierung antwortet die Verwaltungskommission der PKSO auf einen Grossteil der Fragen, die mögliche Folgen der Vertragskündigung von Anschlussmitgliedern zum Inhalt haben.

Seit Januar 2015 ist die Pensionskasse Kanton Solothurn als selbstständige öffentlich-rechtliche Anstalt organisiert und trägt damit die Verantwortung für sämtliche strategische und operative Belange.

Strategieprojekt eingeleitet

«Mit dem Austritt von Anschlussarbeitgebern verschlechtern sich die Leistungen nicht,» hält die Verwaltungskommission zunächst einmal fest. Und zwar auch dadurch nicht, dass der heute gültige Anschlussvertrag es möglich macht, nur mit den aktiv Versicherten in eine neue Vorsorgeeinrichtung zu wechseln.

«Die Renten der dem austretenden Arbeitgeber zugeordneten Rentner sind grundsätzlich finanziert», heisst es. Die PK-Verantwortlichen sprechen weiter davon, dass derzeit ein neuer Anschlussvertrag in Vorbereitung sei, ohne allerdings auf die geplanten Inhalte einzugehen.

Um weitere Austritte wenn möglich zu verhindern, habe die Verwaltungskommission jetzt ein Strategieprojekt eingeleitet, lässt die Verwaltungskommission wissen. Dabei sollen unter anderem die «Bedürfnisse der Mitglieder genau analysiert und Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt werden». Mehrere Anschlussmitglieder haben vor allem deshalb die PKSO verlassen, weil sie «andere Leistungsangebote oder Anlagestrategien suchten».

Eine neue, flexibler auf die Bedürfnisse der Anschlussmitglieder ausgerichtete Strategie, werde unter Umständen aber eine Anpassung des Pensionskassengesetzes nötig machen, gibt die Verwaltungskommission zu bedenken. Was die Organisationsform betrifft, sei eine Sammel- oder auch eine Gemeinschaftsstiftung möglich. An einer Arbeitgebertagung vom 30. August 2017 will die Pensionskasse den Austausch mit ihren Anschlussmitgliedern suchen.

Verzinsung des Altersguthabens

Ganz grundsätzlich unterstreicht die PKSO ihre Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich mit privaten und öffentlich-rechtlichen Pensionskassen. Mit der im Jahr 2016 erzielten Anlagerendite von 4,2 Prozent etwa sei die Solothurner Pensionskasse im Vergleich zu anderen Vorsorgeeinrichtungen in der «oberen Hälfte» angesiedelt.

Wie die «Schweizer Pensionskassenstudie 2016» der Swisscanto Vorsorge AG aufzeigt, könne die PKSO bei den technischen Eckwerten namentlich im Vergleich mit anderen öffentlichen Kassen gut mithalten. Bei der Verzinsung des Altersguthabens allerdings lag die PKSO 2016 mit 1,25 Prozent (=BVG-Mindestzinssatz) unterhalb des Durchschnitts von 1,79 Prozent.

Konkret an die Regierung richtet Simon Bürki die Frage, ob es nicht Sinn machen würde, wenn diese einen «grösseren Einfluss» auf die PKSO haben würde. Schliesslich müsse der Kanton im Fall einer Unterdeckung der Kasse Sanierungsbeiträge auf den Löhnen der Arbeitnehmenden zahlen. Der Regierungsrat habe das «vom Bundesrecht vorgegebene Potenzial der Einflussnahme auf die PKSO weitgehend» ausgeschöpft, heisst es in der Antwort.

Quelle: Grenchner Tagblatt
29.03.2017

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29.3.2017

Pensionskasse Apenzell Ausserrhoden – 16 Millionen für die Renten

Das Tiefzinsumfeld macht der Pensionskasse Appenzell Ausserrhoden zu schaffen. Deshalb soll der Umwandlungssatz erneut gesenkt werden. Für die beteiligten Arbeitgeber kommt das teuer zu stehen. …mehr

Höhere Sparbeiträge der Versicherten und Arbeitgeber, Millioneneinlagen und eine schrittweise Senkung des Umwandlungssatzes: Die geplanten Massnahmen zur langfristigen Stabilisierung der Pensionskasse Appenzell Ausserrhoden (PKAR) dürften noch für Diskussionen sorgen. Ein Element des Pakets, das auf den 1. Januar 2018 in Kraft treten soll, ist ein Zuschuss von sechs Millionen Franken der Arbeitergeber, die an der Vorsorgeeinrichtung angeschlossen sind. Gemäss dem Verteilschlüssel müsste beispielsweise der Kanton rund 2,2 Millionen Franken beisteuern, der Spitalverbund 1,1 Millionen Franken und die Gemeinde Herisau 537 000 Franken. Über diese Massnahme entscheiden der Kantonsrat und allenfalls das Stimmvolk. Eine entsprechende Teilrevision des Gesetzes über die Pensionskasse war bis Mitte Februar in der Vernehmlassung. Die drei anderen Vorschläge kann demgegenüber die Verwaltungskommission als oberstes Organ der PKAR selbst beschliessen.

Vorgesehen ist, mit den Einlagen der Arbeitgeber und der PKAR die durch die Reform entstehenden Einbussen bei den künftigen Rentnern auf höchstens drei Prozent zu begrenzen. Diese ergeben sich aufgrund der ab 2021 schrittweisen Senkung des Umwandlungssatzes auf 5,4 Prozent im Jahr 2023. Ein Beispiel: Hat jemand zu diesem Zeitpunkt ein Alterskapital von 100 000 Franken angespart, erhält er jährlich 5400 Franken als Rente. Mit dem seit 1. Januar 2014 gültigen Vorsorgereglement wurde die Reduktion des Umwandlungssatzes bis 2020 auf sechs Prozent beschlossen. Die bereits laufenden Altersrenten sind von der Senkung nicht betroffen. «Die Verwaltungskommission hat ein aus ihrer Sicht ausgewogenes Gesamtpaket ausgearbeitet», sagt Nathalie Teta-Ender, Geschäftsführerin der PKAR. Falls der Kantonsrat die Arbeitgeber zur Einlage verpflichte, werde auch die Pensionskasse eine einmalige Zahlung in Höhe von 10 Millionen Franken vornehmen. Diese finanziellen Mittel stammten aus den Reserven, sagt Teta-Ender.

18-Jährige müssen künftig Sparanteil leisten

Einen Beitrag zu Stabilität der PKAR müssen nebst den Arbeitgebern auch die Arbeitnehmer leisten. So sieht das Massnahmenpaket eine Erhöhung der Sparbeiträge bis Alter 42 um 0,75 Prozent des versicherten Jahreslohns vor. Wer 42-jährig und älter ist, muss künftig gar 1,25 Prozent mehr zahlen. Auf diese Weise wird bei der Pensionierung ein höheres Sparguthaben vorhanden sein, wodurch die Folgen des tieferen Umwandlungssatzes teilweise ausgeglichen werden. Dazu trägt auch eine weitere vorgesehene Änderungen der PKAR bei. Demnach sollen Arbeitnehmer bereits ab 18 Jahren mit dem Sparen für die Altersvorsorge beginnen. Heute liegt die Schwelle bei 25 Jahren.

Die PKAR ist seit 2014 selbstständig. Bei ihr versichert sind unter anderen die Kantonsangestellten, die Mitarbeitenden des Spitalverbunds, die Lehrkräfte an den Volksschulen und das Personal einiger Ausserrhoder Gemeinden. Ende 2015 betrug der Deckungsgrad 101 Prozent. Dies bedeutet, dass die künftigen Verpflichtungen der Vorsorgeeinrichtung knapp gedeckt sind. Damit steht sie im Vergleich zu anderen öffentlich-rechtlichen Vorsorgeeinrichtungen gut da. Als Grund für den Handlungsbedarf nennt Nathalie Teta-Ender nebst der steigenden Lebenserwartung die anhaltende Tiefzinsphase auf dem Kapitalmarkt. Sie rechne auf absehbare Zeit weiterhin mit niedrigen Anlageerträgen. Weil der Umwandlungssatz zu hoch sei, gebe es eine Umverteilung von den aktiv Versicherten zu den Rentnern. Experten gehen von künftigen Umwandlungsverlusten bei der PKAR von drei bis vier Millionen  Franken jährlich aus.

Quelle: Tagblatt.ch
29.03.2017

27.3.2017

Sammelstiftung Vita erzielt Anlagerendite von 3,7%

Die Sammelstiftung Vita hat 2016 eine Rendite von 3,7% erzielt. Dank ihrer erfolgreichen Anlagestrategie bietet die grösste teilautonome Vorsorgeeinrichtung ihren Versicherten eine stabile Verzinsung der Vorsorgevermögen. …mehr

Im anhaltenden Negativzinsumfeld hat die Sammelstiftung Vita 2016 mit ihren verwalteten Vermögen eine Jahresrendite von 3,7% erwirtschaftet. Mit diesem Ergebnis liegt sie im Median der wichtigsten Pensionskassenindices. Alle Anlageklassen des breit diversifizierten Anlageportfolios der Sammelstiftung Vita erzielten 2016 positive Renditen. Die Details finden Sie im Anlagereporting per 31. Dezember 2016.

Versicherte profitieren von stabilen und hohen Zinsen

Dank dem 2013 eingeführten Vorsorgemodell profitieren die Versicherten der Sammelstiftung Vita auch 2017 von einer stabilen und hohen Verzinsung ihres Alterskapitals: 2% Zinsen erhalten sie auf ihre obligatorischen Guthaben, 2,5% auf die überobligatorischen Guthaben.

Das innovative Vorsorgemodell sieht vor, dass die Sammelstiftung Vita in anlagestarken Jahren Zinsreserven bildet mit Vermögenserträgen, die den Zieldeckungsgrad   von   106%   am   31.   Oktober   übersteigen.   Aus   diesen Zinsreserven schüttet die Sammelstiftung Vita über fünf Jahre gestaffelt eine Zusatzverzinsung an die Versicherten aus. Dieses sichere Modell führt über die Jahre zu einer ausgeglicheneren Verzinsung der Altersguthaben und ermöglicht es der Sammelstiftung Vita, auch 2017 die Altersguthaben 1% über dem BVG- Mindestzins zu verzinsen.

Mit über 20’000 Firmen die grösste teilautonome Sammelstiftung

Die  Sammelstiftung  Vita  ist  mit  rund  120’000  Versicherten  und  über  20’000 Firmen  die  grösste  teilautonome  Sammelstiftung  der  Schweiz.  Sie  verwaltet Vorsorgegelder in der Höhe von CHF 11,8 Milliarden.

Quelle: Vita
27.03.2017

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27.3.2017

Pensionskasse mit positivem Ergebnis

Die Basellandschaftliche Pensionskasse konnte im letzten Jahr einen positiven Abschluss feiern und die Performance deutlich steigern. …mehr

Die Jahresrechnung 2016 der Basellandschaftlichen Pensionskasse (BLPK) schliesst mit einem Plus von 88,4 Millionen Franken. Die Gesamtperformance bei den Anlagen stieg gegenüber dem Vorjahr von 1,0 auf 3,9 Prozent. Die BLPK habe dieses Resultat dank einer breiten Diversifikation und einer langfristigen Anlagestrategie erarbeitet, heisst es in einer Mitteilung vom Montag. Das wirtschaftliche Umfeld sei dennoch herausfordernd und von weltweiten Unsicherheiten geprägt gewesen. Der konsolidierte Deckungsgrad erhöhte sich von 101,3 auf 103,0 Prozent. Die rund 60 voneinander unabhängigen Vorsorgewerke, die von der BLPK als Sammeleinrichtung verwaltet werden, weisen dabei unterschiedliche Deckungsgrade auf. Diese lagen gemäss Mitteilung indes alle bei mindestens 100 Prozent.

Die Jahresrechnung 2015 hatte die BLPK mit einem Minus von 116,5 Millionen Franken abgeschlossen. Die Deckungsgrade der einzelnen Vorsorgewerke lagen zwischen 97,5 und 119,6 Prozent.

Die Jahresrechnung 2016 der Basellandschaftlichen Pensionskasse (BLPK) schliesst mit einem Plus von 88,4 Millionen Franken. Die Gesamtperformance bei den Anlagen stieg gegenüber dem Vorjahr von 1,0 auf 3,9 Prozent. Die BLPK habe dieses Resultat dank einer breiten Diversifikation und einer langfristigen Anlagestrategie erarbeitet, heisst es in einer Mitteilung vom Montag. Das wirtschaftliche Umfeld sei dennoch herausfordernd und von weltweiten Unsicherheiten geprägt gewesen. Der konsolidierte Deckungsgrad erhöhte sich von 101,3 auf 103,0 Prozent. Die rund 60 voneinander unabhängigen Vorsorgewerke, die von der BLPK als Sammeleinrichtung verwaltet werden, weisen dabei unterschiedliche Deckungsgrade auf. Diese lagen gemäss Mitteilung indes alle bei mindestens 100 Prozent.

Die Jahresrechnung 2015 hatte die BLPK mit einem Minus von 116,5 Millionen Franken abgeschlossen. Die Deckungsgrade der einzelnen Vorsorgewerke lagen zwischen 97,5 und 119,6 Prozent.

Massnahmen eingeleitet

Im Januar hatte die BLPK mitgeteilt, dass sie wegen der schwierigen Bedingungen an den Anlagemärkten verschiedene Massnahmen einleitet. Unter anderem wird der technische Zinssatz per 1. Januar 2018 von 3,00 Prozent auf 1,75 Prozent gesenkt. Der Umwandlungssatz wird zwischen 2019 und 2022 zudem in vier Schritten von 5,80 Prozent auf 5,00 Prozent reduziert.

Bei der BLPK sind mehr als 24’600 Berufstätige von rund 200 Arbeitgebenden versichert. Darunter sind der Kanton Basel-Landschaft, Gemeinden, Hochschulen, Spitäler und Altersheime. Über 10’300 Personen bezogen im vergangenen Jahr eine Rente. Das Gesamtvermögen der BLPK beträgt rund 8,9 Milliarden Franken.

Quelle: Basler Zeitung
27.03.2017

25.3.2017

Was droht den städtischen Angestellten?

Nach dem Paukenschlag zur Pensionskasse beginnt das grosse Feilschen hinter den politischen Kulissen. Im Visier der Mitte-rechts-Parteien steht der Umwandlungssatz. …mehr

Zum wiederholten Male braucht die Pensionskasse der städtischen Angestellten eine Finanzspritze. Die Stadt als Arbeitgeberin will dieses Geld aus dem ordentlichen Haushalt holen. Doch nun wehren sich bürgerliche und Mitteparteien dagegen, dass die Steuerzahler 144 Millionen Franken in die Pensionskasse einschiessen sollen – und damit die Stadt als Arbeitgeberin und die Verwaltungsangestellten als Arbeitnehmer entlastet würden.

Dass ein Sanierungsbedarf besteht, sieht zwar auch die FDP, jedoch will sie das Problem anders angehen. «Im Moment sollten vor allem mehr Leistungen von Arbeitnehmern und Arbeitgeber eingefordert werden», sagt Gemeinderat Christoph Magnusson. Betroffen davon wären Tausende Mitarbeiter der städtischen Verwaltung, welche höhere Abzüge für die zweite Säule in Kauf nehmen müssten. Der Stadtrat will genau das verhindern und befürchtet, nach den Sparrunden der vergangenen Jahre noch unattraktiver zu ­werden für die Arbeitnehmer. Kommt hinzu, dass die Mitarbeiter bereits beim stadträtlichen Modell mit Einbussen rechnen müssen. Konkret würden die Beträge für künftige Rentner um 5 bis 13 Prozent gekürzt.

«Das muss schneller gehen»

Doch Magnusson bleibt bei seiner Meinung. Eventuell könne man zusätzlich kleinere Sanierungspakete schnüren, aber «sicher nicht jetzt 144 Millionen dem Steuerzahler aufbürden».

Ganz ähnlich tönt es von SVP, CVP und GLP. Auch wenn beim komplexen Thema der Pensionskassen viele Parlamentarier noch im Trüben fischen, schiessen sich bereits jetzt alle auf einen bestimmten Aspekt ein: den Umwandlungssatz. Als Lesebeispiel für diesen technischen Begriff gilt Folgendes: Ein Umwandlungssatz von sechs Prozent bedeutet, dass bei einem Vorsorgekapital von 100 000 Franken eine lebenslängliche Altersrente von 6000 Franken pro Jahr ausbezahlt wird.

Seit die Pensionskasse der Stadt Winterthur 2013 verselbstständigt wurde, wird dieser Umwandlungssatz kontinuierlich gesenkt, 2019 wird er für das Pensionsalter 65 bei sechs Prozent zu liegen kommen. Der Stadtrat und der Stiftungsrat der Kasse wollen ihn bis 2024 auf fünf Prozent absenken.

Das müsse schneller gehen, finden die Mitte-rechts-Parteien. Eine oft genannte Möglichkeit wäre die Senkung auf sechs Prozent bereits in diesem oder im kommenden Jahr.

Verwirrung unter Politikern

Für viel Verwirrung unter den Gemeinderäten sorgte in diesem Zusammenhang eine Klausel in der städtischen Pensionskassenverordnung. Dort ist eigentlich festgeschrieben, dass der Umwandlungssatz nicht rascher gesenkt werden dürfe.

Jorge Serra, Stiftungsratspräsident der Pensionskasse der Stadt, relativiert jedoch den entsprechenden Artikel. «Wir hätten wohl die rechtlichen Möglichkeiten, den Umwandlungssatz schneller zu senken», sagt Serra. Sowohl für den Stiftungsrat als auch für den Stadtrat sei das allerdings keine Option. «Wer kurz vor der Pensionierung steht, muss einen gewissen Vorlauf und auch Rechtssicherheit haben.» Deshalb sei wiederum auch der vorgestern präsentierte Massnahmenplan, der eine Senkung auf fünf Prozent vorsieht, auf sieben Jahre ausgelegt.

Davor, den Umwandlungssatz zu senken oder die Beitragszahlungen für die städtischen Mitarbeiter zu erhöhen, hatten Serra und Stadtpräsident Michael Künzle (CVP) bereits bei der Medienkonferenz am Donnerstag gewarnt. Man müsse aufpassen, dass die Solidarität nicht «zu arg strapaziert» werde.

Quelle: der Landbote
25.03.2017

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23.3.2017

Winterthurer Pensionskasse braucht noch mehr Geld

Der Stadtrat von Winterthur hat für die Sanierung der städtischen Pensionskasse 144 Millionen Franken zurückgestellt. Ab 2020 gibts tiefere Renten. …mehr

Sie bleibt ein Sorgenkind: die Pensionskasse der Stadt Winterthur. Zwar hatten die Stimmberechtigten im Juni 2013 eine Einmaleinlage von 150 Millionen Franken für die in Schieflage geratene Kasse beschlossen. Doch jetzt zeigt sich: Das reicht nicht, um die Vorsorgeeinrichtung auf eine solide Basis zu stellen. Ein weiterer Sanierungsschritt ist nötig.

Auslöser ist das neue Vorsorgemodell, das die Pensionskasse soeben beschlossen hat und das 2020 in Kraft tritt. Wie der Stadtrat und die Pensionskasse heute mitteilten, verursacht die Umstellung auf das neue Modell Kosten von rund 160 Millionen Franken. Zudem beträgt die derzeitige Unterdeckung 110 Millionen Franken, bei einem geschätzten Deckungsgrad von 94,4 Prozent.

Stadt prüft alternative Sanierung

Wegen der angespannten Finanzlage hat der Stadtrat in der Rechnung 2016 vorsorglich erneut 144 Millionen Franken zurückgestellt. Der Betrag wird in der bisher noch nicht veröffentlichten städtischen Rechnung deutliche Spuren hinterlassen. Theoretisch könnte die Pensionskasse zwar mit einer Verlängerung und Erhöhung der Sanierungsbeiträge repariert werden, so der Stadtrat. Die Sanierungsdauer würde dann aber voraussichtlich mehr als 20 Jahre betragen, was laut den Vorgaben der beruflichen Vorsorge nicht zulässig wäre.

Deshalb prüft die Stadt jetzt die Ausfinanzierung der Kasse nach dem sogenannten Annuitätenmodell. Dabei übernimmt sie den Fehlbetrag und bezahlt diesen in jährlichen Tranchen über einen längeren Zeitraum. Die kriselnde Pensionskasse hätte so wieder einen Deckungsgrad von 100 Prozent, die Sanierungsbeiträge für Arbeitgeber und Arbeitnehmer würden entfallen und die Stadt könnte ihre Attraktivität als Arbeitgeber erhöhen, schreibt der Stadtrat. Er will nun diese Möglichkeit vertieft prüfen. Eine konkrete Vorlage käme vors Stadtparlament und vors Volk.

Kürzung bis zu 13 Prozent

Mit dem neuen Vorsorgemodell senkt die städtische Pensionskasse den technischen Zinssatz von derzeit 2,75 auf 2,25 Prozent. Der Umwandlungssatz von 6 Prozent für das Pensionsalter 65 wird stufenweise ab 2020 bis 2024 auf 5 Prozent gesenkt. Erhöhen will die Kasse dagegen die Sparbeiträge, damit das Leistungsniveau möglichst erhalten werden kann.

Dennoch sind die Einbussen für die Versicherten empfindlich. Sie müssen ab 2020 mit einer Kürzung ihrer voraussichtlichen Altersrente im Vergleich zu heute von fünf bis maximal 13 Prozent rechnen. Auf die laufenden sowie die bis Ende 2019 neu entstehenden Renten habe das neue Vorsorgemodell keine Auswirkungen, schreibt die Pensionskasse.

Die Gewerkschaft VPOD reagierte «mit grosser Besorgnis» auf die neue Entwicklung. Die beschlossenen Massnahmen seien für viele Versicherte schwer zu verdauen.

Quelle: Tages-Anzeiger
23.03.2017

23.3.2017

Pensionskasse Solothurn – «Wir sind bei den Leuten»: Pensionskasse profitiert von ausländischen Aktien

Die Pensionskasse Kanton Solothurn, darf mit den Zahlen zufrieden sein: Sie blickt auf ein gutes Geschäftsjahr zurück. Dabei wurden vor allem von Anlagen in ausländischen Aktien und Immobilien profitiert, mit 15% beziehungsweise 7.3% Rendite.  …mehr

«Wir sind bei den Leuten.» Damit kommentierte der Direktor der Pensionskasse Kanton Solothurn (PKSO) die im letzten Jahr auf den Anlagemärkten erzielte Rendite von 4,2 Prozent. Seine Bemerkung könnte man aber auch als Bekenntnis zu einer neuen, offenen Kommunikation mit der Öffentlichkeit verstanden wissen. Anfang Februar bereits gewährten Reto Bachmann und Beat Käch, Präsident der Verwaltungskommission, an einem Mediencafé einen Einblick in die damals noch provisorischen Zahlen des Anlagejahres 2016.

Heute präsentierten Bachmann und Käch, zusammen mit Alois Müller, Präsident des Anlageausschusses der PKSO, an einer Medienkonferenz in Solothurn die Zahlen des druckfrischen Geschäftsberichts 2016. Erstmals seit zehn Jahren legte die Spitze der kantonalen Pensionskasse damit öffentlich Rechenschaft ab über ihre Tätigkeit im vergangenen Jahr.

Die gute Rendite entspreche einem Vermögensertrag von 188 Mio. Franken, wie Bachmann darlegte. Dank dieses Ertrages konnten die Wertschwankungsreserven um 20 Mio. Franken auf 159 Mio. geäufnet werden. Dies wiederum führte 2016 im Vergleich zum Vorjahr zu einem Anstieg des Deckungsgrades von 103,2 auf 103,5 Prozent. Zufrieden verwies er auf die tiefen Verwaltungskosten von 158 Franken pro Destinatär. Vergleichsstudien nennen für öffentliche Pensionskassen einen Durchschnittswert von 241 Franken.

Einen Wermutstropfen stellt für Direktor Bachmann indes dar, dass im Jahr 2016 drei Organisationen mit Anschlussvertrag die Pensionskasse Kanton Solothurn verlassen haben. Von den gegen 12 000 aktiv Versicherten der PKSO gehen etwa 1500 Mitglieder (und damit 12 Prozent) auf das Konto solcher angeschlossenen Mitglieder. Um einer weiteren Abwanderung von Einwohnergemeinden oder anderen Organisationen zu begegnen, sei für 30. August eine Arbeitgebertagung für angeschlossene Mitglieder geplant.

«Hoch diversifiziertes Portfolio»

Die neue, offensive Informationsstrategie der PKSO sei eine Folge davon, dass die Kasse im Januar 2015 in die Selbstständigkeit entlassen worden ist, betonte Beat Käch. Damit unterstehe die PKSO nicht mehr der parlamentarischen Aufsicht. Aufgrund der grossen Zahl von Destinatären und einem verwalteten Vermögen von 4,7 Mrd. Franken sei das Informationsbedürfnis der Medien und der Politik aber hoch.

Die neue Infokampagne ist zudem eine vertrauensbildende Massnahme, nachdem im letzten Frühling Recherchen dieser Zeitung eine stattliche Lohnerhöhung des Direktors zutage gefördert hatten. Für Kritik sorgte insbesondere, dass die PKSO-Verantwortlichen die Details nur scheibchenweise herausrückten. Ausdruck der neuen Transparenz ist jetzt unter anderem, dass im aktuellen Geschäftsbericht erstmals die Bezüge der Verwaltungskommission sowie der ständigen Ausschüsse summarisch genannt werden. Die Entschädigungen belaufen sich auf total 208 335 Franken. Auf eine Offenlegung der Bezüge der Geschäftsleitung indes wird im Geschäftsbericht verzichtet. Die Geschäftsleitung bestehe, jedenfalls zurzeit, einzig aus Direktor Reto Bachmann, lautete dieBegründung der Verantwortlichen.

Alois Müller betonte, dass im Vergleich zu den 90er-Jahren heute eine risikoreichere Anlagestrategie nötig sei, um die Verpflichtungen der Kasse zu erfüllen. Zudem brauche es ein «hoch diversifiziertes Portfolio», um gegen mögliche Verluste bei bestimmten Anlagekategorien gewappnet zu sein. In den letzten drei Jahren habe die PKSO, so Müller, die Aktienquote des Portfolios um 5 Prozent auf aktuell 34 Prozent erhöht. Vor allem die Auslandaktien, welche die Hälfte des Aktienanteils ausmachen, hätten zur guten Gesamtperformance von 4,2 Prozent beigetragen, so Müller.

Insgesamt stieg der Wert der Auslandaktien im letzten Jahr um mehr als 10 Prozent an. Aber auch die Schweizer Aktien im PKSO-Portfolio legten um 2 Prozent zu, obwohl der Schweizer Aktienmarkt 2016 leicht im negativen Bereich schloss. Auch die anderen Anlagekategorien, also Immobilien und Obligationen, egal ob es sich dabei um ausländische oder schweizerische Werte handelt, lieferten alle einen positiven Beitrag zur Performance.

Es braucht mehr Reserven

Zu sprechen kam Alois Müller weiter auf die Wertschwankungsreserve: Diese müsste drei Mal höher sein, wenn die PKSO gegen grosse Krisen in der Währung der Finanzkrise 2008 oder der Dotcom-Krise im Jahr 2000 gewachsen sein will, gab der Präsident des Anlageausschusses zu bedenken. Der weitere Aufbau der Wertschwankungsreserve sei denn auch ein Ziel der nächsten Jahre. Neben der Äufnung von Wertschwankungsreserven fliessen wertvolle Renditen-Erträge in weitere Reserven und auch in die Aufstockung des Vorsorgekapitals der Rentner. Um total 60 Mio. Franken musste dieses im Jahr 2016 aufgestockt werden, um trotz der Senkung des technischen Zinssatzes von 2,5 auf 2,25 Prozent die versprochenen Rentenleistungen auszahlen zu können. All diese Verpflichtungen aber führen dazu, dass die Altersguthaben der aktiv Versicherten trotz der sehr guten Rendite von 4,2 Prozent im vergangenen Jahr nur mit dem BVG-Mindestzinssatz von 1,25 Prozent verzinst werden konnten.

Im laufenden Jahr werde man, so Beat Käch, versicherungstechnische Parameter wie den Umwandlungssatz (aktuell: 6,02 Prozent) und den technischen Zinssatz überdenken müssen. Beide Parameter seien aufgrund der demografischen Situation und der zu erwartenden Erträge immer noch zu hoch. Zudem wolle man einen Strategieprozess einleiten. Dabei gehe es etwa darum, über eine «Individualisierung der Anlagestrategie» zu diskutieren, sagte Käch. Diese werde vor allem den Organisationen mit Anschlussvertrag zugutekommen. Dafür aber brauche es eine Gesetzesänderung.

Quelle: Solothurner Zeitung
23.03.2017

21.3.2017

St.Galler Pensionskasse beharrt auf 200-Millionen-Einlage

Die St.Galler Pensionskasse hat die Finanzkommission zwei Mal über die geplante Einmaleinlage der Regierung von 202,5 Millionen Franken informiert. Dass die Kommission dem Kantonsrat nun Nichteintreten auf den Vorschlag empfiehlt, nimmt die Kommission mit Befremden zur Kenntnis. …mehr

Die von der Regierung beantragte Einlage von 202,5 Mio. Franken in die Pensionskasse des Staatspersonals und der Lehrer sei «mehr als nur gerechtfertigt», heisst es in einer Stellungnahme des Stiftungsrats vom Dienstag. Die Finanzkommission des Kantonsrats hatte letzte Woche Nichteintreten auf die Vorlage beschlossen.
Die Anfang 2014 verselbständigte St.Galler Pensionskasse weist heute einen Deckungsgrad auf, der mit 92 Prozent «aussergewöhnlich tief» ist. Die Ursachen liegen laut Stiftungsrat bei den Vorgängern der Kasse und bei der Ausfinanzierung durch den Kanton. Der technische Zins für die zu erwartende Rendite sei damals mit 3,5 Prozent zu hoch festgelegt worden.

Kanton in der Pflicht

Bis Ende 2013 hatte der Kanton die Vorsorgekasse für das Staatspersonal und die kantonale Lehrerversicherungskasse geführt. «Die damals Verantwortlichen schoben gewisse unangenehme Entscheide vor sich her», schreibt der Stiftungsrat. Bei der Fusion und der Verselbständigung musste die Kasse finanziell saniert werden. Der damalige Finanzdirektor Martin Gehrer versprach, bei einer Senkung des technischen Zinses trage der Kanton die Verantwortung für die Rentnerinnen und Rentner; diese Kosten seien nicht Sache der Aktivversicherten. Eine entsprechende Zusicherung der Regierung reiche, es brauche dazu keine gesetzliche Regelung.

Wenn nun dieses Versprechen nicht eingehalten werde, müssten die etwa 24’000 aktiven Versicherten mit zusätzlichen 202,5 Mio. Franken die Renten der Pensionierten finanzieren. Der Stiftungsrat hofft, «dass der Kantonsrat diesem Geschäft in der April-Session entgegen dem Antrag der Finanzkommission zustimmt».

Quelle: Tagblatt
21.03.2017

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16.3.2017

ASIP – Parlament stimmt notwendiger Reform zu – jetzt ist Überzeugungsarbeit gefragt

Der Schweizerische Pensionskassenverband ASIP beurteilt die Annahme der Vorlage „Altersvorsorge 2020“ als Chance, um die Altersvorsorge als Ganzes und insbesondere die berufliche Vorsorge zu sichern. Mit den Beschlüssen des Parlaments wird den ökonomischen und demografischen Herausforderungen Rechnung getragen. Die Stellschrauben im BVG werden neu so justiert, dass sie eher der wirtschaftlichen Realität entsprechen. Nach dem Ja des Parlamentes gilt es nun, den Versicherten und der Bevölkerung die Vorteile der Vorlage sachlich und verständlich zu erklären. Wir werden mit den Mitgliedern diskutieren, wie wir uns in der kommenden Abstimmungskampagne positionieren wollen.

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Der ASIP hat sich stets für diese Reform eingesetzt. Im Vordergrund steht die ganzheitliche Sicherung der Altersvorsorge im Bereich der 1. und 2. Säule ohne Leistungsreduktionen (vgl. u.a. Hinweise auf www.asip.ch und www.dringendereform.ch). Es ist nun notwendig, der Bevölkerung zu erklären, dass nur dank dieser Reform das heutige Rentenniveau im BVG beibehalten werden kann. Dazu gehört u.a. die Anpassung des BVG-Umwandlungssatzes an die weiterhin steigende Lebenserwartung und an das wirtschaftliche Umfeld, welches das Erzielen notwendiger Renditen erschwert. Griffige flankierende Massnahmen, tragen zur Aufrechterhaltung des BVG-Leistungsniveaus bei. Vor diesem Hintergrund sind einerseits politische Zugeständnisse und anderseits auch höhere Lohnbeiträge notwendig. Schliesslich begrüsst der ASIP das gemeinsame Referenzalter 65 für Männer und Frauen.

Die unbestritten notwendige Reform zur langfristigen Sicherung der Altersvorsorge und des heutigen Rentenniveaus im Allgemeinen und der 2. Säule im Speziellen darf jetzt nicht Opfer ideologischer Auseinandersetzungen werden. Alle Akteure müssen ihren Beitrag für einen erfolgreichen Abschluss der Reform leisten.

Der Schweizerische Pensionskassenverband ASIP mit Sitz in Zürich ist der Dachverband für rund 960 Pensions-kassen. Er vertritt über die Mitglieder rund zwei Drittel der Versicherten in der beruflichen Vorsorge sowie ein Vorsorgevermögen von über CHF 450 Mia. Der ASIP bezweckt die Erhaltung und Förderung der beruflichen Vorsorge auf freiheitlicher und dezentraler Basis und setzt sich für das Drei-Säulen-Konzept in ausgewogener Gewichtung ein.

Weitere Informationen:

Hanspeter Konrad, Direktor
Telefon +41 43 243 74 15
E-Mail konrad@asip.ch
ASIP, Kreuzstrasse 26, CH-8008 Zürich
oder Jean Rémy Roulet, Präsident (Genf); 022 949 19 19

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3.3.2017

Alternativanlagen sind im Sinn der Versicherten

Fortschrittliche Pensionskassen liefern mit Alternativanlagen beste Beweise dafür, dass sich Offenheit im Anlegen lohnt. Eine Neubeurteilung nichttraditioneller Anlagen drängt sich im Interesse aller aktiven Beitragszahler der zweiten Säule auf – nicht nur wegen des Ertragsdrucks, auch weil einige Angebote transparenter und günstiger geworden sind.

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Es lässt sich zwar nicht abstreiten, dass in einem Universum von über 20 000 äusserst heterogenen Anbietern auch schwarze Schafe auftauchen. Aber einige Manager nahmen die teils berechtigten Vorwürfe ernst und bieten heute trans­parente, kosteneffiziente und attraktive Anlagelösungen an.

Zwei Beispiele dazu: Senior Secured Loans sind Darlehen an kleine und mittelgrosse Firmen. Sie ähneln den High Yield Bonds, d. h. Anleihen von Schuldnern mit niedrigem Rating, die gemäss den Anlageregeln der beruflichen Vorsorge als traditionelle Obligationen klassifiziert werden. Loans sind aber risikoärmer, weil sie in der Kapitalstruktur einer Firma über den Anleihen liegen, besichert sind und historisch geringere Kapitalverluste wegen Firmenkonkursen erlitten.

Zudem sind die Loans als Floating Rate mit einem Zinszuschlag gegenüber Libor konzipiert. Damit sind sie bei einer Verschiebung der Zinskurve weniger preissensitiv als Anleihen. Gewisse Funds sind bis auf die einzelnen Titel transparent, falls sich Anleger dafür interessieren.

Erkennbar wird, wie umfangreich der Manager diversifiziert, welche Sektoren im Vordergrund stehen, welche Titel gefährdet erscheinen oder wie hoch die erwartete Rendite ist. Loan-ETF, die renditemässig weit hinter den kaum replizier­baren Indizes landen, sind nicht günstiger, und ebenso wenig sind es viele aktive Funds, sowohl solche für Qualitätsanleihen (Investment Grade) als auch für High Yield Bonds.

Ein zweites Beispiel sind Hedge Funds mit Trendfolgestrategien (CTA). Sie suchen mit mathematischen Modellen in zahlreichen Märkten nach Preistrends und wetten auf deren Fortsetzung. Ihr Diversifikationspotenzial ist deshalb gross. Gerade in heftigeren Krisen, wenn Aktienmärkte, Rohstoffe oder Währungen anhaltend an Wert verlieren, verhalten sich CTA im Gesamtportfolio stabilisierend.

Zentral ist ihr systematisches Anlagevorgehen. Entscheide werden nicht nach Bauchgefühl von Managern getroffen, sondern über Modelle gesteuert. Fortschrittliche Anbieter stellen diese Modelle den Anlegern zur Verfügung und zeigen ihre Positionen auf täglicher Basis.

Transparente Lösungen finden sich auch in weiteren Segmenten des Alternativmarkts, etwa in Insurance Linked Securities (Versicherungsverbriefungen wie bspw. Cat Bonds) und Private Debt Funds.

Im stark umkämpften Markt liegen die Gebühren für erstklassige Loan Funds und für ausgewählte CTA heute zwischen 0,3 und 1% jährlich ohne Performance­gebühr. Der Pauschalvorwurf, alle Alternativanlagen seien intransparent und teuer, ist unseriös und überholt.

Die Transparenz der genannten Beispiele bietet professionell aufgestellten oder beratenen Anlegern die Chance, mit Sorgfalt und Komfort in Alternative zu ­investieren. Damit dürfte sich dank geringerer Gebühren nicht nur die Diversifikation, sondern auch die erwartete Rendite verbessern, was im Niedrigzinsumfeld höchst willkommen ist.

Quelle: Finanz und Wirtschaft
03.03.2017

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