16.5.2017

Berufliche Vorsorge: Helvetia steigert Prämieneinnahmen um 4,5%

Helvetia Versicherungen hat 2016 in der beruflichen Vorsorge eine solide Entwicklung verzeichnet. Die Nachfrage von kleinen und mittleren Firmen nach Vollversicherungslösungen bleibt anhaltend hoch. Umso wichtiger ist die Reform der Altersvorsorge 2020. Helvetia will auch in Zukunft eine verlässliche Partnerin in der 2. Säule bleiben, wie sie in einer Medienmitteilung schreibt.

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Mit einem Volumen von CHF 2’661 Mio. stiegen die Prämieneinnahmen im vergangenen Geschäftsjahr gegenüber dem Vorjahr um CHF 114 Mio. oder 4.5 Prozent. Während sich die periodischen Prämien mit einem Volumen von CHF 1’215 Mio. durch eine stabile Entwicklung auszeichneten, nahmen die Einmaleinlagen um 8.3 Prozent auf CHF 1’446 Mio. zu. Grund dafür ist hauptsächlich eine Umbuchung von Überschussdepots in die Altersguthaben.

Die Anzahl Kollektivverträge sank leicht von 17’826 auf 17’809 während die Zahl der Versicherten von 219’155 auf 222’376 anstieg. Trotz des Rückgangs an Kollektivverträgen blieb die Nachfrage von Unternehmen insbesondere nach Vollversicherungsverträgen ungebrochen hoch. Angesichts der weiterhin ungünstigen Rahmenbedingungen mit zu hohen Umwandlungssätzen und der hohen Mindestverzinsung im obligatorischen Teil der beruflichen Vorsorge verfolgt Helvetia jedoch eine bewusst vorsichtige Zeichnungspolitik von neuen Kunden bei der Vollversicherung. So soll bei den bestehenden Kunden eine weitere Verstärkung der Umverteilung zu Lasten der aktiv Versicherten vermieden werden.

Vollversicherung bleibt für KMU unverzichtbar

Auf wachsendes Interesse stossen die teilautonomen Lösungen von Helvetia im Rahmen der Sammelstiftung BVG Invest oder der Kaderlösungen. Auch die Sammelstiftungen von Swisscanto, für welche Helvetia die Rückversicherung und die Geschäftsführung bereitstellt, verzeichneten eine verstärkte Nachfrage. «Angesichts der höheren Flexibilität erfreuen sich diese Lösungen wachsender Beliebtheit», kommentiert Donald Desax, Leiter Berufliche Vorsorge und Mitglied der Konzernleitung von Helvetia, diese Entwicklung.

Die Vollversicherungen, welche im Unterschied zu teilautonomen Lösungen jederzeit die volle Deckung des Altersguthabens garantieren, sind jedoch für eine Vielzahl von KMU weiterhin unverzichtbar und machen den weitaus grössten Teils des Geschäfts in der beruflichen Vorsorge von Helvetia aus. Sie bieten den Unternehmen nicht nur ein hohes Mass an Sicherheit in der 2. Säule, sondern entlasten sie auch von erheblichen administrativen Aufwendungen und regulatorischen Auflagen.

Ja zur Reform Altervorsorge 2020 trotz gravierender Nachteile

«Helvetia wird alles daran setzen, die Attraktivität der Vollversicherung mit ihren Garantien weiterhin aufrecht zu erhalten», versichert Donald Desax. Darum befürwortet Helvetia die Vorlage zur Reform der Altersvorsorge 2020. Damit die Ungleichgewichte in der Altersvorsorge nicht noch weiter anwachsen, ist eine Reform zwingend und dringend. Die Angleichung des Rentenalters von Mann und Frau und die Senkung des Umwandlungssatzes von 6.8 auf 6 Prozent sind wichtige Schritte in die richtige Richtung.

Allerdings reichen die Massnahmen nicht aus, um die Ungleichgewichte in der 2. Säule zu beseitigen. Zudem wurden mit der Reform einige Auflagen verbunden, welche den Handlungsspielraum für Anbieter von Vollversicherungen weiter einschränken. Durch die Beschränkung der Risikoprämie und durch die Auflagen bei der Zuteilung von Überschüssen wird die Flexibilität leiden, den Kunden die optimalen Lösungen für ihre Bedürfnisse in der beruflichen Vorsorge bieten zu können.

Massive Quersubventionierungen bleiben

Angesichts der weiter steigenden Lebenserwartung und der anhaltend tiefen Anlagerenditen wird auch ein Umwandlungssatz von 6 Prozent nicht reichen, um das Altersguthaben eines Neurentners bis an dessen Lebensende in eine Altersrente umzuwandeln. Der fehlende Betrag wird daher weiterhin zu Lasten der aktiv Versicherten finanziert werden müssen. «Bei einem Umwandlungssatz von 6 Prozent und einer erwarteten Kapitalanlagerendite von 2.0 Prozent beträgt die notwendige Quersubventionierung bei der Pensionierung eines 65-jährigen Mannes noch immer rund 19 Prozent seines verrenteten Kapitals», rechnet Beat Müller, Leiter Aktuariat und Mitglied der Konzernleitung von Helvetia, vor. Somit muss ein Altersguthaben von CHF 500’000 um fast CHF 100’000 aufgestockt werden, damit die Rente finanziert werden kann.

Ohne solche Quersubventionierung hätten die Risikoprämien der aktiv Versicherten im vergangenen Jahr um 80 Prozent gesenkt werden können, wie eine weitere Berechnung von Helvetia ergibt. Ein wesentlicher Teil der Risikoprämien wird in der Vollversicherung benötigt, um die Altersleistungen zu sichern. So wurden die entsprechenden Reserven bei Helvetia im vergangenen Jahr um weitere CHF 147 Mio. verstärkt, 142.7 Mio. davon in dem der Mindestquote unterstellten Geschäft.

Ausschüttungsquote über 90 Prozent

Zusammen mit den weiteren Leistungen an die Versicherten wurden in dem der Mindestquote unterstellten Geschäft 90.8 Prozent der Bruttoeinnahmen an die Versicherten ausgeschüttet. Im Geschäft, das nicht der Mindestquote unterstellt ist, betrug die Ausschüttungsquote 91.8 Prozent. Das Betriebsergebnis fiel mit CHF 70.9 Mio. gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert aus, wie aus der soeben veröffentlichten Betriebsrechnung 2016 von Helvetia hervorgeht.

Das solide Geschäftsergebnis 2016 ermöglicht nebst der garantierten Verzinsung von 1.25 Prozent bei den obligatorischen Altersguthaben eine Verzinsung der überobligatorischen Guthaben von 1.0 Prozent. Zudem kann ein Risikoüberschuss von 5 Prozent der Risikoprämien ausgeschüttet werden.

Der Betriebsaufwand der aktiv Versicherten betrug weitgehend unverändert CHF 428 pro Kopf. Und auch die Vermögensverwaltungskosten konnten mit 0.29 Prozent tief gehalten werden. Während die Performance gegenüber 2015 um 54 Basispunkte auf 2.29 Prozent gesteigert werden konnte, fiel die für das Geschäft wichtige direkte Rendite mit 2.25 Prozent nahezu unverändert aus.

Quelle: Helvetia
16.05.2017

16.5.2017

Helvetia Versicherung – Ausschüttungen in der beruflichen Vorsorge

Die Helvetia Versicherungen haben 2016 in der beruflichen Vorsorge die Ausschüttung an die Kunden im Geschäft, das der sogenannten Mindestquote unterstellt ist, leicht erhöht von 90,5 auf 90,8 Prozent.

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Gesetzlich vorgeschrieben ist ein Mindestwert von 90 Prozent. 2015 hatte die Helvetia-Gruppe diese Ausschüttung um 3,6 Prozentpunkte auf 90,5 Prozent reduziert. Im Geschäft, das nicht der Mindestquote unterstellt ist, betrug die Ausschüttungsquote im vergangenen Jahr 91,8 Prozent. Die Leistungen an Versicherte erhöhten sich 2016 leicht um 0,2 Prozent auf 713,4 Millionen Franken, wie Helvetia mitteilte. Das Prämieneinnahmen im Bereich der beruflichen Vorsorge stiegen dabei um 4,5 Prozent auf 2,66 Milliarden Franken.

Quelle: Finanz und Wirtschaft
16.05.2017

12.5.2017

Pensionskassenverband ASIP sagt mit Vorbehalten Ja zum beschlossenen Kompromiss und fokussiert sich im Abstimmungskampf auf einen Faktencheck!

ASIP-Mitgliederversammlung vom 12. Mai 2017: Altersvorsorge 2020

Der Schweizerische Pensionskassenverband ASIP hat seine Mitglieder zur Reform der Altersvorsorge befragt. Dabei wurde die Haltung des Vorstands von über 80% der antwortenden Mitglieder unterstützt. Bezüglich Gesamtbeurteilung der Vorlage bewegen sich die Meinungen zwar innerhalb einer bestimmten Bandbreite: Mehrheitlich wird – teilweise mit Vorbehalten – zugestimmt; eine Minderheit lehnt, unter Betonung der zusätzlichen monatlichen CHF 70 für Neurentner und der umsetzungstechnischen Nachteile für die berufliche Vorsorge, die Vorlage aber ab. Aufgrund dieser Ergebnisse sagt der ASIP nach Abwägen der Vor- und Nachteile Ja zum beschlossenen Kompromiss.

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Die Palette von Meinungen unter den ASIP-Mitgliedern lässt sich auf deren unterschiedliche Strukturen zurückführen. Die Meinungsvielfalt ist nachvollziehbar und zu respektieren. Es liegt in der Verantwortung jeder Pensionskasse, zu entscheiden, wie sie sich im Abstimmungskampf positionieren und in welcher Form sie ihre Versicherten informieren will.

Als unabhängiger Fachverband ist der ASIP Ansprechpartner für alle Akteure im Umfeld der beruflichen Vorsorge. Er wird sich daher keinem Abstimmungskomitee anschliessen. Gleichwohl wird sich der ASIP im Abstimmungskampf engagieren: Mittels einer primär im digitalen Bereich geführten Aufklärungs- und Faktencheck-Kampagne wird er die Vor- und Nachteile (Chancen/ Risiken) der Vorlage sowie die Konsequenzen bei einem Ja und bei einem Nein aufzeigen.

Der ASIP setzt sich zum Ziel, das Verständnis bezüglich Vorsorgefragen zu verbessern und gleichzeitig Falschinformationen entgegenzuwirken. Wichtig für den ASIP ist eine ausgewogene und fachlich fundierte Meinungsbildung der Stimmbevölkerung. Dreh- und Angelpunkt bleibt die schon bestehende Website www.dringendereform.ch.

Unabhängig vom Ausgang der Abstimmung ist heute schon klar, dass die Herausforderungen in der Altersvorsorge gross bleiben. Für den ASIP steht insbesondere die langfristige Stabilität der beruflichen Vorsorge im Zentrum. Dafür will er sich auch in Zukunft einsetzen.

Der ASIP-Vorstand begrüsste den zustimmenden Entscheid des Parlamentes. Er beurteilte die Reform stets als notwendig und dringend. Das Fundament unserer Altersvorsorge ist intakt, muss aber an die veränderten demografischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen angepasst werden. In diesem Sinn hat sich der ASIP auch konstruktiv im Gesetzgebungsprozess eingebracht. Die Politik kann allerdings nicht beliebig an verschiedenen Stellschrauben drehen, ohne gleichzeitig die Stabilität des Systems zu gefährden. Der ASIP erachtet es deshalb als notwendig, das richtige Drehmoment zu finden. Bei einer zu starken Drehung kann nämlich die Akzeptanz des Systems Schaden nehmen. In diesem Spannungsfeld standen Bundesrat und Parlament bei der Beratung und Beschlussfassung der Vorlage «Altersvorsorge 2020». Jetzt kann das Volk am 24. September 2017 darüber befinden. Das gibt dem Schweizerischen Pensionskassenverband die unbedingt zu nutzende Möglichkeit, mit den Stimmberechtigten über unser Vorsorgesystem zu diskutieren (vgl. dazu www.asip.ch.

Ein Projekt dieser Grössenordnung hat immer Vor- und Nachteile, welche sorgfältig gegeneinander abzuwägen sind. Im Rahmen einer gemeinsamen Revision von AHV und BVG können jedoch Themen diskutiert werden, die, wie die letzten 20 Jahre gezeigt haben, als Einzelvorlagen kaum mehrheitsfähig sind und vor dem Souverän keine Chance haben. Im Fokus stehen die Senkung des BVG-Umwandlungssatzes von 6.8% auf 6% mit kurz- und langfristig wirkenden Ausgleichsmassnahmen, das gleiche Referenzalter 65 für Mann und Frau, verbunden mit einer Flexibilisierung der Pensionierung zwischen 62 (60) und 70, sowie eine Erhöhung der Mehrwertsteuer zur Finanzierung der AHV. Zu glauben, bei einem Nein wären alle diese Punkte rasch umsetzbar und mehrheitsfähig, entbehrt jeder Grundlage, ist unrealistisch und weltfremd. Es braucht jetzt eine Lösung!

Der Schweizerische Pensionskassenverband ASIP mit Sitz in Zürich ist der Dachverband für 935 Pensionskassen. Er vertritt über seine Mitglieder rund zwei Drittel der Versicherten in der beruflichen Vorsorge sowie ein Vorsorgevermögen von über CHF 550 Mia. Der ASIP bezweckt die Erhaltung und Förderung der beruflichen Vorsorge auf freiheitlicher und dezentraler Basis und setzt sich für das Drei-Säulen-Konzept in ausgewogener Gewichtung ein.

An der Befragung haben 188 Mitglieder teilgenommen. 159 Mitglieder haben sich für die Vorlage (davon 60 mit gewissen Vorbehalten) und 29 dagegen ausgesprochen.

Weitere Auskünfte:

Jean Rémy Roulet, Präsident (Genf); 022 949 19 19; roulet@ccb.ch
Hanspeter Konrad, Direktor (Zürich); 043 243 74 15; konrad@asip.ch

Quelle: www.dringendereform.ch
12.05.2017

9.5.2017

Gutes Jahresergebnis – trotz weiter schwierigem Umfeld

2016 erzielte die Aargauische Pensionskasse (APK) eine Performance von 5 Prozent. Per 31. Dezember 2016 weist die APK mit einem BVG-Deckungsgrad, der 100.5 Prozent beträgt, erstmals eine Volldeckung aus.

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Das Anlagejahr 2016 ist für die Aargauische Pensionskasse (APK) positiv verlaufen. Die befürchteten negativen Folgen des Brexits, der Wahl Donald Trumps und dem Nein zum Verfassungsreferendum in Italien haben die Börsen glücklicherweise wenig beeinflusst. Die APK erzielte 2016 eine erfreuliche Performance von 5.00 Prozent. Die Resultate der Immobilien, der Aktien sowie der alternativen Anlagen haben erheblich dazu beigetragen. Verglichen mit der Anlagestrategie der APK (4.96 Prozent) war das Resultat sogar leicht besser. Zum Vergleich: der UBS-Pensionskassenbarometer wies als durchschnittliche Performance der beobachteten Pensionskassen 3.41 Prozent aus. Diese Performance hat die APK klar übertroffen.

Der Nettovermögensertrag von 5 Prozent hat den Zinsaufwand für die Vorsorgekapitalien der Rentner und Versicherten gedeckt. Zudem konnten die notwendigen Rückstellungen finanziert werden, u.a. auch für die anstehende Senkung des technischen Zinssatzes (mit diesem Satz wird der heutige Wert der künftigen Vorsorgeleistungen berechnet). Die APK hat das Berichtsjahr mit einem Überschuss von rund CHF 270 Mio. abgeschlossen. Dieser hat zu einem positiven BVG-Deckungsgrad von 100.5 Prozent geführt (Vorjahr 97.7 Prozent).

Trotz dem erfreulichen Geschäftsjahr bleiben für die APK die Herausforderungen bestehen. Das tiefe Zinsumfeld besteht weiterhin. Dies beeinflusst die Anlagetätigkeit. Auch die höhere Lebenserwartung der Menschen in der Schweiz fordert die APK heraus. Welche Massnahmen muss die APK treffen, um ihre Leistungen der geänderten Situation anzupassen? Die APK stellt sich dieser Frage laufend, wie viele andere Pensionskassen auch.

Weitere Informationen zum Geschäftsjahr 2016 finden Sie im Jahresbericht der APK – oder klicken Sie hier für eine Zusammenfassung der Zahlen und Fakten des vergangenen Jahres

Quelle: Aargauische Pensionskasse
09.05.2017

9.5.2017

Pensionskassen erwirtschaften 2016 bessere Rendite

Die Schweizer Pensionskassen haben 2016 besser gewirtschaftet als im Jahr zuvor. Die durchschnittliche Anlagerendite stieg trotz Negativzinsen von 0,8 auf 3,7 Prozent. Eine Finanzierungslücke aber bleibt.

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Das teilte die Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge (OAK BV) am Dienstag mit. Der Deckungsgrad blieb im Durchschnitt stabil bei 103,0 Prozent. Dabei gibt es jedoch grosse Unterschiede: 88 Prozent der Vorsorgeeinrichtungen ohne Staatsgarantie haben einen Deckungsgrad von mindestens 100 Prozent. Bei jenen mit Staatsgarantie sind es nur 4 Prozent.

Strukturelle Probleme bleiben

Trotz den höheren Renditen bleiben die strukturellen Probleme der beruflichen Vorsorge ungelöst. Obwohl viele Pensionskassen den Umwandlungssatz letztes Jahr gesenkt haben, liegen die künftigen Zinsversprechen noch immer höher als die Renditeerwartungen. Das führt zu einer Finanzierungslücke, die von der aktiven Generation gestopft werden muss.

Nach Ansicht der OAK BV werden daher weitere Anpassungen nötig sein, sofern das Zinsniveau weiterhin so tief bleibt wie heute. Im obligatorischen Teil der beruflichen Vorsorge ist die Kürzung bereits aufgegleist: Im Zuge der Altersvorsorge 2020 soll der Umwandlungssatz von 6,8 Prozent auf 6 Prozent gekürzt werden. Über die Vorlage wird am 24. September 2017 abgestimmt.

Tieferer Umwandlungssatz erst der Anfang

Pierre Triponez, Präsident der OAK BV, sprach gemäss Redetext von einer dringend notwendigen Weichenstellung. Seiner Meinung nach ist das aber nicht das Ende der Reise, sondern erst der «Anfang eines grösseren Wandels».

Quelle: NZZ
09.05.2017

9.5.2017

Kantonale Pensionskasse wird verselbstständigt

Die Pensionskasse Kanton Solothurn (PKSO) wird verselbständigt. Der Kantonsrat hat am Dienstag einen entsprechenden Antrag des Regierungsrates gutgeheissen. Solothurn setzt damit die bundesrechtlichen Vorgaben um.

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Erweitert wird zudem der Kreis der Versicherten. Neu können sich auch Personen, die nebenberuflich tätig sind und bereits für eine hauptberufliche Erwerbstätigkeit versichert sind oder im Hauptberuf eine selbstständige Erwerbstätigkeit ausüben, bei der PKSO freiwillig versichern lassen.

Die zweigeteilte Vorlage des Regierungsrates wurde mit Ausnahme der Grünen wohlwollend aufgenommen und in der Schlussabstimmung mit je 96 Stimmen gutgeheissen. Zwei Mitglieder der Grünen enthielten sich der Stimme.

Nicht für die Vorlage erwärmen konnte sich Felix Glatz-Böni (Grüne, Bellach). Die Pensionskasse sei ein Schiff mit grossen Lecks, und es sei nur eine Frage der Zeit, bis dieses Schiff sinken werde.

Den Vergleich mit einem sinkenden Schiff liess Regierungsrat Roland Heim (CVP) nicht gelten. Die PKSO befinde sich im interkantonalen Vergleich im Mittelfeld. Das Schiff sei auf Kurs. Zudem habe der Kanton nach Bundesrecht gar keine andere Wahl, als die PKSO dem politischen Einfluss zu entziehen.

Quelle: Solothurner Zeitung
09.05.2017

9.5.2017

Sammelstiftungen im Fokus der Aufsicht

Die Oberaufsichtskommission nimmt Sammel- und Gemeinschaftseinrichtungen stärker unter die Lupe. Die Einrichtungen sollten risikoorientiert geführt werden, sie haben allerdings auch ihre Stärken.

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In der beruflichen Vorsorge ist in der Schweiz seit Jahren ein Konzentrationsprozess zu beobachten. Die Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge (OAK BV) hat mitgeteilt, dass die Zahl der Vorsorgeeinrichtungen im vergangenen Jahr um 71 auf 1865 gesunken ist. Darin spiegelt sich unter anderem die Entwicklung, dass Unternehmen firmeneigene Pensionskassen schliessen und die berufliche Vorsorge Sammeleinrichtungen übergeben. Die Kassen sind möglicherweise zu klein, oder das Unternehmen möchte die Risiken der beruflichen Vorsorge in einem Umfeld mit negativen Zinsen lieber nicht tragen. Ende 2016 waren mit 2,4 Mio. rund 60% der aktiven Versicherten in der zweiten Säule in Sammel- oder Gemeinschaftseinrichtungen versichert.

Die grosse Bedeutung der Einrichtungen hat dazu geführt, dass die OAK BV sie stärker unter die Lupe nimmt. In der Tat dürften manche der Einrichtungen die nötigen Senkungen ihrer Umwandlungssätze hinauszögern, um im Wettbewerb um neue Anschlüsse möglichst attraktiv auszusehen. Mit der Konzentration in der beruflichen Vorsorge habe sich die Tendenz zum Eingehen höherer Risiken bei den Einrichtungen verstärkt, teilt die Oberaufsicht mit. Sollte sich die Lage an den Kapitalmärkten verschlechtern, könnten Sammel- und Gemeinschaftseinrichtungen mit kritischer Situation ein Risiko für den Sicherheitsfonds und damit alle Versicherten werden. Die OAK BV gibt dies als einen der Gründe dafür an, dass sie nun neue, jährlich zu erhebende Risikokennzahlen einführen will. Auf die Einrichtungen kommen noch weitere Informationsanforderungen zu. Es ist wichtig, dass Sammel- und Gemeinschaftseinrichtungen risikoorientiert geführt werden. Allerdings sollten auch ihre Stärken berücksichtigt werden. Eine davon ist ihr vorteilhaftes Verhältnis von Aktiven zu Rentnern, das im Durchschnitt bei 10 zu 1 liegt. Davon können viele firmeneigene Pensionskassen nur träumen.

Quelle: NZZ
09.05.2017

13.4.2017

Pensionskasse St. Gallen: Der Viertel-Kompromiss

KANTON ST.GALLEN ⋅ Jetzt mischt sich die Regierung in die Pensionskassen-Debatte ein: Die 200 Millionen seien keineswegs ein umfassendes Sanierungsangebot. Sie schlägt nun eine andere Variante vor.
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Die St.Galler Pensionskasse und ihre Versicherten sollen selber schauen, wie sie aus dem Schlamassel herauskommen. Diese Haltung vertritt die Finanzkommission des Kantonsparlaments. Sie steht damit nicht allein. «Weshalb soll ich als Steuerzahler die Kasse der Staatsangestellten sanieren? Wenn meine Kasse in Schieflage gerät, muss ich auch mit meinem Portemonnaie bluten.» So tönt es nicht nur am Stammtisch – so tönt es in weiten Kreisen. 200 Millionen Franken soll der Kanton in die Hand ­nehmen und sich damit an der Sanierung der Pensionskasse der Staatsangestellten beteiligen. Der Vorschlag stammt nicht von den Versicherten. Die Regierung hatte ihn auf den Tisch gelegt – oder eben dem Kantonsparlament unterbreitet. Eine umstrittene Idee, wie die vergangenen Wochen gezeigt haben. Die Regierung liess es draussen stürmen und hielt sich zurück. Doch nun meldet sie sich zu Wort. Ihre Adressaten sind die Mitglieder des Kantonsparlaments; sie entscheiden in zehn Tagen über die Einlage für die Pensionskasse.

Die 200 Millionen Franken hätten nichts mit der aktuellen Sanierung der Pensionskasse zu tun. Dazu habe deren Stiftungsrat im Dezember ein Sanierungskonzept verabschiedet – mit dem Ziel, die Kasse langfristig und nachhaltig zu sichern. Unabhängig davon sei eine nochmalige Einlage notwendig, hält die Regierung fest. «Die Ursache dafür liegt in der Vergangenheit.» Die aktiven Versicherten sollen nicht die Lasten der ungenügenden Ausfinanzierung der Kasse tragen und damit die Renten der Pensionierten und der Übergangsgeneration finanzieren müssen. Es gehe nicht an, sie deswegen zusätzlich zu belasten. Die Regierung spricht von einer «Altlast».

Experten hatten gewarnt, die Kasse würde unter zu optimistischen Parametern in die Selbstständigkeit geschickt; das Parlament schlug ihre Warnungen damals in den Wind. Die Kasse ist seit 2014 selbstständig. Das St.Galler Stimmvolk hatte der Ausfinanzierung der Pensionskassen des Staatspersonals und der Volksschullehrer 2013 zugestimmt; beide Kassen hatten eine Unterdeckung ausgewiesen. Die Ausfinanzierung kostete damals knapp 290 Millionen Franken; davon trugen die Versicherten einen Viertel.

150 statt 200 Millionen als Lösung?

Dieser Beitrag sei nicht der einzige der Kantonsmitarbeitenden gewesen, erinnert die Regierung. Sie erwähnt die Erhöhung der Pensionskassen-Beiträge, die Ausdehnung der Beitragspflicht bis 65 Jahre und den Wechsel vom Leistungs- ins Beitragsprimat. Das Sanierungskonzept des Stiftungsrats sehe weitere Massnahmen «mit wesentlicher Beteiligung der Mitarbeitenden» vor. Die Finanzkommission wirft dennoch die Frage auf, ob sich die Staatsangestellten nicht erneut mit 25 Prozent – wie schon 2013 – an der aktuellen Einlage beteiligen sollten. Die Regierung hält nichts von dieser «Viertelslösung». Sie bringt eine andere ins Spiel: Wenn «gespart» werden wolle, dann werde besser der Ausfinanzierungsbetrag um einen Viertel auf 150 Millionen Franken gekürzt. «Dies im Sinne eines Kompromisses.» Es wäre zudem administrativ weit einfacher und hätte den Vorteil, dass die Vergangenheitsbewältigung baldmöglichst abgeschlossen werden könnte», begründet die Regierung.

Im Vergleich mit anderen Kantonen «günstig»

Ob 200 oder 150 Millionen Franken: Es bleibt ungewiss, ob sich das Kantonsparlament dahinter stellt. Und falls ja, ob sich in der späteren Volksabstimmung eine Mehrheit findet. Vor vier Jahren hatten bürgerliche Politiker argumentiert, das Volks-Ja wäre bei einem höheren Beitrag gefährdet. Auch heute dürften sich die Stimmberechtigten die Frage stellen, ob fast 500 Millionen Franken innert weniger Jahre für die Sanierung der Pensionskasse der Kantonsangestellten nicht etwas gar viel Geld sei. Im nationalen Vergleich kommen die St.Galler Steuerzahler noch immer günstig weg. Zahlreiche Kantone mussten bei der Sanierung und Ausfinanzierung ihrer Pensionskassen Milliardenbeiträge einschiessen. Beispiele sind Aargau, beide Basel und Zürich.

Ein weiteres Handicap: Das Thema ist nicht sonderlich eingängig, die Zusammenhänge sind kompliziert und nur Insidern und Experten bis ins Detail verständlich. Die Regierung weiss darum, jedenfalls hält sie fest: «In der direkten Demokratie liegt es in der Verantwortung der Behörden, Vorlagen – auch wenn sie komplex sind – dem Souverän zu unterbreiten und dabei die Zusammenhänge klar, sachlich und transparent darzustellen.»

Quelle: Tagblatt
13.04.2017

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12.4.2017

Schweizerischer Arbeitgeberverband: Nein zur Altersvorsorge 2020

Der Schweizerische Arbeitgeberverband hat die Nein-Parole zur Volksabstimmung über die Reform Altersvorsorge 2020 vom 24. September 2017 beschlossen. Die Arbeitgeber erteilen mit ihrem Votum einem unsolidarischen und unterfinanzierten AHV-Ausbau eine Absage. …mehr

Die Mitglieder des Schweizerischen Arbeitgeberverbands (SAV) haben sich an ihrer Vorstandssitzung gegen die Altersvorsorgereform 2020 ausgesprochen, über die das Stimmvolk am 24. September 2017 befindet. Die Arbeitgeber lehnen eine Vorlage ab, die das Parlament – entgegen den Reformzielen und trotz der Ablehnung von «AHVplus» – zu einer überladenen Ausbauvorlage umfunktioniert hat, statt die Altersvorsorge nachhaltig auf eine stabile finanzielle Basis zu stellen. Die strukturellen Probleme, darunter die chronisch defizitäre AHV-Kasse und die Pensionierungswellen der geburtenstarken Jahrgänge, werden nicht nur ausgeblendet, sondern sogar verschärft. So übersteigen die Kosten des AHV-Ausbaus bereits 2030 die Mittel, die durch die Erhöhung des Frauenrentenalters auf 65 Jahre frei werden.

Eine weitere Schwäche der Reform liegt im unsolidarischen Giesskannenprinzip des AHV-Ausbaus. Monatlich werden 70 Franken an alle Neurentner und sogar bis zu 226 Franken an alle Neurentnerehepaare verteilt – unabhängig von ihrer finanziellen Situation und ungeachtet dessen, ob sie von der Senkung des Mindestumwandlungssatzes in der beruflichen Vorsorge betroffen sind. Der Ausbau, für den viele bezahlen und von dem nur wenige profitieren, führt zu einer AHV zweier Klassen. Zu den grossen Profiteuren zählt die Übergangsgeneration zwischen 45 und 65 Jahren. Sie wird dank Zahlungen aus dem Sicherheitsfonds von der Senkung des Mindestumwandlungssatzes in der zweiten Säule verschont und kommt dennoch in den Genuss des AHV-Zustupfs von jährlich 840 Franken.

Die Reform gefährdet überdies den Zusammenhalt zwischen den Generationen. Auf der Verliererseite stehen bisherige Rentner, welche die berufliche Vorsorge aufgebaut haben, aber selber keine Chance mehr haben, ihre Pensionskassenrenten aufzubessern. Vielmehr müssen sie eine im Portemonnaie spürbare Erhöhung der Mehrwertsteuer verkraften, die den AHV-Ausbau mitfinanziert. Schlechter gestellt werden – wie dies bereits bei der deutlich verworfenen AHVplus-Initiative der Fall gewesen wäre – ausgerechnet jene bedürftigen Rentner, denen im Gegenzug zum AHV-Zustupf die steuerbefreiten Ergänzungsleistungen (EL) gekürzt werden. Die grössten Lasten werden aber den Jungen und nachkommenden Generationen aufgebürdet. Sie bezahlen die Zeche für den AHV-Ausbau, da sie ab 2030 zusätzlich zur weiter wachsenden Anzahl Rentner für die ungedeckten Checks der Reform geradestehen müssen.

Eine Annahme der unterfinanzierten Ausbauvorlage würde bereits mittelfristig trotz der Erhöhung der Mehrwertsteuer um 0,6 Prozent sowie der Lohnbeiträge um total 0,7 Prozent wieder grosse Löcher in die AHV-Kasse reissen und den Druck zu weiteren Reformen mit zwangsläufig einschneidenderen Sanierungen erhöhen. Bereits 2025 müsste die nächste Reform umgesetzt werden. Der unsolidarische AHV-Ausbau für arm und reich erhöht daher letztlich nur den Druck, das Rentenalter rascher anheben zu müssen. Die Arbeitgeber stehen weiterhin zu einer Reform der Altersvorsorge mit sicheren Renten auf heutigem Niveau, erteilen einem unsolidarischen AHV-Ausbau aber eine klare Absage. Lehnt das Schweizer Volk am 24. September 2017 zum zweiten Mal innert Jahresfrist einen für unser wichtigstes Sozialwerk gefährlichen Giesskannenausbau ab, wird der Weg endlich frei für eine echte Reform der Altersvorsorge für sichere Renten in beiden Säulen. Teure Experimente hat unsere AHV nicht verdient.

Denn ein Scheitern der Vorlage an der Urne bedeutet nicht das Ende des Reformprozesses. Die zentralen Elemente sind bekannt und liegen auf dem Tisch. Statt einer überladenen Reform braucht es danach zügig separate und verdaubare Portionen, wie sie die Wirtschaft seit Beginn des Reformprozesses stets gefordert hat. Dabei sind die heute selbst von linken Kreisen geforderten Massnahmen anzugehen: als erstes die Angleichung des Rentenalters für Männer und Frauen auf 65. Zweitens braucht es eine Senkung des Mindestumwandlungssatzes mit angemessener Kompensation innerhalb der beruflichen Vorsorge, wozu der Nationalrat einen grundsätzlich gangbaren Weg vorgezeichnet hat. Drittens müssen die politischen und sozialpartnerschaftlichen Akteure in einem sorgfältig zu erarbeitenden breiten Konsens aufzeigen, wie mittelfristig das immer schlechter werdende Umlageverhältnis in der AHV durch eine schrittweise und sozialverträgliche Erhöhung des Rentenalters langfristig sichergestellt werden kann.

Kontakt:

Roland A. Müller, Direktor, Tel. 079 220 52 29,
mueller@arbeitgeber.ch

Martin Kaiser, Ressortleiter Sozialpolitik, Tel. 079 517 68 26,
kaiser@arbeitgeber.ch

Quelle: Presseportal.ch
12.04.2017

30.3.2017

Pensionskasse St. Gallen – Staatsangestellte gehen auf die Strasse

Das Fass ist voll: Mitarbeiter des Kanton wollen den Entscheid der Finanzkommission nicht hinnehmen und protestieren mit einer Kundgebung in der St.Galler Innenstadt dagegen. Dies, weil die versprochene Einmaleinlage in die Pensionskasse nicht bezahlt werden soll. …mehr

Der damalige Finanzchef, Regierungsrat Martin Gehrer hatte 2014 den Mitarbeitenden des Kantons St.Gallen 202,5 Millionen Franken versprochen, falls der technische Zinssatz der Pensionskasse von 3,5 auf 3 Prozent gesenkt werden muss. Der Kantonsrat widersprach nicht, denn der Kanton hatte als Arbeitgeber der Pensionskasse bei der Verselbständigung nicht genügend Mittel mitgegeben.

Doch jetzt, wo die Pensionskasse dieses Geld braucht, weil die Tiefzinsperiode Probleme verursacht, weigert sich die Finanzkommission, das Versprechen einzulösen. Nach monatelanger Verzögerung des Geschäftes will sie nun gar nicht mehr darauf eintreten. Argumente der Personalverbände, der Gewerkschaften und der Pensionskasse selbst, verhallten ungehört.

Damit hat die Finanzkommission das Fass zum Überlaufen gebracht, wie es in einer Mitteilung der Personalverbändekonferenz des Kantons St.Gallens heisst. „Am 20. April werden die in der Personalverbände-Konferenz zusammengeschlossenen Organisationen daher ihre Anliegen auf die Strasse tragen.“ Mit dabei sind alle grossen Verbände und Gewerkschaften: der Kantons- und Gemeindepersonalverband, der VPOD, die Polizei, die Gesundheitsberufe, die Lehrkräfte bis hin zu den Richtern und Chefärzten. Ein grosser Aufmarsch soll den Kantonsrat in der Frühlingssession dazu bewegen, die Einmaleinlage doch zu bewilligen – gegen den Antrag der Finanzkommission, wie es weiter im Communiqué heisst.

Zeichen der allgemeinen Unzufriedenheit

Zudem ist  die Kundgebung auch ein Zeichen der allgemeinen Unzufriedenheit. „Die Mehrheit im St.Galler Kantonsrat tritt den Mitarbeitenden gegenüber schon seit Jahren feindlich auf“, stellt Maria Huber, Präsidentin der Personalverbände-Konferenz fest. Seit 2011 haben die Staatsangestellten, das Gesundheitspersonal und die Lehrkräfte keine Reallohnerhöhung mehr gesehen. Die Mittel für individuelle Lohnaufbesserungen oder Stufenanstiege kürze das Parlament bei jeder Budgetdebatte aufs Neue. „Selbst von Dritten oder vom Bund vollständig refinanzierte Stellen hat das Parlament gestrichen“, so Huber.

Anfangs dieses Jahres hat die Ratsmehrheit ausserdem durchgedrückt, dass auch langfristig – im Aufgaben- und Finanzplan des Kantons bis 2020 – statt der beantragten 0,8 Prozent nur noch 0,4 Prozent der Lohnsumme für individuelle Lohnverbesserungen zur Verfügung stehen darf.

Unmut auf Strasse kundtun

Wie es weiter in der Mitteilung heisst, haben sich die Verbände zu einem Signal entschieden und werden ihren Unmut auf der Strasse kundtun. Dies, weil nun auch noch die versprochene Einmaleinlage in die Pensionskasse gestrichen werden soll.

Die letzte Kundgebung der vom Kanton angestellten Mitarbeitenden fand vor fünf Jahren statt. Im November 2012 versammelten sich rund 5000 Menschen und erreichten, dass der Kantonsrat auf direkte Lohnkürzungen verzichtete. Allerdings beschloss er eine pauschale Budgetreduktion. Die Verbände erwarten nun auch diesmal, dass die Mehrheit des Kantonsrates das dem Personal gegenüber abgegebene Versprechen einhalten wird.

Quelle: Tagblatt
30.03.2017

29.3.2017

Schriller Machtkampf um die BVK

Zwischen der Pensionskasse BVK und dem Personalverband VPOD sind die Fronten verhärtet. Der Verband brüskiert vor den Wahlen eigene Stiftungsräte, spricht von einer Demontage der Kasse und von Geheimnistuerei. …mehr

Mit wem man auch spricht, es wird sofort emotional. Sei es mit Lilo Lätzsch, der Präsidentin des Stiftungsrats der Zürcher BVK. Sei es mit Christoph Lips, dem pensionierten Sekretär der Gewerkschaft VPOD, der eigens für den Streit um die Pensionskasse wieder aktiviert wurde. Oder sei es mit Ernst Joss und Guido Suter, die den VPOD im BVK-Stiftungsrat vertreten, bei den Wahlen im Mai wieder antreten – von ihrem eigenen Verband nun aber nicht mehr unterstützt werden.

Die Wahl des Stiftungsrats: Sie lässt alte Geschichten hochkommen, sie entflammt aber auch einen Grundsatzstreit. Aus der Vergangenheit an die Oberfläche dringen die Korruptionsaffäre, die 2012 in einem parlamentarischen Untersuchungsbericht aufgearbeitet wurde, die nötig gewordene Sanierung der Kasse, ihre Wandlung in eine privatrechtliche Stiftung auf das Jahr 2014 und die massive Lohnerhöhung, die der frisch installierte Stiftungsrat dem CEO der BVK gewähren wollte und die dann unter Druck vonseiten der Politik und der Öffentlichkeit halbiert wurde. Der Grundsatzstreit entzündet sich hauptsächlich an der Frage, ob der auf dieses Jahr hin wirksame Vorsorgeplan 2017 angemessen ist – oder einer Demontage der Kasse gleichkommt, wie es der VPOD formuliert. Konkret beträgt der technische Zinssatz nur noch 2 Prozent, zudem wurden die Sparbeiträge um 15 Prozent erhöht. Für Abfederungsmassnahmen wurden 950 Millionen Franken reserviert.

Massnahmen sollen revidiert werden

Am Dienstag nun hatten Christoph Lips und der VPOD ihren grossen Auftritt. Im Zentrum Karl der Grosse in Zürich erklärten sie, was der Stiftungsrat alles falsch gemacht habe und warum sie in den bevorstehenden Wahlen ihre eigenen Leute nicht mehr unterstützten, und sie präsentierten gleich 9 Kandidatinnen und Kandidaten für die 9 Sitze der Arbeitnehmer im 18-köpfigen Stiftungsrat der BVK, die ein Vorsorgevermögen von über 30 Milliarden Franken verwaltet und über rund 115 000 Versicherte verfügt – so viele wie keine andere Schweizer Pensionskasse. Nicht alle der Kandidaten sind VPOD-Mitglieder, lassen sich aber von der Gewerkschaft portieren, was bemerkenswerte Konstellationen ergibt. VPOD-Kandidaten sind so etwa Lorenz Schreiber, Präsident des Bezirksgerichts Andelfingen, Calista Fischer, Kommunikationsbeauftragte der Universität Zürich, Stefan Reimann, Bausekretär der Stadt Uster, und die Betriebsökonomin Andrea S. Fuchs-Müller. Weitere Kandidaten des Personalverbands sind Stefan Giger, Barbara Bresgott, Regina Stauffer, Irene Willi und Claudia Geiss.

Für Lips ist ein zentrales Ziel, möglichst viele VPOD-Kandidaten in den Stiftungsrat zu bringen, um erstens den Vorsorgeplan 2017 wieder anzupassen und zweitens die Kommunikation dieses Gremiums zu verbessern. Der Vorsorgeplan gehe voll zulasten der Versicherten. Die Arbeitgeber dagegen würden entlastet, indem die Sanierungsbeiträge in der Höhe von 2,5 Prozent wegfielen. Er kenne keine Kasse, die einschneidende Massnahmen ohne solidarische Beiträge der Arbeitgeber beschliesse, sagte Lips. Der Kanton stehle sich aus der Verantwortung, und der Stiftungsrat lasse ihn gewähren: Das gleiche Muster habe sich gezeigt, als Letzterer beschlossen habe, im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre auf eine Haftungsklage gegen den Kanton beziehungsweise gegen die verantwortlichen Regierungsräte zu verzichten.

Umstrittene Geheimhaltung

Der Stiftungsrat habe von Anfang an eine schlechte Figur gemacht – damit meinte Lips die eigenen Vertreter offensichtlich mit. Dass die unverständliche Lohnerhöhung für den BVK-CEO bekanntgeworden sei, habe dazu geführt, dass sich der BVK-Stiftungsrat ein rigides Geheimhaltungs-Reglement auferlegt habe. Heute sei die Kommunikation mit Versicherten und Sozialpartnern unterirdisch, sagte Lips. Dass die VPOD-Stiftungsräte Ernst Joss und Guido Suter dies nicht einsähen, habe dazu geführt, dass der Verband sie nun nicht unterstützen könne, ergänzte VPOD-Kampagnenleiter Fabio Höhener. Der neue Kandidat Lorenz Schreiber, selber Jurist, sagte, das Reglement könne durchaus so angepasst werden, dass mehr Transparenz möglich sei. Wer wie stimme und wer im BVK-Stiftungsrat welche Ansichten vertrete, sei eine relevante Information, die bekannt sein müsse. Ohne dieses Wissen könnten sich die Versicherten kein Bild von der Arbeit der einzelnen Stiftungsratsmitglieder machen.

Gutachten weist wenig Spielraum aus

Lilo Lätzsch, Präsidentin des BVK-Stiftungsrats und Präsidentin des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbands, lässt die Vorwürfe nicht gelten. Die Arbeitgeber würden nicht entlastet, entgegnet sie. Insgesamt müssten diese aufgrund des Vorsorgeplans 2017 deutlich mehr zahlen. Zwar fielen die Sanierungsbeiträge von 2,5 Prozent tatsächlich weg. Dafür müssten sie deutlich höhere Sparbeiträge der Aktivversicherten zahlen. Bezüglich der Schweigepflicht meint Lätzsch, dass die Kommunikation des Stiftungsrats durchaus verbessert werden könne. Denkbar sei, gewisse Informationen explizit als nicht vertraulich zu taxieren. Nicht infrage komme aber die vom VPOD erhobene Forderung, dass bekanntwerden müsse, wer an Stiftungsratssitzungen was sage und wie stimme. Lätzsch sagt: «Das geht selbstverständlich nicht – wie in jeder anderen Kollegialbehörde vom Gemeinde- bis zum Bundesrat.» Auch zwei Gutachten hätten deutlich gezeigt, dass der Spielraum aufgrund der BVG-Gesetzgebung klein sei. Beim Gutachten der Zürcher Rechtswissenschafterin Isabelle Häner habe der VPOD sogar bezüglich der Fragestellung mitgewirkt – negiere nun aber das Resultat.

Erschwert werde diese Diskussion, weil das Misstrauen des VPOD grenzenlos sei – er lasse seit Jahren kein gutes Haar am BVK-Stiftungsrat. Und sie fügt an: «Wenn gegenseitiges Vertrauen herrscht, kann man natürlich eher einen offenen Austausch pflegen, als wenn die Fronten verhärtet sind.» Es gehe mittlerweile so weit, dass mit dem VPOD keine Gespräche mehr möglich seien. Der Verband lasse jeden realistischen Blickwinkel vermissen.

Den Vorsorgeplan 2017 verteidigt Lätzsch. Es sei eine austarierte Lösung, welche die Interessen aller Versicherten berücksichtige. Um die Übergangsjahre für jene voll auszufinanzieren, die nicht mehr lange genug Sparkapital äufnen könnten, wären aber 3,6 Milliarden Franken nötig gewesen. Verfügbar gewesen seien im Rahmen der herrschenden politischen Finanzrealität 950 Millionen Franken. Die jetzige Lösung sei fair. In einem Punkt gibt Lätzsch dem VPOD indes recht: Sie ist enttäuscht vom Kanton, weil er sich zurückziehe und niemanden aus der Regierung oder der Verwaltung in den Stiftungsrat delegiere. Die Arbeitsbedingungen des Kantons seien zentral, da müsste der Regierungsrat Verantwortung übernehmen, findet Lätzsch.

«Populistische Fundamentalopposition»

Von dem Liebesentzug durch den VPOD vor allem betroffen sind die amtierenden BVK-Stiftungsratsmitglieder Ernst Joss und Guido Suter, die beide seit vielen Jahren im VPOD aktiv sind. Die fehlende Unterstützung ärgere ihn, sagt Joss, schliesslich sei er ein gestandenes Mitglied des VPOD. Tatsächlich gilt der ehemalige Mittelschullehrer als Gewerkschafter alter Schule, der gegenüber seinem Verband loyal ist und als Vertreter der Pensionierten immer noch im Vorstand der VPOD-Sektion Lehrberufe wirkt. Joss ergänzt aber, er sei überzeugt, dass er trotz der offiziellen Parole von vielen VPOD-Mitgliedern gewählt werde – «weil sie wissen, dass wir gut arbeiten».

Enttäuscht ist Joss vom für die BVK zuständigen VPOD-Sekretär Roland Brunner und von dessen Vorgänger Christoph Lips, der in diesem Dossier immer noch mitmischt. Lips sei kürzlich an einem öffentlichen Anlass des VPOD Lehrberufe minutenlang über den angeblich asozialen BVK-Stiftungsrat hergezogen, erzählt Joss. Als er etwas habe entgegnen wollen, habe man ihn nicht sprechen lassen. Diese Diskussionsverweigerung sei gravierend und ein Ausdruck davon, wie stark sich die Fronten zwischen der BVK und dem VPOD verhärtet hätten. Ohne ihn und Guido Suter einzubeziehen, betreibe der VPOD eine populistische Fundamentalopposition. Dass der Verband sogar versucht habe, Gemeinden und andere Anschlüsse auf dieses Jahr zu einem Kassenwechsel zu bewegen, sei nicht in Ordnung. Eine inakzeptable Fehlleistung sei gewesen, dass Anschlüssen per E-Mail als Alternative die Pensionskasse Profond empfohlen worden sei – eine Kasse notabene, die bekannt sei für eine aggressive Anlagestrategie mit sehr hohem Aktienanteil.

«Grundsatzkritik tragen wir nicht mit»

Das Bedürfnis nach mehr Transparenz könne er durchaus nachvollziehen, sagt derweil Guido Suter. Das geltende Reglement sei tatsächlich strikt: Aus Stiftungsratssitzungen dürfe kein Komma nach aussen dringen. Die Rechtsgutachten hätten die geltende Praxis aber als zwingend taxiert. Sein Standpunkt sei darum: «Wenn es Gesetze und Reglemente gibt, halte ich mich daran. Wer etwas ändern will, muss das Gesetz ändern.» Schade sei, dass die gemeinsame Ebene verloren gegangen sei.

Völlig einsam sind Suter und Joss allerdings nicht: Unterstützt werden sie vom Dachverband VPV, den Vereinigten Personalverbänden des Kantons Zürich. Dessen Präsident Peter Reinhard sagt: «Die Grundsatzkritik des VPOD tragen wir nicht mit.» Die Beziehung zum VPOD sei darum gegenwärtig kalt, sagt Reinhard. «Die Leute im Stiftungsrat machen aber eine gute Arbeit, setzen sich auch für die Arbeitnehmer ein – wir unterstützen sie.»

Quelle: NZZ
29.03.2017

29.3.2017

Mehr Zwang beim Zwangssparen

Die Politik erhöht den Druck beim obligatorischen Sparen in der 2. Säule gleich zweifach. Erstens ­sollen wir mehr einzahlen. Zweitens sollen wir das Geld nicht mehr als Kapital, sondern nur noch als Rente beziehen. …mehr

Eine Reform jagt die andere. Soeben hat das Parlament die grosse Reform der Altersvorsorge gezimmert, die am 24. September an die Urne kommt. Noch vorher, im Juni, beginnt im Ständerat die Debatte über die Reform der ­Ergänzungsleistungen (EL).

Am Dienstag hat die Sozialkommission dazu erste Vorentscheide gefällt. Die zwei Projekte überlagern sich in einem politisch sensiblen Punkt: Beide ­sehen beim ­obligatorischen Teil der 2. Säule (Pensionskassen) wichtige Veränderungen vor, die sich gegenseitig verstärken.

Der Verdacht

Zuerst einmal wird mit der Renten­reform das staatlich erzwungene Alterssparen markant ausgebaut. Hier geht es um das Doppelproblem der tiefen Renditen und der gestiegenen Lebenserwartung. Als Reaktion darauf will das ­Parlament mit der Reform den Mindestumwandlungssatz der Pensionskassen senken, womit es künftig pro angespartem Franken weniger Rente gibt. Das ­effektive Rentenniveau soll aber nicht sinken.

Deshalb müssen Arbeitnehmer zusammen mit ihren Arbeit­gebern in Zukunft während des gesamten Berufslebens mehr Geld in die Pensionskasse ein­zahlen. So erhöht sich zum Beispiel das Zwangssparen bis zur Pensionierung für einen Angestellten mit einem Lohnniveau von 4500 Franken im Monat um insgesamt 30’000 Franken.

Unmittelbar betroffen sind zwar nur etwa 15 Prozent ­aller Angestellten, da die Mehrheit in Pensions­kassen versichert ist, deren Leistungen über das obligatorische Alterssparen hinausgehen.

Doch zusammen mit der EL-Reform sind plötzlich alle Angestellten betroffen. Hier setzt der Bundesrat den Hebel ebenfalls bei der 2. Säule an. Er will die Möglichkeiten einschränken, das angesparte Geld bei der Pensionierung als Kapital zu beziehen, statt es in monatliche Renten ­umwandeln zu lassen.

Konkret will der Bundesrat verbieten, im Rahmen der obligatorischen ­Vorsorge angesparte Gelder als ­Kapital zu beziehen. Stattdessen müsste man sich diesen Teil des Kapitals neu zwingend in eine Rente umwandeln lassen. Dieser Vorschlag war zwar bisher umstritten, die Sozialkommission des Ständerats hiess ihn gestern aber einstimmig gut, wie aus ihrer Mitteilung hervorgeht.

Die Einschränkungen beim Kapitalbezug sollen dazu bei­tragen, dass künftig weniger Rentner auf EL angewiesen sind. Dahinter steht der Verdacht, dass die Rentner das bezogene Kapital weniger gut verwalten und an­legen werden als ihre Pensionskasse. Oder dass sie es im schlimmsten Fall verprassen, im Wissen, dass sie danach EL beantragen können.

«Schnell ausgegeben»

Der Bundesrat formuliert es in der Botschaft freundlicher: «Das Altersguthaben kann schnell ausgegeben werden. Ist es einmal aufgebraucht, steht die betroffene Person unter Umständen mittellos da.» Eine Rente hingegen garantiere ein regelmässiges Einkommen während der gesamten Dauer des Rentenalters, auch wenn man sehr alt werde.

Die Beschränkung des Kapitalbezugs wirkt sich zusammen mit dem Ausbau des obligatorischen Sparens in der Rentenreform flächen­deckend aus. Bei allen Arbeit­nehmern – auch bei jenen in gross­zügigen Pensionskassen – entfällt künftig ein grösserer Teil des Alterskapitals auf das ­Obligatorium. Und dieses soll von der Kapitalauszahlung neu ausgeschlossen werden.

Geld für Selbstständige?

Der Bundesrat will den Schutz der obligatorischen Vorsorge mit der EL-Reform noch anderweitig ausbauen. Wer sich selbstständig macht, kann heute als Starthilfe einen Teil ­des Pensionskassen­kapitals beziehen. Auch dies wäre neu nur noch bei dem Teil erlaubt, der über das Obligatorium hinausgeht. Hier ist aber mit Widerstand zu rechnen.

Die Mehrheit der Kommission will den ­Kapitalbezug in diesen Fällen nicht verbieten, sondern nur einschränken.

Quelle: Berner Zeitung
29.03.2017

29.3.2017

Pensionskasse Kanton Solothurn – Trotz Mitgliederverlust gibt man sich kämpferisch

Die Verwaltungskommission nimmt Stellung zu einer Interpellation von SP-Kantonsrat Simon Bürki aus Biberist. …mehr

Wenn die Pensionskasse Kanton Solothurn (PKSO) in den letzten zwei Jahren mehrere Mitglieder mit Anschlussvertrag verloren hat, dann kann ihr das nicht egal sein. Und es ist ihr auch nicht egal, wie die Antworten auf eine Interpellation von SP-Kantonsrat Simon Bürki (Biberist) deutlich machen.

«Selbstverständlich will die PKSO ihre Mitglieder behalten», unterstreichen die Verantwortlichen. Und: «Mit verschiedenen Massnahmen soll weiteren Austritten entgegengetreten werden.» Anstelle der Regierung antwortet die Verwaltungskommission der PKSO auf einen Grossteil der Fragen, die mögliche Folgen der Vertragskündigung von Anschlussmitgliedern zum Inhalt haben.

Seit Januar 2015 ist die Pensionskasse Kanton Solothurn als selbstständige öffentlich-rechtliche Anstalt organisiert und trägt damit die Verantwortung für sämtliche strategische und operative Belange.

Strategieprojekt eingeleitet

«Mit dem Austritt von Anschlussarbeitgebern verschlechtern sich die Leistungen nicht,» hält die Verwaltungskommission zunächst einmal fest. Und zwar auch dadurch nicht, dass der heute gültige Anschlussvertrag es möglich macht, nur mit den aktiv Versicherten in eine neue Vorsorgeeinrichtung zu wechseln.

«Die Renten der dem austretenden Arbeitgeber zugeordneten Rentner sind grundsätzlich finanziert», heisst es. Die PK-Verantwortlichen sprechen weiter davon, dass derzeit ein neuer Anschlussvertrag in Vorbereitung sei, ohne allerdings auf die geplanten Inhalte einzugehen.

Um weitere Austritte wenn möglich zu verhindern, habe die Verwaltungskommission jetzt ein Strategieprojekt eingeleitet, lässt die Verwaltungskommission wissen. Dabei sollen unter anderem die «Bedürfnisse der Mitglieder genau analysiert und Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt werden». Mehrere Anschlussmitglieder haben vor allem deshalb die PKSO verlassen, weil sie «andere Leistungsangebote oder Anlagestrategien suchten».

Eine neue, flexibler auf die Bedürfnisse der Anschlussmitglieder ausgerichtete Strategie, werde unter Umständen aber eine Anpassung des Pensionskassengesetzes nötig machen, gibt die Verwaltungskommission zu bedenken. Was die Organisationsform betrifft, sei eine Sammel- oder auch eine Gemeinschaftsstiftung möglich. An einer Arbeitgebertagung vom 30. August 2017 will die Pensionskasse den Austausch mit ihren Anschlussmitgliedern suchen.

Verzinsung des Altersguthabens

Ganz grundsätzlich unterstreicht die PKSO ihre Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich mit privaten und öffentlich-rechtlichen Pensionskassen. Mit der im Jahr 2016 erzielten Anlagerendite von 4,2 Prozent etwa sei die Solothurner Pensionskasse im Vergleich zu anderen Vorsorgeeinrichtungen in der «oberen Hälfte» angesiedelt.

Wie die «Schweizer Pensionskassenstudie 2016» der Swisscanto Vorsorge AG aufzeigt, könne die PKSO bei den technischen Eckwerten namentlich im Vergleich mit anderen öffentlichen Kassen gut mithalten. Bei der Verzinsung des Altersguthabens allerdings lag die PKSO 2016 mit 1,25 Prozent (=BVG-Mindestzinssatz) unterhalb des Durchschnitts von 1,79 Prozent.

Konkret an die Regierung richtet Simon Bürki die Frage, ob es nicht Sinn machen würde, wenn diese einen «grösseren Einfluss» auf die PKSO haben würde. Schliesslich müsse der Kanton im Fall einer Unterdeckung der Kasse Sanierungsbeiträge auf den Löhnen der Arbeitnehmenden zahlen. Der Regierungsrat habe das «vom Bundesrecht vorgegebene Potenzial der Einflussnahme auf die PKSO weitgehend» ausgeschöpft, heisst es in der Antwort.

Quelle: Grenchner Tagblatt
29.03.2017

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29.3.2017

Pensionskasse Apenzell Ausserrhoden – 16 Millionen für die Renten

Das Tiefzinsumfeld macht der Pensionskasse Appenzell Ausserrhoden zu schaffen. Deshalb soll der Umwandlungssatz erneut gesenkt werden. Für die beteiligten Arbeitgeber kommt das teuer zu stehen. …mehr

Höhere Sparbeiträge der Versicherten und Arbeitgeber, Millioneneinlagen und eine schrittweise Senkung des Umwandlungssatzes: Die geplanten Massnahmen zur langfristigen Stabilisierung der Pensionskasse Appenzell Ausserrhoden (PKAR) dürften noch für Diskussionen sorgen. Ein Element des Pakets, das auf den 1. Januar 2018 in Kraft treten soll, ist ein Zuschuss von sechs Millionen Franken der Arbeitergeber, die an der Vorsorgeeinrichtung angeschlossen sind. Gemäss dem Verteilschlüssel müsste beispielsweise der Kanton rund 2,2 Millionen Franken beisteuern, der Spitalverbund 1,1 Millionen Franken und die Gemeinde Herisau 537 000 Franken. Über diese Massnahme entscheiden der Kantonsrat und allenfalls das Stimmvolk. Eine entsprechende Teilrevision des Gesetzes über die Pensionskasse war bis Mitte Februar in der Vernehmlassung. Die drei anderen Vorschläge kann demgegenüber die Verwaltungskommission als oberstes Organ der PKAR selbst beschliessen.

Vorgesehen ist, mit den Einlagen der Arbeitgeber und der PKAR die durch die Reform entstehenden Einbussen bei den künftigen Rentnern auf höchstens drei Prozent zu begrenzen. Diese ergeben sich aufgrund der ab 2021 schrittweisen Senkung des Umwandlungssatzes auf 5,4 Prozent im Jahr 2023. Ein Beispiel: Hat jemand zu diesem Zeitpunkt ein Alterskapital von 100 000 Franken angespart, erhält er jährlich 5400 Franken als Rente. Mit dem seit 1. Januar 2014 gültigen Vorsorgereglement wurde die Reduktion des Umwandlungssatzes bis 2020 auf sechs Prozent beschlossen. Die bereits laufenden Altersrenten sind von der Senkung nicht betroffen. «Die Verwaltungskommission hat ein aus ihrer Sicht ausgewogenes Gesamtpaket ausgearbeitet», sagt Nathalie Teta-Ender, Geschäftsführerin der PKAR. Falls der Kantonsrat die Arbeitgeber zur Einlage verpflichte, werde auch die Pensionskasse eine einmalige Zahlung in Höhe von 10 Millionen Franken vornehmen. Diese finanziellen Mittel stammten aus den Reserven, sagt Teta-Ender.

18-Jährige müssen künftig Sparanteil leisten

Einen Beitrag zu Stabilität der PKAR müssen nebst den Arbeitgebern auch die Arbeitnehmer leisten. So sieht das Massnahmenpaket eine Erhöhung der Sparbeiträge bis Alter 42 um 0,75 Prozent des versicherten Jahreslohns vor. Wer 42-jährig und älter ist, muss künftig gar 1,25 Prozent mehr zahlen. Auf diese Weise wird bei der Pensionierung ein höheres Sparguthaben vorhanden sein, wodurch die Folgen des tieferen Umwandlungssatzes teilweise ausgeglichen werden. Dazu trägt auch eine weitere vorgesehene Änderungen der PKAR bei. Demnach sollen Arbeitnehmer bereits ab 18 Jahren mit dem Sparen für die Altersvorsorge beginnen. Heute liegt die Schwelle bei 25 Jahren.

Die PKAR ist seit 2014 selbstständig. Bei ihr versichert sind unter anderen die Kantonsangestellten, die Mitarbeitenden des Spitalverbunds, die Lehrkräfte an den Volksschulen und das Personal einiger Ausserrhoder Gemeinden. Ende 2015 betrug der Deckungsgrad 101 Prozent. Dies bedeutet, dass die künftigen Verpflichtungen der Vorsorgeeinrichtung knapp gedeckt sind. Damit steht sie im Vergleich zu anderen öffentlich-rechtlichen Vorsorgeeinrichtungen gut da. Als Grund für den Handlungsbedarf nennt Nathalie Teta-Ender nebst der steigenden Lebenserwartung die anhaltende Tiefzinsphase auf dem Kapitalmarkt. Sie rechne auf absehbare Zeit weiterhin mit niedrigen Anlageerträgen. Weil der Umwandlungssatz zu hoch sei, gebe es eine Umverteilung von den aktiv Versicherten zu den Rentnern. Experten gehen von künftigen Umwandlungsverlusten bei der PKAR von drei bis vier Millionen  Franken jährlich aus.

Quelle: Tagblatt.ch
29.03.2017

27.3.2017

Sammelstiftung Vita erzielt Anlagerendite von 3,7%

Die Sammelstiftung Vita hat 2016 eine Rendite von 3,7% erzielt. Dank ihrer erfolgreichen Anlagestrategie bietet die grösste teilautonome Vorsorgeeinrichtung ihren Versicherten eine stabile Verzinsung der Vorsorgevermögen. …mehr

Im anhaltenden Negativzinsumfeld hat die Sammelstiftung Vita 2016 mit ihren verwalteten Vermögen eine Jahresrendite von 3,7% erwirtschaftet. Mit diesem Ergebnis liegt sie im Median der wichtigsten Pensionskassenindices. Alle Anlageklassen des breit diversifizierten Anlageportfolios der Sammelstiftung Vita erzielten 2016 positive Renditen. Die Details finden Sie im Anlagereporting per 31. Dezember 2016.

Versicherte profitieren von stabilen und hohen Zinsen

Dank dem 2013 eingeführten Vorsorgemodell profitieren die Versicherten der Sammelstiftung Vita auch 2017 von einer stabilen und hohen Verzinsung ihres Alterskapitals: 2% Zinsen erhalten sie auf ihre obligatorischen Guthaben, 2,5% auf die überobligatorischen Guthaben.

Das innovative Vorsorgemodell sieht vor, dass die Sammelstiftung Vita in anlagestarken Jahren Zinsreserven bildet mit Vermögenserträgen, die den Zieldeckungsgrad   von   106%   am   31.   Oktober   übersteigen.   Aus   diesen Zinsreserven schüttet die Sammelstiftung Vita über fünf Jahre gestaffelt eine Zusatzverzinsung an die Versicherten aus. Dieses sichere Modell führt über die Jahre zu einer ausgeglicheneren Verzinsung der Altersguthaben und ermöglicht es der Sammelstiftung Vita, auch 2017 die Altersguthaben 1% über dem BVG- Mindestzins zu verzinsen.

Mit über 20’000 Firmen die grösste teilautonome Sammelstiftung

Die  Sammelstiftung  Vita  ist  mit  rund  120’000  Versicherten  und  über  20’000 Firmen  die  grösste  teilautonome  Sammelstiftung  der  Schweiz.  Sie  verwaltet Vorsorgegelder in der Höhe von CHF 11,8 Milliarden.

Quelle: Vita
27.03.2017

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