Basellandschaftliche Pensionskasse BLPK

27.3.2017

Pensionskasse mit positivem Ergebnis

Die Basellandschaftliche Pensionskasse konnte im letzten Jahr einen positiven Abschluss feiern und die Performance deutlich steigern. …mehr

Die Jahresrechnung 2016 der Basellandschaftlichen Pensionskasse (BLPK) schliesst mit einem Plus von 88,4 Millionen Franken. Die Gesamtperformance bei den Anlagen stieg gegenüber dem Vorjahr von 1,0 auf 3,9 Prozent. Die BLPK habe dieses Resultat dank einer breiten Diversifikation und einer langfristigen Anlagestrategie erarbeitet, heisst es in einer Mitteilung vom Montag. Das wirtschaftliche Umfeld sei dennoch herausfordernd und von weltweiten Unsicherheiten geprägt gewesen. Der konsolidierte Deckungsgrad erhöhte sich von 101,3 auf 103,0 Prozent. Die rund 60 voneinander unabhängigen Vorsorgewerke, die von der BLPK als Sammeleinrichtung verwaltet werden, weisen dabei unterschiedliche Deckungsgrade auf. Diese lagen gemäss Mitteilung indes alle bei mindestens 100 Prozent.

Die Jahresrechnung 2015 hatte die BLPK mit einem Minus von 116,5 Millionen Franken abgeschlossen. Die Deckungsgrade der einzelnen Vorsorgewerke lagen zwischen 97,5 und 119,6 Prozent.

Die Jahresrechnung 2016 der Basellandschaftlichen Pensionskasse (BLPK) schliesst mit einem Plus von 88,4 Millionen Franken. Die Gesamtperformance bei den Anlagen stieg gegenüber dem Vorjahr von 1,0 auf 3,9 Prozent. Die BLPK habe dieses Resultat dank einer breiten Diversifikation und einer langfristigen Anlagestrategie erarbeitet, heisst es in einer Mitteilung vom Montag. Das wirtschaftliche Umfeld sei dennoch herausfordernd und von weltweiten Unsicherheiten geprägt gewesen. Der konsolidierte Deckungsgrad erhöhte sich von 101,3 auf 103,0 Prozent. Die rund 60 voneinander unabhängigen Vorsorgewerke, die von der BLPK als Sammeleinrichtung verwaltet werden, weisen dabei unterschiedliche Deckungsgrade auf. Diese lagen gemäss Mitteilung indes alle bei mindestens 100 Prozent.

Die Jahresrechnung 2015 hatte die BLPK mit einem Minus von 116,5 Millionen Franken abgeschlossen. Die Deckungsgrade der einzelnen Vorsorgewerke lagen zwischen 97,5 und 119,6 Prozent.

Massnahmen eingeleitet

Im Januar hatte die BLPK mitgeteilt, dass sie wegen der schwierigen Bedingungen an den Anlagemärkten verschiedene Massnahmen einleitet. Unter anderem wird der technische Zinssatz per 1. Januar 2018 von 3,00 Prozent auf 1,75 Prozent gesenkt. Der Umwandlungssatz wird zwischen 2019 und 2022 zudem in vier Schritten von 5,80 Prozent auf 5,00 Prozent reduziert.

Bei der BLPK sind mehr als 24’600 Berufstätige von rund 200 Arbeitgebenden versichert. Darunter sind der Kanton Basel-Landschaft, Gemeinden, Hochschulen, Spitäler und Altersheime. Über 10’300 Personen bezogen im vergangenen Jahr eine Rente. Das Gesamtvermögen der BLPK beträgt rund 8,9 Milliarden Franken.

Quelle: Basler Zeitung
27.03.2017

7.1.2017

BLPK – Die Pensionskasse kostet das Baselbiet erneut über 300 Millionen

Sollen Renten beim Kanton auch künftig nicht sinken, steigen Kosten von 300 auf bis zu 600 Millionen. Zähe Verhandlungen mit den Personalverbänden sind garantiert. …mehr

Da hilft wohl nur noch Galgenhumor: «Für Sie ist das eine gute Schlagzeile und ich habe wieder eine schlaflose Nacht», scherzte Anton Lauber am Freitag vor den Medien. Dabei weiss der CVP-Finanzdirektor ganz genau, wie ernst die Lage ist, in der sich der Kanton Baselland befindet. Schliesslich präsentierte er Berechnungen, welche Belastung auf das Vorsorgewerk des Kantons zukommt. Damit reagierte Lauber auf die Ankündigung der Basellandschaftlichen Pensionskasse (BLPK) vom Vortag, den technischen Zinssatz per 1. Januar 2018 von 3 auf 1,75 Prozent und den Umwandlungssatz von 2019 bis 2022 in vier Schritten von 5,8 auf 5,0 Prozent zu senken.

Keine automatische Steuererhöhung

Lauber und seine Finanzexperten gehen davon aus, dass das Vorsorgewerk des Kantons nach dem Zinsschnitt eine Unterdeckung von rund 300 Millionen Franken aufweisen wird. Dies allein, weil den bestehenden Rentnern auch nach der Senkung auf 1,75 weiter der Zins von 3 Prozent geschuldet wird. Die Formulierung der BLPK, die laufenden Renten seien nicht betroffen, stimmt denn auch nur aus Sicht der Rentner. Für den Kanton ist der Einschnitt massiv – und führt zwingend zu einer Sanierung des Vorsorgewerks.

Wie es der Zufall will, decken sich die 300 Millionen fast mit jenen 289 Millionen Franken, die sich noch in der zu Zeiten der BLPK-Reform gesprochenen Arbeitgeberbeitragsreserve befinden. Automatisch wird diese nun geleert. Da das Geld in der Reserve als Eventualverpflichtung aber immer erst verbucht wird, wenn es auch gebraucht wird, muss der Kanton für die Staatsrechnung 2016 eine entsprechende Rückstellung vornehmen. Sollten die 289 Millionen nicht reichen, muss die Vorsorgekommission für den Rest Sanierungsmassnahmen beschliessen. Lauber zeigte sich aber vorsichtig optimistisch, dass sich bis 2018, wenn die Entscheide greifen, die Anlagemärkte etwas erholt haben und höhere Renditen dafür sorgen, dass die 289 Millionen genügen. Und noch etwas betont Lauber: «Es stimmt: Diese Summe belastet unsere Bilanz und wir werden deswegen rote Zahlen haben. Aber sie läuft ausserhalb der Defizitbremse und ist deshalb nicht steuerfussrelevant.»

Spielraum von 50 bis 330 Millionen

Damit ist allerdings erst eine Seite abgedeckt, jene der laufenden Renten. Die Belastung könnte sich noch mehr als verdoppeln, sollte der Landrat beschliessen, dass den zurzeit noch berufstätigen Versicherten keine Kürzung der künftigen Renten zuzumuten ist. Ohne Gegenmassnahmen würden die Renten wegen des niedrigeren Umwandlungssatzes nämlich ab 2019 abnehmen – und lägen 2022 um bis zu 14 Prozent tiefer. Würde man dies komplett verhindern und am Leistungsziel von 60 Prozent des versicherten Lohnes festhalten wollen, bräuchte es laut Berechnungen der Finanzverwaltung weitere 330 Millionen Franken. «Hier werden wir aber sicher nicht landen», nahm Lauber die Landratsdebatte vorweg.

Dass er damit wohl nicht falsch liegt, dafür dürften die Bürgerlichen sorgen: «Die volle Beibehaltung des Rentenniveaus ist ausgeschlossen», sagt etwa Landrat Hanspeter Weibel (SVP) auf Anfrage. Das Ziel müssten möglichst geringe Abfederungsmassnahmen sein. Dabei ist der Spielraum gross: Spricht der Landrat überhaupt kein zusätzliches Geld, würden trotzdem Kosten von 50 Millionen Franken entstehen, dies wegen des Aufwands der gestaffelten Senkung des Umwandlungssatzes.

Mittelweg könnte der goldene sein

Was die Verhandlungen zwischen den Sozialpartnern und die Landratsdebatte nicht einfacher machen wird, ist, dass die BLPK ihren 60 Vorsorgewerken auch erlaubt, sich für einen Umwandlungssatz von 5,4 statt 5,0 Prozent zu entscheiden. Damit würden die Renten maximal noch um 7 Prozent sinken. Dies auszugleichen würde noch gut 150 Millionen Franken kosten. Auch wenn der Kanton für die «Variante 5,4» Umlagekosten von knapp 8 Millionen bezahlen müsste, war am Freitag spürbar, dass Lauber für die Regierungsvorlage, die bis im Sommer 2017 vorliegen soll, zu diesem Vorschlag tendiert.

Denn etwas machte er deutlich: «Es kann nicht das Ziel des Kantons sein, im Wettbewerb mit anderen Arbeitgebern nicht mehr attraktiv zu sein.» Sonst könnten Abgänge drohen. Auch eine Pensionierungswelle wolle man verhindern. Die Vorlage, die als eigenes Projekt von der Finanzverwaltung unter Einbezug der Personalverbände, externen Experten und zwei Gemeindevertretern erarbeitet wird, müsse mehrheitsfähig sein. Das muss sie tatsächlich, denn zumindest über Teile davon entscheidet am Ende das Baselbieter Stimmvolk.

Quelle: Basellandschaftliche Zeitung
07.01.2017

Merken

Merken

6.1.2017

Baselland plant Massnahmen gegen PK-Verschlechterung

Die schlechteren Rahmenbedingungen bei der Basellandschaftlichen Pensionskasse zwingen den Kanton zum Handeln. …mehr

Die BLPK hat am Donnerstag bekannt gegeben, dass sie wegen der schwierigen Bedingungen an den Anlagemärkten den technischen Zinssatz per 2018 von 3 auf 1,75 Prozent senkt. Der Umwandlungssatz wird zudem in vier Schritten von heute 5,8 auf 5 Prozent reduziert.

Wie der Kanton Baselland für sein Vorsorgewerk auf diese Massnahmen reagieren will, liess Finanzdirektor Anton Lauber am Freitag vor den Medien noch offen. Eine pfannenfertige Lösung könne er noch nicht präsentieren, sagte der CVP-Regierungsrat. Er stellte jedoch bis zum Sommer eine Landratsvorlage in Aussicht, in der es um die künftigen Leistungsziele und die Sparbeiträge der BLPK geht.

«Happiger Schritt» der BLPK

Die versicherungstechnischen Anpassungen liegen dagegen allein in der Kompetenz der BLPK und kommen für Lauber nicht unerwartet. Eher überraschend ist für ihn aber die Senkung des technischen Zinssatzes auf nur gerade 1,75 Prozent. Das sei ein recht happiger Schritt, den es aber zu akzeptieren gelte.

Diese Zinssatz-Senkung führt im Vorsorgewerk des Kantons, in dem auch Lehrer von Baselbieter Gemeinden versichert sind, zu einer Deckungslücke von rund 300 Millionen Franken. Gedeckt werden kann diese voraussichtlich mit jenen rund 280 Millionen Franken, die sich noch in der Arbeitgeberbeitragsreserve befinden und die automatisch aufgelöst wird.

Allerdings muss in der Staatsrechnung 2016 eine Rückstellung in Höhe der Deckungslücke vorgenommen werden. In der Erfolgsrechnung resultiert in der Folge ein dreistelliges Millionendefizit. Laut dem Finanzdirektor tangiert dies die Defizitbremse jedoch nicht, weshalb es auch keine Steuererhöhung gebe.

Was die künftigen Leistungsziele sowie die Sparbeiträge und deren Aufteilung betrifft, rechnet Lauber mit intensiven Verhandlungen zwischen den Sozialpartnern. Erste heftige Diskussionen hat es im Landrat schon vor den jüngsten Beschlüssen der BLPK gegeben.

Die stufenweise Senkung des Umwandlungssatzes von 5,8 auf 5 Prozent lässt die Altersrenten um 14 Prozent schrumpfen. Die Renten sollten heute 60 Prozent des versicherten Lohns ausmachen. Mit dem tieferen Umwandlungssatz werden es aber nur noch 51 Prozent sein.

Zur Höhe des künftigen Leistungsziels äusserte sich Lauber nicht. Auch bei einem tieferen Zielwert brauche es aber höhere Sparbeiträge sowie einmalige Einlagen als Abfederungsmassnahmen. Für solche rechnet er je nach Variante mit Kosten von 50 bis 330 Millionen Franken für den Kanton.

Umwandlungssatz 5,4 statt 5 Prozent

Beim Umwandlungssatzes steht für Lauber auch eine Reduktion auf lediglich 5,4 Prozent zur Diskussion. Erreicht werden könnte dies dadurch, dass die Differenz zu den von der BLPK beschlossenen 5 Prozent durch das bei der AHV praktizierte Umlageverfahren gedeckt würde. Für den Kanton hätte dies Umlagekosten von 7 bis 8 Millionen Franken zur Folge.

Für Lauber ist klar, dass es Massnahmen gegen die Verschlechterungen bei der BLPK braucht, damit der Kanton nicht weiter an Attraktivität als Arbeitgeber verliert. Eben erst hat das Staatspersonal eine Lohnkürzung um ein Prozent hinnehmen müssen. Zudem besteht die Gefahr, dass sich viele Staatsangestellte 2018 vorzeitig in Pension gehen, um noch vom höheren Umwandlungssatz zu profitieren.

Die BLKP ist erst per Anfang 2015 einer Reform unterzogen und ausfinanziert worden. Damit war auch der Wechsel vom Leistungs- zum Beitragsprimat verbunden. Aus Sicht Laubers wurde diese Reform erfolgreich umgesetzt.

Quelle: Basler Zeitung
06.01.2017

Merken

6.1.2017

Baselbieter Finanzdirektor sucht nach Lösung bei Pensionskasse

Gestern gab die Basellandschaftlichen Pensionskasse bekannt, dass sie ihre Zinssätze senkt. Ohne Massnahmen würden die Renten um bis zu 14 Prozent sinken. Wie man dies abfedern kann, weiss Finanzdirektor Anton Lauber noch nicht.

…mehr

Die Basellandschaftliche Pensionskasse (BLPK) gab gestern bekannt, dass sie ihren technischen Zinssatz und den Umwandlungssatz senkt. Der Kanton Baselland informierte darum heute darüber, was diese Änderungen bedeuten.

  • Werden keine Massnahmen ergriffen, sinken die künftigen Altersrenten um bis zu 14 Prozent.
  • Um diese Rentenkürzung komplett abzufedern, müsste der Kanton Baselland 330 Millionen Franken aufbringen.
  • Wie die Abfederungsmassnahmen genau aussehen könnten, will der Regierungsrat überprüfen und im Sommer dem Landrat präsentieren.
  • Eine möglichkeit wäre laut Finanzdirektor Anton Lauber, dass der Kanton mit einer Einlage die Rentenkürzung halbiert.

Die Zinssenkungen der Basellandschaftlichen Pensionskasse BLPK habe ihn nicht überrascht, sagt Finanzdirektor Anton Lauber. Aber: «Dass der Zins gleich auf 1,75 Prozent gesenkt wird, damit habe ich nicht gerechnet.»

Lauber steht nun vor zwei Problemen. Auf der einen Seite müssen die bereits laufenden Renten finanziert werden. Hier entsteht wegen den Zinssenkungen eine Unterdeckung von 300 Millionen Franken. Dank der sogenannten Arbeitgeberreserve kann diese Differenz allerdings fast ausgeglichen werden.

Schwieriger wird es bei den Renten, die in Zukunft ausbezahlt werden müssen. Bis jetzt erhalten die Versicherten 60 Prozent ihres versicherten Lohns. Nach Anpassung der Zinsen wären es nur noch 51 Prozent. Will der Kanton für diese Differenz aufkommen, wären 330 Millionen Franken nötig. «Das ist komplett unrealisitisch», sagt Lauber und ergänzt: «Was realistisch ist, kann ich heute noch nicht sagen.»

Eine Möglichkeit wäre laut Lauber, dass der Kanton mit einer Einlage den Umwandlungssatz statt bei 5,0 bei 5,4 Prozent fixiert und so die Rentenkürzung halbiert. So würden die Renten nicht um 14 Prozent, sondern um sieben Prozent sinken.

Parlamentariere denken laut nach

Woher nimmt der Kanton aber das Geld, um Renten abzufedern? Bei den Baselbieter Parlamentariern teilen sich die Meinungen. Der Grüne Klaus Kirchmayr spricht ein Tabu an: «Auch die heutigen Rentner müssen einbezogen werden bei der Sanierung der Pensionskasse.»

Und für den FDP-Mann Michael Hermann ist klar: «Der Kanton hat bereits anfangs Jahr wieder ein Defizit in einem dreistelligen Millionenbereich», darum müsse man weiter sparen. Und er ergänzt: «Wir werden auch über Steuererhöhungen diskutieren müssen.»

Audio: «Finanzdirektor Lauber zu den drohenden Rentenkürzungen (06.01.17)»

 

Quelle: SRF
06.01.2017

4.9.2016

Bürgerliche wollen Baselbieter Renten um 20 Prozent senken

Die Baselbieter Pensionskasse (BLPK) steht unter Druck. Pensionskassenchef Hans Peter Simeon musste in der Quartalsanalyse einräumen, dass die Vorgaben kaum erreicht werden.
…mehr

Die «notwendigen» Renditen könnten mit den risikoarmen Anlagen nicht erwirtschaftet werden. Das Geld auf die Bank zu legen, sei heute mit «negativen Konditionen» verbunden. Weil die BLPK drei Jahre nach dem Sanierungsentscheid der Baselbieter Bevölkerung schon wieder unter Druck gerät, hat sie eine Arbeitsgruppe eingesetzt.

Sie soll die nächste Reform vorbereiten. Für die Bürgerlichen gibt es nur eine Lösung: Runter mit den Renten. Der gemässigte FDP-Landrat Christoph Hiltmann will gemäss „Schweiz am Sonntag“ den Umwandlungssatz um zwanzig Prozent senken. Nach Kündigungen und Lohnsenkungen wäre das eine weitere Sparmassnahme auf Kosten des Baselbieter Verwaltungspersonals.

Quelle: Basellandschaftliche Zeitung
04.09.2016

11.4.2016

Basellandschaftliche Pensionskasse 2015 mit negativem Ergebnis

Die Jahresrechnung 2015 der Basellandschaftlichen Pensionskasse (BLPK) schliesst mit einem Minus von 116,5 Millionen Franken. Die Gesamtperformance bei den Anlagen sank gegenüber dem Vorjahr von 7,9 auf 1 Prozent.

…mehr

Die Anlageerträge fielen damit ungenügend aus, wie es in einer Mitteilung vom Montag heisst. Der Grund für die schwache Performance liege in den schwierigen Marktverhältnissen. Das Gesamtvermögen der BLPK erhöhte sich 2015 gegenüber dem Vorjahr dennoch leicht von 8,650 auf 8,687 Milliarden Franken.

Der konsolidierte Deckungsgrad sank dagegen von 101,8 auf 101,3 Prozent. Die rund 60 voneinander unabhängigen Vorsorgewerke, die von der BLPK als Sammeleinrichtung verwaltet werden, weisen dabei unterschiedliche Deckungsgrade auf. Diese reichen von 97,5 bis 119,6 Prozent, wie es weiter heisst.

Kurzfristige Schwankungen beim Deckungsbetrag haben gemäss BLPK jedoch nur eine geringe Aussagekraft. Man wolle die Märkte weiterhin im Auge behalten. Für das laufende Jahr rechnen die Verantwortlichen im Bereich der Vermögensanlage weiter mit einem schwierigen Umfeld.

Bei der BLPK sind mehr als 24'500 Berufstätige versichert. Über 10'200 Personen bezogen im vergangenen Jahr eine Rente. Im Zuge ihrer Reform wechselte die Pensionskasse Anfang 2015 vom Leistungs- zum Beitragsprimat. Diese Neuorganisation wurde gemäss BLPK planmässig abgeschlossen.

Quelle: Basellandschaftliche Zeitung
11.04.2016

12.2.2016

Nicht nur der Kanton leidet unter der Baselbieter Pensionskasse

Auch Reinach fehlt rund eine Million Franken, die Gemeinde wartet aber mit einer Sanierung zu. Für den Kanton sieht FDP-Landrat Michael Herrmann derweil nur einen Weg: Leistungen kürzen.

…mehr

Dass das Vorsorgewerk des Kantons bei der Basellandschaftlichen Pensionskasse (BLPK) nur ein Jahr nach der milliardenschweren Sanierung gemäss Informationen der bz bereits wieder eine Deckungslücke von rund 70 Millionen Franken aufweist, sorgt im Baselbiet für grossen Frust. Doch nicht nur der Kanton muss nun schauen, wie er die Lücke wieder stopft. Auch andere der BLPK angeschlossene Arbeitgeber, die in ihrem Vorsorgewerk keine Wertschwankungsreserve eingebaut haben, hat 2015 die schwache Rendite in eine Unterdeckung getrieben.

Dies trifft auch auf viele Gemeinden zu, von denen ein Grossteil noch immer der BLPK angeschlossen ist. «Uns geht es ähnlich wie dem Kanton», sagt etwa der Reinacher Gemeindepräsident Urs Hintermann. Konkret weise das eigene Vorsorgewerk eine Unterdeckung von rund einer Million Franken auf. Das Problem liegt bei Reinach wie beim Kanton in der Altersstruktur des Vorsorgewerks. Beide weisen rund zwei Drittel Rentner und bloss ein Drittel aktive Arbeitnehmer auf. Das Guthaben der Rentner muss viel höher verzinst werden und ist fix zugesichert. «Es ist ein echtes Problem, dass das heutige Pensionskassen-System der Schweiz Rentner gegenüber Aktiven derart privilegiert behandelt», sagt Hintermann. Zudem sei das System zu sehr von der Börsenentwicklung abhängig.

Gesparte Million wird doch fällig

Der Börse ist es aber auch zu verdanken, dass die BLPK in den Jahren 2013 und 2014, als der Ausfinanzierungsbetrag der grossen Sanierung bereits berechnet worden war, Renditen von über 7 Prozent erreichte und sich so die effektive Deckungslücke bis zur Inkraftsetzung der Reform Anfang 2015 verringerte. Reinach etwa musste deshalb laut Hintermann «nur» 19 statt 20 Millionen Franken bezahlen. «Darauf können wir nun zurückgreifen», sagt er. Reinachs Gemeindeverwalter Thomas Sauter, der als Delegierter des Gemeindeverbands VBLG auch im Verwaltungsrat der BLPK sitzt, wiegelt deshalb ab: «Jetzt in Panik auszubrechen, wäre falsch.» Anders als der Kanton müsse Reinach zudem diese leichte Unterdeckung nicht sofort beheben. Man werde die Situation nun genau prüfen und dann entscheiden.

Kantonsangestellte im Visier

Auch das Kantonsspital Baselland (KSBL) ist der BLPK angeschlossen. Auf Anfrage bestätigt Sprecherin Brigitte Emmenegger, dass das Vorsorgewerk ebenfalls in eine Unterdeckung fallen werde. Da der definitive Abschluss der BLPK aber erst im April zu erwarten sei, könne man zur Grösse der Lücke noch nichts sagen. Sicher besser hat es die Fachhochschule Nordwestschweiz. Deren Vorsorgewerk weist kaum Rentner auf, weil diese bei dessen Bildung beim Vorsorgewerk des Kantons geblieben sind.

Die aktuelle Situation ruft im Baselbiet auch diejenigen auf den Plan, die schon bei der grossen Reform die Warner waren. «Leider kommt die neuerliche Deckungslücke der BLPK für mich nicht ganz unerwartet», sagt etwa FDP-Landrat und Finanzkommissions-Mitglied Michael Herrmann. Er sieht das Hauptproblem darin, dass die erforderliche Rendite, um den Deckungsgrad zu halten, an der Realität des Marktes scheitert. «Dieses Wirtschaften geht letztlich zulasten des Steuerzahlers», sagt er.

Zwar scheut Herrmann davor, das, was der Landrat bei der BLPK-Reform beschlossen hat, als Fehler zu bezeichnen. Doch eine weitere Reform sei nötig, um Korrekturen anzubringen. «Wir kommen nicht darum herum, gewisse Leistungen der BLPK zu kürzen.» Diese seien für Kantonsangestellte nämlich immer noch sehr gut. Als «pervers» bezeichnet Herrmann die Tatsache, dass per Gesetz nur bei den Aktiven gekürzt werden darf, nicht aber bei den Renten. Konkrete Massnahmen möchte er noch nicht nennen. Aufgeregt habe er sich aber, dass die zuständige Vorsorgekommission letztes Jahr die Guthaben der aktiven Versicherten mit 0,875 Prozent verzinsen liess. «Bei der aktuellen Lage hätte es eigentlich keine Zinsen geben dürfen.»

Quelle: Basellandschaftliche Zeitung
12.02.2016

12.2.2016

Das Loch in der Pensionskasse wird nur gestopft, nicht saniert

Die Vorsorgekommission entscheidet anstelle des Landrats – das stösst auf Kritik.

…mehr

Die rund 70 Millionen Franken, die gemäss Informationen der bz dem Vorsorgewerk des Kantons bei der Basellandschaftlichen Pensionskasse (BLPK) bereits wieder fehlen, gehen voll zulasten der Staatsrechnung 2015 und somit letztlich zulasten des Baselbieter Steuerzahlers. Die Kantonsangestellten kommen vorerst darum herum, die Hälfte der neuen Sanierungskosten zu tragen. Dies ergeben Recherchen der bz.

Konkret bestätigt Martin Lüthy, Leiter des Baselbieter Personalamts, der aktuell den Vorsitz in der kantonalen Vorsorgekommission hat: «Die Kommission hat entschieden, dass das Vorsorgewerk jetzt noch nicht saniert werden muss.» Und eine klassische Sanierung bräuchte es, damit die hälftige Teilung der Kosten zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern zum Tragen käme. Nun bleibt es bei der vom Gesetz vorgeschriebenen sofortigen Behebung der Unterdeckung durch den Kanton, indem er die 329-Millionen-Eventualverpflichtung anzapft. Und dies wiederum belastet die Staatsrechnung (bz berichtete).

Kommission möchte zuwarten

Mit diesem Entscheid rückt ein Gremium ans Rampenlicht, dessen Wirken bis jetzt noch nicht im Detail bekannt war. Die Vorsorgekommission nahm mit Inkrafttreten des neuen Pensionskassengesetzes am 1. Januar 2015 ihre Arbeit auf und ist paritätisch zusammengesetzt: Vier Arbeitgebervertreter des Kantons und vier Arbeitnehmervertreter – aus den Verbänden des Staats- und Gemeindepersonals (VSG), des Personals öffentlicher Dienste (VPOD), der Lehrer (LVB) und der Polizisten (PVPBL) – sitzen darin.

Diese acht Personen verfügen über weitreichende Kompetenzen. So legen sie jährlich die Verzinsung des Pensionsguthabens der aktiven Versicherten fest. Und im Pensionskassendekret, das der Landrat im Rahmen der BLPK-Reform 2013 verabschiedet hat, steht: «Im Falle einer Unterdeckung beschliesst die Vorsorgekommission die erforderlichen Massnahmen zur Wiederherstellung der vollen Deckung.» Präziser ist das Reglement der Kommission: zu den Aufgaben gehört «der Beschluss eines Sanierungskonzeptes sowie die Höhe allfälliger Sanierungsbeiträge bei Unterdeckung». Einzig der zuständige Ausschuss des Verwaltungsrates der BLPK muss das Konzept noch absegnen.

Doch warum muss nun keine umfassende Sanierung in Angriff genommen werden? «Es gibt keine klare Definition, ab welchem Deckungsgrad eine Unterdeckung besteht, die saniert werden muss», sagt Lüthy. Für die Kommission könne ein Deckungsgrad von gut 98 Prozent auch automatisch wieder ausgeglichen werden – falls sich der Markt positiv entwickle. Lüthy gibt allerdings zu: «Zurzeit sieht die Marktsituation wirklich nicht gut aus.» Als man aber darüber letzten Herbst diskutiert habe, sei noch kein klarer Trend erkennbar gewesen. Die Nichtsanierung scheint dabei kein unumstösslicher Entscheid zu sein: «Wir können auch kurzfristig reagieren und zusammenkommen, um neu zu entscheiden.» Wann die Schmerzgrenze erreicht ist, sei innerhalb der Kommission noch nicht diskutiert worden.

Landrat bestimmt Sparbeiträge

Unter Experten bestünden dazu zwei Meinungen: Die eine lautet, dass gut parallel zur Entnahme aus der Eventualverpflichtung bereits ein langjähriger Sanierungsplan mit ausgewogener Lastenverteilung auf Arbeitgeber, Arbeitnehmern und Rentnern begonnen werden kann. Die andere besagt, dass erst saniert werden soll, wenn die ganzen 329 Millionen Franken der Eventualverpflichtung aufgebraucht sind. Nimmt man die 70-Millionen-Lücke von 2015 als Gradmesser, müsste also noch viel passieren, bis nicht mehr nur der Kanton belastet würde. Laut Lüthy werde die Kommission «aufgrund weiterer Analysen im Laufe des Jahres» noch entscheiden, welcher Weg der richtige ist.

Dass der Landrat hierbei zum Zusehen verdammt ist, passt nicht allen. Dabei hält Lüthy fest: «Es war der Landrat selbst, der uns im Dekret explizit diese Kompetenzen gegeben hat.» SVP-Landrat Hanspeter Weibel warnte schon vor der BLPK-Reform immer vor höheren Kosten. Nun fühlt er sich bestätigt und möchte Gegensteuer geben: «Es war ein Riesenfehler, der Vorsorgekommission die Kompetenz über die Sanierung zuzusprechen.» Dementsprechend plädiert er dafür, das Dekret wieder abzuändern. Denn für ihn ist klar: Nicht der Steuerzahler, sondern die Arbeitnehmer sollen mehr zur Kasse gebeten werden. Und: «Auch die Leistungen der Rentner, die zurzeit noch gesetzlich geschützt sind, dürfen kein Tabu mehr sein.»

Übrigens: Während etwa der technische Zinssatz Sache des Verwaltungsrates der BLPK ist, liegt eine Kompetenz nach wie vor beim Landrat: Er kann über die Höhe der Sparbeiträge des Kantons an die aktiven Versicherten befinden. Auf diesem Weg dürfte das bürgerlich dominierte Parlament wohl doch dafür sorgen, dass auch die Kantonsangestellten das neue BLPK-Loch spüren werden.


Deckungsgrad der Pensionskasse Basel-Stadt: Voraussichtlich über 100 Prozent

Auch die Pensionskasse Basel-Stadt (PKBS) spürte im vergangenen Jahr die Schwäche an der Börse und insbesondere an den Rohstoffmärkten. Aber der Deckungsgrad per 31. Dezember 2015 dürfte voraussichtlich leicht über 100 Prozent liegen, sagt Susanne Jeger, Vorsitzende der PKBS-Geschäftsleitung. Der konkrete Deckungsgrad werde zu gegebener Zeit publiziert. Die PKBS ist als Sammeleinrichtung organisiert. Für jeden angeschlossenen Arbeitgeber wird ein separates Vorsorgewerk geführt. Für jedes angeschlossene Vorsorgewerk erstellt die PKBS eine eigene Einnahmen- und Ausgabenrechnung. In diesem Zusammenhang wird der Deckungsgrad für das entsprechende Vorsorgewerk bestimmt.

Bei den Vorsorgewerken mit Teilkapitalisierung (also etwa der Kanton Basel-Stadt, IWB, BVB, öffentliche Spitäler) muss erst saniert werden, wenn der Gesamtdeckungsgrad unter 80 Prozent sinkt. Bei diesen Vorsorgewerken seien aufgrund der Jahresergebnisse 2015 keine Sanierungsmassnahmen erforderlich. Bei der Vollkapitalisierung liegt die Schwelle bei 100 Prozent. Ob wegen der Entwicklungen der Anlagemärkte 2015 zusätzliche Massnahmen notwendig sind, werde im zweiten Quartal nach Vorliegen der Einnahmen- und Ausgabenrechnung pro Vorsorgewerk individuell geprüft, so Jeger.

Das laufende Jahr hat schwierig begonnen. Wie die UBS gestern mitteilte, erzielten die Pensionskassen im Januar eine Rendite von minus 1,08 Prozent. Im vergangenen Jahr lag sie insgesamt bei 0,8 Prozent.


Quelle: Basler Zeitung
13.02.2016

8.2.2016

In der Baselbieter Pensionskasse klafft erneut ein gewaltiges Loch

Per Ende 2014 wurde die Baselbieter Pensionskasse vom Steuerzahler für 2,7 Milliarden Franken saniert. Nun klafft in der BLPK erneut ein Loch, das die Baselbieter Finanzen belastet. Laut Landrat Klaus Kirchmayr handelt es sich dabei um einen tiefen zweistelligen Millionenbetrag.

…mehr

Es war nur ein Nebensatz des Baselbieter Finanzdirektors Anton Lauber. Doch dieser Nebensatz wiegt millionenschwer. An der Landratssitzung Mitte Januar warnte Lauber davor, den Gemeinden bei den Ergänzungsleistungen 45 Millionen Franken zurückzuerstatten, weil dies das Eigenkapital des Kantons zu stark belasten würde. «Alleine könnte sich das der Kanton vermutlich noch leisten», so Lauber. «Es sind aber weitere Themen pendent, darunter die Pensionskasse, die ihre Rendite nicht erwirtschaften kann.»

Das lässt aufhorchen, spricht Lauber hier doch erstmals aus, was viele befürchtet haben. Nur ein Jahr, nachdem die Basellandschaftliche Pensionskasse (BLPK) für 2,7 Milliarden Franken per Ende 2014 vom Steuerzahler saniert wurde, droht sie den Staatshaushalt erneut zu belasten. Tatsächlich geht aus der Anfang Februar publizierten Performance-Statistik hervor, dass die BLPK 2015 eine kumulierte Rendite von lediglich 0,95 Prozent erwirtschaften konnte. Dies nach drei Jahren mit Renditen von über 7 Prozent.

Die BLPK müsste aber eine Rendite von 3,6 Prozent erreichen, um ihre Kosten zu decken und den Deckungsgrad der Kasse zu halten. Nach der Ausfinanzierung lag dieser Anfang 2015 bei 101,8 Prozent. Gemäss bundesrechtlichen Bestimmungen muss die BLPK Sanierungsmassnahmen einleiten, wenn der Deckungsgrad unter 100 Prozent fällt. Dies ist auch im Dekret zum Pensionskassengesetz festgehalten.

Zweistelliger Millionenbetrag

Auf Anfrage der bz bestätigt der kantonale Finanzverwalter Roger Wenk: «Wir rechnen damit, dass die Staatsrechnung 2015 durch die BLPK belastet wird.» Angesichts der schwierigen Situation an den Aktienmärkten sei für die Kasse die Herausforderung zu gross gewesen, schon alleine den Deckungsgrad zu halten. Mit den 0,95 Prozent wurde das Ziel von 3,6 Prozent deutlich verfehlt.

Wie stark genau diese schlechte Performance die Baselbieter Rechnung belasten wird, möchte Wenk noch nicht beziffern, da die Finanzverwaltung erst jetzt die relevanten Zahlen für die Staatsrechnung 2015 aufbereitet. Berücksichtigt man jedoch, dass bereits ein Prozent Unterdeckung 10 bis 15 Millionen Franken ausmacht, geht es sehr schnell um sehr viel Geld. Etwas konkreter wird Landrat Klaus Kirchmayr. Der Fraktionschef der Grünen und Mitglied der Finanzkommission (Fiko) sagt auf Anfrage: «Wir reden hier von einem tiefen zweistelligen Millionenbetrag.» Die Fiko sei bereits im Dezember vom Regierungsrat über das Problem in Kenntnis gesetzt worden.

Zusätzliche Sorgen bereitet Kirchmayr aber, dass die Performance im letzten Monat des Jahres mit –1,22 Prozent besonders schlecht war: «Die Belastung könnte dadurch noch deutlich zugenommen haben.» Die Fiko werde den Jahresabschluss der BLPK genau unter die Lupe nehmen, sobald dieser vorliege. Kirchmayr weiss, warum sich Finanzdirektor Lauber sorgt: «Der Betrag zur erneuten Ausfinanzierung wird sofort rechnungswirksam.»

Zwar besteht laut Wenk seit der Sanierung eine Arbeitgeberbeitragsreserve von aktuell 329 Millionen Franken, mit der das neue Loch gestopft würde. Doch dabei handelt es sich nur um eine Eventualverpflichtung, was bedeutet, dass das Geld die Staatsrechnung buchhalterisch in Form einer Rückstellung belastet, sobald es benötigt wird. Droht wegen der BLPK-Krise nun eine Steuererhöhung? Hier gibt Wenk Entwarnung: «Die Resultate der Pensionskasse sind nicht Bestandteil der Defizitbremse, die zu einer Steuererhöhung führen kann, wenn das Eigenkapital unter 100 Millionen Franken sinkt.»

Quelle: Basellandschaftliche Zeitung
09.02.2016

1.10.2015

Pensionskassen-Portrait: BLPK

Die Basellandschaftliche Pensionskasse (BLPK) hat eine turbulente Phase mit Änderung der Rechtsform, Ausfinanzierung der Deckungslücke und Reform der Kasse hinter sich. Im Zug des neuen Bundesgesetzes bezüglich Finanzierung von Vorsorgeeinrichtungen öffentlich-rechtlicher Körperschaften haben sich Regierungsrat, Parlament und der Souverän des Kantons Basel-Landschaft für das System der Vollkapitalisierung entschieden, womit reformbedingte Kosten von rund 2.0 Mrd. Franken zu finanzieren waren.

…mehr

Mit dem im Mai 2014 per Volksabstimmung erzielten Kompromiss übernehmen die Gemeinden rund 280 Mio. Franken und der Kanton 276 Mio. Franken der reformbedingten Kosten der kommunalen Pensionskassenversicherten. Das Geld zur Finanzierung des Milliardenbetrags wurde vom Kanton zu aktuell rekordgünstigen Konditionen am Kapitalmarkt aufgenommen und der BLPK entgegen der ursprünglichen Absicht nicht in 40 jährlichen Raten, sondern bis Mitte 2015 in zwei grösseren Beträgen in bar überwiesen, was für die Kasse angesichts der bestehenden Negativzinsen eine echte Herausforderung darstellt.

Die Kasse selbst wurde ebenfalls reformiert. Sie operiert seit 1. Januar 2015 als unabhängige Sammeleinrichtung im Beitragsprimat für Versicherte im öffentlichen Dienst des Kantons sowie weiterer Arbeitgeber. Für die bisher noch im Leistungsprimat Versicherten wurde auf diesen Zeitpunkt hin ein Primatswechsel vollzogen. Die BLPK gehört mit ihren rund 220 Anschlüssen mit rund 27`000 Versicherten und 10`000 Rentnern sowie einem Anlagevermögen von 8.65 Mrd. Franken zu den grossen Sammeleinrichtungen. Nebst dem Kanton Basel-Landschaft als grösstem Anschluss gehören weitere namhafte Kunden wie die Gemeinden des Kantons Basel-Landschaft, die Basellandschaftliche Kantonalbank, die Fachhochschule Nordwestschweiz, die Universität Basel sowie Spitäler und Altersheime dazu.

Nach erfolgter Ausfinanzierung und dem Wechsel zum Beitragsprimat verfügte die BLPK per 31. Dezember 2014 über einen konsolidierten Deckungsgrad von 110.0 Prozent. Mit dem per 1. Januar 2015 vorgenommenen Grundlagenwechsel mit Senkung des technischen Zinssatzes auf 3.0 Prozent ergab sich ein Deckungsgrad von 101.8 Prozent.

Seit dem 1. Juli 2015 ist ein neuer Verwaltungsrat gewählt. Erstmals nimmt kein Regierungsratsmitglied mehr direkt Einsitz im Gremium. Der Regierungsrat wählt die Arbeitgebervertreter, während die Delegiertenversammlung die Arbeit¬nehmervertreter bestimmt. Die Führungskoordination zwischen der Geschäftsleitung mit ihren operativen Fachabteilungen und dem Verwaltungsrat mit seinen Ausschüssen – einen für Rechnungsprüfung und Entschädigung, einen für Anlagen und einen für Versicherungen – nimmt das Dreigestirn wahr, das sich aus dem Vorsitzenden der Geschäftsleitung und den zwei Co-Präsidenten des Verwaltungsrats zusammensetzt. Für die Vermögensanlage der traditionellen Wertschriften bedient sich die BLPK seit 2011 einer eigenen Fondsplattform, die von der UBS administriert wird.

Autor: Daniel Dubach
Quelle: Schweizerpersonalvorsorge Ausgabe 10/2015 / Auszugsweise