Bernische Pensionskasse BPK

16.4.2016

Rentengelder für Bomben

Die öffentlich-rechtlichen Pensionskassen in Bern investieren nicht nur in Hersteller nuklearer Sprengkörper – sondern auch in Firmen, die Streubomben produzieren.

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Die öffentlich-rechtlichen Pensionskassen von Stadt und Kanton Bern haben klare Ziele in ihren Anlagereglementen festgehalten: Die städtische Personalvorsorgekasse (PVK) richtet ihre Anlagestrategie an «sozialen, ökologischen und ethischen Kriterien der Nachhaltigkeit aus». Die Bernische Pensionskasse (BPK) gibt an, sie «investiert nicht in Unternehmen, die Atomwaffen oder Streubomben herstellen». Ausserdem will sie «wenn möglich» nicht in Unternehmen investieren, welche Menschenrechte «systematisch verletzen» oder der Umwelt «schwerwiegenden Schaden» zufügen.

In einer Liste hält die BPK auch jene Industrien fest, in die sie nicht investieren will: darunter die Rüstungs-, die Atom- und die Tabakindustrie – auch hier mit der Einschränkung «wenn möglich». Schaut man allerdings das Investitionsverhalten der Pensionskassen genau an, werden diese Regeln in mehreren Fällen nicht eingehalten.

Verbot in über hundert Ländern

Wie eine Analyse der Anlagetätigkeit der beiden Pensionskassen zeigt, investieren sie in Firmen wie Textron, Raytheon und General Dynamics, welche neben anderen Rüstungsgütern auch Streubomben herstellen. Dieser Bombentyp explodiert nicht als Ganzes, sondern verteilt über dem Abschussgebiet mehrere kleinere Sprengkörper. Diese bringen als Blindgänger oft auch die Zivilbevölkerung in Gefahr. Ausserdem sind Streubomben aufgrund der grossflächigen Zerstörung kaum gezielt einsetzbar, was ebenfalls häufig zu zivilen Opfern führt. Diese Eigenschaften hatten in über hundert Ländern ein Verbot dieser Waffengattung zur Folge, so auch in der Schweiz.

Nukleare Sprengköpfe

Weitere Firmen, welche sich im ­Portfolio der beiden Pensionskassen befinden, sind Jacobs Engineering und Lockheed Martin. Gemeinsam mit der Serco Group sind sie Inhaber der Firma AWE, welche sich auf ihrer Homepage selber als «führend im britischen Nuklearprogramm» bezeichnet und nukleare Sprengköpfe sowohl entwickelt wie auch herstellt. Es handelt sich dabei nicht bloss um Zulieferer von Einzelteilen zum Bau von Nuklearwaffen, wie dies Daniel Klöti, der stellvertretende Anlagechef der Bernischen Pensionskasse, im «SonntagsBlick» gesagt hat.

Beide Pensionskassen investieren ausserdem mehrere Millionen Franken in Tabakfirmen. Darunter British American Tobacco und Philip Morris.

Kosten sparen, Renten sichern

Die Verantwortlichen der Pensionskassen bestreiten die Zusammenhänge nicht, begründen die Anlagen in die genannten Firmen aber mit ihrer ­Strategie: Beide Kassen betreiben ein passives Anlagemanagement. Das heisst, sie investieren nicht direkt in die einzelnen ­Firmen, indem sie Aktien kaufen, sondern orientieren sich an sogenannten Indices. Diese setzen sich aus mehreren Aktientiteln zusammen, die zu unterschiedlichen Anteilen vertreten sind. Befinden sich in diesen Indices Aktien aus der Rüstungsindustrie, investieren die Pensionskassen automatisch auch in diese Firmen.

«Wenn wir solche Firmen ausschliessen würden, müssten wir eine aktive ­Anlagestrategie verfolgen», so Jürg Schad, Geschäftsführer der PVK. «Das würde aber bedeuten, dass die zusätzlichen Kosten für die aktive Bewirtschaftung von der Rendite abgezogen werden müssten. Dies wiederum wirkt sich negativ auf den Deckungsgrad respektive die Renten aus.»

Dass es auch anders geht, beweist der norwegische Pensionsfond. Dieser lässt seine Anlagestrategie durch eine Ethikkommission überprüfen. Firmen, welche die Standards dieser Kommission nicht erfüllen, werden zuerst verwarnt und unter Beobachtung gestellt. Erst wenn sie weiterhin gegen die Richtlinien verstossen, werden sie aus dem Anlagepool des Fonds ausgeschlossen. Da es sich mit einem Anlagevermögen von rund 800 Milliarden Franken um den weltweit grössten Staatsfonds handelt, kann dies einigen Druck auf die betroffenen Firmen ausüben.

Weitere umstrittene Firmen

Die umstrittenen Firmen, in welche die Berner Pensionskassen investieren, wurden von dieser Ethikkommission ausgeschlossen. Zusätzlich befinden sich im Portfolio der beiden Pensionskassen auch Firmen, welche gemäss Ethikkommission für «weitreichende, langfristige und irreversible» Umweltschäden verantwortlich sind. Hinzu kommen fünf weitere Firmen, die «Schlüsselkomponenten für nukleare Waffen» herstellen. Eine Firma wurde ausserdem aufgrund von Verstössen gegen die Menschenrechtskonvention ausgeschlossen.

Dr. Matthias Huss, Leiter des Fachbereichs Nachhaltige Finanzanlagen der Universität Zürich, relativiert: «In der gegenwärtigen Situation, in der es ohnehin schwierig ist, eine anständige Zielrendite zu erreichen, rückt die Kostenseite bei den Pensionskassen in den Fokus.» Es gebe zwar eine Anzahl alternativer Indices, welche nach bestimmten Richtlinien problematische Firmen ausschlössen. Typischerweise würden dort aber ganze Industrien ausgeschlossen. «Dies ist nicht immer zielführend: Schliesst man beispielsweise die Rüstungsindustrie aus, bleiben oft die Zulieferer im Port­folio.» Im schlimmsten Fall sei der Ausschluss solcher Firmen nur Kosmetik, ohne echten Einfluss – und führt zu mehr Bürokratie und höheren Kosten.

Weniger Rendite

Doch die Kosten sind nicht die einzige Befürchtung der Pensionskassen. Auf der anderen Seite stehen die Einnahmen. Klöti von der BPK sagt: «Es ist denkbar, dass wir durch Ausschluss solcher Firmen nicht mehr dieselbe Rendite erzielen könnten oder höhere Risiken eingehen müssten.» Laut Huss gäbe es jedoch kaum Evidenz, dass die Berücksichtigung von ethischen oder ökologischen Standards die Renditen stark nachteilig beeinflussen würden. Im Gegenteil: «Einige Studien deuten darauf hin, dass eine Berücksichtigung solcher Faktoren langfristig zu einer höheren Performance führen kann.»

Quelle: Der Bund
16.04.2016

 

8.2.2016

Beim Essen sind die Pensionskassen heikel

Eine Umfrage unter den grossen Pensionskassen zeigt, dass die meisten nicht auf Rohstoffe aus der Landwirtschaft setzen.

Banken sehen keinen Bedarf, die Kunden zum Ausstieg aus Agrarrohstoffen zu bewegen – immerhin ist das Geschäft mit Nahrungsmitteln ein Milliardenmarkt. Weit kritischer ist man bei den Schweizer Pensionskassen. Dies ist  aufschlussreich im Kontext der ­Ab­stimmung zur Juso-Initiative «Stopp der  Spekulation mit Nahrungsmitteln» vom 28. Februar. Die allermeisten an­­gefragten Zweite-Säule-Stiftungen investieren nicht in Agrarrohstoffe oder haben sind unlängst aus diesen Investments zurückgezogen. Dies zeigt eine Umfrage, die der TA unter neun grossen Pensionskassen und dem AHV-Ausgleichsfonds durchführte.

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Kontaktiert wurden die Publica ­(Eidgenossenschaft), die BVK (Kanton Zürich), die Bernische Pensionskasse (Kanton Bern), die Pensionskasse der Stadt Zürich, die Migros-Pensionskasse, die Pensionskassen von PWC (Wirtschaftsprüfer), die Sammelstiftungen Asga und Profond sowie die Pensionskasse von Novartis.

Die AHV und viele Pensionskassen investierten in den letzten zehn Jahren in gemischte Rohstofffonds, die typischerweise 80 bis 90 Prozent Energiewerte und Metalle enthielten und 10 bis 20 Prozent Agrarrohstoffe. Die Anlagenstile waren meist passiv und seltener aktiv. Passiv heisst, dass auf den Verlauf eines Börsenindizes spekuliert wird. Aktiv heisst, dass Pensionskassen an Hedgefonds beteiligt sind, die Rohstofftitel und -Derivate kaufen und verkaufen, um daraus eine höhere Rendite zu erzielen, als wenn sie passiv investieren würden.

Die wichtigen Argumente der Profianleger gegen Agrarrohstoffe sind ­folgende:

  • Keine verlässliche Rendite: Publica sagt, man sehe «keine systematische ­Risikoprämie einer solchen Anlage». Zur Begründung führt sie aus, die Marktlage wechsle stark. Mal seien die Produ­zenten zahlreicher am Markt, mal die ­Abnehmer. «Wir sehen nicht, wie wir daraus einen konstanten Ertrag erzielen könnten», sagt Anlagechef Stefan Beiner. Gleich argumentiert die Bernische Pensionskasse. Sie meide generell «Anlagen, die keinen regelmässigen Ertrag abwerfen». Ähnlich drückt es der AHV-Fonds aus: «Als Anlage haben land­wirtschaftliche Rohstoffe relativ wenig Vorteile, da ihre Preise stark von kurzfristigen Wetterbedingungen beeinflusst sind.» Noch einfacher sagt es die Pensionskasse der Stadt Zürich, die im April 2015 ausgestiegen ist: «Wir mussten ­feststellen, dass wir mit diesen Anlagen systematisch Geld verloren hatten».
  • Wenig relevant für Absicherung: Agrarrohstoffe nützen zur Absicherung gegen Inflations- und geopolitische Risiken. «Doch diesen Zweck erfüllen auch Edelmetall- und Energieanlagen», sagt ein Anlagechef, der nicht zitiert sein will. Dies bestätigt der grosse Anlagestrategieberater der Pensionskassen, PPCmetrics. «Ja, da dieser Effekt ist historisch über Edelmetall- und Energiekomponenten erzielt worden», sagt ­Dominique Ammann. Genau so sieht es der AHV-Fonds, der sich 2014 aus Agrarrohstoffen zurückgezogen hat. Der Fonds setzt jetzt nur noch auf Energie und Edelmetalle. «Dies vor allem, weil sich mit diesen zwei Sektoren, über eine ­längere Zeit gesehen, der höchste ­Mehrwert oder die grössten Diversifikationsvorteile erzielen lassen», sagt Eric Breval, Geschäftsleiter der Ausgleichsfonds AHV/IV/EO. Gleich beurteilen es die Publica und die BVK.
  • Ethische Bedenken: Die BVK schreibt: «Aus Gründen der Nachhaltigkeit verzichtet die BVK bewusst auf ­Anlagen in Agrarrohstoffe wie zum ­Beispiele in Mais- oder Weizentermin­kontrakte. Wegen der Abhängigkeit einzelner Entwicklungsländer von den globalen Lebensmittelpreisen sowie der Lebensmittelknappheit in zahlreichen Regionen der Welt wäre eine solche Anlage nicht mit den definierten Anlagegrundsätzen der BVK vereinbar.» Auch die Pensionskasse von PWC hat sich aus Nahrungsmittelinvestments verabschiedet. «Einerseits aus ethischen Gründen, anderseits weil wir nicht mehr überzeugt waren.»
  • Fehlende Expertise und Nutzen: «Rohstoffe sind für uns kein Thema, da wir weder spezielle Expertisen an Bord haben noch Opportunitäten sehen», sagt Profond-Präsident Olaf Meyer.

Keine Antwort geben wollte die ­Novartis-Pensionskasse. Man wolle ­sich «nicht zu aktuellen politischen Themen und Finanzfragen äussern». Laut Jahresbericht 2014 investiert die Pensionskasse 600 Millionen Franken in Rohstoffe. Sie will auch nicht offenlegen, welchen Anteil Agrarrohstoffe haben.

PPCmetrics schätzt das Engagement aller Pensionskassen in Rohstoffe auf rund 8 Milliarden Franken, knapp 1 Prozent des BVG-Gesamtvermögens – bei einzelnen Pensionskassen bis zu 5 Prozent des Kassenvermögens. «Davon ­machen die Agrarrohstoffe im Schnitt 20 bis 30 Prozent aus.» Dominique ­Ammann von PPCmetrics sagt, dass ­Pensionskassen bei Neuengagements ­zurückhaltend seien. «Einzelne Kassen haben ihre Rohstoffanlagen reduziert, andere halten an ihren Positionen fest.»

Die Asga will Profit machen

Eine solche Kasse ist die Gewerblerkasse Asga mit Sitz in St. Gallen (88 000 Ver­sicherte, 12 Milliarden Franken Ver­mögen). Sie hat seit Ende 2011 mit zwei Fonds in Rohstoffe investiert, wovon ein Viertel bis ein Drittel auf Nahrungsmittel entfallen, rund 200 Millionen Franken. Man habe damit Geld gewonnen. Der eine Fonds habe sei 2011 kumuliert rund 10 Prozent Erträge generiert, der andere 20 Prozent. Die Asga suche die «langfristige nachhaltige Wertvermehrung», den Inflationsschutz und eine «Ergänzung zum traditionellen Anlage­universum».

Was die Asga an der politischen Debatte stört, ist, dass der «positive Beitrag» der Finanzspekulation untergehe. «In einer perfekten Welt, wo Rohstoffproduzenten zu jeder Zeit und jedem Preis direkt an Konsumenten verkaufen können, wäre der Rohstoffinvestor nicht notwendig», sagt Asga-Anlagechef Jürg Althaus. Doch eine solche Welt gebe es nicht. Liquidität schmiere die ­Finanzmärkte, wozu auch der Rohstoffmarkt gehöre. Pensionskassen leisteten einen wichtigen Beitrag zur Handel­barkeit. Solange sich die Investoren innerhalb des gesetzlichen Rahmens be­wegten, würden sie «einen wichtigen Beitrag zu einem funktionierenden und effizienten Rohstoffmarkt» leisten. Davon profitierten «die Produzenten und die Konsumenten».

Günstiger dank Spekulation

Unredlich sei auch – so der Asga-Anlagechef –, dass während Zeiten steigender Rohstoffpreise (in den Jahren 2009 bis 2011) sich die Gegner von Rohstoff­spekulationen besonders vehement gegen solche äusserten. Was sie verschweigen würden, ist, dass in fallenden Märkten Spekulanten ebenfalls präsent sind. «Dieses spekulative Element kann Preise weiter nach unten drücken, was den Konsumenten zulasten des Produzenten begünstigt», sagt Althaus.

Ob dieser Einfluss nun nützlich oder schädlich ist, ist unter Wissenschaftlern sehr umstritten. Vor allem die An­fälligkeit auf Manipulationen wird hinterfragt: «Gewisse Studien zeigten, dass ­Finanzanleger im kurzfristigen Markt einen Einfluss auf den Preis ha-ben könnten», sagt Publica-Anlagechef ­Beiner. Mittel- bis langfristig sei dies ­allerdings nicht der Fall.

Argument der Preissicherheit

Trotz all dieser Vorbehalte plädiert der Präsident des Pensionskassenverbands Asip, Christoph Ryter, für «ein möglichst freies Anlageuniversum». Gerade bei Agrarrohstoffen würden Vorsorgeeinrichtungen «nicht als Spekulanten auftreten». Im Gegenteil, sie böten «den Produzenten eine Versicherung an, indem sie schon zu einem frühen Zeitpunkt für fixe Abnahmepreise und damit Preissicherheit sorgen», sagt der Asip-Präsident, der die Pensionskasse der Migros leitet. «Die Pensionskassen verantwortlich zu machen für Hungerkatastrophen ist unseriös», meint Chris­toph Ryter.

Quelle: Tages Anzeiger

15.1.2015

Bernische Pensionskassen rentieren gut – das entlastet den Kanton

Die beiden kantonalen Pensionskassen BPK und BLVK haben im Jahr 2014 eine Rendite von gegen 9 Prozent abgeworfen, die Deckungsgrade haben zugenommen. Der Kanton, der bei der Ausfinanzierung der Kassen Bürgschaften leisten muss, entlastet das mit 400 bis 500 Millionen Franken.

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Mit dem neuen Pensionskassen-Gesetz, gültig ab 1. Januar, übernahm der Kanton eine schwere Verpflichtung: Rund 1,1 Milliarden Franken Bürgschaft seien für die Ausfinanzierung, also die Sanierung der bernischen Pensionskasse BPK und der bernischen Lehrerversicherungskasse BLVK nötig, hiess es im November 2013 im bernischen Grossen Rat und in der Abstimmungsbotschaft vom Frühjahr 2014. Das sichert die bisherigen Renten ab.

Allerdings haben die beiden kantonalen Pensionskassen im Jahr 2014 so gut rentiert, dass sich diese Schuldanerkennung um etwa einen Drittel verringert, also um 400 bis 500 Millionen Franken. Sie wird definitiv festgelegt, wenn die definitiven Jahresabschlüsse 2014 vorliegen.

Beiträge der Versicherten und des Arbeitgebers bleiben gleich

An den zusätzlichen Leistungen der aktiv Versicherten und des Kantons ändert nichts. Sie müssen mit ihren Sanierungs-Beiträgen dafür sorgen, dass zwischen den Einnahmen der Kassen und den künftigen Rentenleistungen keine Lücke entsteht. Bis 2034 soll der Deckungsgrad von 100 Prozent erreicht sein. Die Sanierung ist vom Bund vorgeschrieben.

Quelle: SRF/Regionaljournal Bern Freiburg Wallis

30.8.2014

BLVK und BPK – Pensionskassen-Sanierung wird leicht teurer

Am 1.Januar 2015 tritt das neue Gesetz über die beiden kantonalen Pensionskassen in Kraft, wie es das Stimmvolk am 18.Mai 2014 an der Urne beschlossen hatte. Am Freitag hat nun der Regierungsrat Sanierungsbeiträge festgelegt, welche zur Zeit der Abstimmung noch nicht bekannt waren. Sie betragen 2,3 Prozent bei der Bernischen Pensionskasse (BPK) und 4,25 Prozent bei der Bernischen Lehrerversicherungskasse (BLVK). 60 Prozent dieser Beiträge zahlt der Kanton, 40 Prozent bezahlen das Kantonspersonal und die Lehrkräfte.

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Die genannten Sanierungsbeiträge, die neben den ordentlichen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträgen zu entrichten sind, liegen leicht über den in der Botschaft genannten Zahlen. Gerhard Engel, der stellvertretende Generalsekretär der Finanzdirektion, erinnert daran, dass in der Botschaft geschrieben stand, dass die Beiträge auch höher ausfallen könnten.

Die genannten 2,3 beziehungsweise 4,25 Prozent beruhen auf einem Finanzierungsplan für zwanzig Jahre, der von den betroffenen Kassen erstellt und jetzt vom Regierungsrat genehmigt wurde. In zwanzig Jahren sollte dann – zumindest nach Plan – die Sanierung abgeschlossen sein. Die BPK hat derzeit eine Unterdeckung von 776 Millionen, die BLVK von 923 Millionen Franken. Diese grössere Unterdeckung ist der Grund, weshalb die Lehrer höhere Sanierungsbeiträge leisten müssen.

Quelle: Berner Zeitung

29.8.2014

Berner Regierungsrat genehmigt Finanzierungspläne Pensionskassen

Die Berner Kantonsregierung hat die Finanzierungspläne für die beiden Pensionskassen des Staatspersonals und der Lehrerschaft genehmigt. Sie sind der Fahrplan für die systematische Reduktion der Unterdeckung beider Kassen in den nächsten 20 Jahren.

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Das neue Gesetz über die kantonalen Pensionskassen, dem das Berner Stimmvolk im Mai zugestimmt hat und das ab 1. Januar 2015 gilt, beschränkt die Kompetenz des Kantons auf die Regelung der Finanzierung der beruflichen Vorsorge. Damit verbunden ist nebst der Festlegung der Beiträge auch die Genehmigung der Finanzierungspläne.

Wie die Regierung am Freitag mitteilte, verbleibt nach der Schuldanerkennung des Kantons von 1,1 Milliarden Franken eine Unterdeckung von 923 Millionen Franken bei der Bernischen Pensionskasse (BPK) und 776 Millionen Franken bei der Lehrerversicherungskasse (BLVK).

Um diese Lücke in den kommenden 20 Jahren zu schliessen, müssen zusätzlich zu den ordentlichen Beiträgen sogenannte Finanzierungsbeiträge geleistet werden – bei der BPK sind dies 2,3 Prozent und bei der BLVK 4,25 Prozent des versicherten Lohns. Der Arbeitgeber – also der Kanton – beteiligt sich daran mit 60 Prozent.

Wechsel vom Leistungs- zum Beitragsprimat

Bei der BPK wird zudem das ordentliche Rentenalter von 63 auf 65 Jahre angehoben. Allgemein bringt das neue Pensionskassengesetz den Wechsel vom Leistungs- zum Beitragsprimat. Weil die ordentlichen Sparbeiträge neu altersabhängig ausgestaltet sind, werden die bis 40-jährigen Versicherten leicht entlastet.

Für Angestellte ab 40 Jahren sind wegen der höheren Sparbeiträge jedoch Einbussen beim Nettolohn möglich. Deshalb pocht der Regierungsrat auf die Umsetzung der 2013 in Aussicht gestellten langfristigen Lohnentwicklung von 1,5 Prozent.

Quelle: SDA/bluewin.ch

19.5.2014

Das Berner Stimmvolk befürwortet die Sanierung der beiden staatlichen Pensionskassen

Das Berner Stimmvolk befürwortet die Sanierung der beiden staatlichen Pensionskassen. Die Hauptvorlage erhielt 61,7 Prozent Ja-Stimmen, der Eventualantrag des Grossen Rats 61,4 Prozent. Das Stimmvolk gab in der Stichfrage der Hauptvorlage den Vorzug: 60,5 Prozent der Stimmen gingen an die Hauptvorlage, 39,5 Prozent an den Eventualantrag.Die Bernische Lehrerversicherungskasse (BVLK) und die Bernische Pensionskasse (BPK) der Kantonsangestellten weisen beide eine Unterdeckung auf und müssen bis in 20 Jahren saniert werden. Abgestimmt wurde über das neue Gesetz und über den Eventualantrag, den das Kantonsparlament verabschiedet hat.

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Das neue Gesetz, das nun auf Anfang 2015 in Kraft tritt, sieht einen Wechsel vom Leistungs- zum Beitragsprimat vor. Der Kanton zahlt eine Übergangseinlage von 500 Millionen Franken an die Erwerbstätigen, um den Wechsel abzufedern. Zudem leistet der Kanton einen einmaligen Betrag, um die Deckungslücke der Pensionskassen aufzufüllen – rund 1,7 Milliarden Franken.

Arbeitgeber und Personal müssen bis ins Jahr 2034 Finanzierungsbeiträge zahlen, damit der Deckungsgrad von 100 Prozent erreicht wird – zusätzlich zu den ordentlichen Beiträgen. Der Kanton als Arbeitgeber zahlt rund 1,1 Milliarden Franken

Beim Eventualantrag – einem Vorschlag aus dem Kantonsparlament – hätte sich das Staatspersonal finanziell stärker an der Sanierung der Pensionskassen beteiligen müssen. Der einmalige Kantonsbetrag hätte 1,3 Mrd. statt 1,7 Milliarden Franken betragen. Die Lohnabzüge für das Staatspersonal wären gut ein halbes Prozent höher gelegen.

Quelle: Bund / Berner Zeitung / Vorsorgeforum