Pensionskasse der Stadt Aarau

23.5.2017

Pensionskasse Aarau – Städtisches Personal will Pensionskasse gar nicht wechseln

Die städtischen Angestellten Aaraus lehnen den Wechsel der Pensionskasse ab – gegen den Willen des Einwohnerrats.

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Der Aarauer Einwohnerrat hat an seiner Sitzung Anfang Mai entschieden, dass der Stadtrat die Verträge mit der Pensionskasse der Stadt Aarau per Ende 2017 kündigen und die Pensionskasse der städtischen Angestellten zur Trianon Sammelstiftung (Mobiliar) zügeln soll.

Doch das letzte Wort hatten die städtischen Angestellten als Hauptprotagonisten. Und diese lehnten den Wechsel am Montag haushoch ab. Das bestätigt Hans Umbricht, Präsident des Personalverbandes. Bei 518 Stimmberechtigten gingen 305 gültige Stimmzettel ein. Nur 31 stimmten für ein Ja, 274 für ein Nein – das sind über 89 Prozent.

«Die Diskussionen im Vorfeld liessen zwar auf ein Nein schliessen», sagt Hans Umbricht, «aber wir waren doch überrascht, wie hoch es ausfiel.» Eine Erklärung hat der Präsident des Personalverbandes nicht. «Ich kann mir höchstens vorstellen, dass man nicht alles an private Versicherungen abtreten will, sondern weiterhin Mitsprache wünscht», sagt Umbricht.

«An Personal vorbeipolitisiert»

In einer später verschickten Mitteilung führten die Gewerkschaft VPOD Aarau und der Personalverband weitere Gründe an, die zur Ablehnung geführt hatten. Darunter das Nicht-Einhalten von Corporate-Governance-Regeln bei der Trianon, der «unsichere Verlauf der Kosten der Risiko- und Verwaltungsprämien sowie die hohe Abhängigkeit von einem Rückversicherer bei der Festsetzung der Umwandlungssätze bei Neurentnern und Neurentnerinnen».

Grundsätzlich, so die beiden Verbände, sei man der Meinung, dass kein Handlungsbedarf bestehe und die Unsicherheiten bei einem Wechsel zu hoch seien: «Die auf den ersten Blick guten Umwandlungssätze wären nur für 2 Jahre und die tiefen Risikoprämien für 3 Jahre garantiert gewesen.»

Die Diskussion über einen Wechsel der Pensionskasse geht aufs Konto der Freisinnigen. Deren ehemaliger Einwohnerrat Mario Serratore hatte 2014 eine entsprechende Motion eingereicht. FDP-Stadtrat Hanspeter Hilfiker sagte an der Einwohnerratssitzung, die Trianon-Lösung bringe der PK in den nächsten 15 Jahren eine substanziell bessere Struktur. Die Finanz- und Geschäftsprüfungskommission (FGPK) beantragte Ablehnung – aufgrund eines Stichentscheids von FGPK-Präsident Daniel Siegenthaler (SP). Der Rat hiess den Antrag des Stadtrats aber mit 25:12 Stimmen gut.

Der VPOD und der Personalverband konstatierten: «Stadtrat und Einwohnerrat politisieren an ihren Angestellten vorbei.» Sie drückten ihr Bedauern aus, dass «aufgrund von Fehleinschätzungen und bestimmten Partikularinteressen Geld ausgegeben wurde, welches in der Stadtkasse für andere Projekte bitternötig ist». 2016 hatte der Einwohnerrat einen Kredit von 120 000 Franken für die von der Motion Serratore geforderte Evaluation gesprochen.

Quelle: Aargauer Zeitung
23.05.2017

9.5.2017

Gutes Jahresergebnis – trotz weiter schwierigem Umfeld

2016 erzielte die Aargauische Pensionskasse (APK) eine Performance von 5 Prozent. Per 31. Dezember 2016 weist die APK mit einem BVG-Deckungsgrad, der 100.5 Prozent beträgt, erstmals eine Volldeckung aus.

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Das Anlagejahr 2016 ist für die Aargauische Pensionskasse (APK) positiv verlaufen. Die befürchteten negativen Folgen des Brexits, der Wahl Donald Trumps und dem Nein zum Verfassungsreferendum in Italien haben die Börsen glücklicherweise wenig beeinflusst. Die APK erzielte 2016 eine erfreuliche Performance von 5.00 Prozent. Die Resultate der Immobilien, der Aktien sowie der alternativen Anlagen haben erheblich dazu beigetragen. Verglichen mit der Anlagestrategie der APK (4.96 Prozent) war das Resultat sogar leicht besser. Zum Vergleich: der UBS-Pensionskassenbarometer wies als durchschnittliche Performance der beobachteten Pensionskassen 3.41 Prozent aus. Diese Performance hat die APK klar übertroffen.

Der Nettovermögensertrag von 5 Prozent hat den Zinsaufwand für die Vorsorgekapitalien der Rentner und Versicherten gedeckt. Zudem konnten die notwendigen Rückstellungen finanziert werden, u.a. auch für die anstehende Senkung des technischen Zinssatzes (mit diesem Satz wird der heutige Wert der künftigen Vorsorgeleistungen berechnet). Die APK hat das Berichtsjahr mit einem Überschuss von rund CHF 270 Mio. abgeschlossen. Dieser hat zu einem positiven BVG-Deckungsgrad von 100.5 Prozent geführt (Vorjahr 97.7 Prozent).

Trotz dem erfreulichen Geschäftsjahr bleiben für die APK die Herausforderungen bestehen. Das tiefe Zinsumfeld besteht weiterhin. Dies beeinflusst die Anlagetätigkeit. Auch die höhere Lebenserwartung der Menschen in der Schweiz fordert die APK heraus. Welche Massnahmen muss die APK treffen, um ihre Leistungen der geänderten Situation anzupassen? Die APK stellt sich dieser Frage laufend, wie viele andere Pensionskassen auch.

Weitere Informationen zum Geschäftsjahr 2016 finden Sie im Jahresbericht der APK – oder klicken Sie hier für eine Zusammenfassung der Zahlen und Fakten des vergangenen Jahres

Quelle: Aargauische Pensionskasse
09.05.2017

17.1.2015

Kalte Euro-Dusche für Aarauer Pensionskasse

Die Pensionskasse der Stadt Aarau hat ihr Ergebnis verbessert. Schwer abzuschätzen sind die Folgen des Euro-Entscheids der Nationalbank.

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Peter Minder, Geschäftsführer der Pensionskasse der Stadt Aarau, hatte Good News zu vermelden. Mit einem Anlageergebnis von 10,2 Prozent liegt die städtische Vorsorgeeinrichtung nämlich über dem Durchschnitt der schweizerischen Pensionskassen. Damit hatte sich der Deckungsgrad, wie Minder vorrechnet, von 105,7 Prozent Ende 2013 signifikant auf 111 Prozent Ende 2014 verbessert.

Ob ihm die Nationalbank mit ihrem Entscheid, den Euro-Mindestkurs aufzuheben, einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, darauf wollte sich Peter Minder nicht festlegen. Natürlich nehme er die einschneidende Kehrtwende der SNB nicht auf die leichte Schulter, doch verfalle er deswegen nicht in Hektik. Noch seien die Auswirkungen schwer abzuschätzen.

Bei einem Portefeuille mit 12 Prozent Schweizer Aktien, die nun am Markt eingebüsst hätten, hielten sich die negativen Auswirkungen für die Pensionskasse der Stadt im Rahmen, sagt Minder. Zudem würden diese womöglich durch andere Anlagewerte aufgefangen, zum Beispiel durch Obligationen in Fremdwährungen, die mit dem SNB-Entscheid aufgewertet wurden.

Reserven noch zu gering

Mit einer Wertschwankungsreserve von 11 Prozent erreicht die Kasse das Limit der minimal notwendigen Schwankungsreserven, um negative Anlagerenditen auffangen zu können, noch nicht. «Bis die Zielgrösse von 18 Prozent erreicht ist, bedarf es weiterhin einer umsichtigen Entwicklung der Kasse», erklärt Geschäftsführer Peter Minder.

Günstige Entwicklungen der Aktienbörsen und der Obligationenmärkte hatten das Ergebnis 2014 positiv beeinflusst. «Die demografischen Veränderungen und die Unsicherheiten an den Finanz- und Obligationenmärkten erfordern weiterhin eine vorausschauende und vorsichtige Geschäftspolitik», sagt Minder. Der Stiftungsrat der Pensionskasse der Stadt Aarau nahm deshalb in der Rechnung 2014 zusätzliche Rückstellungen vor, um eine allfällige weitere Reduktion des technischen Zinssatzes und des Umwandlungssatz (aktuell 5,9 Prozent) aufzufangen.

Die städtische Pensionskasse wurde in den vergangenen Jahren dreimal mit Steuergeldern aufdotiert. Nach der Finanzkrise wurde die Unterdeckung kompensiert. Zweimal wurde mit Steuergeldern der Umwandlungssatz korrigiert. Ex-Einwohnerrat Mario Serratore hatte deshalb die Kündigung der städtischen Pensionskasse und den Wechsel zu einer Sammelstiftung gefordert. Der Stadtrat sperrte sich dagegen, ist dem Einwohnerrat aber noch eine Antwort schuldig. Stadtrat Hanspeter Hilfiker hatte nämlich an der Sitzung vom 25. August 2014 versprochen, dass die Probleme angegangen und Massnahmen eingeleitet würden.

Neue Mitglieder gewonnen

In der Stadt Aarau war bis Ende Jahr das Verhältnis zwischen aktiven Versicherten und Rentnern mit 2:1 besonders ungünstig. Wie Peter Minder nun erklärt, konnte per Anfang 2015 der Versichertenbestand um mehr als einen Fünftel erhöht werden.

Gegen die Konkurrenz namhafter Vorsorgeeinrichtungen habe die GAG Genossenschaft für Altersbetreuung und Pflege Gäu in Egerkingen an die Pensionskasse der Stadt angeschlossen werden können. Damit hat sich das Verhältnis der Aktiven zu den Pensionierten verbessert, es beträgt nun 2,3 zu 1. Über Strategie und Sanierungsmassnahmen wird der Stiftungsrat dem Stadtrat bis Mitte Jahr berichten.

Quelle: az Aargauer Zeitung

27.8.2014

Aarauer Einwohnerrat fordert Kündigung der Stadt-Pensionskasse

Aarau – Der Einwohnerrat fordert gegen den Willen des Stadtrats die Kündigung der Pensionskasse der Stadt per 31. Dezember 2015.

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Leichte Genugtuung für Mario Serratore, der aus dem Einwohnerrat ausgeschieden ist und deshalb seine Motion in Sachen Pensionskasse als normalsterblicher Bürger vertreten durfte. Noch einmal fuhr er starkes Geschütz auf und hatte Erfolg. Obwohl der Stadtrat mit formal-juristischen Argumenten seinem Begehren die Motionstauglichkeit absprach und Nicht-Eintreten beantragte, desavouierte der Einwohnerrat die Stadtregierung mit 23 gegen 14 Stimmen bei 8 Enthaltungen. Stadtrat Hanspeter Hilfiker stand auf verlorenem Posten. Es gelang ihm nicht, plausibel zu machen, dass nicht der Einwohnerrat, sondern nur der Stadtrat zuständig für eine allfällige Kündigung der Pensionskasse sei und deshalb auf die Motion gar nicht eingetreten werden könne.

Die städtische Pensionskasse musste in den vergangenen Jahren dreimal mit Steuergeldern aus der Unterdeckung herausgeholt beziehungsweise davor bewahrt werden. 2007 waren es 4,8 Millionen, zwei Jahre später 4 und im Jahr 2013 1,6 Millionen Franken. Es ist ein Problem aller Pensionskassen, dass auf dem Anlagekapital kaum mehr eine angemessene Rendite erzielt werden kann, um den immer älter werdenden Versicherten die Renten zu sichern. In der Stadt Aarau ist das Verhältnis zwischen aktiven Versicherten und Rentnern von 2:1 zudem besonders ungünstig. «Alles Zuwarten war und ist verlorene Zeit», argumentierte deshalb Mario Serratore und warf dem Stadtrat vor, sich wieder besseres Wissen hinter juristischen Ausflüchten zu verschanzen. «Die Offerte einer Sammelstiftung lag auf dem Tisch. Wieso also dieser erbitterte Widerstand?»

Der Stadtrat habe sich als beratungsresistent erwiesen, warf Christian Dubs (FDP) diesem vor. Der Wechsel zu einer Sammelstiftung sei nie ernsthaft in Erwägung gezogen worden. «Wenn dieser bereits vor zehn Jahren vollzogen worden wäre, hätte man auf die Sparübungen mit Stabilo 1 und 2 verzichten können.»

Auch die SVP-Fraktion forderte Eintreten. Susanna Heuberger sagte: «Wenn es um Millionen für die Ausfinanzierung geht, dürfen wir mitreden. Doch wenn es darum geht, weshalb wir zahlen sollen, sollen wir nicht mitreden dürfen.»

Einzig Daniel Siegenthaler (SP) gab dem Stadtrat Schützenhilfe und vertraute darauf, dass der Stadtrat seine Ankündigungen auch umsetzt. Hanspeter Hilfiker hatte nämlich ausgeführt, dass die Probleme angegangen würden und verschiedene Massnahmen eingeleitet worden seien. «Der Stadtrat nimmt das Anliegen der Motion ernst», sagte er. Die Organe der Pensionskasse sind aufgefordert, bis zum 30. Juni 2015 über den Erfolg der getroffenen Massnahmen zu berichten. Dann werde der Stadtrat über das weitere Vorgehen entscheiden.

Quelle: Aargauer Zeitung