Pensionskasse der Stadt Winterthur

25.3.2017

Was droht den städtischen Angestellten?

Nach dem Paukenschlag zur Pensionskasse beginnt das grosse Feilschen hinter den politischen Kulissen. Im Visier der Mitte-rechts-Parteien steht der Umwandlungssatz. …mehr

Zum wiederholten Male braucht die Pensionskasse der städtischen Angestellten eine Finanzspritze. Die Stadt als Arbeitgeberin will dieses Geld aus dem ordentlichen Haushalt holen. Doch nun wehren sich bürgerliche und Mitteparteien dagegen, dass die Steuerzahler 144 Millionen Franken in die Pensionskasse einschiessen sollen – und damit die Stadt als Arbeitgeberin und die Verwaltungsangestellten als Arbeitnehmer entlastet würden.

Dass ein Sanierungsbedarf besteht, sieht zwar auch die FDP, jedoch will sie das Problem anders angehen. «Im Moment sollten vor allem mehr Leistungen von Arbeitnehmern und Arbeitgeber eingefordert werden», sagt Gemeinderat Christoph Magnusson. Betroffen davon wären Tausende Mitarbeiter der städtischen Verwaltung, welche höhere Abzüge für die zweite Säule in Kauf nehmen müssten. Der Stadtrat will genau das verhindern und befürchtet, nach den Sparrunden der vergangenen Jahre noch unattraktiver zu ­werden für die Arbeitnehmer. Kommt hinzu, dass die Mitarbeiter bereits beim stadträtlichen Modell mit Einbussen rechnen müssen. Konkret würden die Beträge für künftige Rentner um 5 bis 13 Prozent gekürzt.

«Das muss schneller gehen»

Doch Magnusson bleibt bei seiner Meinung. Eventuell könne man zusätzlich kleinere Sanierungspakete schnüren, aber «sicher nicht jetzt 144 Millionen dem Steuerzahler aufbürden».

Ganz ähnlich tönt es von SVP, CVP und GLP. Auch wenn beim komplexen Thema der Pensionskassen viele Parlamentarier noch im Trüben fischen, schiessen sich bereits jetzt alle auf einen bestimmten Aspekt ein: den Umwandlungssatz. Als Lesebeispiel für diesen technischen Begriff gilt Folgendes: Ein Umwandlungssatz von sechs Prozent bedeutet, dass bei einem Vorsorgekapital von 100 000 Franken eine lebenslängliche Altersrente von 6000 Franken pro Jahr ausbezahlt wird.

Seit die Pensionskasse der Stadt Winterthur 2013 verselbstständigt wurde, wird dieser Umwandlungssatz kontinuierlich gesenkt, 2019 wird er für das Pensionsalter 65 bei sechs Prozent zu liegen kommen. Der Stadtrat und der Stiftungsrat der Kasse wollen ihn bis 2024 auf fünf Prozent absenken.

Das müsse schneller gehen, finden die Mitte-rechts-Parteien. Eine oft genannte Möglichkeit wäre die Senkung auf sechs Prozent bereits in diesem oder im kommenden Jahr.

Verwirrung unter Politikern

Für viel Verwirrung unter den Gemeinderäten sorgte in diesem Zusammenhang eine Klausel in der städtischen Pensionskassenverordnung. Dort ist eigentlich festgeschrieben, dass der Umwandlungssatz nicht rascher gesenkt werden dürfe.

Jorge Serra, Stiftungsratspräsident der Pensionskasse der Stadt, relativiert jedoch den entsprechenden Artikel. «Wir hätten wohl die rechtlichen Möglichkeiten, den Umwandlungssatz schneller zu senken», sagt Serra. Sowohl für den Stiftungsrat als auch für den Stadtrat sei das allerdings keine Option. «Wer kurz vor der Pensionierung steht, muss einen gewissen Vorlauf und auch Rechtssicherheit haben.» Deshalb sei wiederum auch der vorgestern präsentierte Massnahmenplan, der eine Senkung auf fünf Prozent vorsieht, auf sieben Jahre ausgelegt.

Davor, den Umwandlungssatz zu senken oder die Beitragszahlungen für die städtischen Mitarbeiter zu erhöhen, hatten Serra und Stadtpräsident Michael Künzle (CVP) bereits bei der Medienkonferenz am Donnerstag gewarnt. Man müsse aufpassen, dass die Solidarität nicht «zu arg strapaziert» werde.

Quelle: der Landbote
25.03.2017

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23.3.2017

Winterthurer Pensionskasse braucht noch mehr Geld

Der Stadtrat von Winterthur hat für die Sanierung der städtischen Pensionskasse 144 Millionen Franken zurückgestellt. Ab 2020 gibts tiefere Renten. …mehr

Sie bleibt ein Sorgenkind: die Pensionskasse der Stadt Winterthur. Zwar hatten die Stimmberechtigten im Juni 2013 eine Einmaleinlage von 150 Millionen Franken für die in Schieflage geratene Kasse beschlossen. Doch jetzt zeigt sich: Das reicht nicht, um die Vorsorgeeinrichtung auf eine solide Basis zu stellen. Ein weiterer Sanierungsschritt ist nötig.

Auslöser ist das neue Vorsorgemodell, das die Pensionskasse soeben beschlossen hat und das 2020 in Kraft tritt. Wie der Stadtrat und die Pensionskasse heute mitteilten, verursacht die Umstellung auf das neue Modell Kosten von rund 160 Millionen Franken. Zudem beträgt die derzeitige Unterdeckung 110 Millionen Franken, bei einem geschätzten Deckungsgrad von 94,4 Prozent.

Stadt prüft alternative Sanierung

Wegen der angespannten Finanzlage hat der Stadtrat in der Rechnung 2016 vorsorglich erneut 144 Millionen Franken zurückgestellt. Der Betrag wird in der bisher noch nicht veröffentlichten städtischen Rechnung deutliche Spuren hinterlassen. Theoretisch könnte die Pensionskasse zwar mit einer Verlängerung und Erhöhung der Sanierungsbeiträge repariert werden, so der Stadtrat. Die Sanierungsdauer würde dann aber voraussichtlich mehr als 20 Jahre betragen, was laut den Vorgaben der beruflichen Vorsorge nicht zulässig wäre.

Deshalb prüft die Stadt jetzt die Ausfinanzierung der Kasse nach dem sogenannten Annuitätenmodell. Dabei übernimmt sie den Fehlbetrag und bezahlt diesen in jährlichen Tranchen über einen längeren Zeitraum. Die kriselnde Pensionskasse hätte so wieder einen Deckungsgrad von 100 Prozent, die Sanierungsbeiträge für Arbeitgeber und Arbeitnehmer würden entfallen und die Stadt könnte ihre Attraktivität als Arbeitgeber erhöhen, schreibt der Stadtrat. Er will nun diese Möglichkeit vertieft prüfen. Eine konkrete Vorlage käme vors Stadtparlament und vors Volk.

Kürzung bis zu 13 Prozent

Mit dem neuen Vorsorgemodell senkt die städtische Pensionskasse den technischen Zinssatz von derzeit 2,75 auf 2,25 Prozent. Der Umwandlungssatz von 6 Prozent für das Pensionsalter 65 wird stufenweise ab 2020 bis 2024 auf 5 Prozent gesenkt. Erhöhen will die Kasse dagegen die Sparbeiträge, damit das Leistungsniveau möglichst erhalten werden kann.

Dennoch sind die Einbussen für die Versicherten empfindlich. Sie müssen ab 2020 mit einer Kürzung ihrer voraussichtlichen Altersrente im Vergleich zu heute von fünf bis maximal 13 Prozent rechnen. Auf die laufenden sowie die bis Ende 2019 neu entstehenden Renten habe das neue Vorsorgemodell keine Auswirkungen, schreibt die Pensionskasse.

Die Gewerkschaft VPOD reagierte «mit grosser Besorgnis» auf die neue Entwicklung. Die beschlossenen Massnahmen seien für viele Versicherte schwer zu verdauen.

Quelle: Tages-Anzeiger
23.03.2017

27.7.2016

Winterthur: Weitere Massnahmen nötig bei städtischer Pensionskasse

Zwei Gemeinderäte wollen wissen, wie es um die Sanierung steht. Fazit: Diese ist noch lange nicht abgeschlossen, der Deckungsgrad ist noch immer tief.

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Im Juni 2013 stimmte Winterthur einer Sanierung der Pensionskasse zu. 220 Millionen Franken waren dafür nötig. Weitere 50 Millionen Franken trugen die Arbeitnehmenden bei. Und kürzlich wurde klar, dass die Stadt wohl noch einmal 58 Millionen Franken einschiessen muss – aus Geld, das aus Rückstellungen stammt, die im Rahmen der Umstellung des städtischen Rechnungsmodelles gebildet wurden. Annetta Steiner (GLP) und Marc Wäckerlin (Piraten) wollen nun wissen, ob es noch weitere Sanierungsschritte braucht und auch, wie sich eine allfällige Senkung des technischen Zinssatzes auswirken würde. Der technische Zinssatz ist ein Bewertungszinssatz, mit dem für die Berechnung der Vorsorgekapitalien die erwartete Rendite auf diesen Kapitalien berücksichtigt wird. Die Antwort auf die Fragen stammen nicht vom Stadtrat, sondern vom Stiftungsrat, zumal die Pensionskasse seit 2014 eine selbstständige öffentlich-rechtliche Stiftung ist. Der Stiftungsrat hält fest, die laufende Sanierung sei noch nicht abgeschlossen. Die Einlage von 150 Millionen Franken habe es zwar ermöglicht, den Deckungsgrad von 88,4 auf 97,9 Prozent zu steigern. Doch weil sich die Lebenserwartung weiter erhöht habe, während das Zinsniveau sinke, habe der Stiftungsrat beschlossen, den technischen Zins in einem ersten Schritt per Ende 2015 auf 2,75 Prozent zu reduzieren. Das hat Folgen: Je tiefer der technische Zinssatz, desto tiefer der Deckungsgrad. Entsprechend betrug dieser per Ende 2015 nur noch 93,5 Prozent. Die Pensionskasse befinde sich also noch immer klar in Unterdeckung und die Risikofähigkeit sei erheblich eingeschränkt. «Die Massnahmen müssen deshalb zwingend weitergeführt werden», bilanziert der Stiftungsrat. Zumal der technische Zinssatz wohl nochmals gesenkt werden müsse und der Deckungsgrad dadurch weiter sinke. «Es werden weitere Massnahmen nötig sein. Da der Gemeinderat über die Finanzierung der Pensionskasse beschliesst, wird der Stiftungsrat diesem voraussichtlich Anfang 2017 entsprechend Antrag stellen», heisst es weiter.

Kein Spielraum bei Senkung des Umwandlungssatzes

Die Interpellanten wollten auch wissen ob es möglich sei, auf 58 Millionen Franken aus den Rückstellungen zu verzichten. Das verneint der Stiftungsrat. Ein Thema sei es aber, die Umwandlungssätze weiter zu senken. Der Umwandlungssatz ist derjenige Prozentsatz, mit dem das vorhandene Altersguthaben bei Pensionierung in eine jährliche Altersrente umgerechnet wird. Allerdings gibt es hier momentan keinen Spielraum. Der Gemeinderat hat nämlich 2013 in Artikel 16 der Verordnung über die Pensionskasse festgelegt, dass der Umwandlungssatz stufenweise über 6 Jahre abgesenkt wird. Bis Ende 2018 entstehen darum weitere Pensionierungsverluste. Danach sei voraussehbar, dass es weitere Senkungen brauchen werde.

Quelle: Landbote
27.07.2016

29.3.2016

Was sagen Sie einem Steuerzahler, der sich betrogen fühlt, Frau Beutler?

Die Verpflichtung, die städtische Pensionskasse noch einmal mit knapp 60 Millionen Franken zu unterstützen, stamme noch aus der Zeit vor der Verselbstständigung, sagt Finanzvorsteherin Yvonne Beutler. Das Stimmvolk sei nicht getäuscht worden.

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Die städtische Pensionskasse steckt in neuen Schwierigkeiten. Jetzt soll die Stadt wieder Geld einschiessen und dafür eine Rückstellung von 58 Millionen Franken auflösen. Woher stammt dieses Geld?
Yvonne Beutler: Die Rückstellung wurde im Rahmen des ersten Schrittes der Umstellung des Rechnungsmodelles von HRM 1 auf HRM 2 gebildet. Da im genannten Zeitpunkt der sich längerfristig abzeichnende technische Referenzzinssatz bei 2,75 Prozent lag, der vom Gemeinderat festgelegte technische Zinssatz aber bei 3,25 Prozent, waren wir zur Bildung der Rückstellung verpflichtet, zumal die Pensionskasse damals ja noch Teil der Stadtverwaltung war.

Was bedeutet das, wenn Sie nun die Rückstellung auflösen: Sinkt dann das spärliche städtische Eigenkapital um 58 Millionen?
Nein. Rückstellungen gelten als Fremdkapital, weshalb ihre Auflösung keinen Einfluss auf die Höhe des Eigenkapitals hat.

Als die Bevölkerung vor rund drei Jahren über die Pensionskassensanierung abstimmte und einen Einmalbetrag von 175 Millionen zur Sanierung guthiess, tat sie das im Eindruck, die Sanierung sei für die Öffentlichkeit damit abgeschlossen. Jetzt muss schon wieder Geld eingeschossen werden. Was sagen Sie einem Steuerzahler, der findet, er sei getäuscht worden?
Zum Zeitpunkt der Abstimmung war die Entwicklung des allgemeinen Zinsniveaus und somit der Ertragsmöglichkeiten der Pensionskasse noch nicht absehbar. Das aktuelle Zinsumfeld und damit verbunden die Tatsache, dass der technische Zinssatz weiter gesenkt werden muss, ist für alle Pensionskassen eine Herausforderung und somit nichts Winterthur-Spezifisches. Dass dadurch der Deckungsgrad nun wieder gesenkt wird, ist bedauerlich, da die Sanierung an sich auf gutem Weg ist. Ohne die Verschlechterung der Ertragslage hätte diese sogar schneller abgeschlossen werden können als ursprünglich geplant.

Auf welcher rechtlichen Grundlage wurden die Rückstellungen gebildet und auf welcher rechtlichen Grundlage werden sie aufgelöst?
Rückstellungen sind Verbindlichkeiten, welche hinsichtlich ihres Bestehens oder der Höhe ungewiss sind, aber mit hinreichend grosser Wahrscheinlichkeit erwartet werden. Aufgelöst wird die Rückstellung, weil das Ereignis, wofür sie gebildet wurde, nun eingetroffen ist. Die Rückstellung wurde durch die Finanzkontrolle geprüft und dem Gemeinderat im Rahmen der Abnahme des Bilanzanpassungsberichts zur Kenntnis gebracht.

Wer entscheidet darüber, ob die Reserve aufgelöst wird?
Der Stadtrat.

Ist es nicht irreführend, von einer verselbstständigten Kasse zu sprechen, wenn der Steuerzahler immer noch für Unterdeckungen geradestehen muss?
Die Unterdeckungskosten stammen noch aus der Zeit der Unselbstständigkeit, als die Pensionskasse somit noch Teil der Stadtverwaltung war. Festzuhalten ist zudem, dass die Steuerzahler vom tiefen Zinsniveau auch profitieren, indem die Zinskosten für das Fremdkapital im steuerfinanzierten Haushalt markant gesunken sind.

Quelle: Der Landbote
29.03.2016

23.3.2016

Sanierung der Pensionskasse harzt

Vor einem halben Jahr jubilierte die Pensionskasse der Stadt noch, weil eine rasche Sanierung in Sicht schien. Jetzt tönt es anders: Der Deckungsgrad sinkt markant, zur Sanierung braucht die Kasse mehr Zeit und weitere Millionen von der Stadt.

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«Wir gehen aktuell davon aus, dass die Sanierung in drei bis fünf Jahren abgeschlossen ist. Ursprünglich waren dafür sieben Jahre vorgesehen.» Diese Worte sagte der Geschäftsleiter der Pensionskasse der Stadt Winterthur im August des letzten Jahres im Interview mit dem «Landboten». In einer Mitteilung, welche die Pensionskasse gestern verschickte, tönt es nun ganz anders: Die Sanierung dauere «länger als geplant», der Deckungsgrad sei gesunken, und man erwarte, dass die Stadt jetzt ihre Rückstellungen zugunsten der Pensionskasse auflöse: 58 Millionen Franken.

Das hatten sich die Stimmberechtigten anders vorgestellt, als sie 2013 die Pensionskasse in die Selbstständigkeit entliessen und ihr auf Anraten von Stadt- und Gemeinderat gleich auch noch rund 175 Millionen Franken zur Sanierung mitgaben. Das seis jetzt, hiess es damals, die Stadt sei damit ihre Verpflichtungen los.

Als Grund für den schlechten Deckungsgrad und die schlechtere Sanierungsprognose gibt die Pensionskasse jetzt die Senkung des technischen Zinses an (De­finition siehe Kasten rechts). Der Stiftungsrat habe beschlossen, diesen Zinssatz rückwirkend per Ende 2015 von 3,25 auf 2,75 Prozent zu senken, und das sei nur ein erster Schritt, eine weitere Senkung dieses Zinssatzes sei nötig. Das überrascht nicht, haben doch auch andere Pensionskassen diesen Schritt vollzogen, zum Teil viel schneller und radikaler als die verselbstständigte PK der Stadt. Deren erster Senkungsschritt hat direkten Einfluss auf den Deckungsgrad, der nun Ende letzten Jahres nicht wie erwartet 97,7 Prozent beträgt, sondern voraussichtlich nur 93,9 Prozent.

GLP findets nicht in Ordnung

Und dann schreibt die Pensionskasse jenen Satz, den man etwas überrascht zur Kenntnis nimmt: Die Stadt habe eine Rückstellung getätigt, womit die Senkung «grösstenteils aufgefangen werden kann». 58 Millionen Franken beträgt diese Rückstellung, die nun dieses Jahr fliessen sollen.

Zu dieser Rückstellung und zur verzögerten Sanierung der Pensionskasse hatte Annetta Steiner, die GLP-Fraktionschefin im Gemeinderat, schon im letzten Monat eine Interpellation mit kritischem Unterton eingereicht. Sie fragt, wann die Pensionskasse der Stadt den technischen Zins bis auf 2 Prozent zu senken gedenke wie die ehemals kantonale BVK. Wie würde das finanziert? Und «kann eine Beanspruchung der Rückstellung der Stadt verhindert werden»? Zudem will sie wissen, wie schnell und wie stark der Umwandlungssatz (Definition unten) gesenkt werden soll.

Ohne der Antwort auf diese Fragen vorzugreifen, sagte Finanzvorsteherin Yvonne Beutler (SP) auf Anfrage, die Stadt sei bei der Umstellung aufs neue Rechnungsmodell in der Pflicht gestanden, die 58 Millionen Franken Rückstellungen zu machen; der Gemeinderat habe das so zur Kenntnis genommen. Weitere Rückstellungen seien «derzeit keine geplant».

Quelle: Der Landbote

 

15.9.2014

Pensionskasse Winterthur: Besser, aber längst noch nicht gut

Die Pensionskasse der Stadt Winterthur hat im vergangenen Jahr den Deckungsgrad auf über 88 Prozent steigern können. Ob sie allerdings den vollen Deckungsgrad in den nächsten Jahren erreichen kann, ist ungewiss, wie der Stiftungsrat am Freitag bekannt gab.

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Die Pensionskasse der Stadt Winterthur hat im vergangenen Jahr den Deckungsgrad um 2,5 Prozentpunkte auf 88,4 Prozent steigern können. Dazu beigetragen habe eine gute Performance von 6,7 Prozent, heisst es im Jahresbericht.

Auf den 1. Januar 2014 wurde die Pensionskasse in eine Stiftung umgewandelt. Zudem traten die vom Grossen Gemeinderat 2013 beschlossenen und vom Volk gutgeheissenen Sanierungsmassnahmen in Kraft. Dank der damit verbundenen Einmaleinlage der Stadt Winterthur von 150 Millionen Franken stieg der Deckungsgrad auf 93,8 Prozent.

Gestützt auf ein Gutachten des Experten für die berufliche Vorsorge erachtet die Revisionsstelle die jetzigen Sanierungsmassnahmen als nicht ausreichend, um innert sieben Jahren einen Deckungsgrad von 100 Prozent zu erreichen. Mit grosser Wahrscheinlichkeit müsse der Stiftungsrat weitere einschneidende Massnahmen beschliessen, um die finanzielle Lage nachhaltig zu verbessern.

Der neue Stiftungsrat verfolge die Situation genau, heisst es in der Mitteilung. So habe er bereits diesen Sommer eine Studie in Auftrag gegeben, mit der unter Berücksichtigung verschiedener Szenarien die finanzielle Entwicklung der Pensionskasse simuliert worden sei.

Die Studie soll Hinweise für die Optimierung der Anlagestrategie und eine allfällige Anpassung der Sanierungsmassnahmen geben. Auf der Grundlage dieser Studie und unter Berücksichtigung der Entwicklung der finanziellen Lage der Kasse würden dann allfällige Massnahmen geprüft und wenn nötig eingeleitet, schreibt der Stiftungsrat.

Quelle: SDA/bluewin.ch