Pensionskasse SBB

23.2.2018

SBB sehen ihren Ruf beschädigt

Die Zahlung von 690 Millionen Franken in die Pensionskasse sei rechtens, sagt der Bund.

Gemäss Geschäftsbericht 2016 hat die SBB AG der rechtlich und finanziell eigenständigen Pensionskasse der SBB 690 Millionen Franken überwiesen. Die gestrige Berichterstattung der Basler Zeitung über diese Millionen-Zahlung und die damit verbundene Frage nach der rechtlichen Grundlage haben bei den SBB sowie beim Bund massive Reaktionen ausgelöst. Alles sei rechtens abgelaufen, auch habe man seinerzeit über die Notwendigkeit dieser Zahlung informiert, sagten gestern die SBB und auch die Finanzverwaltung des Bundes. …mehr

Der Zuger Kantonsrat Willi Vollenweider ist bei der Vorbereitung eines Vorstosses auf diese Zahlung gestossen. Sie stösst ihm sauer auf. Bei den 690 Millionen handle es sich um Geld der Steuerzahler, welche die SBB massiv subventionieren. Er fordert, dass die 690 Millionen an die Bundeskasse abgeführt werden.

Transparent ausgewiesen

Dem sei nicht so, meint dazu nun die Eidgenössische Finanzverwaltung (EFV). Philipp Rohr sagt, der Verwaltungsrat der SBB sei befugt gewesen, diese Summe an die Vorsorgeeinrichtung der SBB zu überweisen. Die BaZ-Frage nach der dafür nötigen Rechtsgrundlage beantwortet Rohr so: «Die SBB ist eine spezialgesetzliche Aktiengesellschaft im Besitz des Bundes. Im Rahmen ihrer gesetzlichen Zuständigkeiten steht es ihr frei, alle Rechtsgeschäfte zu tätigen, die mit dem Unternehmenszweck direkt oder indirekt im Zusammenhang stehen.» Dies gelte auch für den Beschluss zur Einlage der erwähnten 690 Millionen in die Pensionskasse der SBB. Die Finanzverwaltung beruft sich somit auf den allgemeinen Zweckartikel am Anfang des SBB-Gesetzes, der sich in Artikel drei findet.

In ihrer separaten Stellungnahme schreiben die SBB zum 690-Millionen-Franken-Transfer: «Die Stabilisierung der Pensionskasse und sämtliche Vorgänge wurden transparent im Geschäftsbericht ausgewiesen und kommuniziert. Hätte der SBB-Verwaltungsrat seine unternehmerische Freiheit und Pflichten nicht wahrgenommen und 2015 ein Darlehen in Höhe von 690 Millionen Franken in die Pensionskasse der SBB eingeschossen, wären langjährige Mitarbeitende von massiven Rentenkürzungen von rund elf Prozent betroffen gewesen, da zeitgleich der sogenannte technische Zinssatz reduziert und auch die Senkung des Umwandlungssatzes vorgenommen wurde.» Diese Arbeitgebereinlage der SBB sei ohne Belastung des Bundes erfolgt, und die Rückzahlung erfolge aus den laufenden Gewinnen von SBB- Immobilien.

Die 690 Millionen sind eine «Stabilisierungsmassnahme»

Doch wie steht es mit der gesetzlichen Regelung, die der Bund 2011 erlassen hat, nachdem National- und Ständerat über 1,1 Milliarden Franken bewilligten, um die SBB-Pensionskasse gänzlich auszufinanzieren? In dieser Regelung steht nämlich: «Die SBB und die Pensionskasse der SBB verzichten auf allfällige Nachforderungen gegenüber dem Bund als Träger und Leistungsgarant der ehemaligen Pensions- und Hilfskasse der SBB. Die Pensionskasse der SBB verzichtet auf solche Forderungen auch gegenüber den SBB.» Diese Regelung entfaltet gemäss den Stellungnahmen von Finanzverwaltung und SBB keine Wirkung auf die 2016 erfolgte Zahlung von 690 Millionen.

«Zwischen den Vorgängen der Ausfinanzierung der Pensionskasse im Jahr 2011 und den im Jahr 2015 vorgenommenen Stabilisierungsmassnahmen besteht weder inhaltlich noch rechtlich ein Zusammenhang», schreibt SBB-Mediensprecher Christian Ginsig. Und Philipp Rohr von der Finanzverwaltung schreibt, zwischen der 2011 erfolgten Sanierung der SBB-Pensionskasse und den 2016 eingeleiteten Stabilisierungsmassnahmen müsse unterschieden werden. «Zwischen diesen beiden Vorgänge besteht weder rechtlich noch inhaltlich ein Zusammenhang.» Im Zuge der 1999 erfolgten Ausgliederung der SBB in eine eigenständige Aktiengesellschaft sei im gleichen Jahr die Gründung der SBB-PK erfolgt.

Diese habe unter einer ungünstigen Versichertenstruktur und einem ungenügenden Deckungsgrad gelitten. «Seitens der SBB und der SBB-PK wurde deshalb damals gegenüber dem Bund als Träger und Leistungsgarant der ehemaligen Pensions- und Hilfskasse (PHK) eine ungenügende Ausfinanzierung geltend gemacht. Im Zuge dieser Diskussionen bewilligte das Parlament 2011 einen Sanierungsbeitrag des Bundes an die Pensionskasse der SBB in Höhe von 1,148 Milliarden.» Demgegenüber handelt es sich bei der Zahlung von 690 Millionen gemäss SBB und Finanzverwaltung um eine «Stabilisierungsmassnahme».

Hohe Leistungseinbussen

Im Dezember 2014 habe der Stiftungsrat der Pensionskasse SBB nämlich Massnahmen zur langfristigen Stabilisierung des Vorsorgewerks beschlossen, schreibt Rohr im Namen der Finanzverwaltung. Und weiter: «Nötig wurden diese Massnahmen mit Blick auf die weiterhin steigende Lebenserwartung der Versicherten, die eine Überarbeitung der sogenannten Generationentafeln unausweichlich machte.

Bei einer Umsetzung dieser Reformen ohne entsprechende Abfederungsmassnahmen hätte dies für die unmittelbar vor der Pensionierung stehenden Versicherten Leistungseinbussen von 10,7 Prozent zur Folge gehabt.»

Die Sozialpartner hätten sich deshalb auf Abfederungsmassnahmen geeinigt, die neben den Beiträgen der Versicherten auch vom Arbeitgeber SBB mit 690 Millionen mitgetragen wurden. «Diese Zahlung erfolgte im Rahmen der üblich Sozialpartnerschaft; seitens der SBB-PK wurden dabei keinerlei juristische Forderungen gegenüber dem Bund oder SBB erhoben,» so Rohr.

SBB-Sprecher Christan Ginsig schreibt zu diesem Punkt: «SBB-Mitarbeitende tragen einen substanziellen Beitrag zur Stabilisierung der Pensionskasse, denn auf generelle Lohnerhöhungen wird seit 2017 bis 2020 verzichtet, zudem verzichten Mitarbeitende auf einen Ferientag pro Jahr. So werden Renteneinbussen vor allem für jene Versicherten abgefedert, die in den nächsten Jahren in Pension gehen.»

Fragezeichen im Parlament

Aus Sicht des Bundes als Eigentümer der SBB und aus Sicht der SBB AG ist mit der 690-Millionen-Zahlung von 2016 in die SBB-PK also alles in Butter und rechtlich wasserdicht.

Nicht auf Anhieb überzeugt von der 690-Millionen-Franken-Zahlung in die SBB-Pensionskasse zeigte sich gestern der Präsident der ständerätlichen Finanzkommission, der Schaffhauser Ständerat Hannes Germann (SVP). Er sagte auf Anfrage, sollten sich in diesem Fall Ungereimtheiten erhärten, «werden sich Finanzkommission oder Geschäftsprüfungskommission des Parlaments wohl mit dieser Sache näher beschäftigen müssen.»

Weitere «Ausfinanzierung»?

Der Zuger Kantonsrat Willi Vollenweider bleibt derweil bei seiner Überzeugung. Er widerspricht auf Anfrage der Aussage von Finanzdepartement und SBB, zwischen den Vorgängen der Ausfinanzierung der Pensionskasse von 2011 durch das Parlament und den Stabilisierungsmassnahmen von 2016 bestehe «weder inhaltlich noch rechtlich ein Zusammenhang».

Vollenweider meint: «Selbstverständlich war die Zahlung der 690 Millionen eine weitere «Ausfinanzierung». Da der PK-Stiftungsrat den Versicherten 2015 ohne Not, aus eigenem Ermessen höhere, durch das Vorsorgekapital nicht mehr gedeckte zusätzliche Leistungen im Reglement zusagte, wäre ohne die Zahlung der 690 Millionen durch die SBB AG der Deckungsgrad der PK erneut unter 100 Prozent gefallen.» Nur mit den weiteren Millionen habe dies verhindert werden können. Faktisch habe es sich somit bei den 690 Millionen um nichts anderes als einen weiteren Sanierungsbeitrag gehandelt.

Quelle: Basler Zeitung
23.02.2018

22.2.2018

Das 690-Millionen-Geschenk

SBB hat 2016 Gewinne in die SBB-Pensionskasse gezahlt, obwohl diese längst saniert war.

Der vorliegende Fall fragwürdig überwiesener SBB-Millionen übertrifft den Fall Postauto von der Grösse des Betrags her um das Achtfache. Satte 690 Millionen Franken Zwischengewinne waren es, die im Jahr 2016 die SBB in die Pensionskasse der SBB einzahlten.

Diese Pensionskasse ist eine autonome Vorsorgeeinrichtung, die rechtlich und finanziell komplett vom Bund und von den Bundesbahnen getrennt ist. Wären diese 690 Millionen Franken nicht zweckentfremdet worden, hätten damit Schulden abgebaut werden können, die damals bei 7,7 Milliarden lagen, es hätten Billettpreise gesenkt – oder tiefere Subventionen und damit weniger Steuergeld beansprucht werden können.

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Hoher Deckungsgrad

Besonders erstaunlich und rechtlich fragwürdig erscheint der Millionen-Transfer, führt man sich den «Gesundheitszustand» der SBB-Pensionskasse vor Augen. Nach erheblichen und wiederholten Problemen und einem Deckungsgrad von deutlich unter hundert Prozent ist die PK SBB spätestens seit dem Jahr 2014 kein Sanierungsfall mehr. Dies bestätigen Zuständige der Bundesverwaltung auf Anfrage.

So betrug der Deckungsgrad der Pensionskasse Ende 2013 102,4 Prozent, 2014 stieg er auf 107,3 Prozent. 2015 lag er bei 104,6 Prozent und Ende 2016 bei 107,1 Prozent. Von einem Sanierungsfall ist also nicht die Rede.

Im entsprechenden Geschäftsbericht PK SBB erscheint die Riesensumme von 690 Millionen als «Einlage SBB» – und zwar im gleichen Abschnitt wie die normalen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge. Das als «Einlage SBB» ausgewiesene Geschenk übersteigt dabei die Arbeitnehmerbeiträge (202 Millionen Franken) und die Arbeitgeberbeiträge (321 Millionen Franken) deutlich.

In vieler Leute Erinnerung ist die Pensionskasse der SBB als eine Art Dauer-Sanierungsfall. Das war für die Vergangenheit richtig und beinhaltet einen zweiten erstaunlichen Befund, der da und dort Stirnrunzeln verursachen dürfte. Die Pensionskasse SBB wurde 1906 von den SBB als Pensions- und Hilfskasse gegründet und ist seit dem 1. Januar 1999 eine privatrechtliche Stiftung. Diese wurde 1999 in die Selbstständigkeit entlassen, und zwar ausfinanziert, was den Steuerzahler damals zwölf Milliarden Franken kostete. 2008 wurden weitere drei Milliarden für die unterfinanzierte Kasse bezahlt – wiederum vom Steuerzahler.

Und schliesslich, das war im Jahr 2011, bewilligte das Bundesparlament nochmals 1,15 Milliarden Franken. Dieser letzte Sanierungsbeitrag des Bundes verfügte über die notwendige rechtliche Grundlage. Sie findet sich im Bundesgesetz über die Schweizerischen Bundesbahnen. Die Bewilligungsinstanzen von National- und Ständerat hatten 2011 aber schlicht und einfach genug von den ständigen Milliardenzahlungen an die Pensionskasse. Die Räte setzten – im übertragenen Sinn – einen Deckel obenauf und vernagelten denselben, in Form einer gesetzlichen Regelung.

Verzichtserklärungen abgegeben

So ist in den Übergangsregelungen unter Absatz drei zu lesen: «Die SBB und die Pensionskasse der SBB verzichten auf allfällige Nachforderungen gegenüber dem Bund als Träger und Leistungsgarant der ehemaligen Pensions- und Hilfskasse der SBB. Die Pensionskasse der SBB verzichtet auf solche Forderungen auch gegenüber den SBB.» Und weiter hatten SBB und PK SBB «Verzichtserklärungen» zu akzeptieren. Unter den «ewigen Sanierungsfall», wie es damals hiess, sollte ein Schlussstrich gezogen werden.

Damit findet sich die Einlage von 690 Millionen Franken aus dem Jahr 2016 zumindest mutmasslich im rechtswidrigen Raum, denn sowohl die SBB AG als Geberin als auch die Pensionskasse SBB als Nehmerin verstossen mit der Überweisung gegen die vom Parlament beschlossene gesetzliche Vorschrift. Es stellt sich die Frage nach der Verantwortlichkeit.

Die Basler Zeitung hat den SBB mehrere Fragen geschickt. Immerhin beantwortet wird im Antwortschreiben die Frage, wer die Überweisung von 690 Millionen Franken beschlossen hat. Das Geschäft sei 2015 durch den SBB-Verwaltungsrat behandelt worden, schreibt SBB-Mediensprecher Christian Ginsig. «Entschieden hat aufseite SBB der Verwaltungsrat. Dies aber vorbehältlich der Zustimmung des Eigners (Bund).»

Damit liegt der Fall im Verkehrsdepartement von CVP-Bundesrätin Doris Leuthard. Antworten aus ihrem Departement wurden der BaZ für heute in Aussicht gestellt. Findet sich unter der entsprechenden Bewilligung die Unterschrift der Verkehrsministerin? Oder hat gar der Gesamtbundesrat entschieden? Wo ist die Rechtsgrundlage?

Klar sind die Fakten für den Zuger Kantonsrat Willi Vollenweider. Er ist es, der bei seinen Abklärungen für eine Interpellation zu einem SBB-Immobilien-Deal in Zug auf die fragliche Zahlung gestossen ist. Seine Meinung darüber, wem die 690 Millionen gehören, ist klar: «Das ist Geld, das die Bahnkunden für Bahndienstleistungen bezahlt haben, zuletzt natürlich Geld der Steuerzahler, welche die SBB massiv subventionieren. Und es ist Geld, das die SBB-Immobilienabteilung erwirtschaftet, indem sie vor Jahrzehnten zwangsrechtlich enteignete Grundstücke zum heutigen Marktpreis an die Meistbietenden verscherbelt.» Er fordert, diese Gewinne an die Bundeskasse abzuführen.

Quelle: Basler Zeitung
22.02.2018

10.12.2017

Rentenabbau macht Kapitalbezug attraktiver

Die Pensionskassen senken die Renten. Dagegen hilft ein Kapitalbezug – nun aber droht eine Beschränkung.

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Eine Kürzung der Rente um bis zu 10% ist verkraftbar. Dies hat das Bundesparlament diese Woche entschieden. Den Stein ins Rollen brachte die Pensionskasse des Bundes Publica. Denn die mit 64 000 Versicherten grösste PK des Landes senkt den Umwandlungssatz (UWS) per Anfang 2019 von 5,65% auf 5,09%. Pro 100 000 Fr. Alterskapital reduziert sich die jährliche Rente somit von 5650 auf 5090 Fr.

Diese Kürzung wollte der Bundesrat durch einen einmaligen Sonderbeitrag von 160 Mio. Fr. sowie eine jährliche Unterstützung von 40 Mio. Fr. abfedern, was die eidgenössischen Räte jedoch abgelehnt haben.

Umwandlungssätze ausgewählter Pensionskassen

Zwar ist der Spardruck bei der Publica grösser als bei anderen Pensionskassen, weil sie nur über knappe Reserven verfügt. Dennoch hat die Massnahme Signalcharakter: Viele andere PK haben den UWS ebenfalls schon unter 5,5% gesenkt. Den gesetzlich vorgeschriebenen Satz von 6,8% verwenden nur noch wenige Vorsorgeeinrichtungen. Dieser gilt einzig für die gesetzlichen Minimalleistungen bis zu einem Lohn von 84 600 Fr. Weil aber die meisten Pensionskassen bei den Sparbeiträgen über dieses Obligatorium hinausgehen, haben sie bei der Festsetzung des UWS freie Hand.

Die zweite Säule werde aufgrund des ständigen Abbaus kritischer beurteilt als früher, beobachtet Florian Schubiger, Mitgründer der Beratungsfirma Vermögenspartner: «Die Versicherten prüfen vermehrt Möglichkeiten, um den Rentenkürzungen zu entgehen.» Der beste Zeitpunkt dazu ist vor der Pensionierung: Dann muss sich jeder entscheiden, ob er sein Altersguthaben als Kapitalauszahlung oder als Rente beziehen will. Bei dieser Weichenstellung geht es um Hunderttausende Franken – umso reiflicher sollte man sich die Wahl überlegen.

Entscheidend ist das Alter

Das wichtigste Kriterium ist der Gesundheitszustand: Wer davon ausgeht, dass er sehr alt wird, fährt mit der Rentenlösung besser. Bei einer unterdurchschnittlichen Lebenserwartung dagegen empfiehlt sich der Kapitalbezug.

Die unten stehende Grafik verdeutlicht den Zusammenhang. Die Modellrechnung basiert auf einem Altersguthaben von 500 000 Fr. Mit einem UWS von 6,8% erreicht die jährliche Rente 34 000 Fr. Wer nach der Pensionierung noch 30 Jahre lebt, kommt auf Einnahmen vor Steuern von 1 020 000 Fr. Gegenüber dem Kapitalbezug ergibt dies einen Vorteil von mehr als 300 000 Fr., wenn die Rendite auf dem Kapital 1,5% beträgt.

Falls jemand aber schon mit 70 stirbt, profitiert er nur fünf Jahre von der PK-Rente. Mit dem Kapitalbezug hätte für ihn respektive seine Nachkommen 320 000 Fr. mehr herausgeschaut. Wie die Grafik zeigt, führen die beiden Varianten bei einer Lebenserwartung von 83 Jahren zu einer ausgeglichenen Bilanz.

Beträgt der Umwandlungssatz dagegen nur noch 5%, verliert die Rentenlösung an Attraktivität. In der Modellrechnung verschiebt sich das Alter, ab welchem der Kapitalbezug nicht mehr zum besseren Ergebnis führt, auf das 90. Lebensjahr. Und wer mit 95 stirbt, erzielt mit der Rente einen deutlich kleineren Vorteil von lediglich 100 000 Fr.

In der Praxis wird die Abwägung durch weitere Faktoren beeinflusst: Bei einem geringen Alterskapital ist die Sicherheit besonders wichtig, was tendenziell für die Rente spricht. Abzuklären ist ebenso, ob man sich zutraut, das bezogene Guthaben selber anzulegen. Neben der erwarteten Rendite ist zudem die Inflationsprognose wichtig: Im Falle einer starken Teuerung bietet der Kapitalbezug den besseren Schutz.

Auch ein hoher Steuersatz spricht tendenziell für den Kapitalbezug. Umgekehrt wählen Verheiratete eher die Rente, weil die Pensionskassen eine Hinterbliebenenrente auszahlen, welche in der Regel 60% beträgt. Ins Gewicht fällt dies vor allem, wenn die Partnerin oder der Partner deutlich jünger ist. Vielfach empfiehlt sich auch eine Mischlösung, also ein teilweiser Kapitalbezug. Im Mittel beträgt das ausbezahlte Guthaben 170 000 Fr.

Bund will eine Beschränkung

Nun allerdings wollen der Bundesrat wie auch der Ständerat den Kapitalbezug begrenzen. Demnach bleibt dieser nur noch beim überobligatorischen Altersguthaben zulässig. Die Neuerung soll verhindern, dass Pensionäre ihr Geld verjubeln und danach auf Ergänzungsleistungen angewiesen sind.

Der Nationalrat entscheidet voraussichtlich im nächsten Frühling, ob die Einschränkung rechtsgültig wird. Laut Florian Schubiger bedeutet der Vorschlag eine problematische Zäsur für die zweite Säule: «Bisher galt der Grundsatz, dass die Guthaben in der beruflichen Vorsorge den einzelnen Versicherten gehören. Wenn die Wahlfreiheit aber wegfällt, wird dieses Prinzip infrage gestellt.»

Die Leistungen der zweiten Säule sind deutlich geringer als noch vor wenigen Jahren. Neben der tieferen Verzinsung führen die sinkenden Umwandlungssätze zu einer spürbaren Reduktion der Renten. Die vorgesehene Begrenzung des Kapitalbezugs schmälert die Attraktivität zusätzlich.

Immerhin hielt das Parlament für die Versicherten der Publica ein Trostpflaster bereit. Den Sonderbeitrag lehnte es zwar ab, dafür genehmigte es eine Lohnerhöhung von 0,6% – nachdem es in den beiden Vorjahren jeweils eine Nullrunde gab.

Quelle: NZZ
09.12.2017

27.1.2015

Dank guter Anlagerendite von 8,4% verbesserte die PK SBB 2014 den Deckungsgrad auf 107,3%

Die Pensionskasse SBB (PK SBB) erzielte 2014 eine Anlagerendite von 8,4%. Die Performance lag damit über dem Durchschnitt der Schweizer Pensionskassen. Der Deckungsgrad verbesserte sich per 31. Dezember 2014 auf 107,3% (Vorjahr 102,4%).
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Das zurückliegende Geschäftsjahr verlief für die PK SBB insgesamt erfreulich. Die Anlagerendite belief sich auf 8,4%, wobei alle Anlagekategorien zu diesem guten Ergebnis beitrugen. Mit der erzielten Performance lag die PK SBB zwar um 0,1% knapp unter dem relevanten Benchmark (8,5%), übertraf aber gleichzeitig den Marktdurchschnitt: Gemäss dem CS Pensionskassenindex lag die Durchschnittsperformance der Pensionskassen in der Schweiz 2014 bei 7,7%, gemäss dem UBS PK Barometer bei 7,3%. Der Deckungsgrad erhöhte sich von 102,4% auf 107,3%.

Die PK SBB versichert gut 56‘000 Kundinnen und Kunden. 47% der Versicherten sind Rentenberechtigte.
Weitere Informationen zum Geschäftsjahr 2014 wird die PK SBB im Rahmen ihres Geschäftsberichts veröffentlichen. Der Geschäftsbericht erscheint im April 2015.
Bitte beachten Sie, dass die Zahlen zur Anlagerendite und zum Deckungsgrad provisorisch und noch nicht durch die Revisionsstelle geprüft sind.

Quelle: pksbb

19.12.2014

Die PK SBB beschliesst «Massnahmenpaket 2016»

Die Pensionskasse SBB (PK SBB) stellt die Weichen zur langfristigen Stabilisierung der finanziellen Situation. Per 1. Januar 2016 senkt die PK SBB den technischen Zins von 3 auf 2,5%. Gleichzeitig erfolgt eine Umstellung der versicherungstechnischen Grundlagen auf sogenannte «Generationentafeln». Damit können die Umwandlungssätze künftig korrekter – und damit gerechter – berechnet werden.

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Mit der Senkung des technischen Zinses von heute 3,0% auf neu 2,5% und mit einer neuen Methode zur Bestimmung der Lebenserwartung der Versicherten – der Einführung von sogenannten «Generationentafeln» – legt die PK SBB die Basis für eine gesunde und stabile Zukunft. «Generationentafeln tragen der tatsächlichen Lebenserwartung der Versicherten deutlich besser Rechnung», sagt Daniel Ruf, Präsident der PK SBB: «Sie bringen damit für die Versicherten mehr Gerechtigkeit.» Tatsächlich berücksichtigen Generationentafeln im Gegensatz zur heutigen Methode auch die Zunahme der Lebenserwartung nach der Pensionierung.

Als Folge dieses «Massnahmenpakets 2016» sinkt auch der Umwandlungssatz. Für einen am 1. Januar 2016 65jährigen Versicherten liegt dieser dann bei 5,22%. Da die Lebenserwartung weiter zunimmt, hat bei den Generationentafeln jeder Jahrgang einen eigenen Umwandlungssatz, welcher jeweils leicht tiefer ist als derjenige des vorhergehenden Jahrgangs.

Auch mit einem Umwandlungssatz von 5,22% respektiert die PK SBB den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestumwandlungssatz von derzeit 6,8%. Die gesetzliche Vorgabe betrifft das BVG-Minimum. Bei der PK SBB liegen Spargutschriften und Leistungen deutlich über diesem Minimum.

Das «Massnahmenpaket 2016» erfolgt gut drei Jahre nach der letzten Umstellung: Im Oktober 2012 senkte die PK SBB den Umwandlungssatz von 6,515% auf 5,848%. Die zunehmende Lebenserwartung und die tiefen Zinsen machen eine neuerliche Anpassung per 2016 unerlässlich. Zwar konnte die PK SBB in den letzten Jahren sehr gute Anlagerenditen erzielen. Auch 2014 dürfte sie – bereits zum sechsten Mal in Folge – das Anlagejahr mit positivem Resultat abschliessen. Gleichzeitig belastet die Zinsentwicklung die Aussichten der Kasse: Die ausserordentlich tiefen Zinsen reduzieren die realistischerweise zu erwartenden künftigen Anlagerenditen.

Würde das «Massnahmenpaket 2016» ohne abfedernde Begleitmassnahmen umgesetzt, hätte dies für kurz vor der Pensionierung stehende Versicherte eine Leistungseinbusse im Umfang von 10,7% zur Folge. «Unsere Versicherten haben in den letzten Jahren erhebliche Leistungsreduktionen in Kauf genommen. Bei der Umsetzung der jetzt anstehenden Massnahmen ist es ein prioritäres Ziel des Stiftungsrats und der SBB, weitere Einbussen so weit als möglich zu verhindern», sagt Daniel Ruf.

Da die Kosten der Umstellung in der Höhe von insgesamt 1,6 Milliarden Franken nicht alleine von der Pensionskasse SBB getragen werden können, sucht die PK SBB zusammen mit der SBB zusätzliche Abfederungsmassnahmen. Wie die SBB in ihrer Medienmitteilung vom 26. November 2014 bekanntgab, einigte sie sich mit den Sozialpartnern im Zusammenhang mit den Lohnmassnahmen 2015 und 2016 darauf, durch die Erhöhung der Sparbeiträge per Anfang 2016 die Höhe künftiger Renten der jüngeren Versicherten zu sichern. Dazu werden die Sparbeiträge um 2.5 % erhöht. Die SBB übernimmt davon die Hälfte. Die andere Hälfte der Sparbeitrag-Erhöhung tragen die Mitarbeitenden. Allfällige weitere Abfederungsmassnahmen werden derzeit zwischen der SBB und den Sozialpartnern verhandelt. Dabei geht es darum, Leistungseinbussen für kurz vor der Pensionierung stehende Versicherte zu minimieren.

Das finanzökonomische Umfeld ist schwierig. Es bleibt auch nach diesen Massnahmen anspruchsvoll, die gewährten Leistungen zu finanzieren. Der Stiftungsrat verfolgt diese Entwicklungen aufmerksam und wird weiterhin rasch handeln, wenn weitere Massnahmen nötig sind. Neuerliche Anpassungen des technischen Zinses und damit auch des Umwandlungssatzes sind dabei ebenso wenig auszuschliessen wie die Einführung variabler oder alternativer Rentenmodelle.

Die Pensionskasse SBB gehört zu den grössten Pensionskassen der Schweiz. Sie zählt rund 58‘000 Versicherte und verwaltet Assets in der Höhe von 16 Mrd. Franken.

Quelle: Medienmitteilung SBB

3.11.2014

Sanierung der SBB-Pensionskasse auf gutem Weg

Die Bundesgelder für die SBB-Pensionskasse in Höhe von 1,148 Milliarden Franken zeigen Wirkung: Der Deckungsgrad konnte im vergangenen Jahr auf 96,4 Prozent erhöht werden. Auch die Versicherten und die SBB trugen zur Sanierung ihrer Kasse bei.

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Dies teilte die SBB am Donnerstag mit. Versicherte und Arbeitgeber leisteten 2011 neben den ordentlichen Beiträgen zusätzliche Sanierungsbeiträge von je 2,5 Prozent des beitragspflichtigen Lohnes – «umgerechnet 90 Millionen Franken», sagte Patrick Zuber, Betriebsleiter der SBB-Pensionskasse, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Nachdem das Parlament im März 2011 einer Sanierung der Pensionskasse zugestimmt hatte, verbesserte sich der Deckungsgrad per Ende 2011 von 91,7 Prozent (2010) auf 96,4 Prozent.

Damit die Sanierung erfolgreich weitergeführt werden könne, seien weitere Anstrengungen nötig, schreibt die SBB-Pensionskasse in der Mitteilung. Ziel ist es, im Jahr 2019 einen Deckungsgrad von 100 Prozent zu erreichen.

Wie die SBB-Pensionskasse weiter mitteilte, erzielte sie im Jahr 2011 auf ihren Anlagen eine Rendite von 1,85 Prozent (2010: 1,02 Prozent). Dies sei Ausdruck einer eher konservativen Anlagestrategie.

Die SBB-Pensionskasse ist seit 2001 ein Sanierungsfall. Zwei Jahre zuvor wurde diese Kasse in die Selbstständigkeit entlassen. Der Bund finanzierte sie damals mit 12,6 Milliarden Steuergeld aus. Der Deckungsgrad betrug damit 100 Prozent.

Laut SBB ist die Basis der Pensionskasse gegen Ende 2001 mit dem ersten Börsentief eingebrochen. Auch der ungünstige Versicherten-Mix steuerte seinen Teil zur Baisse bei. Das Verhältnis zwischen Aktiven und Rentenbezügern beträgt rund 50 Prozent; im Schweizer Durchschnitt liegt es bei 20 Prozent Rentenbezügern.

2002 sank der Deckungsgrad der Kasse auf 83 Prozent. Trotz jahrelangen Booms an den Finanzmärkten betrug dieser 2007 noch immer nur 92 Prozent. 2009 sackte er wieder auf 84,4 Prozent ab. Deshalb befürworteten die eidgenössischen Räte im letzten Frühjahr eine weitere Subventionierung der SBB-Pensionskasse.

Die SBB-Pensionskasse versichert heute rund 56’000 Kunden. Sie müssen auch in diesem Jahr auf eine Anpassung der Renten verzichten. Seit 2004 wurden diese nicht mehr erhöht.

Quelle: Bote der Urschweiz/SDA

14.7.2014

Keine flexiblen PK-Renten bei den SBB

Vor gut einem Jahr hatte die Pensionskasse der SBB angekündigt, ein System variabler Renten zu prüfen. Damit wäre die Höhe der Renten vom Deckungsgrad der Kasse abhängig gemacht worden. Die Gewerkschaften empörten sich über die sogenannten «Wackelrenten».

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Für die nächsten Jahre vom Tisch

Unterdessen sind diese kein Thema mehr. Variable Renten seien den Mitarbeitenden aus heutiger Sicht nicht zuzumuten, sagt SBB-Chef Andreas Meyer in einem Interview mit dem «Tagesanzeiger». Zumindest für die nächsten Jahre sei der Vorschlag vom Tisch. Die Pensionskasse prüfe, wie viel aus eigenen Rückstellungen finanziert werden könne. Das Unternehmen überlegte sich überdies einen zusätzlichen Arbeitgeber-Sanierungsbeitrag.

Zwar habe die Pensionskasse einen wichtigen Sanierungsschritt machen können. «Nach wie vor fliesst aber mehr ab aus der Kasse, als reinfliesst», sagt Meyer. Das habe mit der Altersstruktur zu tun.

Sparen für den Schienenunterhalt

Meyer geht zudem auf die Probleme beim Schienenunterhalt ein. Diese seien in der Höhe und Dringlichkeit unerwartet, sagt er. Um die Behebung der Probleme zu finanzieren, haben die SBB ein Spar- und Effizienzprogramm für die nächsten Jahre aufgearbeitet.

Quelle: NZZ

4.5.2014

Pensionskassen prüfen Einführung variabler Renten

Die schweizerischen Vorsorgeeinrichtungen suchen nach Wegen, die Umverteilung von den Aktiven zu den Rentnern zu verringern. Für Aufsehen sorgt dabei die Pensionskasse der SBB, die ein variables Rentenmodell prüft.

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Die Ankündigung der Pensionskasse der SBB, die Einführung eines variablen Rentenmodells zu prüfen, sorgt für Wirbel in der beruflichen Vorsorge. Die niedrigen Zinsen und die Alterung der Bevölkerung haben zusammen mit zu hohen Umwandlungssätzen und Zinserwartungen bei den Pensionskassen zur Folge, dass Gelder in der beruflichen Vorsorge konstant von Aktiven zu Rentnern umverteilt werden. Vorsorgeeinrichtungen wie die der SBB suchen nun nach Lösungen für dieses Problem. Andere wie die PwC-Pensionskasse oder die Vorsorgestiftung der Pensionskasse Energie haben bereits Modelle mit variablen Renten eingeführt.

Starke Umverteilung

Im Juni werde sich der Stiftungsrat der Pensionskasse SBB erneut treffen und über die Einführung eines variablen Rentenmodells befinden, sagt Markus Hübscher, Geschäftsführer der Vorsorgeeinrichtung, im Gespräch. Ziel sei es, die Stabilität der Kasse und damit die langfristige Sicherheit der Renten zu erhöhen. Aufgrund des hohen Rentneranteils sei seine Pensionskasse prädestiniert für eine Änderung, bei der die Renten von Neurentnern in Zukunft aus einer Grundrente und einem zusätzlichen variablen Teil bestehen würden. In den vergangenen zehn Jahren hätten die Aktiven erhebliche Leistungssenkungen in Kauf nehmen müssen, damit die Kasse gesunde. Die Renten seien hingegen nicht angetastet worden.

Es sei nur fair, wenn künftig in schwierigen Zeiten nicht nur die Aktiven einen Beitrag zur Gesundung der Kasse leisteten. Die Pensionskasse SBB bezeichnet Hübscher als «rentnerlastig». Auf rund 28 000 Aktive kämen 27 500 Rentner. Die Pensionskasse SBB gehört mit einem verwalteten Vermögen von rund 15 Mrd. Fr. zu den grösseren Vorsorgeeinrichtungen der Schweiz. Werde das variable Rentenmodell nicht eingeführt, müsste die Kasse den Umwandlungssatz noch stärker reduzieren als mit der Einführung des Modells, sagte Hübscher. Die Pensionskasse SBB hat den Umwandlungssatz zum Oktober 2012 auf 5,8% gesenkt.

Es gibt bereits Kassen, die solche Rentenmodelle eingeführt haben. Ein Pionier auf diesem Gebiet ist die PwC-Pensionskasse. Die Kasse der Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat gemäss ihrem Geschäftsführer Josef Bachmann bereits 2005 ein Modell mit variablen Renten eingeführt. Jedes Jahr werde überprüft, ob die Pensionskasse mit den Rentnern einen Gewinn oder einen Verlust gemacht habe, sagt Bachmann. Um kostenneutral zu sein, ist eine Rendite von 4,1% notwendig. Der Deckungsgrad werde hier als Kennzahl nicht verwendet, denn man könne diesen manipulieren, und langfristig sollten die Rentner unabhängig vom Deckungsgrad für die Kasse kostenneutral sein, sagt Bachmann. Nach seinen Angaben werden die Rentner in die Solidarität genommen, wenn die Kasse schlechter abgeschnitten hat, und sie werden an den Erträgen beteiligt, wenn die Kasse eine bessere Rendite erzielt hat. Gemäss Bachmann lässt sich das Modell der PwC-Pensionskasse relativ einfach handhaben.

Ab Januar 2014 führt auch die Pensionskasse Energie in der Vorsorgestiftung ein variables Rentenmodell ein. Sie verwaltet ein Vermögen von 4 Mrd. Fr. Laut Geschäftsführer Ronald Schnurrenberger sind 90% der Rente weiterhin garantiert, wenn die neue Regelung ab 2014 greift. Bei einem Deckungsgrad von zwischen 90% und 100% erhalten die künftigen Pensionierten 95% der Rente. Liegt die Kennzahl bei zwischen 100% und 120%, bekommen sie wie bisher die komplette Rente. Liegt der Deckungsgrad bei 120% bis 125%, erhalten die Pensionierten 105% der Rente – beträgt er mehr als 125%, sind es gar 110%. Der Gesetzgeber unterstütze die Pensionskassen in dieser schwierigen Situation ungenügend, sagt Schnurrenberger. Folglich seien sie gezwungen, selbst etwas zu tun. Der Deckungsgrad der Kasse betrug per Ende vergangenen Jahres 105%.

Politischer Gesprächsstoff

Der unabhängige Vorsorge-Spezialist Daniel Dubach geht davon aus, dass dieses Thema noch politischen Gesprächsstoff liefern wird. Das diskutierte Modell der Pensionskasse SBB sorge zwar bei angehenden Rentnern für einige Verunsicherung. Dubach hält es aber für eine legitime Massnahme, um das Problem der vielerorts im Vergleich zur Marktzins-Entwicklung zu hohen technischen Zinsen und Umwandlungssätze zu lindern. Faktisch käme hier das Prinzip zum Tragen, das Lebensversicherer seit langem anwendeten.

Wenn sich das Modell bei der Pensionskasse SBB durchsetzt, könnten weitere Vorsorgeeinrichtungen folgen. Laut Schnurrenberger haben sich andere Pensionskassen, die ebenfalls eine zweiteilige Rente planen, bei ihm über das neue Modell erkundigt. Zwischen den versprochenen Leistungen und deren Finanzierung müsse bei den Vorsorgeeinrichtungen ein Gleichgewicht bestehen, sagt Hanspeter Konrad, Direktor des Pensionskassenverbands Asip. Dieses Gleichgewicht sei heute bei vielen Pensionskassen gefährdet. Sozialpartnerschaftlich könne in der weitergehenden Vorsorge eine Grundrente verknüpft mit einem variablen Teil beschlossen werden. Solche Modelle könnten aber nur für Neurenten gelten. Im Bereich von reinen BVG-Plänen sei das Modell einer garantierten Grundrente verknüpft mit einer allfälligen Zusatzrente sozialpolitisch nicht zielführend, da das BVG einen Minimalstandard darstelle.