Pensionskasse Thurgau pk.tg

19.1.2015

Negativzinsen bereiten den Pensionskassen Sorgen

Die Pensionskassen Thurgau und Graubünden sind letzte Woche mit einem blauen Auge davongekommen – die Verluste halten sich in Grenzen. Aber besorgt sind die Kassen, weil einige Banken Negativzinsen angekündigt haben – und das zwingt sie zu höheren Renditen.

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Der Kurseinbruch an der Schweizer Börse bekommen auch die Pensionskassen zu spüren. Die St.Galler Pensionskasse zum Beispiel hat letzte Woche rund die Hälfte des Ertrags verloren, den sie 2014 erwirtschaftet habe, sagt der Leiter Benedikt Häfliger.

Damit sei der Deckungsgrad der Kasse um 5 Prozentpunkte gesunken, er betrage jetzt noch rund 100 Prozent. Das ist zwar noch kein Problem, weil die Pensionskasse langfristig anlege. Trotzdem trifft sich der Anlageausschuss zu einer ausserordentlichen Sitzung wegen des Nationalbank-Entscheids.

Besser ist des den kantonalen Pensionskassen im Thurgau und in Graubünden ergangen – sie hatten beide Glück. Die Thurgauer Kasse hatte Ende Jahr noch Obligationen und Fremdwährungen abgestossen – zufällig. Jetzt ist der Deckungsgrad nur um rund 3 Prozentpunkte gesunken. Die Pensionskasse Graubünden hatte sich vor kurzem noch gegen Währungsverluste abgesichert – ebenfalls nicht im Hinblick auf die Aufhebung des Euro-Mindestkurses. Der Rückgang des Deckungsgrads beträgt dort sogar nur rund 1 Prozent.

Mehr Sorgen als der kurzfristige Buchverlust bei den Anlagen bereiten den Pensionskassen die Negativzinsen, welche die Nationalbank angekündigt hat. Die Credit Suisse und die Genfer Banque Pictet wollen diese weitergeben; sie haben die St.Galler Pensionskasse darüber vorinformiert, sagt Häfliger. Das zwinge die Pensionskassen dazu, in risikoreichere Aktien zu investieren. Denn künftig muss die Pensionskasse nicht nur die Beiträge für die Versicherten finanzieren, sondern auch die Zinsen für die Banken.

Die Pensionskassen in den Kantonen Thurgau und Graubünden haben noch keine Ankündigungen erhalten. Sie machen sich jedoch keine Illusionen – und rechnen ebenfalls damit, dass sie künftig Negativzinsen bezahlen müssen.

Quelle: SRF/Regionaljournal Ostschweiz

16.12.2014

Versicherte der Pensionskasse Thurgau müssen mehr zahlen

Die Versicherten der Pensionskasse Thurgau (pk.tg) müssen ab 2016 knapp ein Lohnprozent mehr Sparbeiträge zahlen, die Arbeitgeber 1,2 Lohnprozente mehr. Damit und mit einer einmaligen «Aufwertungseinlage» kompensiert die Kasse eine Kürzung des Renten-Umwandlungssatzes.

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Die Pensionskassenkommission hat die Änderungen am 3. Dezember beschlossen, wie die pk.tg am Dienstag mitteilte. Das Ziel sei, die Pensionskasse mit ihren rund 10’600 Versicherten und 3400 Rentnern auf eine für die Zukunft stabile Grundlage zu stellen und das Leistungsniveau zu halten.

Die Reduktion des Umwandlungssatzes ist wegen der gestiegenen Lebenserwartung nötig. Die Altersrenten würden dadurch theoretisch um 11,5 Prozent gekürzt. Damit dies nicht geschieht, braucht es zwei abfedernde Massnahmen: Erstens erhalten die Versicherten eine nach dem Alter abgestufte Aufwertungseinlage auf ihr Altersguthaben.

Unveränderte Altersrenten

Zweitens werden die Arbeitnehmer− und Arbeitgeberbeiträge erhöht. Unter dem Strich bleiben so die voraussichtlichen Altersrenten praktisch unverändert. Die Aufwertungseinlage vermindert allerdings den Deckungsgrad der Pensionskasse, weil sie aus deren eigenen Mitteln finanziert wird.

Versicherte, die über 60 Jahre alt sind und der Pensionskasse mindestens seit Ende 2011 angehören, sind von der Kürzung des Renten-Umwandlungssatzes ausgenommen. Für sie gilt die Besitzstandwahrung, wie es im Communiqué heisst.

Noch komplizierter wird die ganze Sache durch eine laufende Sanierung der pk.tg. Im kommenden Jahr müssen Versicherte und Arbeitgeber nochmals Sanierungsbeiträge in Form von höheren Lohnabzügen zahlen. Für die Versicherten macht dies total 11 Millionen, für den Kanton 14 Millionen Franken aus.

Deckung noch unter 100 Prozent

Gleichzeitig werden die Altersguthaben 2015 nur mit 0,75 Prozent verzinst, also ein Prozent unter dem gesetzlichen Mindestzinssatz von 1,75 Prozent. 2016 fallen diese Sanierungsbeiträge dann voraussichtlich weg, wie der Präsident der Pensionskassenkommission, Anders Stokholm, der Nachrichtenagentur sda sagte.
Der Deckungsgrad der pk.tg dürfte sich im laufenden Jahr laut Stokholm leicht positiv entwickeln und Ende Jahr irgendwo zwischen 95 und 100 Prozent liegen. Der Deckungsgrad ist abhängig vom Börsengang. Ende 2013 hatte er 95,4 Prozent betragen, bei einer Bilanzsumme von rund 2,8 Milliarden Franken.

Mit der laufenden Sanierung soll die pk.tg als selbständige öffentlich-rechtliche Einrichtung die Vollfinanzierung erreichen. Der Pensionskasse Thurgau sind das Staatspersonal und die Lehrerinnen und Lehrer angeschlossen, insgesamt rund 10’600 Versicherte. 3400 Personen beziehen Renten.

Quelle: Thurgauer Zeitung