Swiss Life

26.1.2017

Appelle der Swiss Life – «Die Reform der Altersvorsorge muss gelingen»

Patrick Frost, der Konzernchef der Swiss Life, appelliert an die Politiker, die Reformvorlage «Altersvorsorge 2020» bald festzuzurren. Die Vorlage müsse ein Volksmehr finden. …mehr

Die Swiss Life ist die grösste Immobilienbesitzerin der Schweiz, was mit Blick auf ihre führende Position als Anbieterin privater Vorsorgeleistungen und von Lebensversicherungen nur logisch ist. Patrick Frost führt seit dem Sommer 2014 das Unternehmen, nachdem er sich im selben Unternehmen als Anlagechef die Sporen abverdient hat. Was steht bei ihm zurzeit ganz oben auf der Agenda? In einem Gespräch im altehrwürdigen Hauptgebäude am Mythenquai kommt Frost sogleich auf das Reformprojekt «Altersvorsorge 2020» zu sprechen. Am wichtigsten sei, nun einen Kompromiss zu zimmern, der vor dem Volk bestehen wird. «Mein Hauptanliegen ist, dass sich die Räte im März in der Differenzbereinigung aufeinander zubewegen».

Es ist fünf nach zwölf

Die Angleichung des Rentenalters der Frauen (auf 65 Jahre), die Flexibilisierung des AHV-Rücktrittsalters auf 62 bis 70 Jahre statt der Altersguillotine 65 und vor allem die Senkung des gesetzlichen Rentenumwandlungssatzes von 6,8 auf 6,0% sind eigentlich unbestritten. Frost ruft in Erinnerung, dass in der zweiten Säule Jahr für Jahr etwa 4 Mrd. Fr. von Jung zu Alt umverteilt werden, Tendenz steigend. Selbstredend sind auch die Lebensversicherer gezwungen, übersetzte Renten zu sprechen, was eine weder gerechte noch nachhaltige Sozialpolitik darstellt.

Der Chef der Swiss Life sagt, die Proteste der Jungen und von deren Interessenvertretern gegen diesen unfairen Raubzug auf ihre Rentenansprüche sei bis anhin sehr, sehr milde ausgefallen. Unter der Oberfläche brodelt es aber; gemäss einer Analyse nach der Abstimmung zur klar verworfenen AHV-plus-Initiative – sie hätte die Jugendlichen wiederum benachteiligt – stimmten 79% der 18- bis 34-Jährigen, aber nur 43% der über 65-Jährigen dagegen.

Wenig Verständnis bringt Frost gerade mit Blick auf die Finanzlücken in der zweiten Säule für die rigide Haltung der Finanzmarktaufsicht auf. Er rechnet vor, dass der Swiss Solvency Test (SST) dazu zwinge, ungefähr 40 bis 60% mehr Kapital zu halten als europäische Konkurrenten. Dies sei nicht fair, und im Prinzip sei ein Schweizer Lebensversicherer allein aus diesem Grund kein guter Eigentümer einer ausländischen Gesellschaft. Es gibt zudem einen interessanten Konnex zur Schweizer Altersvorsorge. Frost erklärt dazu: «Wir könnten für jeden Kunden im Jahr zwischen 500 und 1000 Fr. mehr herausholen, wenn wir nach den Vorgaben von EU-Solvency-II investieren könnten.» Die adäquate Kalibrierung des SST hat in diesem Sinne auch eine politische Dimension. Mit Argusaugen beobachtet Frost die politischen Entwicklungen in den Vereinigten Staaten, wo er mehrere Jahre seiner Kindheit verbrachte und später als Portfolio-Manager der Versicherung Winterthur arbeitete.

Solidarität geht alle etwas an

Der Sieg Trumps in Ohio, Michigan und Wisconsin wirft seiner Ansicht nach ein grelles Licht auf die sozial und wirtschaftlich betrüblichen Entwicklungen in Teilen des Landes, kurzum auf die Perspektivenlosigkeit, was nach einem Ausgleich rufe. Eine Studie der Universität Princeton aus dem Jahr 2015 zeige, dass in Amerika die Sterblichkeitsrate von weissen «Non-Hispanics» nach Jahrzehnten des Rückgangs zwischen 1999 und 2013 erstmals gestiegen sei, und zwar auffallend häufig für die Altersgruppe der 45- bis 54-Jährigen. Dies läuft allen nationalen wie auch internationalen Trends in entwickelten Industrienationen zuwider. Auch an die Adresse Europas ist Frosts Feststellung gerichtet, eine steigende Lebenserwartung bzw. sinkende Mortalität sei eine soziale Errungenschaft, der man Sorge tragen müsse.

Quelle: NZZ
26.01.2017

9.11.2016

Swiss Life setzt weiterhin auf Profitabilität – Wachstum bei den Fee-Erträgen

  • Die Swiss Life-Gruppe erzielte in den ersten neun Monaten 2016 Fee-Erträge von insgesamt CHF 974 Millionen, in lokaler Währung ein Wachstum von 2% gegenüber der Vorjahresperiode.
  • Die Prämieneinnahmen betrugen gruppenweit CHF 13,4 Milliarden, ein Rückgang in lokaler Währung von 9%. Die versicherungstechnischen Rückstellungen zugunsten der Versicherten erhöhten sich gleichzeitig um 2% in lokaler Währung.
  • Swiss Life Asset Managers erzielte in den ersten drei Quartalen 2016 im Geschäft mit Drittkunden Nettoneugeldzuflüsse von CHF 5,9 Milliarden. Die für Drittkunden verwalteten Vermögen lagen damit per 30. September 2016 bei CHF 46,2 Milliarden (Jahresende 2015: CHF 38,8 Milliarden).
  • Die direkten Anlageerträge erreichten mit CHF 3,3 Milliarden das Vorjahresniveau. Die nicht annualisierte direkte Anlagerendite lag damit bei 2,2%; die entsprechende Nettoanlagerendite kam derweil auf 2,3% zu stehen. Für das Geschäftsjahr 2016 erwartet Swiss Life eine Nettoanlagerendite von rund 3%.

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«Swiss Life konnte im dritten Quartal die positive Geschäftsentwicklung fortsetzen», sagt Patrick Frost, CEO der Swiss Life-Gruppe. «Wir sind im für uns strategisch wichtigen Fee-Geschäft wiederum gewachsen und konnten trotz den anhaltend rauen Marktbedingungen die direkten Anlageerträge auf dem Niveau des Vorjahres halten. Wir sind damit weiterhin auf Kurs, um unsere finanziellen Ziele für 2016 zu erreichen.»

Geschäftsentwicklung in den ersten drei Quartalen

Die Swiss Life-Gruppe erzielte in den ersten neun Monaten 2016 Prämieneinnahmen von CHF 13,4 Milliarden (Q3 2015: CHF 14,6 Milliarden). Dies entspricht einem Rückgang in lokaler Währung von 9%. Die versicherungstechnischen Rückstellungen zugunsten der Versicherten stiegen per 30. September 2016 um 2% in lokaler Währung. Die Fee-Erträge konnten in den ersten drei Quartalen des Jahres in lokaler Währung um 2% auf CHF 974 Millionen gesteigert werden (Q3 2015: CHF 929 Millionen). Zu dieser positiven Entwicklung beigetragen haben insbesondere Swiss Life Asset Managers und die unabhängigen Beraterkanäle. Patrick Frost:

«Erfreulich sind auch unsere anderen Fortschritte im Rahmen unseres Unternehmensprogramms „Swiss Life 2018“: Wir haben bereits die Hälfte der Kosteneinsparungen implementiert. Des Weiteren lag der Anteil nicht-traditioneller Produkte im Neugeschäft bei 90%.»

Im Heimmarkt Schweiz erzielte Swiss Life Prämieneinnahmen von CHF 8,2 Milliarden (Q3 2015: CHF 8,7 Milliarden), was einem Rückgang um 6% entspricht. Im gleichen Zeitraum stiegen die Erträge im Fee-Geschäft vor allem dank dem Wachstum bei Swiss Life Select und im Immobilienmaklergeschäft gegenüber dem Vorjahr um 23% auf CHF 177 Millionen (Q3 2015: CHF 144 Millionen). In Frankreich sanken die Prämieneinnahmen gegenüber der Vorjahresperiode in lokaler Währung um 6% auf CHF 3,3 Milliarden (Q3 2015: CHF 3,4 Milliarden). Die Fee-Erträge lagen aufgrund tieferer Bankkommissionen mit CHF 175 Millionen in lokaler Währung 7% unter dem Vorjahr (Q3 2015: CHF 183 Millionen). Swiss Life in Deutschland erzielte in den ersten neun Monaten 2016 Prämieneinnahmen von CHF 905 Millionen (Q3 2015: CHF 930 Millionen), in lokaler Währung ein Rückgang von 5%. Der Rückgang der Fee-Erträge in lokaler Währung von 2% auf CHF 259 Millionen (Q3 2015: CHF 258 Millionen) ist auf das Versicherungsgeschäft zurückzuführen; die Fee-Erträge in den Endkundenvertrieben stiegen gleichzeitig in lokaler Währung um 5%. Die Markteinheit International verzeichnete in lokaler Währung einen Prämienrückgang um 40% auf CHF 1,0 Milliarden (Q3 2015: CHF 1,6 Milliarden). Die Fee-Erträge lagen mit CHF 161 Millionen in lokaler Währung 5% unter der Vorjahresperiode (Q3 2015: CHF 164 Millionen); bereinigt um Wechselkurseffekte beim britischen Pfund entspricht dies einem Rückgang um 1%.

Swiss Life Asset Managers verzeichnete in den ersten drei Quartalen 2016 im Geschäft mit Drittkunden Nettoneugeldzuflüsse von CHF 5,9 Milliarden. Damit erhöhten sich die für Drittkunden verwalteten Vermögen per 30. September 2016 auf CHF 46,2 Milliarden (Jahresende 2015: CHF 38,8 Milliarden). Swiss Life Asset Managers erzielte in den ersten neun Monaten insgesamt Fee-Erträge von CHF 422 Millionen (Q3 2015: CHF 388 Millionen), was einem Wachstum gegenüber dem Vorjahr von 8% in lokaler Währung entspricht.

Anlageerträge und Solvenz

Swiss Life erzielte in den ersten neun Monaten 2016 direkte Anlageerträge in der Höhe von CHF 3266 Millionen und erreichte damit das Vorjahresniveau (Q3 2015: CHF 3253 Millionen). Die nicht annualisierte direkte Anlagerendite kam damit per 30. September 2016 auf 2,2% zu stehen (Q3 2015: 2,3%); die nicht annualisierte Nettoanlagerendite betrug in den ersten neun Monaten 2,3% (Q3 2015: 2,6%). Swiss Life erwartet für das Geschäftsjahr eine Nettoanlagerendite von rund 3%. Die SST-Quote (auf Basis des mit Auflagen genehmigten internen Modells) lag per 30. September 2016 über 140%.

Kennzahlen per 30.09.2016

Mio. CHF
Basis IFRS, ungeprüft

YTD 2016

YTD 2015

Veränderung
(CHF)

Veränderung
(in lokaler Währung)

Schweiz

       
  • Verbuchte Bruttoprämien, Policengebühren und erhaltene Einlagen

8 189

8 687

-6%

-6%

  • Fee-Erträge

177

144

+23%

+23%

Frankreich

       
  • Verbuchte Bruttoprämien, Policengebühren und erhaltene Einlagen

3 264

3 362

-3%

-6%

  • Fee-Erträge

175

183

-4%

-7%

Deutschland

       
  • Verbuchte Bruttoprämien, Policengebühren und erhaltene Einlagen

905

930

-3%

-5%

  • Fee-Erträge

259

258

+0%

-2%

International

       
  • Verbuchte Bruttoprämien, Policengebühren und erhaltene Einlagen

1 014

1 644

-38%

-40%

  • Fee-Erträge

161

164

-2%

-5%

Asset Managers

       
  • Fee-Erträge

422

388

+9%

+8%

  • Nettoneugelder Drittkundengeschäft

5 919

5 135

+15%

+14%

  • Verwaltete Vermögen Drittkundengeschäft

46 213

38 8162

+19%

+19%

Total1

       
  • Verbuchte Bruttoprämien, Policengebühren und erhaltene Einlagen

13 355

14 580

-8%

-9%

  • Fee-Erträge

974

929

+5%

+2%

1 Verbuchte Bruttoprämien, Policengebühren und erhaltene Einlagen: Total einschliesslich Segment Other und Intersegment-Eliminationen von CHF -43 Mio. im Q3 2015 und CHF -17 Mio. im Q3 2016; Fee-Erträge: Total einschliesslich Segment Other und Intersegment-Eliminationen von CHF -209 Mio. im Q3 2015 und CHF -220 Mio. im Q3 2016

2 Per 31.12.2015

Quelle: Swiss Life
09.11.2016

21.9.2016

«Die Vorsorgereform muss gelingen» – Interview mit Ivo Furrer, CEO Swiss Life Schweiz

Niedrigzinsen und Alterung setzen dem Vorsorgesystem immer mehr zu. Ivo Furrer, Chef von Swiss Life Schweiz, hält deshalb die Initiative AHVplus für schädlich.

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FuW: Herr Furrer, die alternde Bevölkerung und die niedrigen Zinsen stellen die Vorsorgeeinrichtungen vor grosse Herausforderungen. Wie beurteilen Sie den Gesundheitszustand des Systems und seiner Einrichtungen auf einer Skala von eins bis sechs?
Ivo Furrer:Den heutigen Zustand würde ich mit einer Vier bewerten, also mit einem Genügend. Das schweizerische Vorsorgesystem ist mit den drei Säulen AHV, berufliche Vorsorge und individuelles Alterssparen unter den weltbesten, zehrt aber zu sehr von Polstern. Da ist viel Reformbedarf. Wir wollen in der Schweiz ja nicht bei einer Vier bleiben, sondern eine bessere Note anstreben. Da müssen wir alle daran arbeiten.

Wo sind die grössten Mängel?
Wegen der Entwicklung der Lebenserwartung und der tiefen Zinsen ist der gesetzliche Umwandlungssatz der beruflichen Vorsorge viel zu hoch. Er bestimmt, welcher Prozentsatz des gesparten Kapitals den künftigen Pensionierten als Rente jährlich ausgezahlt wird. Weil zu viel versprochen wird, kommt es zu einer ungleichen Verteilung von Anlageertrag. Das ist ungerecht und unnötig. Wer nun denkt, die notwendige Umwandlungssatzsenkung mit der AHVplus-Initiative zu kompensieren, geht einen falschen Weg. Ein solcher AHV-Ausbau würde der ganzen Bevölkerung sehr hohe Finanzierungskosten aufbürden.

Wiegt schwerer, dass stetig weniger jüngere Leute für immer mehr ältere Menschen einzahlen müssen oder dass Negativrenditen am Vorsorgekapital nagen?
Beides in sich sind hohe Hürden, und die Kombination der beiden macht die Herausforderung noch viel grösser. Beim Thema Lebenserwartung muss man auch über den Generationenvertrag nachdenken. Wenn besonders in der zweiten Säule die Erwerbstätigen die Rentnerinnen und Rentner mit rund 1000 Fr. pro Jahr mitfinanzieren müssen, ist das eine gravierende Fehlentwicklung. Demografie und Zinsen sind Grössen, die weitgehend gegeben sind. Aber es kommt noch etwas hinzu, wo in unserem Land durchaus Spielraum für Einflussnahme ist, nämlich die Regulierung. Die Kapitalforderungen an die Lebensversicherer sind rund doppelt so hoch wie im Rest von Europa, wie eine Studie der Universität St.Gallen belegt.

Welche Anpassungen fordern Sie, auch als Mitglied des Schweizerischen Versicherungsverbands?
Das Ziel muss sein, die Konkurrenzfähigkeit des Versicherungsstandorts Schweiz zu erhalten. Wir setzen uns dafür ein, dass der von der Finanzmarktaufsicht viel zu scharf kalibrierte Schweizer Solvenztest SST nicht zu massiv überhöhten Kapitalanforderungen für Schweizer Versicherer führt. Die Kapitalanforderungen müssen international vergleichbar sein. Ein moderater Zusatz – ein Swiss Finish – mag sein. Aber es darf nicht so bleiben, dass die Anforderung bei uns doppelt so hoch ist wie in der EU.

Wie rechnen sich die 1000 Fr. pro Jahr, die jeder Beschäftigte offenbar durch Einzahlungen in die Vorsorge für Rentner aufbringen muss?
Wenn das Geld, das in der zweiten Säule individuell gespart wird, mit einem zu hohen Umwandlungssatz versehen ist, reicht das Sparkapital nicht für die Dauer des voraussichtlichen Rentenbezugs. Dann muss die Differenz aus Reserven oder zulasten der Beschäftigten bestritten werden. So braucht es rund 1000 Fr. jährlich je Erwerbstätigen, um zu grosszügig berechnete Renten mitzufinanzieren, wie Swisscanto ermittelt hat.

Die «Altersrentenreform 2020» des Bundesrats sieht auf dem obligatorischen Teil der Zweitsäulevermögen in vier Jahren einen Umwandlungssatz von 6% vor, nach zurzeit 6,8%. Was wäre der mathematisch richtige Satz?
Im überobligatorischen Teil der beruflichen Vorsorge lässt sich schon lange ablesen, was realistisch ist. Da ist der Umwandlungssatz erheblich niedriger. Nur so geht für die Pensionskassen und die Versicherer die Rechnung noch auf. Auf das Ganze bezogen ist zukunftsgerichtet ein Umwandlungssatz in der Grössenordnung von 5% angebracht.

Weshalb schlägt der Bundesrat dennoch 6% vor?
Die 6% dürfen nicht losgelöst betrachtet werden. Es ist das Ansinnen der bundesrätlichen Reform, das jetzige Leistungsniveau beizubehalten. Das ist der stabilisierende Faktor in unserer Altersvorsorge, und das wird von breiten Kreisen akzeptiert, einschliesslich der bürgerlichen Parteien. Die Versicherer unterstützen die Reform nachdrücklich.

Muss mehr Geld fürs Alter bereitgestellt und der Übergang zur Pensionierung hinausgeschoben werden?
AHV und Pensionskasse sind in einer Gesamtschau zu betrachten. Die nationalrätliche Kommission hat eine Stabilisierungsklausel in den Reformvorschlag eingebracht, die in letzter Konsequenz stufenweise zum Pensionierungsalter 67 führen würde. Das ist eine politische Frage. Ich persönlich begrüsse es, dass man das Rentenalter enttabuisiert. Auch der Bundesrat sieht übrigens eine Stabilisierungsregel vor, nur anders finanziert.

Sind die Arbeitgeber mit Blick auf die höheren Sparbeiträge zur Beschäftigung über 65-Jähriger bereit?
Die Arbeitgeber beginnen umzudenken und werden mehr dafür tun, ältere Mitarbeitende länger im Arbeitsprozess zu halten. Ihre Vorsorgebeiträge liegen in der Regel um einen geringen zweistelligen Betrag pro Monat höher und fallen ehrlicherweise nicht ins Gewicht, um Menschen über das reguläre Pensionierungsalter hinaus zu beschäftigen – vorausgesetzt, die betreffende Person ist agil und hält mit der Entwicklung im Arbeitsprozess Schritt. Da sehe ich keinen Hinderungsgrund. Schauen Sie nur, wie Senioren mit der neuen Technologie umgehen. Die meisten haben mit Smartphone und Tablet wenig Probleme. Die einzige Einschränkung ist die körperliche Abnutzung. Wer einen körperlich anstrengenden Beruf hat, kann oft nicht länger arbeiten. Diese Situation ist anders zu beurteilen.

Bleiben Rentenkürzungen tabu?
Das ist letztlich auch wieder eine politische Frage. Persönlich denke ich, dass es unklug, ja ungerecht wäre, bereits laufende Renten zu kürzen. Die wichtigsten Merkmale des Vorsorgesystems sind Verlässlichkeit und Vertrauen. Würde man sich nicht mehr an Garantiezusagen halten, ginge viel Vertrauen verloren. Der Schaden wäre enorm.  

Gemäss Empfehlung der eidgenössischen BVG-Kommission soll der Bundesrat den Mindestzins der beruflichen Vorsorge für 2017 von 1,25 auf 1% senken. Was halten Sie davon?
Seit der letzten Festlegung ist das ganze Zinsgefüge deutlich nach unten gerutscht. Deshalb muss der BVG-Mindestzins für 2017 stärker sinken, als die BVG-Kommission vorschlägt. Wir unterstützen die Forderung des Schweizerischen Versicherungsverbands, den Mindestzins auf 0,5% zu vermindern. Das wäre immer noch hoch im Vergleich zu den Zinsen auf dem Bank- bzw. dem Sparkonto.

Die jährliche Zinsgutschrift auf dem individuellen Konto der beruflichen Vorsorge hat wesentlichen Einfluss auf die Rentensumme. Wie gelingt Ihrem Unternehmen ein möglichst gutes Anlageresultat?
Im Investmentbereich sind vermietete Immobilien als Ergänzung von Anleihen, Darlehen und Hypotheken ideal. Auch Dividenden der Aktienanlagen helfen, die Renten zu bezahlen. Das Preisschwankungsrisiko muss aber berücksichtigt werden. Deshalb haben Aktieninvestments in unserem Portefeuille nur rund 4% Gewicht. Swiss Life hat jedoch die garantierten Zinsen des gesamten Kontraktbestands und auch die eigene Zinsmarge auf Jahrzehnte hinaus gesichert. Die dazu nötigen Rückstellungen hat unser Unternehmen in den zurückliegenden Jahren massiv vergrössert.

Wie gefährlich wird es, wenn es im überhitzten Liegenschaftenmarkt zu einer Preiskorrektur käme?
Immobilien sind seit über hundert Jahren ein wichtiger Bestandteil unserer Anlagephilosophie. Rund ein Fünftel des gut 100 Mrd. Fr. grossen Vermögens unseres Schweiz-Geschäfts ruht auf Immobilien. Als grosser institutioneller Anleger verstehen wir, mit den Marktbewegungen über die verschiedenen Zyklen umzugehen. Die Preise von Immobilien sind gestiegen, von einer Überhitzung oder einer Blase kann man jedoch nicht sprechen.

Weshalb hält Swiss Life an Unternehmens- und Staatsobligationen fest, die zum Marktwert betrachtet kaum noch rentieren?
Die aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen des Schweizer Solvenztests SST favorisieren Zinspapiere, eben beispielsweise Staatsanleihen. Andere Anlageklassen verursachen eine umfangreichere Kapitalhinterlegung.

Gerade die als besonders sicher geltenden Bundesobligationen weisen heute wegen der Notenbankpolitik mehrheitlich eine negative Verfallrendite auf. Erwirbt Ihr Unternehmen dennoch solche Neuemissionen?
Bisher haben wir keine Bundesobligationen zu Negativrendite gezeichnet.

Wie teuer kommt Swiss Life der Negativzins, den Banken auf den Konten von Grosskunden verrechnen?
Cash halten wir fast keines, da unser Geschäft auf Langfristigkeit ausgerichtet ist. Wir haben so bisher auch praktisch keine Negativzinsen bezahlt.

Wie hat das Unternehmen trotz der Niedrigzinslage ein ausgezeichnetes Semesterergebnis vorlegen können?
Vorausschauend ändern wir seit Jahren Stück um Stück das geschäftliche Profil. Wir forcieren Kommissionsgeschäfte, weil sie im Vergleich zur Versicherung wenig Eigenkapital binden. Die profunden Kompetenzen unseres Unternehmens werden für ergänzende Dienstleistungen genutzt, besonders im Immobilienhandel, in der Liegenschaftenverwaltung, im Asset Management sowie für den Vertrieb von Policen anderer Versicherer.

Weshalb vermitteln Sie lieber Produkte von Wettbewerbern, statt die Kunden für das eigene Sortiment zu begeistern?
Unser eigener Aussendienst schlägt den angestammten Kundensegmenten in der Vorsorge ausschliesslich Swiss-Life-Policen vor. Der Geschäftsteil Swiss Life Select aber vermittelt nach dem Best-Select-Ansatz einer tendenziell jüngeren und eher städtischen Kundschaft Angebote des eigenen Hauses wie auch anderer Versicherer. Dabei kommt das in der jeweiligen Konstellation passendste Produkt zum Zug. Mit dem Vertrieb von Fremdprodukten verdienen wir gutes Geld. Unser Unternehmen erhält im Minimum die Vertriebsmarge und etabliert eine zusätzliche Kundenbeziehung.

Sparen die Menschen heute vermehrt individuell, weil dem Vorsorgesystem weniger zugetraut wird?
Der Bedarf ist unbestritten. Das Schweizer Vorsorgesystem ist sicher, aber die zu erwartende Jahresleistung wird wegen zunehmender Lebenserwartung und der niedrigen Zinsen geringer ausfallen. Wer vorausschaut, füllt die Lücke durch eigene Sparanstrengungen.

Profitiert Swiss Life von dieser Situation?
Nicht jeder und jede kann im Budget jährlich über 6700 Fr. unterbringen für die Einzahlung in die steuerbevorteilte Säule 3a. Zudem müssen wir wegen der desolaten Zinssituation die Lebensversicherungspolicen klassischen Zuschnitts mit Kapital- und Zinsgarantie ersetzen durch angepasste Angebote, die begrenzte Garantien, aber dafür grössere Renditechancen bieten.

Was ist noch sicher an Versicherungspolicen ohne Garantiezusage?
Anstelle der garantierten Zinsen wird eine andere Art von Sicherheit bedeutsam, die Beratungsqualität. So finden wir eine den Bedürfnissen des Kunden entsprechende Lösung. Darunter sind ganz neue Investmentprodukte, deren Anlagestruktur vom Kunden mitbestimmt oder gänzlich uns delegiert ist. Der Schlüssel zum Erfolg sind unser Markenname und das Vertrauen des Kunden in unsere Anlagekompetenz.

Berät ein Versicherer besser als eine Bank?
Ob besser oder nicht, will ich gar nicht beurteilen. Das Investmentbedürfnis richtig zu erfassen und die passende Lösung vorzuschlagen, das nenne ich Beratungsqualität. Dazu hilft uns die langjährige Kompetenz und Reputation in der Vermögensverwaltung.

Ein Blick in die Zukunft: Wo wird das schweizerische Vorsorgewesen in zehn Jahren stehen?
Die Bevölkerung nimmt die finanzielle Altersvorsorge immer deutlicher als persönliche Verantwortung wahr. Die Einsicht wächst, dass nur mit Abstrichen eine Lösung gefunden wird. Der Druck auf die Politiker steigt, über Partei- und Ideologiegrenzen hinweg für eine kluge Stabilisierung des Vorsorgesystems einzustehen. Der Bundesrat hat eine umfassende Vorsorgereform vorgelegt, die allen Seiten vertretbare Kompromisse abverlangt. Diese Reform ist dringend und muss deshalb gelingen.

Quelle: Finanz und Wirtschaft
21.09.201

23.5.2016

Unternehmenskundengeschäft von Swiss Life 2015: Langfristige Finanzierung der Leistungsversprechen und finanzielle Stabilität im Fokus

Für Swiss Life standen im Unternehmenskundengeschäft auch 2015 die finanzielle Stabilität und damit die langfristige Finanzierung und Sicherung der Leistungsversprechen an die Versicherten im Zentrum der Geschäftstätigkeit. Diese Strategie zahlt sich aus: Über 42‘000 Unternehmen mit über 612‘000 Versicherten sorgen in der 2. Säule mit Swiss Life vor. Besonders die teilautonomen Lösungen verzeichneten erfreuliche Zuwächse.

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Die Prämieneinnahmen in der Kollektivversicherung stiegen gegenüber dem Vorjahr um 6% auf CHF 8 688 Millionen. Besonders die teilautonomen Lösungen, bei denen die Kunden im Vergleich zur klassischen Vollversicherung von höheren Renditechancen profitieren können, verzeichneten ein sehr erfreuliches Wachstum (Nettowachstum von 250%). Erfolgreich waren auch die Pensionsversicherungsexperten von Swiss Life Pension Services und die Anlagestiftung Swiss Life, wo 2015 ebenfalls mehr Geschäft generiert wurde. Hans-Jakob Stahel, Leiter Unternehmenskunden von Swiss Life, bestätigt: «Unsere Vollsortimenterstrategie, die wir seit 2010 verfolgen, ist im Markt etabliert. Die Kunden schätzen, dass wir ihnen das ganze Spektrum an Lösungen in der 2. Säule anbieten und damit auf ihren individuellen Bedarf eingehen können.»

Verwaltungskosten sinken weiter

Die Ausschüttungsquote zugunsten der Versicherten betrug 2015 92,9%. Auch 2015 stand die langfristige Sicherheit der Vorsorgegelder im Fokus der Geschäftstätigkeit. Hans-Jakob Stahel: «Um die finanzielle Stabilität und damit die langfristige Sicherung der Leistungsversprechen an unsere Versicherten auch künftig garantieren zu können, hat Swiss Life 2015 zusätzliche technische Rückstellungen in der Höhe von CHF 939 Millionen gebildet.» Zugleich konnte Swiss Life 2015 die Verwaltungskosten weiter um 3,3 Prozent senken.

Reform der Altersvorsorge auf Kurs

Die Reform der Altersvorsorge ist zwingend und dringend. «Die Beschlüsse des Ständerates bilden eine taugliche Grundlage für die anstehenden Diskussionen im Parlament. Bezüglich der 2. Säule ist es wichtig, dass der Nationalrat sich auf die eigentliche Zielsetzung der Reform konzentriert – nämlich die Senkung des BVG-Umwandlungssatzes bei angemessenen Kompensationsmassnahmen», so Hans-Jakob Stahel.

Quelle: Swiss Life

 

 

8.5.2016

Swiss-Life-Chef hält Pensionsalter 70 und tiefere Renten für nötig

Der Chef des Versicherungskonzerns Swiss Life, Patrick Frost, sieht die Altersvorsorge in Schieflage. Um die Finanzierung wieder ins Lot zu bringen, hält der Manager eine drastische Senkung des Umwandlungssatzes und eine deutliche Erhöhung des Rentenalters für nötig.

„Der Umwandlungssatz müsste weit unter 5 Prozent gesenkt werden“, sagte Frost in einem Interview mit der „Sonntagszeitung“. Er fügte jedoch hinzu, dass er dies derzeit für politische nicht durchsetzbar halte.

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Frost zeigt sich aber zuversichtlich, dass die Gesellschaft zur Besinnung komme und einen fairen Ausgleich zwischen den Generationen schaffe. Seit die Stimmbürger vor sechs Jahren die Reduktion des Umwandlungssatzes auf 6,4 Prozent gebodigt hatten, habe sich das Bewusstsein gesteigert, dass es so nicht weiter gehen könne.

Für Frost geht das Reformpaket Altersvorsorge 2020 in die richtige Richtung. „Die Senkung des Umwandlungssatzes wird begleitet von Kompensationsmassnahmen“, sagt der 47-Jährige. „Das heisst es soll mehr gespart werden, damit am Schluss ein höheres Alterskapital vorhanden ist.“

Das Reformpaket des Bundesrats, das derzeit vom Parlament beraten wird, sieht unter anderem eine Mehrwertsteuererhöhung um 1,5 Prozentpunkte vor. Die Einnahmen sollen vollständig dem AHV-Ausgleichsfonds zugeführt werden.

Frauen sollen wie Männer mit 65 Jahren in Rente gehen, also ein Jahr später als heute. Das Pensionierungsalter soll zwischen 62 und 70 Jahren gewählt werden können.

Zudem soll der Umwandlungssatz von derzeit 6,8 Prozent auf 6 Prozent gesenkt werden. Ein Umwandlungssatz von 6,8 Prozent bedeutet, dass auf ein Vorsorgekapital von 100’000 Franken eine lebenslängliche Altersrente von 6800 Franken pro Jahr gezahlt wird.

Neue Arbeitszeitmodelle

Eine Erhöhung des Rentenalters hält Frost für unabdingbar. „Da wir nicht nur älter werden, sondern auch länger gesund bleiben, wäre es sinnvoll, wenn die Aktiven sukzessive länger im Arbeitsprozess bleiben würden – bis 70 oder darüber hinaus“, sagt der Chef von Swiss Life.

Das würde auch die AHV entlasten, die letztes Jahr einen Verlust von einer halben Milliarde Franken eingefahren habe. Frost sieht dabei auch die Unternehmen in der Pflicht: „Wir als Arbeitgeber sind gefordert, mit neuen Arbeitszeitmodellen und Karrieremodellen Hand zu bieten.“

Quelle: SDA
08.05.2016

13.8.2014

Im ersten Halbjahr 2014 wächst Swiss Life profitabel und steigert den Betriebsgewinn um 7% auf CHF 680 Millionen

  • Swiss Life ist in den ersten sechs Monaten 2014 profitabel gewachsen und hat das Prämienvolumen in lokaler Währung um 5% auf CHF 10,8 Milliarden erhöht.
  • Die Kommissions- und Gebührenerträge stiegen
  • Swiss Life konnte im ersten Halbjahr 2014 den bereinigten Betriebsgewinn um 7% auf CHF 680 Millionen steigern; der Reingewinn lag mit CHF 487 Millionen 3% höher als in der Vorjahresperiode.
  • um 7% auf CHF 587 Millionen.
  • Swiss Life hat in der Umsetzung der Strategie «Swiss Life 2015» weitere operative Fortschritte erzielt. Die Neugeschäftsmarge wurde gegenüber dem ersten Halbjahr 2013 von 2,0% auf 2,4% gesteigert; der Wert des Neugeschäfts erhöhte sich von CHF 141 Millionen auf CHF 185 Millionen.
  • Grossen Anteil am starken ersten Halbjahr hatte der Heimmarkt Schweiz, in dem die Neugeschäftsprofitabilität verbessert, die Kosten gesenkt und die Prämien um 12% gesteigert wurden.
  • Swiss Life legt einen guten Leistungsausweis im Asset Management vor: Die direkte Anlagerendite kam mit 1,7% auf Vorjahresniveau zu stehen, die Nettoanlagerendite belief sich auf 1,9% (Vorjahr: 2,4% nicht annualisiert). Die Nettoneugeldzuflüsse im Geschäft mit externen Kunden betrugen CHF 2,2 Milliarden.
  • Die Gruppensolvabilität stieg gegenüber dem Jahresende 2013 um 33 Prozentpunkte auf 243%; die um nicht realisierte Gewinne und Verluste auf Anleihen bereinigte Solvabilitätsquote stieg derweil um 2 Prozentpunkte auf 198%.
  • Das Eigenkapital erhöhte sich um 22% auf CHF 10,9 Milliarden.
  • Swiss Life übernimmt für EUR 210 Millionen CORPUS SIREO. Damit wird Swiss Life zu einem führenden Immobilien-Asset-Manager in Deutschland (siehe separate Medienmitteilung von heute).

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«Die konsequente Umsetzung des Unternehmensprogramms „Swiss Life 2015“ zahlt sich aus und stärkt unsere Stellung im Markt», sagt Patrick Frost, CEO der Swiss Life-Gruppe. «Die höheren Gebühren- und Kommissionserträge, profitables Wachstum mit einer weiteren Verbesserung der Neugeschäftsmarge sowie ein gutes Anlageresultat sind die Eckpfeiler dieses erfreulichen Resultats.»

Positive Gewinnentwicklung

Swiss Life hat den um Sonder- und Währungseffekte bereinigten Betriebsgewinn im ersten Halbjahr 2014 um 7% auf CHF 680 Millionen (Vorjahr: CHF 638 Millionen) und den Reingewinn um 3% auf CHF 487 Millionen gesteigert. Den grössten Beitrag dazu hat mit einem Segmentergebnis von CHF 407 Millionen (Vorjahr CHF 472 Millionen) der Heimmarkt Schweiz geleistet. Dieses war in der Vorjahresperiode geprägt von einem positiven Sondereffekt in der Höhe von CHF 60 Millionen wegen eines neuen Rechnungslegungsstandards zur Bewertung von Immobilienportfolios. Einen Gewinnanstieg um 27% auf EUR 97 Millionen (Vorjahr EUR 76 Millionen) verzeichnete Swiss Life Frankreich – primär aufgrund einer erneuten Zunahme im Verkauf von anteilgebundenen Verträgen, eines guten Anlageresultats sowie einer Verbesserung der Combined Ratio im Kranken- und Nichtlebengeschäft. Swiss Life Deutschland weist gegenüber der Vorjahresperiode einen um 2% höheren Gewinnbeitrag von EUR 41 Millionen aus. Dank Effizienzsteigerungen konnte der Gewinnbeitrag der Markteinheit International von CHF 8 Millionen auf CHF 18 Millionen mehr als verdoppelt werden. Swiss Life Asset Managers erzielte ein Segmentergebnis von CHF 74 Millionen – dank höheren Gebühren- und Kommissionserträgen ein Plus von 4%.

Das Schweizer Geschäft treibt profitables Wachstum

In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres hat Swiss Life die Prämieneinnahmen gegenüber der Vorjahresperiode in lokaler Währung um 5% auf CHF 10,8 Milliarden erhöht. Den grössten Beitrag dazu lieferte der Heimmarkt Schweiz, in dem ein Prämienwachstum von 12% auf CHF 6,6 Milliarden erarbeitet wurde. Insbesondere das Geschäft mit der beruflichen Vorsorge prägte mit CHF 5,9 Milliarden (Vorjahr CHF 5,3 Milliarden) die sehr positive Entwicklung. Auch im Privatkundengeschäft konnten die Prämien um 11% auf CHF 737 Millionen gesteigert werden. In Frankreich betrug das Prämienvolumen CHF 2,4 Milliarden (Vorjahr: CHF 2,3 Milliarden); dies entspricht einer Erhöhung um 4% in lokaler Währung und damit einem Wachstum über dem Markt. Rückläufige Entwicklungen verzeichnete die Gruppe indes in Deutschland: Die Prämieneinnahmen sanken in lokaler Währung um 8% auf CHF 783 Millionen. Von CHF 1,3 Milliarden auf CHF 1 Milliarde ebenfalls gesunken sind die Prämieneinnahmen der Markteinheit International. Swiss Life Asset Managers wies im Geschäft mit externen Kunden Nettoneugeldzuflüsse von CHF 2,2 Milliarden aus; sie verfügt damit per Halbjahr 2014 über CHF 30,3 Milliarden Anlagevermögen von externen Kunden. Insgesamt konnte Swiss Life die versicherungstechnischen Rückstellungen um 3% auf CHF 141 Milliarden erhöhen. Die Kommissions- und Gebührenerträge stiegen um 7% auf CHF 587 Millionen dank markanten Steigerungen in der Schweiz (+16%), in Frankreich (+13%) sowie im Asset Management für externe Kunden (+17%). Diese Steigerung war der Hauptgrund für die Verbesserung des Gewinns im ersten Semester.

Steigerung der Solvabilität – widerstandsfähiges Anlagegeschäft

Swiss Life weist auch in den ersten sechs Monaten 2014 ein gutes Anlageergebnis aus und konnte die nicht annualisierte direkte Anlagerendite mit 1,7% trotz deutlich gesunkenen Zinsen auf Vorjahresniveau halten. Die nicht annualisierte Nettoanlagerendite betrug 1,9% (Vorjahr: 2,4%) – ein positives Resultat angesichts der Tatsache, dass die vergleichbare Vorjahresperiode durch die Anwendung eines neuen Rechnungslegungsstandards (IFRS 13) und durch höhere Realisate auf Anleihen ausserordentlich positiv beeinflusst worden war. Wegen des im Verlauf des ersten Halbjahres tieferen Zinsniveaus sowie des erfreulichen Gewinnbeitrags stieg das den Aktionären zurechenbare Eigenkapital um 22% auf CHF 10,9 Milliarden. Entsprechend nahm die Gruppensolvabilität von 210% Ende Jahr auf 243% zu. Bereinigt um die nicht realisierten Gewinne und Verluste auf Anleihen stieg die Solvabilitätsquote um 2 Prozentpunkte auf 198% (Jahresende 2013: 196%).

Markante Fortschritte in der Umsetzung von «Swiss Life 2015»

Swiss Life hat im ersten Halbjahr 2014 in der Umsetzung des Unternehmensprogramms «Swiss Life 2015» weitere Fortschritte erzielt: Dank erfolgreichem Margenmanagement ist es der Gruppe gelungen, die Neugeschäftsmarge gegenüber dem ersten Halbjahr 2013 von 2,0% auf 2,4% zu steigern. Haupttreiber für diese positive Entwicklung war Swiss Life Schweiz, der es gelungen ist, die Marge im Neugeschäft von 2,4% auf 3,0% zu steigern. Der Wert des Neugeschäfts stieg gruppenweit von CHF 141 Millionen auf CHF 185 Millionen. Die bereinigten Kosten konnten mit CHF 674 Millionen dank Effizienzsteigerungen trotz Investitionen in Wachstumsprogramme und Prozessverbesserungen fast stabil gehalten werden (Vorjahr: CHF 665 Millionen, +1%). Patrick Frost: «Das disziplinierte Verfolgen unserer Ziele im Rahmen von „Swiss Life 2015“ ist die Basis für dieses starke erste Halbjahr. Damit steigern wir unsere Schlagkraft und schaffen gute Voraussetzungen, um unseren profitablen Wachstumskurs zu halten und unsere Gruppe in strategisch wichtigen Geschäftsfeldern weiter zu entwickeln.»

Kauf von CORPUS SIREO und Stärkung der Konzernleitung

Die Swiss Life-Gruppe baut ihre Position im Bereich Real Estate Asset Management aus und übernimmt rückwirkend per 1. Januar 2014 CORPUS SIREO, einen führenden Immobiliendienstleister Deutschlands. Verkäufer des Unternehmens sind drei deutsche Sparkasseninstitute. Der Kaufpreis beträgt EUR 210 Millionen.

«Immobilien sind für Swiss Life ein strategischer Kernbereich, in dem wir seit über 150 Jahren erfolgreich sind. Wir verfügen auch in Deutschland über grosse Erfahrung im Asset Management und insbesondere im Immobiliengeschäft. Nun können wir zusammen mit CORPUS SIREO diese Aktivitäten ausbauen und die Produktpalette erweitern», sagt PatrickFrost, CEO der SwissLife-Gruppe. «Damit wird Swiss Life neben der Schweiz und Frankreich auch im deutschen Markt zu einem führenden Immobilien-Asset-Manager. Das wird uns in der strategischen Zielsetzung, die Ertragsquellen zu diversifizieren, weiterbringen.» (Siehe auch separate Medienmitteilung von heute).

Quelle: Swiss Life

19.5.2014

Swiss Life erreicht zweistellige Zuwachsraten

Die zweistellige Zuwachsrate im BVG-Geschäft spiegelt vor allem eine rege Nachfrage von KMU-Betrieben nach Garantieleistungen. Neue IT-Lösungen verhelfen Swiss Life zu tieferen Kosten.

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Im hartnäckig niedrigen Zinsumfeld sind Garantieleistungen von Lebensversicherern im Geschäft mit Vorsorgegeldern offensichtlich stark nachgefragt. Ebenso wie Axa Winterthur (+10%) erreichte Swiss Life mit +13%, gemessen an Prämieneinnahmen, ein zweistelliges Wachstum. Hans-Jakob Stahel, zuständig für Schweizer Unternehmenskunden, hielt an einer Medienorientierung fest, im ersten Quartal habe sich der Aufwärtstrend fortgesetzt. Obschon es eine breite Palette von Vorsorgelösungen gebe, welche je nach Risikoappetit das Anlagerisiko beim Kunden beliessen, setzten KMU-Betriebe stark auf die Vollversicherung.

Solide Anlagerendite

Auf der Grundlage der BVG-Betriebsrechnung, die Jahr für Jahr von der Finma durchleuchtet und genehmigt wird, resultierte 2013 auf Kapitalanlagen von 57 (Vorjahr: 53) Mrd. Fr. zu Buchwerten eine Netto-Anlagerendite von 3,66 (4,67)%. Die Performance lag mit –2,38 (+7,48)% diesmal wegen leicht steigender Zinsen im Minus. Jedenfalls ermöglichte der Anlageertrag von just 2 Mrd. Fr. locker die Verzinsung der Altersguthaben im Obligatorium mit 1,7% und mit 2,2% für darüber hinausgehende Sparleistungen.

BVG-Rechnung der SwissLife

Mit Blick auf laufende Renten, die zwingend zu leisten sind, wie auch wegen des stark übersetzten gesetzlichen Umwandlungssatzes wurden die Rückstellungen um weitere 953 Mio. Fr. verstärkt. Gerne wüsste man, wie viel Geld 2013 wegen unvernünftiger gesetzlicher BVG-Auflagen von Jung zu Alt umverteilt wurde; bei Axa Winterthur waren es 416 Mio. Fr. Immerhin sagte Swiss Life, unter Berücksichtigung ihres Portfolio-Bestands müssten sie auch einen Betrag in dieser Grössenordnung dafür aufwenden. Sodann wurden 317 Mio. Fr. zur späteren Verteilung in den Überschuss-Fonds gelegt. Unter dem Strich war das Betriebsergebnis mit 197 Mio. Fr. leicht rückläufig. Laut ergänzenden Angaben ermöglichte dies auf der Basis der Kapitalunterlegung nach «Solvenz I» eine Verzinsung des Risikokapitals mit 6,2%; Axa Winterthur war auf 5,5% gekommen.

IT-Lösung trägt Früchte

Ein qualitativer Sprung gelang Swiss Life 2013 bei den Verwaltungskosten. Je Versicherten gerechnet, fielen sie dank moderner IT-Infrastruktur innerhalb eines Jahres um 10% auf 373 Fr. Die Vermögensverwaltungskosten verharrten mit 0,18 (0,19)% auf niedrigem Stand. Die sanft sinkende Kostenprämie, die laut Finma-Auflagen gesondert ausgewiesen werden muss, spiegelte zu Teilen diese Effizienzgewinne. Last, but not least wird für 2015 ein nochmals rückläufiger Prämientarif für die Absicherung gegen die Risiken Invalidität und Tod in Aussicht gestellt. Insgesamt erbrachte der Lebensversicherer somit seine Leistung mit einem grösseren Kundenstamm zu sinkenden Kosten.

Quelle: NZZ

13.5.2014

Swiss Life: Prämien sinken zu Jahresbeginn

Zwischenbericht

Der Lebensversicherer muss in den ersten drei Monaten einen Rückgang der Prämieneinnahmen verkraften – und verfehlt damit die Erwartungen. CEO Bruno Pfister zeigt sich dennoch zufrieden.

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Die Swiss Life weist für das erste Quartal 2014 sowohl in der Berichtswährung Franken als auch in Lokalwährungen einen Rückgang der Bruttoprämieneinnahmen von 1 Prozent auf 6,9 Milliaden Franken aus. Dagegen sind die Kommissions- und Gebührenerträge um 9 Prozent auf 298 Millionen angestiegen, wie die Gruppe am Dienstag mitteilt.

Die Swiss Life sei gut in das neue Jahr gestartet und habe die Marktstellung in strategisch wichtigen Geschäftsbereichen ausgebaut, wird CEO Bruno Pfister, der sein Amt im Sommer Investmentchef Patrick Frost übergibt, in der Mitteilung zitiert. Die Gruppe setze auf profitables Wachstum und die Verbesserung der Prämienqualität.

Schweiz mit Einnahmenplus

Im Heimmarkt Schweiz sind die Einnahmen um 7 Prozent auf 4,93 Milliarden Franken gewachsen. Dazu beigetragen habe weiterhin die gute Nachfrage der KMU nach der Vollversicherungslösung im Kollektivlebengeschäft. In Frankreich gingen die Einnahmen um 4 Prozent (minus 3 Prozent in LW), in Deutschland gar um 14 Prozent (minus 14 Prozent) zurück. Der Rückgang in Deutschland führt die Swiss Life auf Tarifanpassungen und die Fokussierung auf profitables Geschäft zurück.

Noch deutlicher büsste die Einheit International, mit dem PPLI-Geschäft für vermögende Kunden, mit einem Rückgang von 41 Prozent (minus 41 Prozent) an Gewicht ein. Im Bereich Swiss Life Asset Managers, wo für externe Kunden Vermögen verwaltet werden, flossen der Swiss Life Nettoneugelder in der Höhe von 0,5 Milliarden zu.

Niedrigere Anlagerendite

Die Anlagerendite im Quartal belief sich nicht annualisiert auf 1,0 nach 1,4 Prozent im Vorjahr. Die Gruppensolvenzquote verbesserte sich seit Ende 2013 um 16 Prozentpunkte auf 216 Prozent.

Im Vorfeld der Zahlenpublikation haben die Analysten von Helvea und der Bank Vontobel mit Wachstum gerechnet. Helvea ging von einem Plus der Prämieneinnahmen von 2,3 Prozent und die Bank Vontobel von 3,6 Prozent aus. Auch der Zufluss an Nettoneugelder wurde mit deutlich über 1 Milliarden höher geschätzt.

Mit dem Unternehmensprogramm «Swiss Life 2015» sieht sich der Konzern weiterhin auf Kurs. Die Gruppe strebt eine Eigenkapitalrendite um unrealisierte Kapitalgewinne bereinigt zwischen 8 und 10 Prozent an. Die Neugeschäftsmarge wird bei über 1,5 Prozent erwartet. Bislang seien bereits 80 Prozent der geplanten Kostensenkungsmassnahmen umgesetzt worden, so die Mitteilung weiter.

Quelle: Handelszeitung