Die PK SBB beschliesst «Massnahmenpaket 2016»

Die Pensionskasse SBB (PK SBB) stellt die Weichen zur langfristigen Stabilisierung der finanziellen Situation. Per 1. Januar 2016 senkt die PK SBB den technischen Zins von 3 auf 2,5%. Gleichzeitig erfolgt eine Umstellung der versicherungstechnischen Grundlagen auf sogenannte «Generationentafeln». Damit können die Umwandlungssätze künftig korrekter – und damit gerechter – berechnet werden.

Mit der Senkung des technischen Zinses von heute 3,0% auf neu 2,5% und mit einer neuen Methode zur Bestimmung der Lebenserwartung der Versicherten – der Einführung von sogenannten «Generationentafeln» – legt die PK SBB die Basis für eine gesunde und stabile Zukunft. «Generationentafeln tragen der tatsächlichen Lebenserwartung der Versicherten deutlich besser Rechnung», sagt Daniel Ruf, Präsident der PK SBB: «Sie bringen damit für die Versicherten mehr Gerechtigkeit.» Tatsächlich berücksichtigen Generationentafeln im Gegensatz zur heutigen Methode auch die Zunahme der Lebenserwartung nach der Pensionierung.

Als Folge dieses «Massnahmenpakets 2016» sinkt auch der Umwandlungssatz. Für einen am 1. Januar 2016 65jährigen Versicherten liegt dieser dann bei 5,22%. Da die Lebenserwartung weiter zunimmt, hat bei den Generationentafeln jeder Jahrgang einen eigenen Umwandlungssatz, welcher jeweils leicht tiefer ist als derjenige des vorhergehenden Jahrgangs.

Auch mit einem Umwandlungssatz von 5,22% respektiert die PK SBB den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestumwandlungssatz von derzeit 6,8%. Die gesetzliche Vorgabe betrifft das BVG-Minimum. Bei der PK SBB liegen Spargutschriften und Leistungen deutlich über diesem Minimum.

Das «Massnahmenpaket 2016» erfolgt gut drei Jahre nach der letzten Umstellung: Im Oktober 2012 senkte die PK SBB den Umwandlungssatz von 6,515% auf 5,848%. Die zunehmende Lebenserwartung und die tiefen Zinsen machen eine neuerliche Anpassung per 2016 unerlässlich. Zwar konnte die PK SBB in den letzten Jahren sehr gute Anlagerenditen erzielen. Auch 2014 dürfte sie – bereits zum sechsten Mal in Folge – das Anlagejahr mit positivem Resultat abschliessen. Gleichzeitig belastet die Zinsentwicklung die Aussichten der Kasse: Die ausserordentlich tiefen Zinsen reduzieren die realistischerweise zu erwartenden künftigen Anlagerenditen.

Würde das «Massnahmenpaket 2016» ohne abfedernde Begleitmassnahmen umgesetzt, hätte dies für kurz vor der Pensionierung stehende Versicherte eine Leistungseinbusse im Umfang von 10,7% zur Folge. «Unsere Versicherten haben in den letzten Jahren erhebliche Leistungsreduktionen in Kauf genommen. Bei der Umsetzung der jetzt anstehenden Massnahmen ist es ein prioritäres Ziel des Stiftungsrats und der SBB, weitere Einbussen so weit als möglich zu verhindern», sagt Daniel Ruf.

Da die Kosten der Umstellung in der Höhe von insgesamt 1,6 Milliarden Franken nicht alleine von der Pensionskasse SBB getragen werden können, sucht die PK SBB zusammen mit der SBB zusätzliche Abfederungsmassnahmen. Wie die SBB in ihrer Medienmitteilung vom 26. November 2014 bekanntgab, einigte sie sich mit den Sozialpartnern im Zusammenhang mit den Lohnmassnahmen 2015 und 2016 darauf, durch die Erhöhung der Sparbeiträge per Anfang 2016 die Höhe künftiger Renten der jüngeren Versicherten zu sichern. Dazu werden die Sparbeiträge um 2.5 % erhöht. Die SBB übernimmt davon die Hälfte. Die andere Hälfte der Sparbeitrag-Erhöhung tragen die Mitarbeitenden. Allfällige weitere Abfederungsmassnahmen werden derzeit zwischen der SBB und den Sozialpartnern verhandelt. Dabei geht es darum, Leistungseinbussen für kurz vor der Pensionierung stehende Versicherte zu minimieren.

Das finanzökonomische Umfeld ist schwierig. Es bleibt auch nach diesen Massnahmen anspruchsvoll, die gewährten Leistungen zu finanzieren. Der Stiftungsrat verfolgt diese Entwicklungen aufmerksam und wird weiterhin rasch handeln, wenn weitere Massnahmen nötig sind. Neuerliche Anpassungen des technischen Zinses und damit auch des Umwandlungssatzes sind dabei ebenso wenig auszuschliessen wie die Einführung variabler oder alternativer Rentenmodelle.

Die Pensionskasse SBB gehört zu den grössten Pensionskassen der Schweiz. Sie zählt rund 58‘000 Versicherte und verwaltet Assets in der Höhe von 16 Mrd. Franken.

Quelle: Medienmitteilung SBB

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