Mein Arbeitgeber hat die BVG-Beiträge nicht bezahlt – Was ist zu tun

Frage: Mein Arbeitgeber hat über zehn Jahre lang die Vorsorgebeiträge nicht einbezahlt. Die AHV-Beträge wurde hingegen korrekt abgerechnet. Ich hatte immer ein Einkommen von über CHF 50`000.–. Was kann ich tun?

Erst die gute Nachricht: Sie waren während der ganzen Zeit Ihrer Anstellung obligatorisch im BVG für die Risiken Invalidität und Todesfall versichert. Garantin hierfür ist die Stiftung Auffangeinrichtung, welche in diesem Fall die Leistungen geleistet hätte. In der Stiftung Auffangeinrichtung werden alle Personen angeschlossen, welche sonst keine Pensionskasse finden oder sich keiner anschliessen, obschon Pflicht dazu bestand.

Ihr Arbeitgeber schuldet der Stiftung Auffangeinrichtung sämtliche BVG-Pensionskassen Beträge für die letzten zehn Jahre – also auch die Risikobeiträge. Da die Sparbeiträge im BVG hälftig geteilt werden, kann er in der Folge Ihren Sparanteil in die Pensionskasse zurückfordern.

Ungeklärt ist in Ihrem Fall, aus welchem Grund die AHV-Ausgleichskasse Sie nicht bei der Stiftung Auffangeinrichtung angemeldet hat. In der Regel ist es so, dass die Ausgleichskassen BVG-Pflichtige ohne Anmeldung bei der Stiftung Auffangeinrichtung melden und diese dann ohne eigenes zutun „zwangsversichert“ werden.

Als nächste Kontakstelle empfehle ich Ihnen die AHV-Ausgleichskasse sowie die Stiftung Auffangeinrichtung.

UVG – Koordination von zwei Löhnen über CHF 126`000.–

L.K. aus S.: Ich bin Geschäftsführer von zwei Unternehmungen, die mir selber gehören. Ich gebe mir aus jeder Gesellschaft je einen Lohn von CHF 150`000.– pro Jahr. Wie muss ich mich für Unfall absichern, damit ich mindestens je 80% Leistung erhalte.

Das Unfallversicherungsgesetz (UVG) sieht für Angestellte Leistungen bis zu einem Maximallohn von CHF 126`000.– vor. Sie erhalten ab dem dritten Tag nach dem Unfall 80% des versicherten Lohnes und in Koordination mit der Invalidenversicherung – nach einem Jahr – maximal 90%.

Diese Obergrenze ist absolut. Das bedeutet: Auch wenn Sie bei beiden Unternehmen für Unfall versichert sind und Prämien zwei Mal bezahlen, ist Ihr Versicherungsschutz bei Unfall maximal 90% von CHF 126`000.–, und zwar CHF 63`000.– von der einen Firma und nochmals so viel aus der Police des zweiten Geschäfts.

Wenn also ein Versicherungsschutz eingerichtet werden soll, der Ihren effektiven Lohn abdeckt, dann müsste im Rahmen eines UVG-Zusatzes (Z) ein Überschusslohn von je CHF 87`000.– zusätzlich versichert werden.

Dies gilt sinngemäss auch für Löhne, die jeweils tiefer als das gesetzliche Maximum sind. Wenn Sie sich als Geschäftsführer einen Lohn von je CHF 80`000.–  ausbezahlen, müsste ein UVG-Z mit einem Überschusslohn von insgesamt CHF 34`000.– eingerichtet werden.